16
Jan
2008

So, könnte man sich vorstellen, fängt das wohl mit dem Geldabschaffen langsam an - zuerst so richtig zart und leise, da sich seiner noch gänzlich unbewußt als Bewegung, dem langfristigen Ziele entgegen sich vortastend, einer inneren Notwendigkeit zunächst nur folgend, und ohne auch, daß irgendeiner anfangs bereits etwas davon ahnte, wohin, zu welchem großen allgemeinmenschlichen Glücke, "Sperenzchen" von heute wie Versteigerungen zum niedrigsten Preis führten, so die Menschen nur die Fäden aufgreifen wollten und untereinander bündeln

Das niedrigste Angebot trägt als den Gewinn einen Platz zum Wohnen davon

(ein Bericht aus der Sparte Zeitgemäßes der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 15.1.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Bidster.com versteigtert [in Finnland] zum niedrigsten Preis eine Wohnung im Wert von 180'000 Euro. Im besten Fall kann der Gewinner bei der Auktion die Wohnung für einen einzigen Cent einlösen.

Die Wohnung wird keine sein, die im vorhinein bestimmt worden wäre, sondern es kann diese, wo auch immer in Finnland man es wünschte, eingestanden werden. Bei dem gegenwärtigen Wohnungsmarkt könnte die Wohnung ein luxuriöses Einzimmerapartment im Helsinkier Stadtviertel Eira sein, oder gar ein aus Holz gefertigtes Lustschlößchen von 400 Quadratmetern in Laitila.

Die Auktion fängt am Mittwoch, den 16.1., an und endet am 25.2.2008. Das Objekt dieser Versteigerung ist das bisher preiswerteste in der Geschichte von Bidster. Das Unternehmen, das jetzt ein knappes Jahr in Finnland tätig ist, hat zuvor bereits unter anderen Dingen Flachbrust-Fernseher, Sportswagen, Reisen und Geschenkkarten über Versteigerungen zum niedrigsten Preis [in Finnland] unter die Leute gebracht.

15
Jan
2008

Wer hatte da gehustet, es gäbe grundsätzlich im Volke keine Bereitschaft, fortan ganz ohne Geld auszukommen, und daß nicht alle freiwillig und umsonst auf ihren Posten weiterschufteten?

Mit freiwilligem Mitarbeiten bei anderen kann man sich nicht über Wasser halten

(ein Beitrag aus der Sparte der Meinungen der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 15.1.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Es werden heute Leute in Altenheime, Krankenhäuser und andere Pflegeinstitutionen zur Verrichtung von Arbeit auf rein ehrenhaft angenommene Gefälligkeits-Posten gedrängt, um sich dort mit Arbeiten zu beschäftigen, für deren Erledigung das richtige Personal keine Zeit mehr hat. Ein an und für sich schöner Gedanke, aber als nächstes wird man wohl auch bei den [Fluggestell-] Montierern bei Finnair eigens solche Menschenfreunde, die gratis mit Hand anlegen, dann auch auf Werften ebenso hilfsreiche Geister vom Dienst, die dann als Elektroinstallateur/Schweißer wirken, sowie auch für den Bau die Zimmerer aus der freiwilligen Bürgerhilfe organisieren, und diese müßten dann freilich alle auch kostenlos und frei ihre Arbeiten machen. So könnte man sich teures Personal einsparen.

Bald werden wohl wir alle unsere Zeit damit nur noch verbringen, als Kumpel bei Kumpels zu arbeiten, wie soll einer aber dabei zu seinen Brötchen kommen?


Einer, der auch freiwillig mitarbeitet

10
Jan
2008

Frustrierter Aufschrei eines 'verhinderten Geldabschaffers'

Mein Brief an den für das Manager-Magazin schreibenden Wirtschaftsexperten Kai Lange

Warnung: Zeit zur Umbesinnung auf ein gänzlich neues Wirtschaften langsam greifbar nahe

Sehr geehrter Herr Lange,

habe Ihren Artikel 'Amerikas Konsumenten droht der Plastikgeld-GAU' mit etwas besorgtem Interesse gelesen. Das darin aufgezeichnete düstere Bild scheint ja doch eher eine allgemeine Lage der Geldwirtschaft aufzuzeigen, die wohl bestimmt nur schwerlich wieder rückgängig zu machen ist und in der näheren Zukunft noch entschieden an Brisanz gewinnen dürfte.

Fragt man nun sich einmal, wohin diese mittlerweile angehobene, schlimme Entwicklung auf den Finanzmärkten der Welt in zweihundert Jahren geführt haben würde, kommt einem leicht das Grausen, da sehr gut zu befürchten steht, daß über kurz oder lang noch das ganze System des Wirtschaftens mit den Zahlungsmitteln zusammenbrechen wird.

Herr Lange, Sie scheinen mir doch ein Mann mit dem gehörigen Weitblick zu sein. Könnte es nicht sein, daß ich in Ihnen jemanden gewinnen könnte, der endlich als erwachsener Mensch seine Sinne dafür öffnete, um sich einmal ernsthaft auch mit der Abschaffung des Geldes und der Ersetzung dessen und des gegenwärtig weltweit vorherrschenden Zahlungsmittelwirtschaftssystems durch ein gänzlich neu einzusetzendes panvoluntaristisches Miteinander aller Menschen auf der Erde durchwegs bei allem Nehmen und Geben aller mit- und untereinander auseinandersetzte, wobei bei einem solchen neuartigen Wirtschaften denkbar sämtliche Arbeiten und Dienstleistungen durch alle kostenlos, je nach gelerntem Können und geschulten Ambitionen des einzelnen, zur Verfügung gestellt, die Grundbedürfnisse aller kostenlos bestritten und verteilt und alle Luxusgüter der Welt nicht mehr an die zahlungskräftigsten, sondern an die glücklichen Gewinner unterhaltsamer Volksverlosungen fallen würden?

Helfen Sie mir bitte, Herr Lange, falls ja und Sie sich dafür öffnen wollten, bei der Aufarbeitung und Gestaltung der Publikation meines elektronischen Magazins "Eine Welt so ganz ohne Geld" mit fachmännischen Tipps und Ratschlägen von Ihrer Warte aus als Experte der Volkswirtschaft im Hinblick auf die Verbesserung von dessen Publikumswirksamkeit, um dem Gedanken einer real zu vollziehenden Abschaffung des Geldes im Volke so eine Gotteschance zu geben, und eventuell, so Gott will, auch zum Keimen zu bringen.

Besagtes Magazin befindet sich zurzeit auf http://libidopter.twoday.net ein.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Erhard Lang

Lasset uns das kapitalistische System überwinden, ehe es zu spät ist!!

mit-klarer-Sicht-auf-den-Augen-einer-rosigen-Zujunft-entgegenblickend

Ein neues Wirtschaftssystem zu entwickeln, welches gänzlich ohne den Zahlungsverkehr von Geldmitteln auskommt, dürfte zugegebenermassen nicht ganz einfach sein, dürfte aber bestimmt immerhin einfacher sein als die Entwicklung von Geräten der modernen Kommunikationstechnologie, wie zum Beispiel die von mobilen Telefonen, Computern und dergleichen. Die Sache ist doch nur die, dass die Menschen, die am Ruder sitzen, es einfach nicht zulassen wollen.

Solange es keinen Druck von unten her, vom Volke und dessen Massen also, gab, wollte keiner auch glauben, dass der Kommunismus je weichen würde. Genauso, denke ich, verhält es sich auch mit der Abschaffung des Geldes, bzw. des Kapitalismus.

Die Suppe wird nie so heiß gegessen wie sie gekocht wird, aber man könnte etwas kochen, was für alle Menschen der Welt viel schmackhafter wäre - eine Neue Zeit, die ohne die allfälligen, fast allen so schwerlich zufallenden Moneten auskommt!

Mexikanische-Geschwister

Sind denn die Menschen nicht mehr länger Herr im eigenen Haushalt, sondern nur noch Spielball aller möglichen Vorgänge draußen auf der Straße oder in anderer Leute Häuser?

Im Zuge der Preisverteuerung des Getreides haben gleich wieder allerlei apokalyptische Propheten mit allerhand düsteren Prognosen hinsichtlich Preissteigerungen der meisten Lebensmittel sich auf den Plan gerufen gefühlt. Darf oder soll man denselbigen, was deren horrende Vorhersagen betrifft, Glauben schenken? Ja, dürfen darf man schon, nur wundern darf man sich dann hinterher aber nicht, wenn genau das dann eingetreten ist, was man allzu gerne nicht hätte glauben wollen, aber dennoch geglaubt hat, nur weil man des Glaubens war, daß diese Vorhersagen von Propheten stammten, die, mit höchsten Gottes Gnaden ausgerüstet, nur dem Unabdingbaren das jeweilig unausbleibliche Wort redeten, und nicht wußten, daß es sich bei diesen Propheten eigentlich um gar keine Propheten handelt, sondern, daß genau ebendiese die wüsten, üblen Macher sind, die die Marionettenstränge in ihren skrupellosen Händen halten, die eben auch die Lebensmittelpreise nicht nur in die Zukunft hineinprojizieren, sondern sehr wohl in der Gegenwart - heute und jetzt - zu ihrem eigenen Vorteil und dem der Großen in der Branche zu dirigieren wissen, aber gerade nur deshalb realiter erfolgreich bei dieser ihrer für den kleinen Mann undurchsichtigen Durchsetzung ihrer Prognosen sind, da sie - tragischerweise - imstande sind, den Menschen unverschämt saftig gewaltig etwas vorzumachen, worauf die albernen Herdentiere leider meist zuhauf sich dann alle eingestellt haben werden, um somit genau in den Stallungen ebenjener vermeintlich nur vorwarnenden Weisen vom Statistischen Lager dann auf Gedeih und Verderb zu landen und einbestallt zu sein. Und alle werden sie schön brav bezahlen, immerzu zahlen und zahlen, genau wie es die "neutral-braven" Prognostiker haben wollten, und nicht anders. Insofern nicht bald mal etwas dagegen unternommen wird - in Richtung Geldabschaffen - oder zumindest dieser Artikel sich etwas zu Herzen genommen wird.

im-Amazonas-Wald-wird-gratis-aufgekocht

Aber was sagen die wirklich neutralen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Fachleute zu diesem Thema? Mir allein wollte es die eine oder der andere vielleicht gar nicht glauben.

Lassen wir deshalb einmal einen gewissen Professor Jyrki Niemi von der Abteilung für Wirtschaftsfragen bei der Forschungseinrichtung Finnlands für Land- und Lebenswirtschaft (MTT -- Maa- ja elintarvikeTalouden Tutkimuskeskus) auffahren und in derselben Sache zu Wort kommen. Was hat dieser gute Mann bei alledem zu sagen? Er müßte es schließlich am besten wissen, und in seiner Position, und als Finne obendrein vielleicht noch eher als irgendein mitteleuropäisches Schwergewicht, auch eine ehrliche Haut sein:

"Wenn der Markt [auf die Preisverteuerung des Getreides hin] effizient handeln wird, wird dies in der Preisbildung [der Lebensmittel insgesamt] keine übermäßig heftigen Auswirkungen nach sich ziehen. Das heißt, daß die Preise nicht mehr in die Höhe gehen werden, als sie aufgrund des Anwachsens der Kosten von deren Rohstoffen und anderer Kosten in die Höhe gehen müssen."

Und jetzt kommt der springende Punkt in den professionellen Beobachtungen des Wirtschaftsprofessors:

"Mir scheint es, als trachtete die Lebensmittelindustrie danach, im Soge des Anstiegs des Getreidepreises sich eine eindeutige Anhebung des allgemeinen Preisniveaus sicherzustellen."

Muß dazu noch mehr gesagt werden?!

RÜHRT EUCH LEUTE! ES KÖNNTE EINES TAGES VERDAMMT BRENZLIG WERDEN!!!

Ihr wollt bestimmt auch nicht, daß Eure Kinder und Kindeskinder die finanzpolitische Katastrophe, die auf dem eigenen Essenstisch die Bombe hochgehen lassen könnte, eines Tages erleben müssen. Deshalb ist jetzt ein Handeln angezeigt und bald von höchsten Noten. Ein gänzlich neues System muß her - je eher, desto besser - ein System, in dem alle Arbeiten freiwillig - panvoluntaristisch - verrichtet werden, sogar viel besser als je zuvor verrichtet werden, in dem es aber kein abgefeimtes Feilschen ums Geld mehr geben wird.

Leider ist das ganze kein Witz mehr, sondern nichts als die nackte Realität.

Der Mensch ist der Schmied seines Glücks.

Der-Geizige-isst-die-Suppe-so-heiss-wie-sie-gekocht-wurde
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Kennt man wirklich jeden über 3 Ecken? Die Antworten gibt's bei Yahoo! Clever. www.yahoo.de/clever

Der Anmaßung der Welt der exklusiven Multi-Primaten des industriellen Sektors von Amerika, der in seinem sauriermäßigen Ellbogen-Draufgängertum - "wir werden es denen da drüben in der Alten Welt zeigen, wo jetzt, so es uns gibt, der Bartl seinen besten Most her hat!" nie satt werden in ihrem für andere so bedränglichen Drang, überallumher immer wieder aufs höchste Bestärkung und Anerkennung auf blendende Touren - die Augen blendende - abzufordern, den mahnenden Finger ein für allemal gewiesen

Das Leben sollte doch zu einer gemütlichen Partie werden, und nicht zu ebendem verkommen, als wie wir Heutigen es gegenwärtig dekrediert oder diktiert bekommen

Nicht in Form eines Stinkefingers ist den üblen, die gebündelten Welt-Gelderstränge an sich reißenden Gemachschaftern der besagten Albernen Reichen (Alberigo Vespuccio läßt abwinken!) der Finger von mir gezeigt worden, nein, sondern in Form einer Meinungsäußerung samt gutem Ratschlag von Mensch zu Mensch - auch Manager müssen doch Menschen sein - zu einer Standpunktfrage, die die Menschen von heute statusabhängig nahezu allesamt indirekt finanziell berührt - dadurch nämlich berührt, wie die Preise zum Beispiel von hochwertigen elektronischen Medienkommunikations-Geräten gerade durch Machenschaften von derlei spitzen Business-Köpfen künstlich sehr hoch gehalten werden, wiewohl die ausgewiesenen Gewinne der Firmen, in Anbetracht des geringen Selbstkostenaufwands der modernen Produktionsweisen, so wie z.B. im Falle von Nokia mit seinem vielfältigen Angebot in allen Kategorien von elektronischen HandyGeräten, einfachen bis höchst aufwendigen, leicht ein zeitgegebenes Senken der Preise für einzelne Modelle, alter als die zweitletzte Generation des Gesamtsortiments, durchaus zuließen, wenn eben diese amerikanischen gigantisch erfinderischen Schmalspurkrämer von überm Teich nicht da dazwischen wären, und meinten, durch ihre amerikanische Vorgewitztheit allein schon einmal berechtigt zu sein, in Nachbars Schrebergarten für mit dem Wind vom eigenen Ziehtisch weg über die Zäune hinweg fortgeblasene Sämereien, sowie nur ein Teil des Saatguts nach Meinung ebenjener also im falschen Garten aufginge, absahnen zu dürfen - ja nicht nur abzusahnen, sondern den armen Kleingärtnernachbarn regelrecht deshalb in die Zange noch nehmen zu dürfen.

Wie lange soll man sich als europäischer Sprößling eines altgewachsenen Kulturstammes, der auf ein ehrbares Ständewesen zurückgeht, und nicht nur wie bei den verdrehten schön albern aber dennoch vermeintlich richtig herum gewickelten Cowboy-Ideologen, die allenfalls auf Lumpenpack und Landstreicher als ihre Ahndl zurückblicken können, ein solches Verhalten noch bieten lassen, bevor einer in der Sache mal 's Maul aufreißt, und diesen Leuten in der Firma des gegenwärtig aktuellen Einzelfalls, also von InterDigital Electronical Solutions Inc., die hier da dahinterstecken, mitteilt, was alle denken, die nur ein bißchen nachdenken, aber leider nur die allerwenigsten sich zu sagen trauen.

Einer hat es nun ihnen gesagt, und das bin ich. Hier im folgenden weiters meine Email von heute Morgen, gerichtet an das Management von InterDigital, übersetzt aus dem Englischen, bezugnehmend auf den Stein des Anstoßes, worüber in der von mir ins Deutsche übersetzten original finnischen Nachricht eines meiner jüngsten Beiträge zu dem Fall InterDigital versus Nokia näheres berichtet wird.

THEMA:
Für ein Wiederanwenden menschenüblicher Prinzipien des fairen Zusammenspielens [fair play]

INHALT DER EMAIL:
Nach Inkenntnisnahme des essentiellen Interesses von InterDigital Electronic Solutions Co. an einer Verklagung von Nokia Telecommunications Inc. von Finnland, mit dem Ziele einer gerichtlichen Eintreibung von finanzieller Wiedergutmachung für vermeintliche Schäden, erlitten in Folge von einem Vergehen durch letztgenannte am Rechte an Patenten, die sich angeblich im Besitz von InterDigital befinden, im Zusammenhang mit zwei gesondert genannten Elektronikkomponenten, die in 3G-Mobil-Telefonen zur Anwendung kommen, die aber offensichtlich unabhängig von einander, von beiden, also von InterDigital wie aber auch von Nokia, um die gleiche Zeit herum, entworfen worden sein müssen, will ich Ihnen hier als ein aufgewachter Beobachter der Szene, anstelle von den vielen Zeitgenossen von Benutzern mobiler Telefone der mittleren und durchschnittlichen Schichten, durchaus auch von solchen von Nokia, welche auf die von den elektronischen Firmen jahrelang immer
wieder versprochenen Preisreduzierungen für Mobilfone vergeblich nur hingehalten wurden, meine persönliche Meinung schreiben. Denn mit diesem Ihrem Vorgehen von jetzt, wie oben erwähnt, hat sich nunmehr eine direkte Veranlassung ergeben, Ihre Firma einmal auf deren marktwirtschaftliche Strategie anzusprechen, wobei ich folgendes dazu zu sagen hätte:

Sehr geehrte Führungscrew von InterDigital,

besinnen Sie sich doch bitteschön um! Seien Sie doch vernünftig! Nokia war es wahrscheinlich gar nicht bewußt geworden, daß InterDigital bereits genau die Teile hatte vorab patentieren lassen, von denen bei Nokia geglaubt wurde, daß deren eigene Ingenieure dieselben als erste entworfen und entwickelt hätten. In Anbetracht der vorherrschenden Verhältnisse innerhalb der globalen Gemeinschaft aller Menschen, denen auch InterDigital ausgesetzt ist, hat die Absicht Ihrer Firma, Nokia in dieser Sache zur Kasse zu bitten, nur eine den Markt aufheizende Wirkung, die, insgesamt gesehen, mehr Schaden anrichtet als gutes tut.

Zum Schluß könnte es noch passieren, daß, anstelle davon, daß Sie Mobilgeräte von Nokia boykottierten, die mit Teilen, identisch mit einigen der Ihrigen, versehen sind, die Endverbraucher es sind, die Produkte mit Teilen von Ihnen boykottieren.

Hochachtungsvoll

Wer hat den Buchdruck z.B. denn nun eigentlich erfunden - waren's die ollen alten Chinesen oder war's doch unser findiger deutscher Gutenberg? - Wohl eher waren's beide unabhängig voneinander! -- Aber wann wird wohl aus jenem überkochenden Schmelztiegel und all seinen alberichen Power-Pop-up-Klöpsen dieser sogenannten Neuen Welt dadrüben dieser schreckliche Dampf, über dem sich die ganze Welt das Gesicht immerzu verbrüht, endlich mit gesundem Menschenverstand ein für allemal abgelassen?

Indian-Women-Talking

In den Vereinigten Staaten werden Nachforschungen zu Patentvergehen bei Nokia angestellt

(ein Artikel aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 6.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Die internationale Handelskommission der Vereinigten Staaten (!?) leitet eine Untersuchung wegen möglicher Vergehen am Patentschutzrecht durch den finnischen Mobilfon-Giganten Nokia ein. Die US-amerikanische InterDigital hatte im letzten Monat ein Gesuch um Nachforschungen zur Prüfung der Angelegenheit eingereicht. Laut InterDigital verletzten gewisse von Nokia hergestellte und ins Land eingeführte 3G-Mobilfone zwei ihrer Patente. Die Firma zielt daraufhin ab, die Einfuhr des gegen das Patentrecht verstossenden Telefons zu stoppen und den Verkauf von bereits importierten Telefonen zu unterbinden. Letztes Jahr schon mußte Nokia an InterDigital 253 Millionen Dollar (ca. 185 Millionen Euro) abführen, nachdem es einen Rechtsstreit um Patentabmachungen für die 2G-Telefone verloren hatte.

P.S: Leider muß man nur allzuoft festellen, daß gerade die Geflissentlichsten in der Geldwelt, die allesamt über so viel IQ verfügen, um zu wissen, daß man als abgebrühter Karrierist stets und ständig auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein hat, auf ihren Burgen, "Amphitheatern" und "Sunset Boulevards, im Zusammenspiel mit ihren Klienten der untereren Ebenen, von denen sie zuletzt doch auch abhängig sind, oft gerade nur herzlich wenig PQ (Play Quotient) aufweisen, wenn auch ihre vornehmen Adressen noch so wohlklingend sein mögen.

Apropos von wegen der in der Überschrift von mir mit dem Adjektiv "alberich" bezeichneten "Schmelztiegel-Kraftmeier" von Übersee, um welche Charaktergrössen es in diesem Artikel hier schließlich geht: Eigentlich hieß ja der gute alte Seefahrer Vespucci, nach dessen Vornamen der Neue Kontinent damals benannt wurde, gar nicht mal "Amerigo", sondern vielmehr "Alberigo", zu gut deutsch also Alberich. Daß dennoch zum Schluß ein Amerika daraus wurde, ist lediglich einem (vorsätzlichen?) Handkopierfehler auf einem Schriftstück des deutschen Karto- und Geographen des 16. Jahrhunderts namens Waldseemüller zu verdanken....

Durch Geschicklichkeits- und Glücksspiele, und nicht dadurch, wer mehr Geld hat, entscheidet sich in einer Welt ohne Geld, an wen besonders wertvolle Produkte fallen

Bidster-Auktionen eine neuartige Erscheinung für den Besteuerer

Den Behörden fällt es schwer, angesichts neuer Dienstleistungen im Netz auf der Höhe der Zeit zu bleiben

(ein Bericht aus der Vorderseite der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 25.11.2007, übersetzt aus dem Finnischen [der Artikel wurde am Erscheinungstag innerhalb von ein paar Stunden aus der Zeitung aus mir nicht bekannten Gründen wieder entfernt])

Die Überwachung von im Internet ins Erscheinungsbild tretenden neuen käuflichen Diensten bereitet den Behörden Schwierigkeiten. Zum Beispiel wird im Ausschuß des Innenministeriums für Glücksspiele die Gesetzeslage zu den Bidster-On-line-Auktionen untersucht. Eigenen Angaben zufolge verfügt das im Frühjahr in Finnland an Land gegangene Bidster bereits über tausende finnische Benutzer.

Der Netz-Dienst, der Versteigerungen zum niedrigsten Preis ausübt, verblüfft aber eben auch das Finanzamt. Ende Oktober steigerte ein Student aus Helsinki einen neuen Porsche für 71,67 Euro ein. Der Wert des Autos beträgt 71'500 Euro.

- Wir haben es hier mit einer neuartigen Erscheinung zu tun, die es nicht gegeben hatte, als die gegenwärtigen Steuergesetze eingesetzt wurden, sagt die Erste Überwacherin der staatlichen Finanzverwaltung Finnlands Merja Hartikka-Simula.

Der Ausschuß des Innenministeriums für Glücksspiele interpretiert die Sachlage so, als daß Bidster die Gesetze zu den Glücksspielen bricht. Um dahin zu kommen, ein Produkt zu erstehen, muß der Auktionsteilnehmer auf das niedrigste einzelne Preisangebot vorgestoßen sein.

- Es handelt sich dabei zunächst um ein Glücksspiel, denn der Erstehen eines Gegenwerts gegen Geld basiert wenigstens zu einem Teil auf einen Zufall, wie es Oberaufseher Sari Peltopakka sieht.

Der Glücksspiele-Ausschuß bereitet im Fall Bidster eine Untersuchungspetition für die Polizei vor. Auch wie sich die Finanzbehörden verhalten werden, hängt davon ab, ob die Dienstleistung als Glücksspiel ausgelegt werden wird. Einnahmen aus Glücksspielen sind auf dem Gebiet der ETA für den Empfänger steuerfrei, wenn ein Glücksspiel gemäß der örtlichen Gesetzesverordnung vonstatten gegangen ist.

Falls es sich um kein Glücksspiel handelt, wird eine Steuer fällig, wenn ein zu einem Spottpreis erstandenes Produkt weiterverkauft wird.

Laut Peltopakka erfahren die Behörden von neuen Dienstleistungen im Netz im allgemeinen erst durch eine Kontaktaufnahme von Bürgern. Der Eingriff bei Mißständen verhält sich oft schwierig, da das Unternehmen, das die Seiten im Netz unterhält, in vielen Fällen im Ausland registriert ist.

Bidster streitet die Glücksspiel-Behauptungen ab. Der Geschäftsführende Felix Liebermann sagt, ein erfolgreiches Zum-Zug-Kommen bei den Auktionen erfordere mehr Geschick als Glück.

2
Jan
2008

Durch Besinnung auf ein weiser durchdachtes gesellschaftliches Verhalten kann jeder einzelne sich schon jetzt einmal auf das allfällige Herbeiführen einer von aller Geldwirtschaft befreiten Zeit durch zukünftige, klügere Geschlechter einstimmen

Wer fällt, steht wieder auf; deswegen nimmt im Wallen
sich doch kein Kluger vor, um aufzustehn, zu fallen.

Nimm die Gelegenheit vorn bei dem kurzen Haar,
sonst bietet hint' sie dir den kahlen Nacken dar.

Sei fleißig Tag und Nacht, und sammle Gut ins Haus!
In vielen Stunden kommt's, und geht in einer aus.

Der Krüger selber trinkt aus einem alten Krug;
denn jeden neuen, den er macht, verkauft er klug.


(Anm..: in einer geldlosen Zeit bedeutet 'verkaufen' einfach schlichtweg 'unter die Leute bringen')

Mit unverdientem Lob kannst du vielleicht beschämen,
wen du nicht konntest mit verdientem Tadel zähmen.

Am schwersten immer wird sich in der Irre fassen,
wer selbst den rechten Weg mutwillig hat verlassen.

Lern von der Erde, die du bauest, die Geduld:
Der Pflug zerreißt ihr Herz, und sie vergilt's mit Huld.

Die Rach' ist eine Lust, die währt wohl einen Tag,
die Großmut ein Gefühl, das ewig freu'n dich mag.

Bescheidenheit, ein Schmuck des Manns, steht jedem fein,
doch doppelt jenem, der Grund hätte, stolz zu sein.

Ein unbefangner Sinn benutzt die fremde Spur,
den selbstbefangenen verwirrt die eigne nur.

Was hilft es, daß du dir die fremden Weg' einprägtest?
Du gehst sie doch nie mehr, wenn du zurück sie legtest.

Nicht nur erkennen, wie gering du bist, mußt du;
du mußt zufrieden auch und freudig sein dazu.

Andernorts wuchs die Kunst, vom Sinn des Volks gefordert,
die wachsen soll bei uns, vom Herrscherwort beordert.

Blick' in die Welt hinaus, und sieh, viel andre Räder
erhalten sie im Gang, als deine Schreibefeder.

27
Dez
2007

Als Herr über das Leben, zumindest über die Bedingungen des eigenen, ist es dem Menschen freigestellt, anzunehmen, was ihm gefällt oder als Vorteil erscheint, oder abzulehnen, was er nicht mag oder was er überwinden will - und wenn's, wie im privaten Bereich, der eigene Name oder, im großen Rahmen, gar das Geld ist, das es abzuschaffen gilt

Schweden ändern ihren Familiennamen immer eifriger

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 26.12.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Stockholm
STT


Johanssons und Svenssons aus Schweden machen sich immer fleißiger daran, ihren als zu gemeinplätzig empfundenen Namen durch einen ausgefalleneren, stattlicher klingenden zu ersetzen. Die Behörden haben unter anderen als neuen Familiennamen Draköga (Drachenauge) und Drömskog (Traumwald) akzeptiert, berichtet das Nachrichtenbüro TT.

Schwedens Patent- und Registrationsamt PRV hat dieses Jahr nahezu 7'400 Gesuche für Namensänderungen erhalten. In den meisten der Fälle wollen die Menschen ihren Familiennamen ändern. Die Anzahl der Namensänderer ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

Am gewöhnlichsten kommt es vor, daß in einem Namen, der auf -sson endet, die zwei S durch ein Z ersetzt werden. So wird aus einem Svensson ein Svenzon. Jan Ekengren vom PRV berichtet, daß nicht alle mit dem ganz gewöhnlichen zufrieden sind. Dieses Jahr sind als Neuheiten neben Drakög und Drömskog als Nachnamen zum Beispiel Borste (Bürste), Gåsull (Ganswolle) und Måntroll (Mondelfe) hinzugekommen.

Gemäß dem Gesetz von Schweden darf der neue Namen keinen Anstoß erregen, noch gegen den allgemeinen Sprachgebrauch verstoßen oder ein geschützter Name sein.. Das Gesetz wird jedoch heutzutage freizügiger ausgelegt als früher, sagt die Sachverständige für Namensangelegenheiten der PRV Eva Brylla. Laut deren Aussage werde heutzutage zum Beispiel geduldet, daß ein Name ins Englische übertragen wird. So, daß aus dem Namen Strandman ein Beachman wird.

Als Vornamen sind in Schweden zum Beispiel James Bond, Tarzan und Metallica akzeptiert.

23
Dez
2007

Das Internet könnte es den Menschen so viel leichter machen, übers Geld hinwegzukommen

Meine Weihnachtspost von 2007 an einen Dichterkollegen

Hallo guter Freund,

Deine freundlichen Zeilen waren wirklich Baldrianstropfen auf meine gestresste Seele, die für jemanden, wie mich, in einer etwas getrübten Lage, einen sehr menschlichen, da positiv erfrischenden Aufruf beinhalteten, zu einer allgemein aufgelockerten Sichtweise hin im Leben, eine welche es natürlich schon schön wäre, sich gerade auch dann zu bewahren, wenn einem einmal die Stunde ein 'ausfallendes oder sonstwie hart zupackendes Los' geschlagen hat: genial und einfach cool ebenso der Vorschlag von Dir, eine mit entleerten Räumen einhergehende materielle Befreiung als einen sich anbietenden Freiraum zur Überdenkung der Dinge aufzufassen!
Insoweit, Bastian, sei's getrost, denke ich schon, Dich richtig verstanden zu haben.

Eher auch ein Dankeschön Dir dafür, wenn Du Dich nicht in meine Lage hineinversetzen konntest. Diese soll ja schließlich, da sich eben nun mal ein einzigartiger Verlust, sowie er vollzogen ist, meist nicht mehr durch Ersatz genau des gleichen, was es einmal gewesen war, beheben läßt, so schnell wie möglich überwunden werden, durch etwas Neues, wie Du wohl sehr richtig bemerkst.

Und so hat Deine aufmunternde Email denn auch genau zum richtigen Zeitpunkt hier bei mir eingeschlagen, und das seine dazu getan, mich zu einem lange nicht mehr in solcher Weise erlebten Anflug von gestalterischer Schaffenskraft zu beflügeln: es hat sich noch im Verlaufe des gleichen Tages, nachdem ich mir Deine erfreuliche Morgenpost zuführen konnte, wie zur Bestätigung der gut gemeinten Worte darin, so ergeben, daß ich, mehr oder weniger durch Zufallstreffer von mir, von einem russischen Wap-Dienste-Anbieter gar über fünfzig, allesamt sehr schön aufgemachte, darunter auch etwas längere Musikstücke recht verschiedener Art und Klangweisen, einige Hits ebenso wie Evergreens und Polka-Stücke, auf mein Handy herabladen konnte, um wenigstens auf diese Weise so wieder etwas mehr Musik ins Leben zu schaffen, nachdem auch mein Verstärker und die beiden großen Boxen von einst, sowie alle meine guten CDs abhanden gekommen sind.

Eine weitere große Sache, an die ich mich anschließend auch noch gleich machte, und ich hoffe jetzt schwer, ich werde dabei recht behalten: es ist mir gelungen, es hinzukriegen, mit einem mysteriösen Virusbefall, worunter mein eines, neuerlich in einem Leihhaus erstandenes Handy, samt seiner SIM, aus nicht genau erklärbarer Ursache, über 4 Wochen hinweg mit beharrlicher, und, falls kurzzeitig behoben, immer wiederkehrender Verweigerung von sämtlichem Web- oder Wap-"Contents Retrieval" am Handy-Monitor, durch stets vorgeschobenes "connection time-out", zu leiden hatte, fertig zu werden, was selbst unser Service-Anbieter-Center in Manila trotz meiner Dutzend von Reklamationen, nicht an der eigentlichen Wurzel der Handy-Krankheit zurechtbiegen konnte (während mein noch verbliebenes altes Handy zwischendrin alleweil 'Hang-ups' hat, die man aber, durch stetes 'cancel call barring' und 'cancel call divert', die eigentlich gar nicht aktiviert sind, für eine Connection lang, manchmal auch für zwei oder drei, wenigstens jedesmal ziemlich sicher los wird):

War es ein endlos ins Leere laufender, meine Nummer jedoch fest im Griff haltender Wap-Command von einst vor kurzem, den ich um den fraglichen Zeitpunkt herum, als es mit der ganzen GPRS-Misere begann, von der Lizenz- und Promo-Page einer neuerdings erworbenen Applikation fürs Handy, dem extended recorder von Psiloc, auf den Weg geschickt hatte, und, der, da der in der Applikation angebotene Direkt-Kontakt, mit der Zielvorgabe, Punkte für den Gratis-Erhalt eines weiteren Handy-Tools von Psiloc durch das Weiterreichen eines ihrer Produkte zu sammeln, womit ich eigentlich, ohne irgendwelche Absichten, nur gespielt hatte, irgendwie scheinbar nicht griff, unvollendet abgebrochen belassen werden musste?

Oder war es meine Email an den einen der Überväter des Internets, an Vint G. Cerf nämlich, die ich ebenso um den fraglichen Zeitpunkt herum verschickt hatte mit einer durch die wenigen und freundlich vorgetragenen Bemerkungen hindurch untergrundig mitschwingenden Feststellung, daß das Internet wohl als solches keine schlechte Sache sei, die die Kommunikationsmöglichkeiten der ganzen Menschheit entschieden revolutioniert hat, daß aber damit eigentlich längst noch nicht mal ein Bruchstück gewonnen sei von einem echt 'realen' Verdienst an der ganzen Menschheit, von einem solchen echt genialen, bis auf weiteres noch ausgeblieben, der das Leben als solches aller Menschen auf der Welt auf eine tatsächlich höhere Qualitätsstufe anhebte, und weiter schrieb ich, daß ebendies nichts anderes wäre als die Abschaffung des Geldes, und die Befreiung der Menschen von der Versklavung durch die Geldwirtschaft - durch das Einsetzen eines neuen, panvoluntaristischen Systems, wo jeder gemäß seinen Fähigkeiten und Interessen jedem anderen bei den Arbeiten für ein reibungsloses Ablaufen der Gesellschaft hilft, in der die Verteilung der Luxusguter statt für die Reichen zugunsten der Flinkesten und Hellsten unter den coolen, glücklichen Gewinnern unterhaltsamer Verlosungen ausfällt, was wir ja bereits heute in Form von den vielen preise-motivierten Unterhaltungsshows der Medien her kennen, nur eben dann in einem nach viel größeren Rahmen, und die alle Menschen mit allen lebenswichtigen Sachen aus den nächstgelegenen Versorgungsnischen versieht. Vinton Cerf aus dem U.S.-Staat Montana, sitzt mittlerweile mit seinem Ratgeber- und Machtwort bei Google ein, gehört somit der großen Geldwelt an, denkbar eher also als einer vom 'feindlichen Lager'. Für einen so hochspezialisierten Technologie-Entwickler wie für den Austüftler von einem so komplex komplizierten funktionellen System wie dem Internet selbst, dürfte es wohl ein Klacks sein, sollte unser Menschenfreund wider Erwarten ein eher bitterer und humorloser Krieger sein, einer unliebsamen Handy-IP-Adresse einen permanenten Stolperstein einzubauen, um so vermeintliche weitere Störungen von vornherein auszuschließen (was natürlich von meiner Seite aus Unsinn gewesen wäre, und auch ohne irgendein Dazutun nicht zu befürchten ist; mein Anliegen war ja mit dem einen Schreiben bereits voll zum Ausdruck gebracht, und geantwortet wurde nicht). Ich finde allerdings letztere Vorstellung, daß die amerikanischen Netzwelt-Magnaten eine Hand da drin hätten haben können, selber als leicht absurd, wiewohl nicht ganz von der Hand zu weisen.

Oder ist gar auch in dieser Geschichte einmal mehr diese tragikomische Figur von meinem Nachbarn, einem bekannten Chirurgen in der Stadt, als der Verursacher dieser jüngst erfahrenen Handy-GPRS-Epilepsis, auszumachen, wieder einmal so ganz indirekt er nur verwickelt, so ganz diskret, wie es sich für einen Doktor von gutem Ruf auch gehört, gleich so wie auch bei der unbeabsichigten, aber dafür umso gründlicheren Hausausräumung vor kurzem, als ich dieser vermeintlichen Vertrauensperson, da kurzzeitig in Haft geraten, mit der Bitte, im Haus ein bißchen für Ordnung zu sorgen, meine Hausschlüssel ausgehändigt hatte:

Seit der Nacht, als ich kürzlich auf des Doktors Kosten in der Vollendungsphase der angelaufenen Drecksarbeiten in meinem Haus in einem von dessen in mittlerer Nähe meines Hauses gelegenen Apartments ausquartiert war, und eines Nachmittags, als ich dorthin nach hause kam, seltsamerweise gerade nur in meinem Apartment der Strom abgeschnitten war, und selbst bis in die Nacht hinein immer noch nichts gemacht worden war und es kein Licht gab, obwohl ich mich mehrmals gemeldet hatte, aber nichts dagegen unternommen wurde, und ich dann mit einem Handy-Ladegerät in ein Internet-Café mich begab, um dort Zeit zu verbringen, und an einer Steckdose vor den dort befindlichen Computern meine Handybatterie wieder auf Vordermann zu bringen, hat mein Web- und Wap-Zugang am Handy zu streiken begonnen - und zwar gewaltig, sonst würde ich so eine lange Geschichte da draus nicht machen.
Hatten sich Computer-Commands übers Ladegerät auf meiner Nummer dabei festgefressen?

Die Geschichte ist ja jetzt, seit gestern, Gott sei's gedankt, zeitgleich mit Deiner Email auch, wie ich hoffe, zu einem glücklichen Ende gekommen:

Nachdem ich wochenlang immer wieder mittels des System- und File-Explorer-Tools, eine meiner wenigen zusätzlichen nützlichen Software-Zugaben fürs Gerät, wie ein begabter, aber ungelernter Automechaniker, der in der Grube von unten her sich immer wieder an die Eingeweide eines kaputten Wagens macht, mein Handy eine ganze Zeit schon diversen, durchaus erfolgreichen Schocktherapien ausgesetzt habe, aber erst als ich das System vorsätzlich einer Bypass-Operation unterzog, fast in Manier meines guten, berühmten Nachbarn, des Chirurgen, wenn auch, anders als er, nur auf experimentell erworbene Erfahrungswerte gestützt, und ich das normale GPRS-Setting im Phone auf die von Indonesien ausrichtete, was ja nicht durchgehen kann, und ich dann aber, ohne vorher aufs eigene Signal wieder umgestellt zu haben, vom Doris-Browser, meinem extra-Web-Tool im Handy, der leider nicht angewendet werden kann, wenn Bilder herunterzuladen sind, mit dem anderen Web-Setting meines Service-Betreibers, deren Internet-Setting, den Kontakt zum Netz hergestellt hatte, welcher dann plötzlich auch wieder möglich war, schien der ganze Fluch endgültig gebrochen zu sein. Ich habe jedoch das System seither noch nicht ausreichend testen können, um zu wissen, ob das Problem nun endgültig aus der Welt geschafft ist, habe aber nun ein begründetes Gefühl, daß dem doch so ist:
ich konnte nämlich gestern abend, als nach der Beendigung oben erwähnter kreativer Beschäftigungen mit dem Handy, ich das Haus verliess - mein Doktor-Nachbar gab eben im Gartenanwesen, welches auch ihm gehört, neben dem von meinem Haus, eben seine große Weihnachtsparty für all seine Angestellten, gut beschallt mit beschwingter Musik wie auf einer Sommernachtsparty, zu der ich nicht geladen war - und ich dann, im Notizblock meines Handy nach einer gewissen Web-Adresse schauen wollte, zu der ich nach dem Abendessen in einem Internet-Café gehen wollte, die Bemerkung machte, daß eine gewisse längliche Notiz partout nicht öffnen wollte. Es hieß immer nur System Error. Das war mir beim Nötice Pad davor noch nie passiert, und sollte wohl auch nicht passieren. Als ich in die anderen dort gespeicherten Notizen schaute, öffneten auch bald mehrere weitere nicht mehr, bis dann bald der ganze Notizblock nicht mehr zu öffnen, und eine einzige Error-Anzeige war.
Ich konnte wiederum nur mit dem SystemExplorer zuletzt die Notepad-Data streichen, so daß ich jetzt einen frisch entleerten, unbeschriebenen Block im Phone habe. Aber, was war da eigentlich passiert? Ich fasse es als Bestätigung dafür auf, daß meine Handy-Therapie nun letztendlich angeschlagen hat und die üble Viruszelle verjagt ist. Erst vor kurzem nämlich hatte ich einen längeren Artikel - einen Bericht über die Wirren zur Zeit der Pest im Venedig zur Mitte des 17. Jahrhunderts - , als die Verbindung gerade wieder einmal klappte, uber eine txtwml-Version der Webseite direkt in den Notizblock herübergeladen. Dieser Text war also gewissermaßen noch von jenem angeschlagenen Fingerprint, der dem verseuchten alten Setup meiner Handy-Nummer anhing, noch besudelt, und der jetzt, nachdem ich ein neues Setting fürs GPRS eingesetzt habe, als solches vom mittlerweile wieder heilen System erkannt, und deshalb direkt abgelehnt und als System Error ausgegeben wurde.

Auch im damals schwer gerüttelten Venedig wurde zum Schluß alle Not überstanden - unglaublich, welche Kräfte Menschen in Notlagen imstande sind, aufzubringen.

Verbleibe nun nach diesen Ausführungen mit den besten Wünschen für die Festtage fürs Neue Jahr, und mit der kleinen Hoffnung, daß ich mit meinen Analysen - und auch mit meinen sonstigen Ideen, die mich bewegen - im großen und ganzen richtig liege, und wünsche Dir, guter Freund, und den Deinen

Frohe Weihnachten und ein Glückliches Neues Jahr

Erhard Lang
Mindanao

16
Dez
2007

Wenn nicht bis dahin, daß die auf Geld fußende Marktwirtschaft überhaupt nicht mehr funktioniert, immer noch nicht das verflixte Geld als solches ersatzlos gestrichen sein würde, könnte es schnell mal aus sein mit diesen schnaddrigen Zeiten von Heute, und es könnten sich dann durchaus solch verheerende Zustände einstellen, die einen wieder an die mörderisch wütenden Jahre schrecklicher mittelalterlicher Pest-Epidemien gemahnten

PEST IN VENEDIG

Das große Sterben

Keine europäische Metropole des frühen 17. Jahrhunderts war besser auf die Pest vorbereitet als Venedig: strikte Hygienevorschriften, eine Gesundheitsbehörde, die ankommende Schiffe kontrolliert, die erste Quarantänestation der Welt. Und doch kam es zur Katastrophe.

Das Venedig der Patrizier ist im frühen 17. Jahrhundert eine Stadt des Wohlstands und des grandios in Szene gesetzten Reichtums. Gleich neben den prächtigen Palästen der nobili aber liegt ein anderes Venedig.

Der Schwarze Tod erschütterte die Stadt Venedig immer wieder.
Es ist das Venedig der Arbeiter und der Armen. Der Weber und der Wachszieher, der Färber, Flößer, Seifensieder und Kanalreiniger, der Tagelöhner und der Bettler. Ein Venedig übervölkerter Mietshäuser. Und es ist das Venedig des Hafens, der Seeleute und der Pilger. Weil die Stadt das Tor zum Orient und nach Afrika ist.

Ein buntes Gewirr von Völkern und Sprachen beherrscht Plätze und Gassen. Man sieht türkische Muslime mit Turban und Juden mit Schläfenlocken, arabische Kaufleute, schwarzafrikanische Gondolieri. Hier betreten Händler und Reisende aus aller Welt erstmals europäischen Boden. Auch Söldner aus ganz Europa. Denn in Oberitalien herrscht Krieg um Mantua. Und die Pest.

Wieder einmal.

Am 8. Juni 1630 kommt ein Diplomat des Herzogs von Mantua mit seinem Gefolge nach Venedig. Und mit ihm die Pest. Schon oft ist die Stadt von der Seuche erschüttert worden. Allein zwischen 1348 und 1575 wurde sie mehr als 20-mal heimgesucht. Meist kommt die Epidemie mit den großen Handelsschiffen nach Venedig. Eingeschleppt von Rattenflöhen, die den Erreger in sich tragen. Stirbt die Ratte an der Seuche, springen die Flöhe auf einen anderen Wirt. Auch auf Menschen.

Ratten sind in Venedig allgegenwärtig. Sie krabbeln vor der Kirche Santo Stefano, auf der Piazza San Marco und bei den Läden an der Rialtobrücke. Bei den Armeniern in der Calle degli Armeni, bei den Griechen um San Giorgio dei Greci und bei den Juden im Ghetto. Bei den Albanern am Campo San Maurizio, im Kaufhof der Deutschen und am Fondaco dei Turchi, dem Handelssitz der Türken.

Venedig ist der Schnittpunkt von Okzident und Orient. Die Handelsmetropole gewährt Fremden mehr Freiheiten als andere Städte. Und sie gestattet ihnen, eigene Kirchen zu errichten.

Eine der größten ausländischen Gemeinden ist die der Griechen. Schon vor der Jahrtausendwende lebten Hellenen in Venedig. Seit der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 zählt ihre Gemeinschaft mehr als 10.000 Mitglieder. 1514 erhalten sie die Genehmigung für den Bau ihrer orthodoxen Kirche: San Giorgio dei Greci.

Auch Armenier wohnen seit langem in Venedig. Ihre Kirche Santa Croce weihen sie im Jahr 1496. Früh, seit 1228, verfügen auch deutsche Händler und Handwerker über einen Handelsstützpunkt in der Stadt, gleich neben der Rialtobrücke.

So herrscht in Venedig ein beständiges Kommen und Gehen. Und wenn es in Europa eine Pforte für die Seuchen der Welt gibt, dann ist es meist die Hafenstadt in der Lagune mit ihren Schwärmen von Schiffen und dem Heer der Händler und Reisenden.

In den Gassen der Armen, wo sich Schmutz und Unrat sammeln, werden die Ratten mitunter zur Plage. Etwa am Rio Marin im Stadtteil Santa Croce, nahe dem westlichen Ende des Canal Grande. In dem dicht bebauten Viertel drängen sich einfache Handwerker, Hilfsarbeiter, Fischer und die Angehörigen der niedrigsten Berufe. Totengräber, Abfallsammler, Huren, Kastrierer, Brunnenreiniger, Bettler. Schäbige Mietshäuser und Spelunken prägen das Bild.

Die Wohnungen sind häufig dunkel und feucht. Schimmel überzieht die Wände. Manchmal sind die Treppenhäuser so eng, dass ein in den oberen Stockwerken Verstorbener nicht auf der Bahre ins Freie gebracht werden kann, sondern nur auf dem Rücken eines Trägers.

Der Hausrat der Menschen ist bescheiden. Sie besitzen in der Regel Bett, Sitzbank und casse – Truhen aus Holz, die gelegentlich rot oder grün bemalt sind. Den billigsten der Farben. In den Truhen lagert die Kleidung. Teure Möbel wie Stühle und Schränke sind in den Häusern am westlichen Ende des Canal Grande dagegen selten.

Zu Ostern verschenken die Menschen würziges Fladenbrot aus Hefeteig. Zu Weihnachten süßen Mandelkuchen und in Senfsirup eingelegte Früchte. Zu Sankt Martin essen sie Maronen und Quittenbrot, im Karneval in Fett gebratenes Gebäck. Andere Speisen – Fasane, Pfauen und Rebhühner etwa oder Süßwasserfische – sind der Tafel des Dogen vorbehalten.

Aber solche Delikatessen sind in den Mietskasernen am Rio Marin ohnehin nicht zu finden. Dort nehmen die Venezianer Gnocchi aus Mehl zu sich sowie Brot, Sardellen, Makrelen und Brassen. Dazu trinken sie Wasser aus den öffentlichen Zisternen und einfache Weine.

Viele Handwerker arbeiten daheim. So die Schneider und Seidenspinner mit ihren Scheren, Spinnrädern, Schneidertischen, Ballen von Stoff oder Werg. Und in jedem der Häuser sammeln sich Ratten.

Sie tummeln sich am Rialto, wo man die Geldgeschäfte abwickelt und Schiffsladungen löscht und lagert. Wo ein gewaltiger Kornspeicher steht und die öffentliche Waage und es Mehl, Getreide und Wein in Tavernen gibt, Märkte mit Fisch und Fleisch sowie Tausende von Huren, die in Hauseingängen auf Kunden warten.

Auch auf dem Mittwochsmarkt am Campo San Polo und auf dem großen Samstagsmarkt auf der Piazza San Marco mit seinen Ständen für Obst, Gemüse, Kräuter und Geflügel krabbeln Ratten. Ebenso auf dem weitläufigen Gelände des Arsenal, der größten Schiffswerft Europas. Und auf Murano, der Glasbläser-Insel, wo Spezialisten das hoch begehrte venezianische Glas fertigen. Pokale, Kelche, Vasen sowie Spiegel und Fensterglas.

Meist klagen als Erste die Obdachlosen über geschwollene Drüsen in der Leiste und unter den Achseln. Über Fieber und über Schmerzen im Kopf und in den Gliedern. Dann breiten sich dunkle Flecken an ihren Hüften aus.

Der Schwarze Tod.

Seit der großen Pestkatastrophe zwischen 1347 und 1353 hat die Plage Europa mehrfach in Wellen überfallen. Damals raffte die Seuche ein Drittel der Bevölkerung des Kontinents dahin. "Es starben so viele Menschen", berichtet der Chronist Agnolo di Tura aus Siena, "dass sie, selbst gegen Entgelt, keiner mehr begraben wollte. Man bedeckte den Toten mit etwas Erde, damit die Hunde ihn nicht fraßen."

Einfallstore der Pest sind vor allem die großen Hafenstädte wie Genua und Venedig, die mit der ganzen Welt Handel treiben und über die schon mehrfach Seuchen eingeschleppt worden sind.

Zehntausende von Venezianern sterben 1348 an der Epidemie.

Zunächst grassiert sie unter Bettlern und Obdachlosen. Als man bemerkt, dass im Hafen immer mehr Fremde mit Pestsymptomen an Land gehen, befiehlt der Senat, "anzuschlagen, dass von den Gebieten außerhalb Venedigs kein Kranker mehr einreisen darf. Und zwar unter Androhung der Galeerenstrafe und Verbrennung des betreffenden Schiffes."

Im Jahr 1423 lässt der Magistrat von Venedig erstmals ein Pestkrankenhaus errichten. Das Lazzaretto Vecchio liegt auf einer Insel südlich der Stadt, unmittelbar vor dem Lido. Doch hier wird niemand geheilt – denn eine wirksame Arznei gegen die Seuche gibt es nicht. Die Gräber der Pestopfer säumen das Krankenhaus.

1468 wird auf einer zweiten Lazarettinsel, drei Kilometer nordöstlich von Venedig, das Lazzaretto Nuovo gegründet und in den Jahren darauf zur ersten Quarantänestation der Welt ausgebaut. Eine revolutionäre Neuerung.

Dort lässt der Senat nicht die bereits an der Seuche erkrankten Patienten unterbringen, sondern all jene, bei denen der Verdacht auf Pest besteht. Sowie die überlebenden Kranken des Lazzaretto Vecchio, die zur Sicherheit noch einmal in Quarantäne müssen. Ebenso werden Schiffe, die man für verseucht hält, auf der neuen Lazarettinsel entladen und ihre Waren dort zwischengelagert.

1490 gründet der Senat die Magistratura della Sanità, die Gesundheitsbehörde. Ihre Angestellten sind ein Notar und ein Schreiber, ein capitano mit sechs Gehilfen, ein Schiffsaufseher, ein Herold zur Verkündung der Dekrete, drei Leichenträger, ein Kaplan und ein Wächter am Lido. Der kontrolliert anhand einer täglich aktualisierten Liste der Seuchengebiete die Reisenden und die Ladung der einlaufenden Schiffe.

Erreicht eine Galeere mit Pestkranken die Stadt, bringt man die Siechen mit all ihrer Habe ins Lazzaretto Vecchio. Die scheinbar noch Gesunden werden nackt ausgezogen, mit Essig gewaschen und mit neuen Kleidern versehen. Dann schickt man sie für 40 Tage ins Lazzaretto Nuovo. In Quarantäne.

Umsetzen lassen sich die Anordnungen der Magistratura in der offenen Hafenstadt allerdings nur schwer – es gibt keine Stadttore, die sich einfach versperren ließen. Mit einem Boot ist Venedig von allen Seiten leicht zu erreichen. Ohne Kontrolle. Zudem ist die Zahl der städtischen Büttel gering, und ein Fremder kann leicht untertauchen im Labyrinth und Völkergewirr der Stadt.

Deshalb verpflichtet der Senat die Priester, stets der Gesundheitsbehörde zu melden, in welchem Haus sie die Letzte Ölung erteilt haben. Vor den Behörden lässt sich ein Todesfall verbergen – vor einem Geistlichen kaum. Dennoch sucht die Seuche die Stadt immer wieder heim. Wie im Sommer des Jahres 1630.

Dafür aber gibt es kaum einen schlechteren Zeitpunkt. Denn die Venezianer haben soeben eine schwere militärische Niederlage erlitten.

Im April 1630 hat Venedig ein Heer von 14.000 Soldaten bereitgestellt. Der Senat will im Streit um die Erbfolge im Herzogtum Mantua eingreifen. Gegen den römisch-deutschen Kaiser Ferdinand und die mit ihm verbündeten Spanier, die traditionellen Feinde der Republik.

Am 29. Mai stehen Venedigs Soldaten vor Mantua. Dort werden sie vernichtend geschlagen. Die Söldner des Kaisers reiben das Heer des Dogen fast vollständig auf. Durch das Desaster verliert Venedig den Großteil seiner Truppen. Ein schwerer Schlag. Er schwächt die Stadt in der Lagune zusätzlich, denn auch als Handelsplatz ist die Serenissima bereits im Niedergang.

Seit Jahrhunderten schlagen die Kaufleute von Venedig Eisen, Hölzer, Glas, Wolle, Schiffsvorräte und Sklaven gegen Spezereien, Seidenstoffe und Elfenbein um. Hier sind mit den Gewürzen und Luxuswaren des Orients Vermögen gemacht worden, die zu den gewaltigsten in Europa zählen. Die Stadt ist die Zentrale des Seehandels, das merkantile Herz Europas.

Doch dieses übermächtige Venedig verschwindet im Lauf des 16. Jahrhunderts – Jahr für Jahr ein wenig mehr.

Gründe dafür gibt es viele. Politische wie das Erstarken des Osmanischen Reiches. Oder technische wie die rasante Entwicklung des holländischen und britischen Schiffbaus.

Als die gefährlichste Bedrohung für Venedig aber erweisen sich die spanischen und portugiesischen Entdeckungen am Ende des 15. Jahrhunderts: die Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Kolumbus und des Seewegs nach Indien durch Vasco das Gama.

Mit einem Mal ist die Welt größer geworden. In dieser Welt liegt Venedig nicht mehr im Zentrum, sondern ist buchstäblich an den Rand gerückt.

Und nun auch noch die Pest.

Als im Juni 1630 die Seuche in die Stadt kommt, kennt man die Zeichen genau: Beulen, schwarze Haut. Dennoch scheuen sich die Verantwortlichen im Senat und im Rat der Zehn, die Krankheit gleich beim Namen zu nennen.

Weil die Pest eine Macht ist, die Venedig praktisch in den Belagerungszustand versetzt. Denn sie versperrt die Transportwege, zwingt ihre Flotte unter Quarantäne und bringt die Versorgung zum Erliegen. So stirbt durch die Seuche auch der Handel, von dem die Stadt lebt.

Deshalb zögert der Senat zunächst. Und ein wenig hofft man wohl auch, dass es sich nur um einen kleinen Ausbruch handeln möge. Denn die Folgen, würde die Pest offiziell bestätigt, wären nicht nur der Zusammenbruch von Handel und Wirtschaft, sondern auch Panik und Massenflucht.

Am 22. Juni 1630 ergeht dann doch ein Senatsdekret, das erste Fälle der Seuche erwähnt. Der Schwarze Tod lässt sich wohl nicht länger leugnen.

Schon sind einige Venezianer der Pest erlegen. Gerüchte schwirren durch die Stadt. Über den Zorn Gottes. Und manch reicher Venezianer macht sich bereits davon, um sich im Hinterland der Lagune zu verstecken. Bis zum Hochsommer fliehen mehr als 24.000 Menschen aus der Stadt.

In dem Dekret vom 22. Juni findet sich allerdings keine sanitäre Vorschrift. Es ist nur von religiösen Mitteln gegen die Pest die Rede.

Der Senat will Gott gewissermaßen einen Handel anbieten: Verminderung der Sünden gegen Befreiung von der Seuche. "Gott", so glaubt man, "ist es gewohnt, uns die Geißel seines Zorns zu zeigen. Und uns dadurch an das Gute zu gemahnen."

Die Pest als göttlicher Aufruf zur moralischen Umkehr.

Daher soll eine Art Sittenpolizei geschaffen werden. Um alle Blasphemie, allzu freizügige Lebensart, Glücksspiel, Völlerei, prahlerischen Aufwand bei Geschmeide und Zuchtlosigkeit bei der Kleidung zu unterbinden. Denn viele Frauen tragen raffinierte Gewänder, die ihre Reize hervorheben.

So will die Stadt den Zorn Gottes besänftigen. Bevor es zur großen Epidemie kommt. Außerdem sollen besondere Orte von Bettlern "gereinigt" werden. Der Bezirk um San Marco, wo der Doge residiert. Der um die Kirche des Pestheiligen San Rocco, dessen Gebeine in Venedig ruhen. Und um die Kathedrale San Pietro di Castello, die Kirche des Patriarchen, des höchsten venezianischen Geistlichen.

Es sei "skandalös", verkündet der Senat, dass es an diesen Orten so viele Notleidende gebe. Eine Beleidigung Gottes. Die Bettler sollen deshalb auf Magistratskosten versorgt werden. Auch durch diese Geste der Mildtätigkeit will man Gott besänftigen.

Doch dessen Zorn lässt sich offenbar nicht besänftigen. Täglich klagen mehr Venezianer über Entzündungen der Lymphknoten, über Fieber. Die Reichen rufen Ärzte, um sich von ihnen zur Ader zu lassen. Auf diese Weise soll ein vermeintlicher Überschuss von "Hitze und Feuchtigkeit" im Körper reduziert und damit das Infektionsrisiko verringert werden.

Im September legen die provveditori di sanità, die Beamten der Gesundheitsbehörde, eine Seuchenstatistik an. Für die Monate Juli, August und September 1630 listet das Verzeichnis 1216 Tote auf.

Unter ihnen sind auch 13 ebrei – Juden. Etwa 5000 Anhänger des mosaischen Glaubens zählt Venedig: Menschen aus Spanien, aus Deutschland, aus Polen, vom östlichen Mittelmeer. Und seit einem Dekret von 1516 leben sie alle in einem winzigen Bezirk.

"Die Juden", hat der Senat damals angeordnet, "müssen alle gemeinsam in dem Komplex von Häusern wohnen, die sich im Ghetto bei San Girolamo befinden. Damit sie nicht die ganze Nacht umhergehen, seien an jeder Seite des Ghetto Vecchio, wo es eine kleine Brücke gibt, und gleichermaßen an der anderen Seite der Brücke zwei Tore errichtet. Das heißt je eines für die beiden genannten Orte. Jenes Tor muss morgens beim Klang der Marangona-Glocke geöffnet und abends um 24 Uhr durch vier christliche Wachen zugesperrt werden, die dafür von den Juden angestellt und bezahlt werden zu dem Preis, der unserem Kollegium angemessen erscheint."

Ringsum ist der Ort von Mauern und Kanälen umgeben. "Ghetto" heißt er wahrscheinlich, weil es dort ein getto gab: eine Gießerei. Jeder Jude, der nach Mitternacht außerhalb des Ghettos angetroffen wird, muss eine Geldstrafe zahlen. Und kommt im Wiederholungsfall für zwei Monate ins Gefängnis.

Ausgenommen von der Regel sind die jüdischen Ärzte, von denen viele großes Ansehen genießen. Das Verbot für Christen, sich von Juden kurieren zu lassen, ignorieren die wohlhabenden Venezianer.

Das Judenviertel ist übervölkert. Rund um den Campo im Ghetto steigen die Häuser aus Platzmangel bis auf neun Stockwerke an. Einzigartig in Venedig. Die Decken hängen in den jüdischen Häusern niedriger als anderswo in der Stadt. Im Erdgeschoss der Häuser sind oft Textilläden untergebracht, Bäckereien, Buchdruckereien und Pfandleihen, die sich durch die Farbe ihrer Schuldscheine unterscheiden.

Mehr als 1000 Menschen drängeln sich im Ghetto auf jedem Hektar Fläche – viermal so viele wie im Rest Venedigs. So ist es beinahe ein Wunder, dass die Pest hier bis Ende September 1630 nur 13 Opfer fordert.

Im Oktober erkranken immer mehr Menschen. Bis zum Ende des Monats sterben 2121 Venezianer.

Rasant steigen auf den Märkten die Preise für Brot, Öl, Fisch und Fleisch, für Kerzen und für Wein. Denn viele Venezianer legen Vorräte an. Um sich in ihren Häusern einzuschließen und dort wie Gefangene auf das Ende der Seuche zu warten.

Die Kirchen Venedigs sind angefüllt mit Betenden. Unaufhörlich werden Messen gelesen, finden Bittgottesdienste statt. In Trauben sammeln sich die Menschen um die Statuen und Bilder des Pestheiligen San Rocco. Oft wird er als Kranker dargestellt, dem ein Hund Nahrung bringt.

Lange Prozessionen ziehen um die Kirche San Rocco. Damit der Heilige bei Gott Fürbitte einlege für die Menschen von Venedig. Dichtes Gedränge herrscht aber auch vor den Buden der Scharlatane. Ihre Zaubertinkturen, Heilwässer, Gegengifte und magischen Glücksbringer finden reißenden Absatz.

Doktoren treiben einen regen Handel mit wundersamen Pulvern, die angeblich die Kranken heilen und die Gesunden schützen. Zwölf soldi kostet die Dosis für Erwachsene – etwa so viel wie die tägliche Versorgung eines Pestkranken im Lazzaretto Nuovo –, acht Soldi für Zehn- bis 17-Jährige, sechs für Kinder.

Am 22. Oktober 1630 erlässt der Senat ein zweites Pestdekret. In ihm wird die Seuche nicht mehr nur als göttliche Heimsuchung gesehen wie noch im Juni, sondern auch als medizinisches Phänomen. Als übertragbare Krankheit. Die Regierung ordnet weitere Vorschriften zur Bekämpfung der Epidemie an.

Es trifft die Bettler und die Obdachlosen. Weil sie als Brutherde der Pest gelten. Die Arbeitsfähigen unter ihnen werden zum Zwangsdienst auf die Galeeren geschickt, die anderen auf die Lazarettinseln verbannt. Alle Bettler, die nicht aus Venedig stammen, weist der Senat aus.

Außerdem beschließt die Stadt, sauberes Trinkwasser und Öl für die Armen bereitzustellen. Vorräte an Feuerholz anzulegen, Depots für Nahrungsmittel.

Und noch ein zweiter Beschluss des Senats ergeht am 22. Oktober: ein Versprechen an die Muttergottes. Als Dank für die Erlösung von der Pest gelobt der Senat feierlich, der Jungfrau Maria ein Gotteshaus zu errichten. 50.000 Dukaten aus den öffentlichen Kassen werden für die Kirche zur Verfügung gestellt, die "Santa Maria della Salute" heißen soll.

Nach der Theorie der meisten Ärzte verursachen sogenannte Miasmen die Pest. Übler Dunst, der – so die Vorstellung – vor allem bei Wärme aus feuchtem Boden steigt (die wahre Ursache der Krankheit werden Forscher erst Ende des 19. Jahrhunderts entdecken). Und deshalb, glauben die doctores, drohe besonders von Armen und Bettlern eine stete Gefahr. Weil in ihren feuchten und schmutzigen Quartieren der "Pesthauch" wehe.

Die Doctores gehen überdies davon aus, dass auch Verstorbene und jene, die im Sterben liegen, Miasmen in die Luft abgeben und so ihre unmittelbare Umgebung verpesten. Auch dreckiges Wasser, schlechtes Brot, verdorbener Fisch, fauliges Fleisch und Giftkräuter führen vermeintlich zur Pest. Sogar gewisse Konstellationen der Gestirne könnten Ausbruch und Verlauf der Seuche beeinflussen, vermuten einige Mediziner.

Ist die Pest erst einmal in einer Stadt, da sind sich viele Ärzte einig, wird sie auch durch die Gier oder die Dummheit jener ausgesät, die mit Kleidern und Bettzeug von Pesttoten Handel treiben. Oder durch Menschen, die im Bund mit dem Teufel oder als Agenten feindlicher Mächte die Krankheit gezielt verbreiten. Durch "Pestsalben" zum Beispiel, mit denen sie Türklopfer, Klinken, Wände, Kirchenportale bestreichen.

Im November 1630, fünf Monate nach Ausbruch der Seuche, beginnt in Venedig eine neue Zeit. Die Zeit des Massensterbens und der Massengräber.

Fast 500 Leichen, das ist nun der tägliche Pesttribut. Die Seuche hat die ganze Stadt erfasst. Und sie wütet in den Palazzi von San Marco und San Polo beinahe ebenso wie in den Mietshäusern am Rio Marin. Oder in den Sozialwohnungen von Castello und Cannaregio, die von den mehr als 100 scuole für Bedürftige unterhalten werden. Die Scuole (wörtlich "Schulen") sind karitative Bruderschaften. Entfernt mit den Gilden und Zünften des Mittelalters verwandt, gehört es zu ihren Aufgaben, den Mitgliedern in Zeiten der Not beizustehen, etwa wenn sie verarmt sind, krank oder altersschwach.

Die Stadt ist nun weitgehend abgeriegelt vom Festland. Viele Spelunken und Bordelle sowie Werkstätten, Lagerhäuser und Webereien sind geschlossen.

Tausende Venezianer haben keine Arbeit mehr, keinen Verdienst. Das öffentliche Leben, der Handel und die Wirtschaft sind erstarrt. Und sogar die im Volk so beliebten Faustkämpfe, bei denen oft Dutzende von Boxern mit Barett, Gürtel und Schärpe auf den Brücken gegeneinander antreten, sind abgesagt.

Weshalb hat sich Gott in seinem Zorn ausgerechnet auf uns gestürzt, wird sich manch frommer Venezianer fragen. Sind wir schlechtere Christen als andere? Und wo bleibt die Gerechtigkeit Gottes, wenn die Guten an der Pest ebenso sterben wie die Bösen?

Andere Venezianer suchen nach Sündenböcken. Wer hat die Krankheit in Venedig verbreitet? Waren es allein die Bettler? Oder doch Juden? Haben Spanier sie in Venedig ausgestreut? Oder Türken?

Vermutlich überrollt eine Flut von Beschuldigungen und Verleumdungen den Magistrat.

14.465 Tote verzeichnet die Statistik der Gesundheitsbehörde allein für den November. So stirbt in diesem Monat jeder zehnte Venezianer an der Pest. Längst schon reicht die Kapazität der Lazarette nicht mehr aus.

Jeden Tag werden die Toten von ihren Söhnen, Vätern oder Müttern vor die Haustüren getragen. Dort, in aller Öffentlichkeit, entkleidet man sie, und ein Medikus untersucht die nackten Körper auf Beulen und Flecken.

Erkennt der Doktor die Pest, wird oft das ganze Haus des Verstorbenen unter Quarantäne gestellt. Zuvor nebeln die amtlichen "Ausräucherer" das Haus mit dem beißenden Rauch von Pech und Schwefel aus ihren Räucherpfannen ein (und vertreiben so wahrscheinlich einen großen Teil der Flöhe). Zum Schluss verbarrikadiert man die Türen mit gekreuzten Balken. Als Zeichen der Pest.

Die Behörden lassen weiterhin viele Gesunde, die von allen Zeichen der Krankheit frei sind, aber in Kontakt mit den Erkrankten oder Toten gekommen sind, ins Lazzaretto Nuovo schaffen.

Die Toten dagegen und die bereits Erkrankten werden von Trägern zu Booten gebracht, die sie ins Lazzaretto Vecchio transportieren. Zusammen mit all ihrer Habe.

Das Lazzaretto Vecchio muss die Hölle auf Erden sein. Ein Ort des Todes. Zu allen Stunden hüllt der Rauch brennender Leichen die Insel ein. Und im Lazarett selbst ist die Luft angefüllt mit dem Gestank schwärender Wunden, mit dem Geschrei der Kranken und dem Stöhnen der Sterbenden. In manchen Betten liegen die Kranken zu dritt. Es gibt nur wenige Pfleger, und so müssen die Siechen häufig selbst durch das Hospital kriechen, um Wasser und Nahrung zu finden.

Tag für Tag ziehen Helfer die Toten aus den Betten und verbrennen sie. Oder werfen sie in Gruben mit Löschkalk. Manchmal finden sich auch noch Lebende auf dem Berg der Leichen.

Wer diese Hölle überlebt, wird in das Lazzaretto Nuovo verlegt.

Im November 1630 sind bis zu 10.000 Menschen auf der Insel mit dem neuen Lazarett, das in seiner Anlage an ein römisches Lager erinnert. Ein befestigtes Viereck mit zahlreichen Bauten und Straßen. 100 Säle und Zimmer umfasst das Krankenhaus.

Um die Luft von den Miasmen zu säubern, verbrennen die Menschen Wacholder und Rosmarin. Und um die Waren mutmaßlich infizierter Schiffe zu reinigen, tauchen sie etwa Wachs in Salzwasser, besprengen Federn mit Essig und lüften Stoffe aus Seide und Wolle mehrmals täglich.

Hunderte von Booten liegen vor der Insel, die wie eine Meeresfestung unter Belagerung wirkt. Eine Fahne markiert die Stelle, bis zu der sich die Insassen des Lazzaretto Nuovo dem Ufer nähern dürfen. Dahinter ragt ein Galgen auf. Zur Abschreckung aller und zur Hinrichtung derjenigen, die sich den Anweisungen der Wärter widersetzen.

Im Gegensatz zum Lazzaretto Vecchio sind die Menschen in der Quarantänestation des Lazzaretto Nuovo ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt. Mit Fleisch, Fisch, Brot und Wein.

Jene aber, die in Venedig allein zurückbleiben in einem mit gekreuzten Balken gekennzeichneten Haus, trifft oft ein besonders schweres Los. Denn eingesperrt in dem Pesthaus, gibt es niemanden mehr, der ihnen beistehen könnte, falls auch sie an der Seuche erkranken. Geben sie zwei oder drei Tage kein Lebenszeichen von sich, durch Rufen oder Winken, nimmt man an, dass sie tot sind. Dann brechen die Träger der Toten die Türen auf, um sie zu holen.

Es muss ein gespenstischer Anblick sein in den Gassen Venedigs: Schwärme von Doktoren in Hüten und Mänteln und mit grotesken Schnabelmasken, die Kräuter enthalten, welche die Luft reinigen sollen. Scharen schwankender Kranker, angeführt von Männern mit weißen Stäben, auf dem Weg zu den Booten zum Lazzaretto Vecchio. Totenträger mit schwarzen oder roten Kreuzen an ihrer Kleidung. Und auf den Kanälen Gondeln voller Toter.

Die Leichenfeuer rauchen, und oft hängt eine stinkende Wolke über Venedig. Die ganze Stadt liegt im Fieber.

Einer solchen Anzahl von Toten und Kranken ist selbst die in Europa vorbildliche venezianische Gesundheitsbehörde nicht gewachsen. Auch weil die Verluste unter den Totengräbern und Leichenträgern, die sich nun anstecken, sehr hoch sind. Zunehmend muss sich die Behörde mit Kriminellen aus den Gefängnissen und mit Sklaven von den Galeeren behelfen.

Viele unter den Totenträgern stehlen und plündern. Sie, die Knechte der Pest, sind die Herrscher der Totenhäuser. Und gelegentlich zerren sie wohl auch einen Kranken, der gegen seine Beraubung protestiert, aus dem Bett und werfen ihn auf den Totenkarren. Die Preise für Lebensmittel erreichen schwindelerregende Höhen. Und die für Wein.

Denn es wird viel getrunken im Venedig der Leichen. Gegen die Angst. Und gegen den Ekel in einer Stadt, in der man immerfort von Tod und Verwesung umgeben ist.

Wer in diesen Zeiten weder Golddukaten noch wertvollen Schmuck besitzt, der hungert. Einfache Arbeiter verdienen 16 bis 20 Dukaten im Jahr, versierte Handwerker um die 50. Allein für Brot müssen jährlich sechs, sieben Dukaten aufgewendet werden. Doch nun sind viele ohne Beschäftigung, ohne Lohn. Nur Patrizier und reiche Kaufleute verfügen über genügend Rücklagen.

Andere verdienen dagegen an der Seuche. Apotheker und Leichenträger verkaufen Bahren, Decken, Laken und Kissen an die Meistbietenden. Auch Ausräucherer, Wunderheiler, Quarantänewächter, Priester profitieren vom Schwarzen Tod.

Gefangen in der Pest, fühlen sich viele Venezianer verlassen von Gott und tragen Amulette mit heidnischen Symbolen, fügen Zauberformeln in ihre Gebete ein. Und sie rebellieren, wenn Priester versuchen, ihre Rituale zu unterbinden.

Im Senat geht die Angst um, dass alle Ordnung aus den Fugen geraten könne, dass Scharen Hungernder die Nahrungsdepots stürmen und Verzweifelte Brände legen könnten. Oder dass die Armen jene Häuser, deren Besitzer geflohen oder gestorben sind, einfach plündern.

Dann endlich, gegen Ende des Jahres, halbiert sich die Zahl der Toten.

Am 14. Dezember 1630 erlässt der Senat ein Dekret über die Arbeiter im Arsenal. Alle dort Erkrankten müssen umgehend ins Lazzaretto Vecchio verbracht werden. Ein Teil der Gesunden aber soll im Arsenal verbleiben, der Großwerft, isoliert vom Rest der Bevölkerung: Der Senat will auf diese Weise seine hoch spezialisierten Handwerker schützen – "die geliebtesten Menschen in unserem Dienste", von denen bereits Hunderte erkrankt sind.

Im Januar 1631 sinkt die Zahl der Pesttoten weiter: nur noch 2048 Opfer. Der Höhepunkt der Pest ist überschritten. Am 7. Mai 1631 trägt man Giovanni Tiepolo zu Grabe, den Patriarchen von Venedig. Auch er ist der Seuche zum Opfer gefallen.

Im Oktober 1631 endet die Todesliste der Gesundheitsbehörde. Nach 18 qualvollen Monaten ist der Zorn Gottes verraucht. Die Bilanz der Seuche ist katastrophal. 46.536 der rund 140.000 Einwohner sind der Epidemie erlegen.

Auch die Armut ist größer geworden in den Mietskasernen am Rio Marin im Stadtteil Santa Croce. Viele, die zuvor ein bescheidenes Auskommen hatten, bleiben für lange Zeit erwerbslos.

Denn die Pest hat die Wirtschaft schwer geschädigt. Und die einst stolze Handelsmacht wird nie wieder zu alter Größe zurückfinden.

Dennoch: Gleich nach dem Ende der Pest beginnen die Planungen für Santa Maria della Salute. Für die große Votivkirche, die der Senat der Gottesmutter versprochen hat.

Er schreibt einen Wettbewerb aus, und schließlich wird der Architekt Baldassare Longhena mit dem Bau beauftragt. Eine Kommission aus drei Patriziern wählt das Grundstück aus. Es liegt ganz im Westen des Stadtteils Dorsoduro. Unmittelbar am Eingang des Canal Grande.

Mehr als eine Million Baumstämme müssen zur Stabilisierung des Baugrunds in den Boden der Lagune gerammt werden. Und schon dafür sind die 50.000 Dukaten, die der Senat für die Errichtung der Kirche versprochen hat, ausgegeben.

Über Jahrzehnte schleppt sich der Bau des Gotteshauses. Wieder und wieder stockt jede Tätigkeit. Weil das Geld fehlt. Und als die Arbeiten im Juni 1686 abgeschlossen sind, ist für Santa Maria della Salute die gewaltige Summe von 420.136 Dukaten ausgegeben worden.

Bekrönt wird das Hauptportal der Barockkirche von einem Dreiecksgiebel. Auf seiner Spitze steht die Skulptur der Jungfrau Maria. Es ist eine triumphierende Madonna.

Mit seiner monumentalen Kirche will Baldassare Longhena noch einmal die ungebrochene Macht Venedigs beweisen. Doch als Santa Maria della Salute am 9. November 1687 geweiht wird, ist Longhena bereits fünf Jahre tot. Und die Serenissima schon lange keine Großmacht mehr.

Ohnehin liegt die Wurzel dieser grandiosen Kirche ja in der Furcht vor dem Tod. Und in dem Wunsch der Venezianer, der Pest und dem Tod etwas Gewaltiges entgegenzustellen. Etwas, das von längerer Dauer ist als das zerbrechliche menschliche Leben.

Von Walter Saller

27
Nov
2007

Etwas herschenken zu können, ist ein hohes Luxusgut

Tröstungen

Zu Besuch bei einer Märchenerzählerin

Ich bin nur ein Vogel, dem es vor dem Winterfrost graut und der in den Zweigen keine Zuflucht findet, die Herbstgrille, die den Mond anzirpt und sich an die Tür schmiegt, um ein wenig Wärme zu erhaschen. Wo sind die, die mich kennen? Pú Sung-ling (17. Jh.)

In Zeiten hochtechnisierter Kommunikationssysteme, deren jederzeit möglicher Zusammenbruch den Verlust aller Verbindungen androht, in denen jedes über die Medien vermittelte Reden erfasst, kontrolliert und gesteuert ist, wird Erzählen aus dem Gedächtnis zu einem Akt vollkommener Unabhängigkeit. Mit einem Minimum an Aufwand kann der Erzähler ein Maximum an Ideen, Bildern und Empfindungen im Zuhörer erzeugen. Seine Instrumente hat er immer und überall bei sich; im Funkloch, bei Stromausfall, in jedem Abseits.

Die Märchenerzählerin Maria Schild lebt in einer schönen kleinen Altbauwohnung im Berliner Bezirk Schöneberg. Zum Leidwesen aller Ungeübten im obersten Stockwerk. Sie empfängt uns sehr herzlich. Das Wasser im Samowar brodelt bereits, bald halten wir einen Tee in Händen und betrachten die Bücherregale. Da stehen Romane, Lyrik, Wissenschaftliches, Kunst- und Reisebildbände, vor allem aber sehr viele Märchen und Mythen aus aller Welt, neben Werken von Autoren wie Lichtenberg, Karl Philipp Moritz, Kafka. Sie deutet auf einige Bände: "Und hier steht mein Pú Sung-ling, habt ihr gesehen? Der berühmte chinesische Geschichtensammler aus dem 17. Jahrhundert. Martin Buber hat Teilübersetzungen seiner Geschichten gemacht. Und Kafka auch, das ist gar nicht so bekannt. Aufregende Geschichten sind das. Hier, mein Raoul Schrott 'Die Erfindung der Poesie', aus Enzensbergers "Anderer Bibliothek". Ein wunderbares Buch ist das, sowohl inhaltlich als auch in ästhetischer Hinsicht. Das habe ich mir geleistet. Und den Brecht da, den habe ich mir damals gekauft, als er rauskam, obwohl ich kein Geld hatte. Ich liebe Bücher sehr. Mein Geld gebe ich deshalb lieber für Bücher aus und spare anderswo. Ich habe keinen Fernseher, kein Radio, keine Zeitung, keinen Computer, kein Handy, nur meinen Festnetzanschluss. Meine Musik höre ich auf der Anlage hier. Damit bin ich schon glücklich.

Und ihr wollt nun also wissen, was es mit dem Märchenerzählen auf sich hat? Mein geschätzter Christoph Lichtenberg hat vor 250 Jahren gesagt: 'Nur nicht mit dem Anfang anfangen!' Dazu, bevor ich also anfange, noch eine kleine Geschichte: Ich war im Goethe-Institut eingeladen, in Göttingen, wo ja Lichtenberg bis an sein Lebensende wohnte. Ich habe dort ein Märchenseminar gemacht und mir natürlich auch Lichtenbergs Wohnhaus angeschaut, und sein Denkmal, das zur 250-Jahr-Feier aufgestellt wurde. Es zeigt ihn in Lebensgröße, so 1,52 etwa. Er steht auf einer Bodenplatte, nicht auf einem Sockel, und für den Guss wurde ein Lenin in Aserbaidschan eingeschmolzen." Sie schenkt Tee nach, reicht uns frische Minze dazu und Kuchen, dann beginnt sie zu erzählen:


Die Frage, wann es bei mir angefangen hat, kann ich nur so rum beantworten: Am Anfang war meine Großmutter. Das war eine wunderbare Frau. Sie hat mit ihrem Erzählen - ich bin ja im Krieg geboren, und danach war es auch sehr notdürftig - damit hat sie alles Ungute, alle dunklen Zeiten, alle Entbehrungen vertrieben. Wir waren ausgebombt in Kassel und lebten zwangseingewiesen bei Bauern. Im Winter war es unvorstellbar kalt, an den Wänden glitzerte grüner Schimmel, die Fenster waren zugefroren und sahen aus wie Spitzengardinen, im Bett hatten wir eine Strohmatratze. Die Füße haben wir uns an einem heiß gemachten Stein gewärmt, und wenn ich im Bett lag, dann hat meine Großmutter erzählt, vom Schloss, von der Schneekönigin. Das alles bei Kerzenlicht. Und in der heißen Asche hat sie Kartoffeln gegart. wenn sie hatte, gabs dazu Butter oder Dickmilch. Sie hat es alles so gemacht, dass ich mich an eine Not nicht erinnern kann. Sie konnte Balladen bis zur letzten Strophe und zahllose Märchen, die ich dann teilweise wiedergefunden habe später bei den Grimms. Sie hatte das alles im Kopf. Bücher gab es nicht bei uns. Vieles hat sie auch selbst erfunden. Dabei hat sie nur vier Jahre die Schule besucht.

Sie hatte auch ein großes Wissen über die Natur. Sie kannte alles, was in Wald und Feld essbar war. Wir gingen morgens los und kamen abends zurück. Pilze, Beeren, Kräuter, Holz, alles haben wir gesammelt. Sie kannte auch die Tiere, die Vögel und Insekten. Sie machte die Stimmen der Vögel nach und hat behauptet, dass sie mit ihnen sprechen kann, die Sprache der Tiere versteht. Oft gingen wir weite Wege und sie hat von den Zwergen unter der Erde erzählt, von versteckten Schätzen, von Baumgeistern. Zu Hause in den Pantoffeln wohnte der Hausgeist drin, der bekam immer eine süße Gabe hingelegt, damit er zufrieden ist. Meine Oma war 1900 geboren und natürlich gebeutelt durch zwei Weltkriege. Sie wusste, wie man sich in der Not behelfen muss. Wenn ich in der Schule war, habe ich meine Schulspeisung mit nach Hause genommen und sie mit der Großmutter geteilt. Manchmal habe ich Mummelchen zu ihr gesagt, weil sie ja wie meine Mutter war. Sie hatte mich ja zu sich genommen, weil ich unehelich war. Meine Mutter galt dann als vermisst nach dem Bombardement. Meine Großmutter hat mich als ihr eigenes Kind ausgegeben, auch in der Nachkriegszeit noch. Sie hat mich auch immer getröstet. Es war so, dass die Dorfkinder uns Evakuierte aus der Stadt nicht mochten, dort im hessischen Schwalmtal. Ich ging in eine, man nannte das Zwergenschule. Vier Klassen wurden gemeinsam unterrichtet, das war natürlich wunderbar, der Lehrer, ein großartiger Mensch, mochte mich. Bei seiner Frau zu Hause durfte ich immer die Nadeln einfädeln. Sie war Schneiderin. Im Haus des Lehrers und auch des Pfarrers, da habe ich mich oft und gern aufgehalten, denn da gab es Bücher! Ich durfte sie lesen! Aber die Geschichten meiner Großmutter stellten alles in den Schatten. Sie war eine Frau mit großer Herzensbildung und sie hatte Achtung vor jedem Lebewesen und jeder Pflanze. Un-Kräuter, sagte sie, gibt es nicht, unnütze Tiere gibt es nicht. Jede Pflanze, jedes Tier hat seinen Sinn. Sie hat mir sehr viele Dinge beigebracht und sie hat mir Lebensfreude, Sicherheit und Selbstsicherheit gegeben. Das war meine 'Aussteuer', mein 'Guthaben' fürs spätere Leben. Ich habe ja keine großartige Schulbildung, nur ganz normale Volksschule. Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt: 'Lerne was und sammle keine Reichtümer. Die können über Nacht weg sein. Sammle Wissen!'

Das habe ich beherzigt und habe eine Hauswirtschaftslehre gemacht, mit 14, in einem katholischen Krankenhaus im Ruhrgebiet. Diese Lehre dauerte zwei Jahre lang. Zehn bis zwölf Stunden arbeiteten wir in der Küche, 1.400 Leute waren zu versorgen von dieser Küche, die von drei Nonnen geleitet wurde. Es war sehr anstrengend, aber ich war froh, dass ich das machen und da leben konnte. Ich hatte ein Dreibettzimmer, mit zwei anderen Lehrlingen zusammen. Wir bekamen 20 Mark Lehrgeld im Monat, die Schürzen und Häubchen wurden gestellt. Ich wollte diese Lehre machen, weil ich hoffte, Kinderpflegerin werden zu können. Da musste man damals zuvor noch ein Haushaltsjahr machen. Und man musste dazu die Mittlere Reife haben. Also habe ich dann die Kinderpflegerinnenausbildung angefangen, habe die Kinderpflegerinnenschule besucht und bin abends zur Schule gegangen, um die Mittlere Reife nachzumachen. Dadurch habe ich dann wieder zwölf Stunden und mehr am Tag gearbeitet. Die Rektorin und die Prorektorin, die haben sich beide sehr um mich gekümmert, sie haben für mich Anträge gestellt zur Ausbildungsbeihilfe. Die beiden Frauen haben zusammen gelebt, und da habe ich zum ersten Mal gesehen, dass es auch noch andere Lebensformen gibt. Das waren tolle Frauen! Dann habe ich zu der Kinderpflegerinnenausbildung noch ein Kindergärtnerinnenseminar absolviert und eine Erzieherausbildung angefangen, auch auf dieser Frauenfachschule in Bochum, da war ich 17.


Also ich habe es als staatenloses Mädchen nicht einfach gehabt. Und ohne diese beiden Frauen, Rektorin und Prorektorin, die immer für mich an die Ämter die notwendigen Befürwortungen geschrieben haben, wäre das alles nie gegangen mit meiner Ausbildung. Darf ich euch noch einschenken? Also, zu meiner Staatenlosigkeit, es ist etwas kompliziert, aber nicht unwichtig: Mein Vater war der Sohn meiner Großmutter und Deutscher. Meine Mutter wurde 1923 geboren, in Galizien, in der Nähe von Lemberg, als Polin. Das war ja bis 1918 habsburgisch, deshalb war ihr Vater Österreicher und bei der Österreichischen Reiterarmee. Er ist dann irgendwann nach Deutschland zum Arbeiten gegangen, mit seinen zwei Töchtern. Meine Mutter lernte meinen Vater kennen, als sie 17 war. Dann wurde ich geboren, unehelich. Ein unehelich in Deutschland von einer Polin geborenes Kind galt als staatenlos. Das durfte eigentlich gar nicht existieren. Deshalb hat meine Oma mich aufgenommen und als ihr Kind ausgegeben, das war möglich in all dem Wirrwarr. Und ein Jahr später, nach der großen Bombardierung von Kassel, da galt meine Mutter als vermisst und totgeglaubt. Ihre Schwester war ja auch umgekommen. Dass meine Mutter überlebt hatte, das erfuhr ich erst mit 26 Jahren durchs Internationale Rote Kreuz, bei dem meine Mutter einen Suchantrag gestellt hatte nach dem Krieg - ihr könnt euch sicher erinnern, das wurde auch immer übers Radio durchgegeben, ich habe das auch oft angehört, all die Namen und kleinen Geschichten '... wird gesucht, zuletzt gesehen...' Vom Roten Kreuz erfuhr ich, dass sie lebt. 1942 hatte sie geglaubt, dass wir alle tot sind. Es war ja die ganze Stadt fast zerstört, deshalb sind sie weggegangen, ihr Vater und sie. Zu Fuß über die Wälder und Berge, bis nach Galizien. Über ein Jahr waren sie unterwegs gewesen und immer unter Lebensgefahr. Meine Mutter konnte aber Deutsch, Polnisch und Russisch, so konnten sie sich den jeweiligen Soldaten gegenüber immer als Landsleute und Flüchtlinge ausgeben. Dann waren sie endlich zu Hause. Aber 1946 hat Stalin die gesamte polnische Bevölkerung aus Galizien rausgeworfen. Ihre Heimat wurde ukrainisch und sie wurden in den ehemaligen deutschen Ostgebieten angesiedelt. Meine Mutter in der Nähe von Stettin, wo sie dann geheiratet und noch zwei Kinder bekommen hat. Von dem Mann, einem Kriegsversehrten, der Alkoholiker war und gewalttätig, hat sie sich dann getrennt. Das alles habe ich erst erfahren, als ich sie damals besuchte. Sie lebte allein mit den Kindern auf dem Land, als Schrankenwärterin in einem Schrankenwärterhaus, mit Gärtchen, Hund und Katze.

Das zu meiner Staatenlosigkeit. Großartige Frauen haben mich gerettet, geprägt, gefördert. Ganz besonders meine Großmutter. Wenn man sich das überlegt, sie hat zwei Weltkriege überstehen müssen mit allem, was dazugehörte. Und was war sie für eine mutige und lebenslustige Frau! Walzertanzen habe ich von ihr gelernt, sie war eigentlich immer fröhlich, bis der Großvater zurückkam aus dem Krieg. Das ist eine dramatische Geschichte. Der war als Minensucher eingesetzt an der Westfront und kam mit nur einem Bein und einem Auge wieder, war vollkommen traumatisiert! Mit dem konnte man eigentlich nicht mehr leben, es war schrecklich. Aber meine Großmutter blieb bei ihrem Mann, sie sagte immer: 'Wer aus dem Krieg zurückgekommen ist, ist kaputt. Das ist der Krieg! Ich habe einmal mein Wort gegeben und ich halte mein Wort.' Ich war froh, als ich dann wegging 1956 zum Haushaltsjahr. Und mein Vater war ja auch so ein kriegsbeschädigter Mensch. Mit 17, 18 ist er eingezogen worden und nach wenigen Wochen in französische Gefangenschaft gekommen. Die Franzosen haben - das wäre vielleicht auch mal eine Recherche wert - junge Kriegsgefangene betrunken gemacht und sie unterschreiben lassen, dass sie sich für fünf Jahre für die Fremdenlegion verpflichten. Er kam nach Indochina, nach Vietnam. 1950 ist er mit starker Malaria zurückgekommen, vollkommen verändert. Er hat sich in ein geordnetes Leben nie mehr einfügen können, hat in Dortmund im Rotlichtmilieu gearbeitet. Sie nannten ihn 'Fernandel', weil er so aussah wie dieser französische Schauspieler. Er hatte keinen Führerschein, fuhr aber Auto. Er hat gesagt: 'Ich hab einen Panzer gefahren, und die wollen für so ein Auto einen Führerschein, sind die verrückt?!' Er hatte nur Schwierigkeiten und ist sehr früh gestorben. Mit 50, an seiner Malaria."


Sie füllt unsere Teegläser und fährt fort: "So ohne Eltern aufzuwachsen war für mich nicht einfach - trotz meiner Großmutter. Meine Heimat waren ihre Geschichten und später die Bücher. Als ich kein eigenes Zimmer hatte oder nur ganz schlechte Zimmer, bin ich immer in die Bibliotheken gegangen. Da waren sie freundlich, keiner hat mich gestört beim Lesen. Ich bin auch viel mit dem Rad herumgefahren. Einmal fuhr ich vom Ruhrgebiet nach Paris, das wollte ich unbedingt sehen, aber ich hatte ja kein Geld. Von Jugendherberge zu Jugendherberge fuhr ich. In Paris wurde mir das Rad dann geklaut, da musste ich per Anhalter zurück. 1961 bin ich nach Berlin getrampt, in den Osterferien. Nach langen Überprüfungen durfte ich einreisen mit meinem Nansen-Pass und bekam ein Transitvisum. Ich war drei Wochen in Berlin und habe in dieser Zeit mehr offene, anders lebende und anders denkende Leute kennengelernt als in all den Jahren im Ruhrgebiet. Und ich habe gehört, dass es ein Pestalozzi-Fröbel-Haus gibt, mit Ausbildung zum Erzieher. Ich bin da hin, habe mir einen Studienplatz besorgt und bin übergesiedelt nach Berlin. Fast die gesamte Ausbildungszeit über habe ich mit Amerikanern gewohnt gegen Babysitterdienste. Ich hatte ein schmales Zimmer, Bett, Schrank, Tisch, Stuhl, Dusche auf dem Flur. Es war im Winter total überheizt. Wenn ich Babysitting hatte, durfte ich mich satt essen. Ich bekam wenig Ausbildungsbeihilfe und habe viel gejobbt, Zeitungen verkauft, Reklame eingelegt. Weihnachten habe ich Gläser gespült im Hilton. Dann habe ich mein Examen gemacht am Pestalozzi-Fröbel-Haus.

Und jetzt folgt ein Sprung in meiner Schilderung, es ist aber auch einer in meinem Leben. Ich habe schon immer sehr das Theater geliebt, war auch in Bochum im Theater. Das war ein fortschrittliches Theater. Das alles faszinierte mich sehr. Deshalb habe ich mich entschlossen, eine Ausbildung zur Schauspielerin zu machen. Die habe ich sozusagen nebenher gemacht, Privatunterricht genommen, bei wunderbaren Lehrerinnen. Und daneben eben immer gearbeitet. Und 1965 habe ich dann vor der Deutschen Bühnengenossenschaft - mein Prüfer war Erwin Piscator - die Prüfung abgelegt. Das war ein wunderbarer Moment. 1966 habe ich meinen Sohn bekommen und geheiratet, damit der Sohn nicht auch staatenlos wird. Meiner Staatenlosigkeit war damit auch ein Ende gesetzt. Wir wollten uns gemeinsam um alles kümmern, es hat aber nicht hingehauen. Ich habe dann eine Weile am Theater gearbeitet, an der Schaubühne, bei den Wühlmäusen im politischen Kabarett, aber der Verdienst war sehr mager, ich bekam immer nur Stückverträge. 1967 war ich für drei Monate in New York mit meinem Sohn. Ich habe mir das LaMama-Theater angesehen, das ist das berühmte Experimentaltheater, Ellen Stewart hat es gegründet. Damals war sie etwa 50, eine fantastische Frau. Sie war ungeheuer freundlich, hat mich eingeladen, bei ihr zu wohnen mit dem Kind. Der Kleine war im Black-Panther-Kindergarten, und ich hätte ins Theater einsteigen können, aber ich habe mich irgendwie nicht getraut mit dem Kind. Man konnte da ja kein Geld verdienen. Alle Schauspieler haben gearbeitet, um Geld zu verdienen, das war geradezu das Credo, sie wollten ganz unabhängig sein. Da habe ich mir gesagt, Schluss damit! Ich habe ein Kind, ich gehe und studiere Sozialpädagogik in Berlin und mache was Sinnvolles. 1971 habe ich an der FHSS angefangen, neben dem Studium habe ich viel mit Kindern gearbeitet. Stegreiftheater gemacht. Habe Knastarbeit gemacht - schon 62 habe ich eine Theatergruppe im Jugendgefängnis gemacht - ich habe mich immer auch politisch sehr engagiert im Sozialbereich, war für die Veränderung der autoritären Heimstrukturen, gegen das Einsperren, ich war engagiert beim Erzieherstreik 69. Und an der Fachhochschule für Sozialarbeit war ich Studentenvertreterin, in freier, offener Wahl. Gelebt habe ich mit meinem Sohn in der Wohngemeinschaft. 1975 habe ich meinen Abschluss gemacht, und weil ich mein Kind gut versorgen wollte, bin ich dann in die Familienberatung vom Arbeitskreis 'Neue Erziehung' eingestiegen. Das ist ein freier Verband, 1946 von den Sozialdemokraten gegründet, zur Förderung einer demokratischen Erziehung. Nach fünf Jahren Familienberatung war ich dann aber so weit, dass ich aufstehen und weggehen musste, wenn sich irgendwo am Nachbartisch Leute gestritten haben. Dann habe ich meine Stelle geteilt, mit einem Kollegen, der vorher eine anarchistische Zeitung mitbegründet hatte, der deshalb damals keine Arbeit bekommen hätte. Das war die Zeit, wo die ganzen Überprüfungen stattgefunden haben gegen Radikale usw.

Das war nun sehr gut für mich. Ich konnte etwas Neues tun, um meinen Horizont zu erweitern. Ich hatte ja durch meine Ausbildung Hochschulzugang und habe dann an der Freien Universität studiert. An eine Universität wollte ich schon immer, als junges Mädchen bereits. Und nun hatte ich es geschafft und war da, wo er nie hingekommen ist, mein hoch geschätzter Maxim Gorki. 1980 habe ich angefangen. Ich bin zu den Philosophen gegangen, zu den Theaterwissenschaftlern und dachte, oh, sind die langweilig! Die wollten alle Lehrer werden, Schauspieler oder sonst was. Ich wollte nichts werden, ich wollte mich bilden. Und dann bin ich da hin, wo man das konnte, zu den Ethnologen. Und in den Vorlesungen des Religionswissenschaftlers Heinrich - also das ist Religionsphilosophie - da war ich auch, das war wunderbar! Das war meine Vorstellung von Universität. Bei den Ethnologen war ich sieben Jahre lang. Die waren in so einer kleinen Villa mit Garten und Kirschbaum. Ich habe mich beschäftigt mit den Mythen der Welt und mit dem Schamanentum sibirischer Völker, bei Ivan Korrt, das war ein Russe. Es war ein kleines Seminar, so 15 Leute, dominierend waren die Frauen. Ich habe sehr viel gelernt und auch verstanden. Und das war eigentlich meine Bildung. Meine Ausbildung war das andere: geprüfte Wirtschafterin, Kinderpflegerin, Erzieherin, Sozialpädagogin, alles mit Examen, mit Abschluss, mit Stempel. Sich zu bilden war wesentlich wohltuender, es ging reibungslos und war wirklich erfüllend. Wochenendseminare unterm Kirschbaum. Und ich habe dazu ganz viel Tee gekocht.

1984 bin ich dann zum ersten Mal nach Sibirien gefahren, mit Intourist und sieben Freunden. Wir sagten, wir sind interessiert an Volksliteratur, Märchen und Mythen der sibirischen Völker. Von Schamanen haben wir natürlich nichts gesagt, die wurden ja verfolgt von den Sowjets. Also wurden wir sehr unterstützt, bekamen einen guten Preis und sogar einen Dolmetscher. Drei Wochen waren wir unterwegs. In der Transsibirischen Eisenbahn habe ich abends immer die Märchen der Gegenden erzählt, durch die wir fuhren. Die Samowarfrau brachte Tee und setzte sich zu uns, obwohl das verboten war. Und ich habe erzählt an den Orten, die wir besucht haben. Später habe ich noch viele solcher Reisen gemacht, immer mit einer kleinen Gruppe märchenbegeisterter und kulturhistorisch interessierter Menschen: von Moskau an den Amur; entlang der Seidenstraße; nach Mesopotamien, ins heutige Syrien, den Irak - grade noch rechtzeitig vor dem Irakkrieg. Ich nannte diese Reisen 'Blaue Karawane', so heißen deshalb auch die Bücher. Unsere Kamele trugen sozusagen unseren Vorrat an Märchen, die ich unterwegs erzählt habe, immer an den Orten, mit denen sie verbunden sind. 2005 waren wir dann noch im Jemen.


Damals, 1984 nach der ersten Reise jedenfalls, da habe ich ganz klar erkannt, nicht nur Kinder - wie Bettelheim sagte - brauchen Märchen, auch Erwachsene brauchen Märchen! Bei den Ethnologen hatte ich gelernt, dass die Funktion von Schamanen oder Schamaninnen - meist waren es ja Frauen oder Zweigeschlechtliche - nicht nur darin bestand, den Kontakt zu den Ahnen herzustellen, zu heilen und die Gemeinschaft zu schützen, sie waren auch die lebendigen Bibliotheken ihres Volkes, die Chronisten, die Aufbewahrer. Und, was ein sehr wichtiger Aspekt ist, sie haben mit ihrem Erzählen den Winter, Schneestürme, Eiseskälte und bittere Not für eine Weile vergessen gemacht. Die Jakuten, ein kleines sibirisches Volk, haben zum Beispiel Erzählstoff für mindestens sieben Tage und Nächte. Das kam mir alles sehr bekannt und vertraut vor aus meiner Kindheit, als die Großmutter durchs Erzählen mich die Kälte und unsere Armut vergessen gemacht hat. Wie wohl mir das tat und wie sehr es mich stabilisiert hat in meinem Leben, das war mir bewusst. Ich kann das auch anderen vermitteln. Und so kam es, dass ich Märchenerzählerin wurde. Ich dachte, ich bin Schauspielerin, Sozialpädagogin und Ethnologin, ich habe all diese Kenntnisse und Erfahrungen. Ich will es auf dieser Basis entwickeln, das Erzählen von Märchen und Mythen für Erwachsene. Meine Erfahrung in der Familienberatung war, dass viele Familien - und besonders Mittelstandsfamilien - ein großes sprachliches Defizit haben. Und hier ist nicht Spracharmut, also ein kleiner Wortschatz, das Problem, hier besteht das Problem in einer Armut des Erzählens und des Zuhörens. Das ist einfach unter den Tisch gefallen im Laufe der Zeit. Aber es gibt dieses Bedürfnis danach, und das wird eben nicht gestillt durch die Unterhaltungsmedien. Ich habe dann in der 'Lernbrücke', das war eine Sprachschule, angefangen Märchen zu erzählen und habe anderen beigebracht, Märchen zu erzählen. 1985 habe ich mit diesem Märchenseminar begonnen, das über zwölf Jahre lang lief. Noch heute treffen wir uns, seit fast 23 Jahren, die alte Seminar- und Reisegruppe. Es sind 13 Frauen, die älteste ist inzwischen 82 Jahre. Ich habe Seminare an Volkshochschulen gemacht, Seminare für Lehrer gemacht, für Elternvereine, ich trage an Theatern vor und ich trage bei Veranstaltungen in den Museen vor, einmal sogar vor dem wunderbaren Ischtar-Tor im Pergamon-Museum. Und jetzt gerade, im November, habe ich im Rahmen der Berliner Märchentage vorgetragen und u. a. Sagen und Schamanengeschichten der Samen erzählt. Aber man bekommt natürlich nur sehr wenig Geld, oft gar keins. Ich habe mir gesagt, ich will das in bestimmten Fällen auch schenken, diesen Luxus erlaube ich mir. Beim LaMama-Theater hat mir das sehr gefallen, diese Einstellung, wir erwirtschaften unsere Existenzgrundlage anderswo und sind in der Kunst dafür ganz frei.

1985, als ich anfing, da gab es keine Märchenerzähler in diesem Sinn. Eine der letzten, die es gab, war die große Märchenerzählerin Deutschlands, Lisa Tetzner (1884-1963). Sie ist 1933 ins Exil gegangen, zusammen mit ihrem Mann Kurt Kläber (1897-1959), der unter dem Pseudonym Kurt Held die berühmte 'Rote Zora' geschrieben hat. Und, wenn ich die kleine Anmerkung machen darf, in ihrem Haus, das nach dem Tod eine Stiftung wurde und das in Corona im Tessin ist, durfte ich drei schöne und unbeschwerte Arbeitsaufenthalte verbringen. Aber zurück! Ich hatte 1985 großen Zulauf, habe meine ganz eigene Vortragsweise entwickelt und im Laufe der Jahre viele Märchenerzählerinnen ausgebildet, also auch Eltern und Pädagogen, die dann den Kindern erzählen. Ich hingegen erzähle nur für Erwachsene, mache also keine Märchenabende im herkömmlichen Sinn. Ursprünglich waren die Märchen ja für Erwachsene gedacht. Die edlen Demokraten Grimm haben ja zum ersten Mal Märchen für Kinder passend gemacht und allzu Grausames und auch die Erotik rausgenommen. Also ich erzähle für Erwachsene, aber ich erzähle nicht nur Märchen, ich erzähle auch über den Kulturkreis ihrer Herkunft. Bei allen Märchen, die ich erzähle, habe ich auch deren Herkunftsland bereist. Immer mit kleinen Gruppen, denen ich eine kundige Führerin und Erzählerin bin. Dafür habe ich die Reise und die Kosten frei. Die alten Handelsstraßen sind mein roter Faden: Sibirien ist die Pelzstraße, China die Seidenstraße. Erzähle ich sibirische Märchen, dann berichte ich über Sibirien und meine Reisen. Erzähle ich die Märchen der Seidenstraße, dann berichte ich von den Völkern der Seidenstraße und meinen Reisen entlang der Seidenstraße, von Zentralchina bis zur Levante, von Isfahan, von Schiraz, wo wir die Gräber der persischen Dichter Hafiz (1320-1398, Anm. G.G.), den Goethe so sehr schätzte, und Saadi (1189-1282, G.G.) besuchten und wo ich las und erzählte. Und ich berichte über unsere Reise auf der alten Handelsroute vom Libanon nach Mesopotamien. Zu Bagdad erzähle ich eine Geschichte aus der Zeit des Kalifen Harun ar Raschid. Und ich berichte von den südlich von Bagdad gelegenen babylonischen Städten Uruk und Ur. Zu Uruk, wo die sumerische Kultur entstand, wo Gilgamesch König war, da erzähle ich natürlich vom Gilgamesch-Epos. Und zu Ur, da berichte ich von Enheduanna, der ersten namentlich überlieferten Dichterin der Welt, sie lebte im 24. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Ihr zu Ehren trage ich ihre Hymnen an die Göttin Ianna vor.


Also ich schaffe so eine Verbindung zwischen dem Erzählen von Märchen und Mythen, ihrem Ursprung und ihrem Ursprungsland heute. Im Zentrum steht mein Erzählen, stehen meine Ausdrucksmittel, die Einbeziehung möglichst vieler Sinne. Es gibt immer Tee. Der Samowar ist mein bester Mitarbeiter! Ich bin festlich gekleidet, es gibt einen Leuchter, vielleicht einen Teppich, meinen Stuhl aus Damaskus. Ich forme mit meiner Stimme, mit meinem ganzen Körper die Erzählung, ich gehe herum oder ich sitze. Manchmal sitze ich aber auch einfach nur mit den Leuten zusammen an einem Tisch und erzähle. Man braucht ja eigentlich nichts weiter. Das ist ja das Gute! Und ich praktiziere natürlich freies Erzählen, im Unterschied zur Europäischen Märchengesellschaft, die auswendig Gelerntes vortragen lässt. Aber da sitzt sie leider einem Irrtum auf. Wortgetreue Wiedergabe gab es bei Epen und auch Mythen, besonders auch bei schriftlosen Völkern. Aber die Märchen wurden traditionell immer variiert und verändert. Im Kleide der Märchen wurden ja auch politische Botschaften versteckt und weitergetragen. Als guter Erzähler galt zum Beispiel in China, wer variantenreich erzählte. Pú Sung-ling, von dem ich vorhin kurz erzählt habe, der im 17. Jahrhundert in China der Beamtenlaufbahn entsagt hat und auf Märkten und in Teehäusern Geschichten sammelte und aufschrieb ("Merkwürdige Aufzeichnungen aus der Amtsstube Zukunft", Anm. G.G.), der hat die Erzähler auch immer in sein Haus eingeladen. Und vom Erzähler wurde nicht nur erwartet, dass er eine individuelle Fassung der Geschichte lebendig vortrug, sondern auch, dass er sie spontan improvisierend abwandeln konnte.

Und so halte ich es auch. Im Lauf der Jahre ist natürlich ein umfangreicher Fundus an Märchen, Mythen und Geschichten zusammengekommen. Sehr vieles kann ich auswendig. Orientalische Rezitatoren konnten 700 lange Gedichte aus dem Gedächtnis vortragen. So viel kann ich natürlich nicht auswendig. Aber dazu habe ich ja, wie die Tschuktschen es ausdrücken, diese kleinen, schwarzen Striche, in denen die Märchen versteckt werden können, in meinen Büchern und Texten dort im Regal."

EIN ARTIKEL VON GABRIELE GOETTLE
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

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Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
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Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

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