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23
Nov
2009

Wovon spricht die große Wut im Bauch der Rabauken von Bergen, die der Weihnachtstradition ihrer Heimatstadt derart unverfroren in die Fresse treten?

Im norwegischen Bergen erwachte man gestern früh in einen unangenehmen Morgen hinein: Eine gerade fertiggestellte traditionsreiche miniaturstadtgleiche Ansammlung aus Lebkuchenhäuschen war während der Nacht nahezu vollständig in Grund und Boden getreten worden. Die von Kindern mitgebackene und mit allerlei Zierat ausgeschmückte Miniaturstadt hatte es alles in allem auf 650 Häuschen gebracht. Der Vandalismus ließ eine Volksbewegung auf den Plan treten, um die Miniaturstadt aufs neue zu errichten.

Das Zusammenstellen einer Miniaturstadt aus Lebkuchen stellt eine der weihnachtlichen Traditionen des an der norwegischen Westküste gelegenen Bergen dar, einer Stadt mit 250'000 Einwohnern. Das Kunstwerk war in der Stadtmitte von Bergen in einem Zelt ausgestellt. Als das Zelt am Morgen geöffnet wurde, konnten darin nur noch zusammengestampfte Lebkuchen vorgefunden werden. Es wurde in dem Zelt auch der Inhalt eines Feuerlöschers entleert, und das Zelt wurde durch Farbkleckser verschandelt.

"Bergen im Schock" schrieb das Blatt Verdens Gang. Die Polizei umschrieb die Vandalen als Idioten.

Der Zorn auf die Randalierer brachte jedoch neue Energie hervor. Die Organisatoren der Weihnachtstradition läuteten bei allen Kleinbäckern an, um anzufragen, ob diese mit dabei wären bei einer neuerlichen Kraftanstrengung. Auf Facebook ließ die Errettung der Miniaturstadt innert weniger Stunden eine Support-Gruppe von 1'600 Köpfen aufkommen.

Man will nun bis nächsten Freitag eine neue Lebkuchenstadt fertiggestellt haben.


Monica-Maeland-glaubt-dass-die-Zerstoerung-unersetzlich-ist

20
Nov
2009

Der ungenügende Verschluß eines Treibstofftanks brachte das Flugzeug zum Fall

Eine Kleinmaschine in der Hand eines erfahrenen Piloten erlitt bei einer Notlandung im schwedischen Sjöbo letzten Sommer einen Totalschaden, der Pilot selbst kam jedoch davon, ohne zu Schaden gekommen zu sein. Ein Ausschuß zur Aufklärung des Hergangs des Unfalls konnte den ursächlich schuldigen Grund dafür nun auf den Verschluß des Brennstofftanks zurückführen.

Der 47-jährige Mann hatte mit seiner Privatmaschine des Typs Mooney M20J in Südschweden nahe dem Ort Ystad zum Auftanken eine Zwischenlandung gemacht. Seine Absicht war es gewesen, auf die andere Seite des Sunds zur Insel Rügen zu fliegen. Der Motor der Maschine fing 3 - 4 Minuten nach dem Abflug an, an Kraft zu verlieren, was zur Folge hatte, daß der Pilot sich daranmachte, sich nach einem geeigneten Notlandeplatz umzuschauen, und bald samt seiner Maschine auf einem offenen Feld zu Stehen kam.

Während des Landevorgangs schlug die Maschine durch einen Stacheldrahtzaun und brach einen Zaunpfeiler um. Die Räder des Fliegers versanken auf dem weichen Grund im Boden, was verhinderte, daß dieser auf eine Seite kippte oder sich überschlug. Bei dem Niedergang bekamen der eine Flügel der Maschine, der Flughöhenstabilisator, und die Landevorrichtung beträchtliche Schäden ab. Nach Auffassung der Untersuchungskommission ist die Maschine dermaßen arg beschädigt, daß sie nicht mehr repariert werden kann.

Nach den Angaben des Piloten wurde die Leistungskraft des Motors in einer Flughöhe von ungefähr 300 Metern plötzlich zusehends schwächer, und selbst heftiges Gasgeben hätte nichts genutzt, um die eingenommene Flughöhe beizubehalten. Auch das Umstellen der Brennstoffzufuhr auf den anderen Tank hätte nicht für Abhilfe sorgen können. Der Motor war während keiner Phase des Flugs ganz ausgefallen und im Treibstoffzuleitungssystem konnte kein Fehler ausgemacht werden.

Bei der Analyse des Brennstoffs wurde festgestellt, daß in der Maschine verschiedene Qualitätsstufen von Benzin verwendet wurden, und daß auch Wasser untergemengt war.

Die Verschlüsse der an den Flügeln befindlichen Treibstofftanks waren in die Flügelkonstruktion eingelassen. Am Verschluß des einen Tankes war kein Dichtungsring angebracht gewesen, aufgrund wovon ein Einfließen von Wasser in den Tank ermöglicht war. Bei bestimmten Neigungswinkeln hatte unter dieser Vorraussetzung Wasser ins Benzinzuleitungssystem eindringen können.

In Schweden wurde zuletzt 1986 bezüglich nachlässiger Sicherung der Tankverschlüsse und abgegriffener Dichtungsringe eine Warnung ausgesprochen und es wurde empfohlen, jährlich oder nach jeder hundertsten Flugstunde die Dichtungen zu überprüfen.


Das-Schwierigste-beim-Fliegen

18
Nov
2009

Den Umgang mit dem nackten Ich, seinem eigenen im Zusammenklang mit dem der anderen, künstlerisch in Erfahrung gebracht!

Gerade rechtzeitig ist der Streik der Piloten von Finnair nach einer gütlichen Einigung der Streitparteien zu Ende gegangen, sodaß ab heute bereits wieder ein gutes Drittel der regulären Linienflüge aufgenommen wird, um es noch zu schaffen, bis zum übermorgigen Freitag, dem 20. November, für die Teilnahme an einer sehr ausgefallenen und weltweit einmaligen Kunstdarbietung in Helsinki einzutrudeln.

Es geht dabei um eine Aufführung mit dem Appellativ "Im Gewand des Menschen", welche sich das Ziel gesteckt hat, mit der Verblüffung sich auseinanderzusetzen, die Nacktheit unter Menschen hervorruft.

Die Performance-Künstler des am 5. November bereits im Zodiak, dem Kulturzentrum des Neuen Tanzes, erstmals inszenierten Werks
"Im Gewand des Menschen [Ihmisen asussa]" sind alle nackt.

Das Werk ist ursprünglich Teil des Event-Festivals
"Bewegt in den November" gewesen, welches bis Sonntag, den 8. November vordauerte. Das Stück wird jedoch weiterhin bis zum 25. November im Zodiak aufgeführt.

Es geht darin ums Hinschauen und ums Angeschautwerden.

"Wir berücksichtigen es, daß dem Publikum die Nacktheit der Künstler nicht leicht ankommt," sagt Milja Sarkonen, die eine der zwei Leitfiguren des Werks, dazu.

"Die Performance nimmt einen lieblichen Anfang, den Zuschauern wird Zeit gegeben, um sich an die Situation zu gewöhnen."

Neben der Theaterleiterin Sarkonen führt im 'Gewand des Menschen' eine Choreographin namens Eeva Muilu Regie.

Den Höhepunkt des Kunstgeschehens stellt die Sonderdarbietung am 20. November dar, bei der auch das Publikum nackt sein wird. Niemand wird aber gegen seinen Willen sich in die Lage versetzt sehen, von seinen Kleidern zu lassen. Beim Kauf der Eintrittskarte wird man denn auch extra davon in Kenntnis gesetzt. Die Kleidung wird erst im Zuschauerraum abgelegt, und dort ist es warm.


Im-Gewand-des-Menschen

17
Nov
2009

Harsches Lehrstück: was können wir vom Bösewicht lernen?

Wieder einmal war es auf offener Straße zu einer weniger schönen Showtime gekommen. Diesmal hatte es in Finnland ein Opfer erwischt.

Ein junger Mann wurde dort vor ein paar Tagen mitten in der Stadt Jyväskylä nachts von einem vorbeifahrenden Auto mit einem Hühnerei beworfen. Die Polizei untersucht den Zwischenfall als einen Fall körperlicher Misshandlung.

Der Vorfall ereignete sich kurz vor vier Uhr morgens in der Stadtmitte von Jyväskylä, wo der 27-jährige Mann auf einem Bürgersteig stand und auf den Wechsel der Verkehrslichter wartete. Vorbeifuhr ein hellgraues Auto, aus dem ein rohes Hühnerei geworfen wurde. Dieses traf den Mann direkt in den Mund.

Nach Angaben der Polizei zog sich der Mann eine Quetschung auf der Oberlippe zu und seine Vorderzähne bekamen Risse. Auch die Kleidung des Mannes und die einer neben ihm gestandenen Frau bekamen das Hühnerei ab.

Was will uns diese tolldreiste Aktion sagen, wenn überhaupt etwas? Zunächst muß hier angemerkt werden, daß eine solche Tat natürlich nicht für gut zu heißen ist, da sie brutal und unmenschlich ist. Trotzdem sollte man im nachhinein versuchen, die Beweggründe dafür herauszufinden. Meines Erachtens wollte der Bösewicht dem Mann auf der Straße dessen Schwachsinn aufzeigen, und zwar deshalb, da jener zu einer Zeit in aller Herrgottsfrüh, wo doch noch kaum ein Auto unterwegs ist, wie ein sturer Esel an der Ampel stand, und, trotzdem die Bahn weit und breit frei war, sich nicht über die Straße traute, da die Ampel noch nicht auf grün geschaltet hatte.

Wären der Mann und die neben ihm stehende Frau vorab - trotz rot - über die freie Bahn geschritten, hätte das Ei sie nicht mehr erwischt.

Gesetze und Verordnungen sind dazu da, in solchen Situationen auszuhelfen, wo die Interessen verschiedener Individueen aufeinander aufprallen. In solchen Situationen aber, wo es nur eine Interessenspartei, die eigene, gibt, wäre es töricht, irgendwelche Regeln zu befolgen, die doch alle darauf hinauslaufen, dort einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, wo viele aufs gleiche Ziel hinzu streben oder das gleiche Ziel kreuzen. Das gilt natürlich nicht nur für den öffentlichen Verkehr, sondern schlicht gemeinhin..


Auch-von-den-Taten-boeser-Menschen-koennen-wir-etwas-lernen

13
Nov
2009

Banken ziehen sich eine Burka über

Der die Zinswucherei und das Glücksspiel verbietende islamische Glauben stellt für die Handelsvorgänge traditioneller westlicher Banken eine immer ernster zu nehmende Herausforderung dar. Die Anzahl Scharia-gesetzeskonformer Bankeinlagen ist während der letzten drei Jahre weltweit mit einer Jahresgeschwindigkeit von durchschnittlich 28 Prozent angewachsen. Es darf geschätzt werden, daß dieses Jahr dank der internationalen Bankkrise das Tempo noch etwas zulegen wird.

Nach einer Erklärung der Zeitschrift The Banker, die dem Konzern der Financial Times angehört, liegen global auf Scharia-Konten bereits nahezu 1'000 Milliarden US-amerikanischer Dollar ein. Die Summe entspricht den Vermögenswerten zweier Nordea-Banken.

Europa erhielt seine erste Scharia-Bank erst vor vier Jahren, als die Islamic Bank of Britain mit ihrer Arbeit begann. Jetzt operieren allein in Großbritannien bereits fünf sich auf Scharia-Gesetze stützende Finanzierungsinstitute, und außerdem verfügen alle "alten" Banken des Landes über eine eigene islamische Branche.

Deutschland reiht sich zum Jahresende hin in die Schar der Scharia-Länder ein, wenn die türkisch-kuwaitische Beteiligungsbank ihr erstes Büro in Mannheim eröffnet haben wird. Von Deutschlands vier Millionen Muslimen werden ganze 75 Prozent an islamischen Bankprodukten interessiert sein, wie es das in Frankfurt ansässige Islamische Bankinstitut der Zeitschrift Der Spiegel gegenüber einschätzte.

Deutschlands traditionelle Banken gehen beim Lancieren von islamischen Bankprodukten vorsichtig vor, denn es wird befürchtet, dieses könnte ihnen mehr frühere Kunden vertreiben als ihnen neue zubringen.

In den Geldoasen am Persischen Golf haben deutsche Banken jedoch schon lange umtriebig mitgemischt. Dem Spiegel zufolge ist die Deutsche Bank in den letzten Jahren in die Gruppe der führenden Dienste-Anbieter des islamischen Bankengeschehens aufgestiegen - nur, daß die Dienste sonstwo überall angeboten werden, nur nicht in Deutschland.


Aufteilung der Risiken

Das Lancieren von Scharia-tauglichen Bankprodukten ist eine präzise Tüftlerei, da kein Zins erhoben werden darf und auch das spielerische Setzen auf Wertpapiere durch genaue Richtlinien beschränkt wird. Die orthodoxe Korrektheit der Produkte der Bank überwacht ein von der Bank aufgestelltes Gremium aus Glaubensgelehrten.

Wohnanleihen werden in der Praxis dergestalt bewerkstelligt, daß die Bank eine Wohnung ersteht, die dann der Kunde nach und nach in Raten ablöst, gleichsam, als bezahlte er dafür Miete. Die Bank bekommt für das Gewähren des Darlehens eine feste Vergütung, die an keine Zinserhebungen angebunden sein darf.

Investitionen in zinsabwerfende Fonds dürfen nicht getätigt werden, so auch nicht zum Beispiel in die alkoholherstellende Industrie, in Glücksspiele oder in die Erwachsenenunterhaltung.

Die Bank und der Kunde teilen sich die aus einer Anlage anfallenden Konsequenzen auf übereingekommene Art und Weise untereinander auf - gleich, ob ein Gewinn oder ein Verlust erzielt wird. Sollte die Investition danebengegangen sein, so verliert der Kunde Geld, die Bank wird ihm aber entgegenkommen, indem sie keine Bearbeitungsgebühren erhebt.


Die Fatwa als Drohgebärde

Das Scharia-Regelwerk mag vom Gesichtspunkt einer Bank aus betrachtet nach einer Verschlechterung aussehen, zumindest die Deutsche Bank hat aber keinen Anlaß zur Klage gehabt. Deren Betriebseinheit am Persischen Golf hat sich in den letzten Jahren einen Gewinnanteil von 20 - 25 Prozent gesichert.

Ein zentrales Problem ist jedoch dieses, daß es bezüglich des Scharia-Gesetzes verschiedenartige Auslegungen gibt. Deswegen kommt man nicht mit den Richtlinien nur eines Scharia-Ratsgremiums aus. In allen Ländern, wo sie beabsichtigt, zu operieren, ist eine islamische Bank vielmehr gehalten, einen eigenen Ratsausschuß zu gründen.

Als eine äußerste Drohgeste gilt die Fatwa, die eine Bank von einem Glaubensgelehrten erhalten kann. So erlahmte zum Beispiel im Jahre 2007 der Finanzierungsmarkt Pakistans auf schlimme Weise, als der hohe Glaubensgelehrte Muhammad Taqi Usmani die islamischen Massenschuldbriefe - die Sukuki - für Scharia-gesetzeswidrig erklärte.

12
Nov
2009

Zeichen der Zeit: Radikalgrüne gründen in Finnland eine neue Partei — mit dem Ziel, aus dem Kapitalismus auszusteigen

In Finnland sind radikale Grüne, die mit dem Grünen Bund ihres Landes unzufrieden sind, dabei, für Finnland eine neue Partei zu gründen, berichtet das Blatt Neuigkeitstag Sozi [Uutispäivä Demari].

Laut dem Blatt möchte sich eine Gruppe, die sich Grüne Partei nennt, von den derzeitigen Grünen absetzen, da diese nach Ansicht der Gruppe von den Kräften des Marktes gegängelt werden und der Umwelt mehr Schaden zufügen als traditionelle linksgerichtete Parteien.

- Es ist furchtbar, mit ansehen zu müssen, was die Grünen alles anrichten. Wir machen zwischen der bürgerlichen Sammelpartei und den gegenwärtigen Grünen keinerlei Unterschied, sagt der Sprecher der Radikalgrünen, Ville Rantanen, in der Sozi-Zeitung.

Die Partei wartet derzeit darauf, als eine offizielle Vereinigung registriert zu werden. Bei den Wahlen zum Reichsparlament wird man die Radikalgrünen jedoch nicht zu sehen kriegen, denn sie glauben nicht an die Fähigkeit des Reichstags, große Veränderungen zu bewirken. Für die Gemeindewahlen dürften hingegen sehr wohl Mitglieder der Partei als Kandidaten aufgestellt werden.

Die Zielstellung der neuen Partei ist es, vom Kapitalismus loszukommen und eine Umweltrevolution zu verwirklichen, indem als Beispiel vom privaten Autofahren abgewichen und vehement der Energieverbrauch gedrosselt wird.

Der Gruppe gehören ein paar Dutzend Mitglieder an, die zum größten Teil junge Umweltaktivisten sind.

11
Nov
2009

Das denkbar größte technisch-strategische Hindernis auf dem Weg zu einer allgemeinen Abschaffung des Geldes

Laut neuesten Nachrichten wird der koreanische Mobiltelefonhersteller Samsung ein eigenes Handy-Betriebssystem mit Namen Bada, offen für alle möglichen weiteren Adaptionen, anfang Dezember zum Einsatz bringen. Neue Handy-Betriebssysteme sind in letzter Zeit bereits etliche zur Anwendung gekommen, um das Symbian-System von Nokia, das lange Zeit als das die Branche beherrschende System galt, auszustechen. Auch Googles Androidsystem und Apples iPhone stellen unter anderen, ganz nach klassischer Manier skrupellos wundersamer marktwirtschaftlicher Geldvermehrung, eine scharfe Konkurrenz dar für die Nokianer.

Alles schön und recht. Aber so, auf diese Tour, wird man nie von diesem Grundübel auf der Welt, dem Geldkapitalismus abrücken können, um letztendlich, der denkbar erstrebenswerteste Zustand der Menschheit, dahin zu gelangen, daß eines schönen Tages die Saat des Bösen, die letztlich schlechte Idee des Zahlungsmittelwarenverkehrs, aufgegeben und fallengelassen, sprichwörtlich also das Geld abgeschafft werden kann.

Es kann von den industriell-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen her nur einen einzigen Weg geben, der zur Überwindung des Kapitalismus und des Geldes führt, und dieser Königsweg heißt: weltweit allseits identische Betriebssysteme für alle gleichen Sorten von Produkten annehmen, und nicht, wie es die Mobiltelefonhersteller heute machen, immer wieder neue, von einander abweichende Systeme entwickeln und einsetzen, um sich gegenseitig zu übertrumpfen. Das ist doch alles Quatsch! So kommt man nie vom Geld weg. Letzteres wollen natürlich die Herren oder Damen auf den Chefetagen der entsprechenden Firmen nicht wahrhaben. Hierzu gibt es keine Frage. Die Menschen aller Völker sind aber andererseits längst mehrheitlich genau da dagegen, sie sind nämlich vernehmlich, wie aus einer jüngsten Studie hervorgeht, des Kapitalismus und des Geldes überdrüssig geworden.

Jammerschade ist nur, daß sich noch kaum ein Mensch, außer meiner Wenigkeit und ein paar anderer Versprengter, das Kind beim Namen zu nennen traut. Man kann nicht einfach sagen: "Wir sind eigentlich gegen den Kapitalismus" und dann darauf hoffen, daß die Aussage, wenn auch noch so laut und weithin wahrnehmbar vorgetragen, dahingehend etwas bewirken würde, um von Stein des Anstoßes loszukommen, ohne im gleichen Atemzug den Ruf danach ergehen zu lassen, was man sich denn dann anstelle des Kapitalismus wünschte — einen panvoluntaristischen Markt, in dem jeder irgendwie geartete Zahlungsmittelverkehr völlig ausgeschaltet wäre und jeder Mensch nach seinen Kräften und seinem Willen die Gemeinschaft freiwillig mit seiner Arbeitskraft beschenkte, und das Gemeinwesen freiwillig und in vielerlei Form jeden Menschen mit allen möglichen erwünschten Erzeugnissen seinerseits beschenkte.

Ein wahres Paradies liegt da vor unseren Augen in Sichtweite. Es liegt nur an uns, dort, in dieses Paradies, auch einzutreten und ein viel schöneres neues Zeitalter beginnen zu lassen.

Packen wir's doch endlich an, dieses zum Himmel stinkende, verteufelte Geldwesen aus der Welt zu schaffen. Es stellte sich den Menschen kein hehreres Ziel als das hier genannte!

Ohne dem Geld wird das menschliche Leben erst richtig interessant. Dieser Herausforderung, das gemeinschaftliche Leben auch ohne Geld meistern zu können, Herr zu werden, das dürfte doch mit Abstand das Größte auf Erden sein! Ich bin mir sicher, daß die geldlose Zeit kommen wird. Warum also dann nicht schon binnen Kürze, noch zu unseren Lebzeiten?!


Wie-schoen-waer-doch-diese-Welt-wenn-es-dieses-Geld-nicht-mehr-gaebe

6
Nov
2009

Eines Landes Erinnerungsspeicher verschiebt den Menschen vom Traum zum Geld hin

Ein Zweierteam aus einem Regisseur und einer Regisseurin, das West-Sibirien in Bildern eingefangen hatte, verdichtet die Geschichte Finnlands über 11'000 Jahre hinweg auf 84 Minuten.

- Es ist nicht wahr, daß wir gekommen sind, um auf der Erde zu leben. Zum Schlafen kamen wir. Um Träume zu schauen.

Das Gesicht einer Frau wird aus einer Entfernung von zehn, zwanzig Zentimetern eingeblendet, die Wörter, die sie von sich gibt, kommen ruhig gesprochen daher und veranlassen dazu, innezuhalten. Es konkretisiert sich in ihnen der Ausgangspunkt des neuesten Werks des als Porträtist West-Sibiriens bekannten Regisseurenpaares Markku Lehmuskallio und Anastasia Lapsui. Eines Landes Erinnerungsspeicher verdichtet den Zeitabschnitt von 11'000 Jahren auf dem Gebiet des gegenwärtigen, nacheiszeitlichen Finnlands auf 84 Minuten.

- Am Anfang schauten wir Träume. Jetzt schauen wir nach Geld, sagt Lehmuskallio.

Der Film ist eine Reise zum Menschen anhand der Spuren, die von ihm zurückgelassen wurden. Lehmuskallio und Lapsui sind der Ansicht, daß, obgleich ein Dahingeschiedener nicht mehr anwesend ist, dessen hinterlassene Spur sehr wohl weiterexistiere. Lehmuskallio geht in seinen Gedanken sogar noch ein Stück weiter. Er glaubt, daß ein jeder in seinem Inneren die Gedächtnisspur der vergangenen Geschlechter trägt.

- In uns allen befindet sich das Wissen der vorangegangenen Generationen, aufgezeichnet in unserem Unterbewußtsein. Würden wir in einen entsprechenden Rauschzustand versetzt, stiegen in uns, um von uns geschaut zu werden, Gesichter auf, die uns von hinter Tausenden von Jahren her zufliegen würden. Ich bin Ich und die vorausfolgenden Generationen. Sollte ich keine Nachkommen haben, würde das zu einem Ende kommen. Ein Vakuum übrigbleiben, sagt Lehmuskallio.

Der Film kolportiert kein Schulwissen

Lapsui und Lehmuskallio charakterisieren Eines Landes Erinnerungsspeicher als einen Dokumentarfilm, der jedoch mit den Stilmitteln der Kunst über eine bloße Dokumentation hinauswächst.

- Dies ist ein philosophischer Film, nicht nur eine Aufreihung von Äxten, sagt Lehmuskallio.

In dem Film tritt stark augenfallig der Elche-Kult in den Vordergrund, als dessen eine Erscheinungsform ein im finnischen Huittinen aufgefundener steinzeitlicher Elchenkopf gilt. Der ließ bereits vor Jahren in Lehmuskallio und Lapsui den Wunsch aufkommen, einen Film zu drehen, der auf dem Fund aus der frühen Vorzeit aufgebaut wäre, es ließ sich jedoch zunächst die Finanzierung dafür nicht auftreiben. Das Motiv ließ die beiden aber weiterhin nicht in Ruhe, und als der den Dokumentare-Sektor der Öffentlichen Radio- und Fernsehanstalt Finnlands leitende Ilkka Vehkolahti die Idee einer die Geschichte Finnlands erzählenden Dokumentation in den Raum stellte, griff das Partnerteam zu.

In dem Film ist man beständig in Landschaften der südfinnischen Provinz Satakunta unterwegs. Huittinen, Eura, Pori, Hinnerjoki. Laut Lehmuskallio ist das Ufer entlang des Kokemäenjoki-Flusses die bedeutendste Laufbahn von Erneuerungen gewesen. Für die Kultur des Binnenlandes stehen die samischen Lappen, sowie die in der Ära der Kammkeramik in den Landschaften an den Ufern des ostfinnischen Sees Saimaa gemälten Bilder aus roter Farbe.

- Das Schulwissen ist etwas ganz anderes, als wovon uns die hier nun vorliegende Erzählung berichtet. Wir lasen viel Forschungsmaterial, langsam kam das Bild von den verschiedenen Epochen in uns zur Reife. Der Film stellt eine Stellungnahme seiner Macher vor, sagt Lehmuskallio.

Was die Entwicklung des Menschenstamms und des Menschseins betrifft, so ist der Film von nahezu gnadenloser Aufgeschlossenheit. Lehmuskallio hebt den in Huittinen entdeckten Elchenkopf hervor, ergeht sich in lobenden Worten über dessen Schönheit und sagt, daß es nichts Schöneres gebe.

- Die Schaffensfähigkeit des Menschen hat sich überhaupt nicht weiterentwickelt, viel eher hat sie sich zurückentwickelt, sagt Lehmuskallio.

Fast das gleiche Urteil erfährt das Menschsein. Einen einzigen wahren Schritt nach vorwärts brachte der christliche Glauben, der das Töten von Kindern verbot. Lakonisch stellt Lehmuskallio fest, daß in etlichen Urvölkern das Umbringen von Kleinkindern eine Methode sei, die Population zu regulieren.

- Ich weiß nicht, ob man sagen könnte, daß sich das Menschsein im Laufe der Zeiten entwickelt hätte. In uns allen steckt ein kleiner Hitler, schätzt Lehmuskallio.

In der Erzählung wird kein Punkt gesetzt

Lehmuskallio und Lapsui waren drei Jahre lang an dem Film beschäftigt. Der Film wurde erstmalig im Sommer auf dem Filmfestival von Sodankylä vorgestellt, die offizielle Erstaufführung wird im Januar auf dem DocPoint-Festival von Helsinki stattfinden. Da dazwischen liegt die im Film so vordergründig herausgestellte Provinz Satakunta eingekeilt.

- Wir hätten gerne noch ein Jahr draufgelegt, uns gingen jedoch die Geldmittel aus. Irgendwann muß man denn auch einen Schlußpunkt setzen können, sagt Lehmuskallio.

Im Film selbst wird mit Schlußpunkten sparsam umgegangen. Auf die vorgetragenen Gedichte und Überlegungen hin bleibt gleichsam der Gedanke im Raum zurück, wie der Vortrag fortzusetzen wäre. Das ist auch die Zielvorgabe von Lehmuskallio und Lapsui. Die Erzählungen sind weitgehend abgewogen worden, aber die letzten Gedanken bleiben unausgesprochen.

- Auf diese Weise lebt der Film ein, zwei Tage im Kopf des Betrachters fort, sagt Lehmuskallio.

Der Film fordert zum Nachdenken heraus. Die in dichten Nahaufnahmen vorgestellten Gestalten stellen unter anderem zu den Felsenmalereien der kammkeramischen Zeit fest, daß "das, was wir als Kunst ansehen, eine Unterredung mit unsichtbaren Kräften war", "von den Gräbern der Hammerbeil-Ära oberflächlich nichts zu sehen ist, die Erde nicht spricht", "mit der Eisenzeit die schamanistische Zeit endete, der Elch-Klan für alle Zeiten zu einem Ende kommt".

Der Film mischt die Überlegungen mit historischen Karten, bildender Kunst, Naturillustration, dokumentarischem Material auf. Für eine Erweiterung eigener Klasse sorgt das im Innern eines weißen Würfels angesammelte Volk, das durch die unterschiedlichen Zeiten und Räumlichkeiten hindurch an Ort und Stelle verharrt. Zu Beginn des Films heißt es, daß die Geschichte eine lange und mühselige Reise zum Selbst sein würde. Fand das Regisseurenpaar denn dabei nun zu sich selbst?

- In den Kirchenbüchern ist zu lesen, wer ich bin, sagt Lehmuskallio, lächelt einen Augenblick und taucht wieder in den Gedanken darüber ab, daß im Inneren eines jeden die Spuren der Vorfahren liegen.

Der Film Eines Landes Erinnerungsspeicher [Maan muisti] wurde am 4.11. im Museum von Satakunta in der Stadt Pori vorgeführt, die Regisseure Markku Lehmuskallio und Anastasia Lapsui hielten vorab einen Vortrag dazu. Die Vorstellung war gratis.


Des-Landes-Erinnerungsspeicher
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Amy Martin
Day of Reckoning

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Pressure

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Ein Paradies auf Erden kann es geben

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