8
Sep
2009

Wie sich aus den Puzzle-Versatzstücken um den Tod Michael Jacksons herum ein sinnvolles Bild zusammenstellen läßt

Von Anfang an hatte man bei dem plötzlichen Dahinscheiden Michael Jacksons das Gefühl, daß da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Als dann die näheren Umstände bekannt wurden, die unmittelbar vor dessen Tod obwalteten, fühlte man sich erst recht darin bestätigt.

Nun, da der genaue Zeitablauf der Abgabe der verschiedenen, im Abstand weniger Stunden verabreichten Spritzen mit stark narkotischen Schlaf- und Beruhigungsmitteln in den frühen Morgenstunden bis zum späten Vormittag des Todestages durch den sich sehr sonderbar gerierenden Hausarzt Conrad Murray geklärt ist, deren Abgabe in der angewandten Abfolge den Herzstillstand mit Todesfolge bewirkten des allseits in den Hitradios der Welt mit seinen poppigen MoTown-Liedern mit der eigenartig glucksenden Stimme bekannten Negerkinderstar, der statt erwachsen zu werden, ein selten berühmter Vogel von einem Superstar wurde, ein in einen Weißen umgewandeltes Negergesicht mit den imitierten Gesichtszügen einer Elizabeth Taylor, wird mittlerweile auch auf offizieller Seite von Todschlag gesprochen. Daß es nun zwar heißt, die Staatsanwaltschaft würde prüfen, ob gegen den Hausarzt wegen der Verschuldung des Todes gerichtlich vorzugehen wäre, daß aber offensichtlich doch stillschweigend davon abgesehen wird, müßte die Öffentlichkeit eigentlich umso stutziger machen. Doch ist durch das lange Hinhalten bis zur offiziellen Bekanntgabe des Resultats der Autopsie, das aber inoffiziell bereits längst durchgesickert war und in allen Medien breitgetreten wurde, das öffentliche Interesse an dem Fall derart überstrapaziert und erschöpft worden, daß es schlußendlich gänzlich erlahmt scheint, und kein Mensch mehr aufmucken und lautstark reklamieren will, warum die ganze Geschichte jetzt auf einmal eingeschlafen zu sein scheint - und offensichtlich keiner, auch kein Ankläger, mehr daran denken will, in der Sache einen Gerichtsprozeß zu eröffnen.

Könnte dahinter Taktik stecken?

Besonders auffallend am Verhalten des Hausarztes ist die Tatsache, daß er nach der Abgabe des Narkosemittels Propofol um 10.40 Uhr für zwei Minuten auf die Toilette geht, innerhalb genau welcher Zeit der Atemstillstand seines Patienten eintritt, und auch die, daß er, nachdem er den älteren Sohn des Star, Prince, benachrichtigt und einen Hausangestellten mit der Aufgabe betraut hat, den Krankenwagen mit einem Notarzt zu rufen, nahezu eine geschlagene Stunde mit privaten Telefongesprächen verbringt. Sehr merkwürdig ist aber auch die Tatsache, daß es sogar noch länger dauert, bis der gerufene Krankenwagen dann tatsächlich eintrifft. Längst zu spät, um das Leben des Star noch retten zu können.

Warum geht der Arzt nicht vorher auf die Toilette, vor er Michael Jackson spritzen geht, wenn er schon austreten muß? Weil er um die fatale Wirkung seiner im Zuge des Medikamentencocktails zuletzt verabreichten Spritze wußte, und er sich davor verstecken wollte? Eigenartig ist auch, daß in den Nachrichten mit keinem Wort erwähnt wird, mit wem er sich in der fragwürdigen Zeit am Telefon besprochen hatte. Könnten es seine Auftraggeber gewesen sein, mit denen zu sprechen er sich in der Todesstunde seines Klienten genötigt sah?

Man beachte aber auch den kurz nach dem Ableben des populären Star, der kurz vor dem Start einer mit großem Interesse erwarteten Konzerteserie stand, der Öffentlichkeit zugespielten Videoclip, in dem ein Michael Jackson auf der Bühne zu sehen ist, der zu einem Song, in dem er singt "All I wanna say is that they don't really wanna care about us" für einen kurzen Moment gar seinen Arm wie zum Hitlergruß ausstreckt und unmißverständlich einen scharf in die Kamera sich bohrenden Stinkefinger in die Höhe fahren läßt. Es war davon auszugehen, daß der weltweit bewunderte Star sich genau der gleichen Gestik, wie auf seinen Proben gesehen, auf den Konzerten bedienen würde. Fürchtete man also etwa bei den Staatssicherheitsbehörden den gewohnt starken Nachahmungseffekt unter den vielen fanatischen Fans des Star, der allein mit seiner Körpersprache und seinen hochstilisierten Gesten und mit der ausgespochenen Thematik sozialkritischer Lieder ganze Massen von Jugendlichen hätte politisch radikalisieren können, und war es deshalb von der amtierenden Staatsräson her erwünscht, daß jener dank der Assozierbarkeit seines Duktus mit dem der extremen oder gar rechtsradikalen Szene schleunigst auszuschalten wäre, noch vor Beginn des erstgeplanten Konzerts in London anfangs Juli?

Man beachte auch, wie der amerikanische Präsident Obama sich davor gewunden hat, den Namen Michael Jacksons auch nur in den Mund zu nehmen, als jener, dazumal in Moskau weilend, also möglichst weit weg und aus der Schußlinie der Medien des eigenen Landes, nach dem plötzlich verstorbenenen, ehedem schwarzen amerikanischen Star und nach dessen Einfluß als Wegbereiter für den Erhalt hoher Ämter von Schwarzen in Amerika befragt wurde. Wie jener auf alle anderen erdenklichen, in der Öffentlichkeit bekannten Schwarzen der Vergangenheit auswich, wo aber doch eben gerade kein anderer und kein geringerer als der weltberühmte Michael Jackson ganz überraschend gestorben war. Der Todesfall war sichtbar ein Dorn im Auge des ersten schwarzen US-Präsidenten.

Man weiß, wie Amerika, das vielfach gebrannte Kind, vor radikalen Elementen im Volk und auf der gesamten Welt, und vor dem Terrorismus und Terroranschlägen sich fürchtet. Man weiß aber auch, wie radikal das Land selbst in Form seiner Vollstreckungsarme wie der des CIA in der Bekämpfung seiner vermeintlichen inneren und äußeren Feinde auftreten kann. Da gab und gibt es bei den Amerikanern kein Erbarmen.

Man kennt es allerdings auch nur allzu gut, wie die Amerikaner andererseits gerne weit übers Ziel hinausschießen.

Wäre denn wirklich zu befürchten gewesen, daß plötzlich ein Heer von jugendlichen Fans weltweit in Imitation von Michael Jackson, wie der sich auf der Bühne gegeben hätte, sich gegenseitig auf den Straßen mit dem Hitlergruß zum Beispiel gegrüßt hätte, und allein von daher anfälliger als sonst gewesen wäre für rechtsextreme, gewaltbereite Ideologien?

Ich glaube, nein! Man hätte ihm als dem King of Pop solche Gesten wohl als eine Art überzogener Theatralik eines leicht durchgeknallten Weltstar durchgehen lassen, und sich dabei gedacht, daß solche Handzeichen einzig einem Megastar von dessen Größe zustehen, und daß es nur einem solchen ansteht, während eines Konzertes auf der Bühne entsprechend herumzutollen und aufzufallen.

Man ist fast geneigt zu sagen, wenn dem wirklich so sein sollte, wie ich schwer vermute, daß wiederum einmal ein unschuldiges Lamm geopfert wurde. Und es könnte leicht sein, sollte die Wahrheit im Fall Michael Jackson ans Tageslicht kommen, daß zum Schluß der Schuß noch nach hinten losgeht.

4
Sep
2009

Die Wahrheit sieht etwas anders aus als vielfach "erwartert" - Thema: Bettler in Europa

Ein auf seinen Knien kauernder Bettler ist im Straßenbild der Städte ein relativ neuer Anblick. Als die EU sich ausweitete und das Überschreiten der zwischeneuropäischen Grenzen frei möglich wurde, kreuzten im Jahr 2007 auf den Straßen auch von Helsinki und in anderen Städten bettelnde Roma-Zigeuner aus Osteuropa auf. Bald fing es dann damit an, daß wegen ebenjenen und bei etlichen derer wegen ihren mitgeführten Kindern Forderungen nach einer Regelung der Zustände mit diesen Leuten an die Behörden herangetragen wurden.

Die Bettler zeigten zunehmend in den Spalten der Zeitungen auch ihre Präsenz. Der Stadtreporter der Helsingin Sanomat Kimmo Oksanen zog aus, um über die Bettler zu berichten.

Die Feldgänge von Oksanen fielen in Wirklichkeit viel länger aus als eine reine Nachrichtenberichterstattung dies vorausgesetzt hätte. Nur selten dürfte ein Journalist in der Aufarbeitung eines Themas derart in die Tiefe gehen, als wie Oksanen es getan hat. Er stellte Roma-Bettler in Interviews auf der Straße zur Rede und oftmals zog er mit ihnen tagsüber umher. Sie erhielten Namen und Gesichter. Oksanen stellte sicher, wie es mit der Vorgehensweise gegen die Leute auf seiten der Behörden aussieht, sah sich auf Tagungen zum Thema Bettler in Europa um, und verschaffte sich die Daten zur jeweiligen Situation der Bettler in den verschiedenen Ländern. Fahrten nach Rumänien in die Heimatdörfer der Roma-Zigeuner und Besprechungen mit den Behörden vor Ort brachten Licht in die Lage der Bettler in deren Ausgangsland.

Eine jüngst veröffentlichtes Pamphletschrift in Form eines Buches - Das Reich der Bettler - trägt den treffenden Untertitel: "die Wahrheit über die bettelnden Roma-Zigeuner... nebst anderer Lügen". Als ein Abendblatt dem Volk die Wahrheit bezüglich der Bettler von Helsinki zu verklickern versuchte, machte es den Anschein, als wäre das Blatt mit seiner Stimmungsmache ein Abklatsch der üblichen Leser-Diskussionsforen. Anscheinend kannten die Eskribenten auf den Foren Hintergründe des Bettelns und Querverbindungen zur Kriminalität besser als die Polizisten. Fallbeispiele, die als gesicherte Tatsachen gehandelt wurden, verflüchtigten sich jedoch meist bei näherem Nachforschen allesamt. Die Polizei ist für Oksanen wohl auch eine Quelle von Informationen gewesen, allerdings konnten selbst mit deren Hilfe zu den "gesicherten Fällen" keine Beweise beigebracht werden.

Dem Journalisten flogen die landläufigen Meinungen verärgerter Mitmenschen um die Ohren, da die Erkenntnisse deren Erwartungen nicht entsprachen: "Den Lesern meiner Berichterstattungen genügte es nicht, daß ich über die Bettler berichtete, was ich über sie in Erfahrung gebracht hatte, sie wollten zum Thema Bettler etwas schlechteres zu hören kriegen." In Medien verschiedener Länder wird zwischen Roma-Zigeunern und der Kriminalität im Land das Gleichheitszeichen gezogen, stellt Oksanen ernüchtert fest.

Das Pamphlet von Oksanen stellt eine ungeschönte und straßenglaubwürdige Reise in die Welt der Roma-Bettler vor. Er läßt diese ihren Anfang nehmen, indem er sich über der frommen gebetsgleichen Gestensprache der Bettler aufregt, auf eine feindselige Haltung trifft und mit Lügenmärchen und derlei Geschichten konfrontiert wird. Während er sich langsam nach vorne arbeitet, glaubt er längst nicht mehr allem, was er hört und sieht. Als sein Ausgangspunkt als Journalist gilt das Infragestellen - darin unterscheidet er sich nicht von Kommentatoren der Zeitungsgeschichten -, es kommen bei ihm jedoch noch Befragungen und Nachforschungen hinzu. Außerdem setzt er sich neben den Bettlern auch mit Politikern und den Behörden, und mit Tagungsteilnehmern und den Medien auseinander.

Die Roma stellen keine einheitliche Gruppe dar. Außer den Bettlern, die mit Bechern unterwegs sind, sind die Feilbieter von Blumen und Tand, Musikanten, auch Diebe ins Land gekommen. Überallumher auf der Welt sind Verbrecherringe am Operieren, in Finnland sind die aber nicht nachgewiesen werden.

Friedvolles Betteln ist nach finnischem Gesetz wie auch nach den Gesetzen vieler anderer Länder kein Vergehen.

Desungeachtet wird von der Polizei verlangt, daß sie die Bettler vertrieben. Im allgemeinen werden für die Zigeuner keine Staatsmittel ausgegeben, könnte es doch zu ihrer Ausweisung führen, sollten sie in der Sozialhilfe ihre Zuflucht suchen wollen. Alles in allem besehen, wird es eher abgewogen, welche Probleme den Behörden aufgrund der Roma entstehen, als daß man sich mit den Problemen der Roma selbst befasste, muß sich Oksanen wundern.

Als Ziel gilt, die Roma-Zigeuner dazu zu bewegen, in ihr Heimatland zurückzukehren. Dies gelingt unter anderem dadurch, daß ihnen zum Beispiel angedroht wird, ihre Kinder in Gewahrsam zu nehmen. Die eigentlichen Gründe, warum gebettelt wird - Armut, jahrhundertelange Unterdrückung, Arbeitslosigkeit, Rassismus - stehen zu weit abseits, um überhaupt in Erwägung gezogen zu werden. In den Augen des rechechierenden Journalisten sehen die Verhältnisse an den Orten, wohin die Leute zurückgeschickt werden sollen, ganz anders als auf den Papieren der Behörden; traurig und bedrückend.

Der längere Zeit für eine Hilfsorganisation tätige Finne sagt, daß es zur Lösung all der Probleme nicht eine einzige richtige Methode geben kann. Die Roma sind kein in sich geschlossener Haufen von Menschen. Ein jeder ist Teil einer eigenen persönlichen Lebenssituation. Was sie alle verbindet, ist die anhaltende und in den letzten Jahren aufgrund den Verhältnissen bei ihnen zuhause noch schlimmer gewordene Armut.

Das Pamphletbuch bietet auch ein glückliches Beispiel dafür an, wie sich die Situation der Roma verbessern läßt. Andererseits tauchen aber auch neue Probleme auf, wie zum Beispiel die gezielten Angriffe, denen die Roma in den Ländern Südeuropas ausgesetzt sind. Genau deretwegen geht die Reise eines manchen von jenen in Richtung Norden.

Auf der gegenwärtigen Etappe seiner Erkundigungen, im Zuge derer aus einem Zweifler ein Besorgter geworden ist, ist Kimmo Oksanen des Glaubens, daß den Roma-Zigeuner sehr wohl zu helfen ist, und zwar so wie man zum Beispiel auch Rumänien als Land auf die Beine geholfen hat. Alle, denen geholfen gehörte, sollten gleichsam mitbedacht werden. Der Weg ist ein langer. Für ein Vorankommen wird außer den richtigen Maßnahmen des Heimatlandes der Roma die europäische Union gefordert sein - und von den Roma selbst darf man auch etwas fordern, bemerkt Oksanen.

"Vor allem glaube ich jedoch, daß der Aufstieg der Roma-Zigeunern von deren Kindern ausgehen muß. Wenn die durchtriebenen Roma-Kinder erst zur Schule gehen werden, zu verständigen, an sich selbst wie auch an die sie umgebende Gesellschaft mehr Ansprüche stellende Menschen herangebildet werden, sind sie nicht mehr auf irgendjemandes Almosen angewiesen, sondern sie werden sich selber zu helfen wissen."

Die von Oksanen aufgelisteten Rezepte sind weltweit bekannt. Von den Straßen werden die Bettler vorläufig nicht so schnell verschwinden, und auch nicht auf den Klatschspalten der Schmierenblätter. Die Bettler weisen den Wohlstandsbürger daraufhin, wie naheliegend es in Europa äußerste Armut gibt. Dank des aus den Zeitungsberichten erhaltenen Feedback und seinen sonstigen Erfahrungen hatte Oksanen auch noch darüber etwas zu schreiben geliefert bekommen, wie mit den Bettlern ein weiterer Sachverhalt aufgedeckt werden konnte: auf dem Gebiet der europäischen Union leben, versteckt oder auch bekanntermaßen, Hunderttausende von rassistischen Einfaltspinseln.

Als eine Fortsetzung der Beschreibung der Reise von Oksanen konnte man im Sommer 2009 in den Nachrichten lesen, wie die Bettelei auf den Straßen noch aggressiver denn je geworden sei. Daran kann kein Zweifel bestehen, wenn man der meinungsbildenden Öffentlichkeit und den Diskussionsforen Glauben schenken darf. Aus einschlägigen Studien liegen kaum Übersichten von Daten dazu vor. Wenn ein Klima der Furcht und des Hasses geschaffen wird, bekommt man Politiker dahin, daß sie aktiv werden - zu wessen Nutzen sie auch immer dann aktiv werden. Wollte nur irgendeiner von ihnen zuvor das Pamphlet von Oksanen lesen.

3
Sep
2009

"Wer als Mann sein Auto liebt, dürfte keine Frau richtig lieben können"

Vom Geschäftsführer fürs Verkaufswesen der Audi-Vertretung Finnlands vom Stapel gelassene Kommentare in Bezug auf Frauen sind im Internet auf heftige Gegenkritik gestoßen. Der leitende Angestellte Esko Kiesi hatte in einer auf Leser, die mit der Vermarktung von Produkten zu tun haben, abzielenden Sondernummer der Zeitschrift Anna die Frau mit dem Auto verglichen und bemerkt, daß die Frau mit Führungsaufgaben in einem Betrieb dank ihrer Emotionen nicht so richtig zurecht komme.

Die Begriffe des Geschäftsführers Esko Kiesi davon, was eine Frau ausmache, haben in Finnland die Gemüter der Menschen in Wallung gebracht. Die Diskussionen im Internet zu den in der Illustrierten Anna vorgestellten Ansichten von Kiesi laufen heiß.

"Eine Frau ist sowohl physisch, psychisch, als auch von ihrem Gefühlsleben her ganz anders als ein Mann. Deswegen schneiden Frauen in führenden Positionen oft schlechter ab: sie lassen in verkehrten Situationen Emotionen walten, wobei oft das Gefühl vor den Verstand tritt," sinnierte Kiesi in einem Interview.

Außerdem sagte Kiesi aus, daß, wenn eine Frau sich weigere, zu bügeln und im Haus sauber zu machen, einer Beziehung bald die Luft ausgehen würde.

Der Vorgesetzte von Kiesi hat bereits auf den Netz-Seiten der Zeitung Helsingin Sanomat, die als erste das Interview mit Kiesi zitierte, die Redensarten seines ihm unterstehenden Angestellten bedauert.

Im Internet wird die Kiesi-Geschichte zum Teil als ein trauriger Witz, zum Teil als ein herber Ausbruch von Chauvinismus aufgenommen. Ein Teil ist der Anschauung, daß auf der Führungsebene in den Betrieben im Bereich der Gefühle allgemein eine Behinderung zu beobachten sei. Ein eigener Anteil an der Kritik ist auch der Automarke Audi zugefallen.

Als das Kommunikations-Medienunternehmen
Soprano gestern zu dem Thema an Arbeitnehmer des privaten und öffentlichen Sektors eine E-Mail-Befragung verschickte, gingen in ein paar Stunden über 2'000 Antworten ein.

"Diese hat sämtliche früheren Befragungen übertroffen," sagt die stellvertretende Geschäftsführerin bei Soprana, Riitta Auvinen.

Ein Großteil derer, die auf die Befragung durch Soprano hin antworteten, ist der Meinung, Kiesi sei ein Chauvinist. Knapp die Hälfte hält dessen Betragen für nicht seiner Position würdig und erwartete eine öffentliche Entschuldigung. Ein gutes Drittel der Antwortschreiber schlägt vor, daß Audi den Geschäftsführer fürs Verkaufswesen an die Luft setzt. Ein Teil ist des Glaubens, daß Kiesi von sich aus ausscheiden wird.

Über 60 Prozent derer, die auf die Befragung eingingen, sagt, daß das Image von Audi unter dem Skandal zu Schaden komme. Das Blatt Anna wird hingegen mit lobenden Worten bedacht, dafür, daß es die persönlichen Ansichten veröffentlicht hat.

Ganz konsequent wird jedoch auch Kiesi nicht gefedert und geteert. Nahezu jede(r) vierte vertritt die Auffassung, daß er in Sachen Humor unterwegs gewesen sei, und etwas weniger als 60 Prozent sieht die Dinge so, daß in der Angelegenheit aus einer Mücke ein Elefant gemacht würde.

2
Sep
2009

Unterm runden Gewölbe kommt Geschichte in Bewegung

Der kommende Samstag wird für die katholische Kirche Finnlands ein historischer sein. Im Dom zu Turku wird eine Festmesse abgehalten, in deren Zusammenhang die Kirche ihren neuen Bischof in Finnlands Nationalheiligtum in Empfang nehmen wird. Kirchenvater Teemu Sippo wird der erste aus Finnland stammende katholische Bischof des Landes seit Anfang des 16. Jahrhunderts, seit Arvid Kurki sein.

Der Mainzer Bischof
Kardinal Karl Lehmann wird ihm im Hauptamt dafür die Weihen verleihen und den zweiten zur Verabreichung der Würden Mitwirkenden wird der vorhergehende Bischof von Helsinki, der Moraltheologe Józef Wróbel aus Polen stellen.

Der 62-jährige Kirchenvater Teemu Sippo wechselte in den 1960er Jahren, als er in Tampere aufs Gymnasium ging, zum katholischen Glauben über.

"Der Entschluß ist mir selber auf seine eigene Weise immer noch ein Rätsel," sinnt Sippo nach.

"Oft habe ich gesagt, die Wahl kam für mich als ein Geschenk. Ich fand eine geistige Heimstatt: die katholische Kirche zog mich unweigerlich auf ihre Seite, die Messen, die Autorität des Papstes, das Klosterwesen. Späterhin, als ich gemeinsam mit Tausenden von Menschen an Messen teilnehmen durfte, sind meine Freude und meine Kräfte um ein vielfaches gewachsen."

Das bei offiziellen Anlässen auf den Namen von Kirchenvater Sippo folgende Kürzel SCJ bedeutet Bruderschaft der Priester des heiligen Herzens Jesu (
Sacerdotes Cordis Jesu). Sippo legte 1970 in der Bruderschaft seine ersten Gelübde ab. In der Universität zu Freiburg, an der er 1976 abschloß, studierte er auf Diplomtheologe.

Sippo wurde 1977 in der Kirche des Heiligen Kreuzes zu Tampere zum Diakon und im gleichen Jahr in der Kirche der Heiligen Maria zu Helsinki zum Priester geweiht. Hernach hat er in der Gemeinde von Jyväskylä und in der von Helsinki Funktionen innegehalten, unter anderem als Pfarrherr und Leiter des katholischen Informationszentrums. In den letzten Jahren hat Sippo das Amt des bischöflichen Vikars für ökumenische Angelegenheiten bekleidet.

Als Bischof Wróbel letztes Jahr eine Ernennung nach Polen zum stellvertretenden Bischof von Lublin erhielt, wurde der Kirchenvater Sippo zum Geschäftsführer des katholischen Bistums von Helsinki gewählt.

Die Epoche des für konservativ gehaltenen Wróbel als führender Kopf der Katholiken im zumeist evangelischen Finnland rief in einem Teil der Gemeindemitglieder starke Kritik und auch scharfe Widersprüche hervor. Sippo stimmt der ganzen Kritik nicht zu, er hebt jedoch hervor, daß die Befriedung der Gemüter eines seiner Leitsterne sei.

"In mancher Hinsicht hat sich die Atmosphäre beruhigt und es gibt auch keinen größeren Zwist."

Die Wahl eines Bischofs aus dem eigenen Land ist laut Sippo in den skandinavischen Ländern bereits zur Praxis geworden. Der Bischof von Stockholm ist ein Schwede, der von Oslo ein Norwege und der von Kopenhagen ein Däne. Im Laufe der Jahrzehnte vor der Wahl von Sippo sind die Bischöfe Finnlands und ein großer Teil der Priesterschaft in erster Linie Holländer und Polen gewesen.

Die Ökumene hat nach Ansicht des neuen Bischofs den Katholiken Finnlands gute und vertrauliche Beziehungen sowohl zur evangelisch-lutherischen Kirche als auch zu den Orthodoxen eingebracht.

"Mir scheint, daß die Pionierstage der Ökumene bereits vorüber sind."

"In den 1970er und 1980er Jahren war die Verlockung des Neuen daran geknüpft. Obwohl es im Laufe der Jahrzehnte keine großen Sprünge nach vorn gegeben hatte, bestimmt heute im großen und ganzen der ökumenische Gedanken die Branche. Es läßt sich feststellen, um es neuzeitlich auszudrücken, daß das Markenzeichen der Ökumene sich bewährt hat."

In der Sicht von Sippo zeige die gemeinsame Erklärung bezüglich der Gestaltung eines rechtschaffenen Lebens die Annäherung auf. Andererseits gehöre die Priestertumsfrage weiterhin zu den Faktoren, an denen sich die Geister scheiden.

Sippo will nicht in Abrede stellen, daß das Streben nach einheitlichem Denken zuweilen in der in gar Hunderte von Glaubensgemeinschaften aufgespaltenen christlichen Welt unrealistisch und utopisch wirkt; trotzdem sei darauf hinzuarbeiten, da es keine Alternative dazu gäbe.

"Jesus hat nicht viele Kirchen gegründet, sondern nur eine," betont Sippo.

"Das Gebet hilft; einzig der Heilige Geist kann die Einheit zu Wege bringen."

Die Gemeinschaft der katholischen Gläubigen Finnlands setzt sich insgesamt aus gar über 70 Nationalitäten zusammen. Dies stellt nach Meinung von Sippo eine große Bereicherung dar.

"Das starke Nationalgefühl der Polen befördert zum Beispiel einen andersgearteten Katholizismus als wie er etwa bei den Italienern anzutreffen ist, in deren Heimatland der Katholizismus niemals bedroht gewesen war," ruft der neue Bischof in Erinnerung.

Teemu Sippo hat das Wort Christus - fons vitae bzw. Christus - die Quelle des Lebens zu seinem bischöflichen Wahlspruch gemacht.

"Mein Grundgedanke ist einfach die Ermahnung: wagt es, Christen zu sein! Man muß den Mut aufbringen, auf Christus zuzugehen und aus ihm und dem Evangelium heraus zu leben; darin erfüllt sich das große Geheimnis des Abendmahls, das Mysterium. Die religiöse Erfahrung gibt einem Freude, Hoffnung und Sicherheit. Ich habe manchmal das Gefühl, am allerinnigsten die Messe zu zelebrieren, wenn ich vor mir nur das auf dem Altar stehende Bildnis des Gekreuzigten sehe."

1
Sep
2009

Die zwangsweise Zukunftsalternative zum Krieg als dem Medium der gewaltvollen Eindämmung der Bevölkerungsexplosion auf der Erde?

Die 6,7-Milliarden-Marke ist von der Weltbevölkerung bereits überschritten. Wir schreiten auf unserem Hausplaneten, der Erde, die all deren vielen Mäuler zu füttern hat, mittlerweile stramm auf die sieben Milliarden zu. In Deutschland ist der Bevölkerungszuwachs trotz der Zuwanderung aus dem Ausland angeblich rückläufig, doch muß man global denken: 7000 Millionen also wird es demnächst von uns Menschen geben. Zwar derzeit immer noch tragbar für unsere Erde; das sind ja nur, wollte man es einmal zum Zwecke des Vergleichs in Gedanken so umstrukturieren, 350 Ballungszentren der Größenordnung der Stadt New York, also nur 350. Das scheint die Erde - so klein ist so ja nun auch wieder nicht - schon noch zu verkraften.

Die Geschwindigkeitsrate, mit der sich die Weltbevölkerung vermehrt, wird allerdings auf der anderen Seite dank der sehr hoch ausfallenden Geburtenraten der ärmeren Länder, in denen das Gros der Menschheit lebt, zusehends rasanter. Längst haben die Statistiker errechnet, in welch immer kürzeren Zeitabständen die gesamte Erdbevölkerung sich verdoppelt. Ich weiß es nicht genau, wie die letzt ermittelten Zahlen hierzu liegen.

Als Mensch wünscht man sich selbstverständlich, daß unser einzigartiges Menschengeschlecht alle Zeiten überdauert und so lang als nur irgend möglich weiterhin Bestand hat. Wie könnte es aber in 300, in 500, oder gar in tausend Jahren hier auf unserem Erdball ausschauen, wenn es nicht nur 350 Städte der Größenordnung New York, sondern derer 1'000, 5'000, 10'000, ja gar 100'000 oder noch mehr gibt?

Was für Schreckensszenarios sind für die Zukunft denkbar, wenn die Grenze überschritten ist, und die Erde längst nicht mehr alle Menschen ernähren wird können? Werden sich Menschen eines Tages gegenseitig abschlachten und Schreckensnachrichten in einer über alle Maßen geplagten Zeit kursieren, die davon berichten, "mittlerweile, zusammengenommen auf allen Erdteilen, werden pro Jahr eine Million Menschen von verzweifelt verhungernden Mitmenschen gemordet und verspeist"?

Es darf nicht und es wird - hoffentlich - nie so weit kommen. Die Menschlichkeit des Menschen sollte letztlich auch in diesem krassen Punkte, wenn es ums nackte Überleben der bevölkerungsmäßig ins Kraut schießenden Massen geht, obsiegen! Doch, wenn es angesichts der argen Verschlimmerung der Ernährungsprobleme einfach nicht mehr anders zu machen ist, kann es sehr wohl dazu kommen, daß das menschliche Gesicht der künftigen humanitären Lösungen dieser Probleme sehr rigide dreinblicken wird, und notgedrungen sehr rigide Maßnahmen durchgesetzt werden müssen.

Es wird sich in zukünftigen Tagen wohl oder übel, um sicherzugehen, dieses Bevölkerungswachstum von uns nicht nur stagnieren zu lassen, sondern nach Möglichkeit tunlichst sogar abzubauen, nicht vermeiden lassen, daß folgender Fall eintreten wird:

Man wird ab einem gewissen Grenzwert weltweit dazu übergehen müssen, bei sämtlichen präpubertären Kindern mit einem eigens dafür entwickelten, ihnen im Einschulungsalter (also mit Ausnahme der Kinder der in den Urwäldern lebenden Eingeborenenstämme) verabreichten Impfstoff dafür sorgen, daß alle Menschen von vornherein reversibel geschlechtlich unfruchtbar gemacht sind. Alle zeugungsfähigen und zeugungswilligen Menschen, solche, die also gerne eine Familie mit Kindern hätten —— es wird uns hoffentlich die chinesische Variante der Ein-Kind-Familie erspart bleiben (es gehen aus Mehrkinderfamilien auch so schon zuviele Egoisten hervor) —— werden sich dann bei einer weltumgreifenden Zentralstelle, dort, wo eine Weltbehörde für den Nachwuchs der Menschen ihren Sitz haben wird, melden können, und hoffen, daß sie zu den Glücklichen zählen werden, die nach dem Zufallsprinzip ausersehen werden, dem Kontingent der jährlich geduldeten, nach einem Quotensystem über die verschiedenen Kontinente verteilten, kindererzeugenden Familien zugeschlagen zu werden.

Nur so dürfte für meine Begriffe das übermächtig anschwellende große Problem der Erdüberbevölkerung langfristig in den Griff zu bekommen sein, um ihr nachhaltig Einhalt zu gebieten.

Doch setzte eine solche ultima ratio globalis plebium mundi einen internationalen politischen Konsens voraus, ein welcher nur auf einem überstaatlichen Beschlußfassungsgremium erreicht werden kann, das erstmals noch seinesgleichen sucht. Den Vereinten Nationen von heute fehlte nämlich dafür der dafür unerläßliche Entscheidungsträgerkopf.

Das einzige, was hierbei nun zu befürchten steht, ist dies, daß man sich selbst bis anno dazumal, wenn die Zustände auf der Erde noch tausendmal schrecklicher sein werden, als es sich bereits heute am sich verdunkelnden Horizont abzeichnet, nicht einmal ansatzweise zum notwendigen Konsens bezüglich einer zwangsweisen Eindämmung der Bevölkerungsexplosion durchgerungen haben wird, und schlußendlich ein höchstgenervter Führer eines mit dem Hungertod und dem gewaltsamen Überleben seiner Leute unablässig kämpfenden, nuklear aufgerüsteten Landes dem gesamten Planeten irgendwann den Gnadenstoß versetzt, und die sämtliches Leben auf der Erde auslöschende Endzeitbombe zündet.

Damit dieses Horrorszenario gar nie erst zu befürchten steht, auch nie in zukünftigen Menschengeschlechtern, wären die Regierungen der heutigen Welt bereits dazu aufgerufen, konstruktiv und kooperativ der Abwendung der existentiellen Probleme der Menschenrasse hinzuzuarbeiten. Der unsere schöne Erde vernichtende menschenbedingte Super-GAU darf einfach nicht passieren.


Die-Eindammung-der-Bevolkerungsexplosion-geht-auch-ohne-Krieg

30
Aug
2009

Reines Wunschdenken oder, neben dem Zauber beim Sex, doch das Höchste der Gefühle?

Nach meinem etwas gewagten Versuch einer Erklärung des Vorgangs der Schöpfung der Arten des Lebens durch den hohen Einfluß eines subtil dahinterstehenden, in gewaltigen Schwingungen wabernden Urgeistes, der sich meditativ innerhalb des kosmischen Aggregats der konstellaren Gravitationswellenfelder manifestiert, nach dessen verschiedenartigsten Gesichtern seines tausend- und abertausendfach in sich aufspaltenden Wesens die höchst unterschiedlichen Formen des Lebens im Zusammenklang mit den auf der Erde zum Ausbruch gebrachten elementaren Naturkräften ursprünglich voraus-"gefühlt" und hervorgebracht (und durch eine naturinterne Evolution feingestimmt) worden sind, will ich nun für die Zeit von heute, da in dieser Welt längst die Menschen mit ihrer durch den eigenen intelligenten Eingriff in die Natur der Dinge die vorhandenen Elemente und die Naturgesetzlichkeit machtvoll wälzenden Kreativität das Kommando des Geschehens auf dem Planeten übernommen haben und der Akt der originären Artenschöpfung längst abgeschlossen scheint, die interessante Frage aufwerfen, was aus ebenjenem Schöpfergott eigentlich geworden ist, nachdem mit dem Fortlauf der Zeitalter dessen Wirken sich total erschöpft hatte und heute scheinbar überflüssig geworden ist.

Obschon er sich zur Ruhe gesetzt zu haben scheint, wird jedoch nach wie vor in den verschiedensten Kulturen und Religionen bis auf den heutigen Tag zur Erbauung und, um bei ihm um Beistand zu flehen, jenes geistige Überwesen angerufen, wohingegen allerdings wiederum andere geistige Größen auch schon mal deklamieren, "Gott ist tot". Ersteres scheint den Menschen, eben dank jener "göttlichen" Abkunft, allgemein in die Gene geschrieben zu sein, und letzteres ist bei den Freigeistern, die so denken, insofern verständlich, als allem Anschein nach zu keiner Zeit dieser Gott sich je genötigt gesehen hat, wie es manchmal vielleicht durchaus wünschenswert hätte sein können, einmal mit seiner ganzen ihm von seinen gläubigen Anhängern zugesprochenen Allmächtigkeit auf der Erde seine Präsenz zu zeigen und direktenwegs einzuschreiten, wo es doch immer wieder unter Menschen zu bösesten und brutalsten Verbrechen kommt, die einen reibungslosen Fahrplan der Fortführung "genau seiner" Schöpfung durchkreuzen; geschweige denn, daß ein solcher Gott im Vorfeld von mißlichen Ereignissen je käme oder dazwischenschritte, um sich aufbauende Katastrophen oder sich abzeichnende Ausschreitungen abzuwenden.

Währenddessen auf der anderen Seite zur gleichen Zeit, wie gesagt, viele Menschen weiterhin darauf schwören, daß ihr Gott, (je nach Ausgerichtetsein des Geists) durch den Glauben an ein einheitliches oder departementalisiertes Gottwesen, ihre Gebete erhört, und daß ihnen von daher tatsächlich geholfen ist.

Wohin haben sich in diesen Weiten des Kosmos der mit Schall und Rauch zwischen den Gestirnen einst so gigantisch blitzende und auf die Erde so feingegliedert grobschlächtig einpochende Schöpfervisionär, für den es einst kein schöneres Spiel gegeben zu haben schien, als sich immer wieder aufs neue in neuartig abartigen Lebewesen zu verselbständigen, bis daß er zum guten Schluß, in der einmal angezettelten hartschaligen Energieverkapsulierung hier auf der ergrünten, durchwässerten Erde sich selbst ureigens als Visionär im aufrechtdenkenden Menschen zum Stehen gebracht hat, verzogen?

Seltsam urig ist an diesem ur-einen göttlichen Geist, wie ich finde, daß, wenn es um ihn geht, man nur die richtigen Fragen zu stellen braucht, und man gleichzeitig auch schon die richtigen Antworten dazu geliefert bekommt:

Die scheinbare Verflüchtigung des Schöpfergeists auf der in Menschenhand überstellten Erde von heute ist in Wahrheit keine Verflüchtigung, kein Verschwinden, sondern ein distinguiert mutiertes Übergegangensein ins millionen- und billionenfach aufgeteilte Subjekt des zur Krönung der Schöpfung "im Ebenbild Gottes" erschaffenen Menschen, durch die hochfahrenden geistigen Klimmzüge Einzelner von welchen diese göttliche Wesenheit des Seins sich weiterhin das alle Daseinssphären übergreifende und somit allen Zauber der Schöpfung bewirkende Stratum eines kosmisch-göttlichen Throns mit einer alles überstrahlenden Corona des All-Einen bewahrt, von welcher hohen Stirnwarte aus all jene an einen Gott gerichteten Gebete wundersam erhört werden, so sie "gehört" werden (wobei mithin eine atheistische Grundstimmung in einer Gesellschaft tatsächlich die Potenz von Gebeten anderer, der Gläubigen, schmälern kann).

Jeder Mensch ist also selber ein kleiner Gott - in aller Bescheidenheit, aber in dessen ganzen Größe. Es gibt nämlich keine größere Selbstausgeburt Gottes als den Menschen.

Jeder geschickte Zimmermann, jede umrührige Bäuerin, jeder durchdachte Architekt, jede raffinierte Künstlerin, jeder schlaue Forumsdebattant hier auf Twoday.Net, ist - Frauen auf ihre Art, Männer auf die ihre - die individuell spezialisierte, aber nichtsdestotrotz vollwertige Fortsetzung des ursprünglichen, einst in sich auf die Erschaffung von Arten gesammelten Schöpfergeists, der sich zugleich zusehends differenziert, "aufgelöst" hat.

Und tatsächlich trägt auch genau aus ebenjenem göttlichen Grunde jeder einzelne Mensch die im Bereich einer von Leben behauchten Schöpfung größtmöglich zauberhafte Schöpferkraft in sich: den Zauber, sich durch das natürliche Produkt eines orgiastischen Hochgefühls zu vermehren, neues, heranwachsendes Leben hervorzubringen.

So was kann doch nur ein aus der ganzen Fülle des Kosmos schöpfender Schöpfer fertigbringen. Keine Frage also, wohin sich "der Schöpfer" verkrochen hat, der in grauer Vorzeit in Form eines Wurms einmal geträumt hatte, eine Schlange zu sein, und dann eine solche wurde, der als Schlange einmal geträumt hatte: "ach wie schön wäre es, wenn ich ein Affe wäre", und dann ein Affe wurde, und der aus den Schattengesichtern des Affen sich aus einer neu verlegten Samenquelle als einen ohne einen stützenden Kringelschwanz Aufrechtgehenden eines Tages erweckt sah, und der sich als ein Seher der ersten Menschen als einen Gott eines schönen Morgens auferstehen ließ, und als solcher als deren König aus den Tieren seines Stammes Menschen machte.... Menschen, die mit der Zeit nahezu diese gesamte Geistsphäre in sich aufsaugten und vereinnahmten — und trotzdem - invertiert verdrehte Welt! - je länger sie existieren, desto weniger durchschauen, was es eigentlich genau mit diesem "heiligen Geist", der sie potentiell von Haus aus ausmacht, auf sich hat.

Ich hoffe, mit diesen wenigen Zeilen dazu beigetragen zu haben, ein bißchen mehr für Klarheit in diesen esoterischen Belangen gesorgt zu haben.

So oder so ähnlich, denke ich, erfahren zu haben, daß die Dinge bezüglich Gott und der Welt liegen.

Ich würde mich freuen, auch von Auslegungsmustern dieses kosmischen Spiels anderer zu lesen, sofern diese, wenn auch nicht unbedingt naturwissenschaftlich belegbar, philosophisch Hand und Fuß haben sollten, oder durch mystische Erfahrungen nachzuvollziehen sind.

29
Aug
2009

"Wer glaubt, der Mensch stamme vom Affen ab, soll sich doch gefälligst in den Zoo verdrücken und dort dann auch verbleiben"

Ich will einmal forschen Schrittes direkt in eine in einer finnischen Zeitung (TS Sanomat) angelaufene Diskussion hinsichtlich der Unhaltbarkeit der Evolutionstheorie springen und die vernunftgetragene Argumentation eines unter logischen Gesichtspunkten die Dinge hinterfragenden Lesers herausstellen und hier zur Gedankenanregung und weiteren Diskussion weiterreichen, die welche meines Erachtens den Nagel genau auf den Kopf trifft und sehr klar erhellt, daß sich das Aufkommen der verschiedensten Arten des Lebens auf der Erde ganz anders vollzogen haben muß als, wie vor hundert Jahren vom Wirrkopf Darwin angenommen und seither von der hehren Wissenschaft nachgebetet, durch eine in der Natur sich zufällig ergebende Verästelung der Entwicklung der Arten durch eine vage naturgegebene Auslese — und zwar eben nämlich durch eine in der Vorgeschichte der Erde lange Zeit nicht abreißende Serie von jeweils individuellen Schöpfungsakten in einer von kosmischen Gesichtern im undifferenzierten Urgeist geschauten und in dessen Zusammenspiel mit den Naturelementen besamten Ausgeburt in in bemoosten Quell-Felsnischen oder dergleichen improvisierten Erdmutter-Gebärmüttern — um es hier mal kurz auf den Punkt zu bringen, wie auch in einem meiner Gedichte nachzulesen.

Nun das Zitat des
oben erwähnten Leserkommentars vom 28.8.2009:

"Mit großem Interesse warte ich auf Beweise, die belegen würden, daß die Evolution eine Tatsache ist. Und auf Beweise, die besagten, daß der Mensch von irgendeinem behaarten Urschleim abstamme, wie die Wissenschaftliche Illustrierte [
Tieteen Kuvalehti] vormals behauptete.

Die Wissenschaft forscht nach und entscheidet sich für das eine oder andere, indem sie auf der Grundlage von Annahmen und Beobachtungen Schlußfolgerungen dazu aufstellt, was im gegenwärtigen Augenblick gewußt wird. Am schwersten fällt es dem Wissenschaftler (und dem im Glauben Verankerten) einzugestehen, daß er falsch liegt.

Die Evolutionstheorie ist nicht im geringsten in der Lage, zum Beispiel das Vorhandensein des Auges zu erklären. Entweder gibt es die Fähigkeit, zu sehen, oder es gibt sie nicht, dazwischen gibt es nichts. Kein Tier oder Organismus brauchte ein funktionsuntüchtiges Auge, ein welches die Methode nach der Evolutionstheorie wäre, um eine Sehfähigkeit zu entwickeln. Versucht doch die Evolutionslehre durch Fehler in den Genen und durch natürliche Auslese zum Beispiel gerade auch die Entwicklung des Auges zu erklären. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß es einer Evolution gelänge, rein zufällig ein Auge zu entwickeln, und dazu noch auf die richtige Art und Weise und obendrein für etliche verschiedene lebende Geschöpfe? Zumal es, das Auge, doch bei den Lebewesen auf der Ebene eines Zellenschleims nicht vorkommt, sodaß sich dadurch das Auge allen anderen Lebewesen nicht vererbt haben kann.

Insofern eine Evolution der Arten tatsächlich belegt sein sollte, würde sich bestimmt auch auf diese Frage eine Antwort finden lassen."


Die-Entspringung-der-Arten-aus-Erdmutter-Gebarmuttern

28
Aug
2009

Oben herum groß aufgeblasen und von unten her plattgeredet

Wie man dem ZEIT-Forum dank des häufig sich wiederholenden Themas, um das sich derzeit fast alles zu kreisen scheint, entnehmen kann, wird in deutschen Landen bald wieder einmal durch eine demokratische Wahl des Volkes ein neuer Bundestag beschickt. Was durchwegs auffällt, wenn man die einschlägigen Artikel liest, ist eine offenbar weithin im Souverän grassierende Unzufriedenheit mit den für ihn zur Auswahl stehenden KandidatInnen und einer daraus sich ergebenden allgemeinen Unlust gegenüber dieser rahmenzeitlich vorgegebenen, nun bevorstehenden, oftmals als Bürgerpflicht hochstilisierten einzigartigen Gelegenheit, eine direkte Beteiligung an den politischen Geschicken des Landes, in dem man lebt, wahrnehmen zu dürfen.

Da die periodischen Wahlen für die meisten, die nicht selber den Sprung aufs Feld des politischen Geschachere schaffen und dies nicht wünschen, die einzigen Male vorstellen, da sie als vollmundig zum Mitredenkönnen Aufgewachsene für sich das mündige Gefühl haben können, mal ein eigener kleiner Mit-Strippenzieher auf der abgehobenen Puppenspieler-Ebene der hohen Politik hoch über den szenischen Bühnen des eigenen gesellschaftlichen täglichen Lebens zu sein, außer es schöbe mal einer eine Bürgerinitiative an und leitete diese auch regelrecht in die Wege, was im flächen, plattgefahrenen Land des deutschen Michels mit seiner Micheline ja nicht so toll hinhauen will, als wenn von der hohen Alm aus mit dem Alphorn durch den Senner mit dem gebirgigen Blick der rechten Gesinnung über die Lande posaunt, könnte man sich vorstellen, daß der souveräne Mitspieler, der sich einmal untertänigst durch seine Zeichensetzung politisch aufspielen darf, alles daransetzte und seinerseits alles, was er oder sie für deren Gelingen aufbringen kann, dafür aufböte, daß aus dem Akt der Regierungsämterbestallung auch ja etwas Anständiges würde. Schließlich bietet sich die Gelegenheit, eine ungeliebte Regierung abzuwählen und an deren Stelle eine bessere einzusetzen, nur alle heiligen Zeiten.

Doch was springt dem Auge
beim Lesen diesbezüglicher Leserartikel entgegen: anstatt von, angesichts der schwer verfahrenen Weltwirtschaftslage von heute vielleicht leicht bangen, Vorfreude auf die Chance, daß bald (je nach Wahlausgang) alles noch besser oder ab jetzt besser werden wird, nichts wie Mißmut und Mißmut in allen Zeilen schon jetzt im Vorfeld.... zumindest, wie gesagt, in vielen Darstellungen hier auf diesen Seiten auf ZEIT. Ich gehe mal davon aus, daß, was man hier zu lesen kriegt, schlechthin repräsentiv ist fürs deutsche Volk.

Ich frage mich nun, wie aus einem so wichtigen politischen Akt wie dem einer Bundestagswahl je etwas Gescheites werden kann, wenn vorneweg alle darüber nur am Lästern sind. Kann daraus ein einem möglichst unverblümten Durchdringen des mehrheitlichen Volkswillens zuträgliches Klima geschaffen werden? Das ganze Gestichel macht mir eher den Eindruck nach einer Verunsicherungskampagne und üblen Stimmungsmache nachgerade afghanischen Ausmaßes. Viele Unschlüßige dürften in solch einem Klima noch unsicherer werden, und zum Schluß prompt das Kreuzerl an der falschen Stelle machen, und hinterher sich dann groß wundern und sich beklagen, wenn alles anders gekommen ist, als man's sich vorgestellt hatte. Wenn es einem hinterher dann noch dreckiger geht als vor der Wahl.

Die Unzufriedenheit bezüglich der Wahl muß wohl oder übel mit den zur Verfügung stehenden Kandidaten zusammenhängen. Dem Vernehmen nach soll aber der Gatte der amtierenden Bundeskanzlerin, ein gütiger und kluger Wissenschaftler, vom menschlichen und auch vom führungstechnischen her doch sehr stolz auf seine Frau sein. Wer den Gegenkandidaten bei der Bundeskanzlerwahl stellt, ist mir nicht bekannt, und ich will es auch nicht wissen, da es mich persönlich hier, wo ich lebe, nicht betrifft, wer im vordersten Boot der Regatte Deutschland an den Rudern sitzt. Der deutsche Kanzler wird wohl schwerlich beeinflussen können, wie hoch der Transfer-Euro im Kurs liegt, und die Transfere werden laufen, ganz gleich, wer dorten da oben nun zu sitzen kommt. Andererseits dürften die gewohnten Leistungen und Transfere bei den meisten anderen im Inland Lebenden ebenso so oder so nicht viel anders ausfallen oder ablaufen, egal was die Wahl nun bringt.

Und wenn die Wahlkandidaten tatsächlich derart miese sein sollten, wie nahezu einstimmig getan wird, was für eine Demokratie ist das denn dann, die nicht in der Lage ist, die richtigen Leute auf die Bahn zu bringen? Wer von Grund auf mit allem Aufgebot an Kandidaten in der Politik unzufrieden ist, sollte doch bitte schön selbst den Versuch unternehmen, aufzubocken und hinzustehen und sich und seine eigenen Ideen zu promulgieren! Auf diesem Wege müßte es eigentlich sodann immer auch irgendwelche Bewerber mit den persönlich passenden Programmen geben, bei denen man nicht aufmucken müßte.

Oder ist es tatsächlich so, daß die Zeiten und mit ihnen die Menschen über dem stets zunehmenden alltäglichen Stress derart abgeflacht und schaler geworden sind, daß selbst auf der hohen Ebene der staatspolitischen Umtriebe nichts mehr Vernünftiges herausspringen will?

Irgendwie bin ich in diesem Zusammenhang an die Geschichte einer Mutter zweier Kinder erinnert, die dereinst ein Mädchen als ihr Patenkind angenommen hatte, der ich hier, um die Anregung zum Nachdenklichwerden abzurunden, das abschließende Wort einräumen möchte:

"Ich nahm mein Patenkind oft mit, wenn wir in Urlaub fuhren, und lud es des öfteren auch an den Wochenenden zu uns aufs Dorf ein. Wir standen uns sehr nahe. Das tun wir uns heute immer noch. Mittlerweile ist sie eine Erwachsene geworden. Ich bin für sie jedoch nach wie vor wie eine zweite Mutter, und auch mir ist sie als Mensch sehr wichtig.

So etwas hätte ich auch meinen eigenen Kindern gewünscht, als ich damals für sie Paten aussuchte. Es kam jedoch bei denen ganz anders. Die Paten sind unterschiedlichen Alters, und alle haben es zu allen Zeiten immer so furchtbar eilig. Die Arbeit, die Hobbys und die Zeiten unterwegs nehmen deren ganze Zeit in Anspruch, so daß für deren Patenkinder keine mehr übrigbleibt. Es werden wohl Geschenke verschickt, es ist aber eine irgendwie durchgeknallte Situation. Keinem gingen doch diese Geschenke ab, man verlangte aber nach mehr gemeinsam verbrachter Zeit, und danach, sich mal richtig kennenzulernen.

Dieser Zustand macht mich sehr betrübt."
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Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

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