27
Aug
2009

Endlich wurde damit begonnen, auch rassistische Forumsdebattanten und Blogger angemessen abzustrafen!

Während gestern im finnischen Turku ein Mann, der im Oktober letzten Jahres im Netz Kommentare eingestellt hatte, in denen er Menschen, die afrikanischer Herkunft sind, als "minderwertigen" Abschaum der Bevölkerung beschimpfte, vom dortigen Schöffengericht zu einem Tagessätze-Bußgeld von 300 Euro verdonnert wurde, war es bereits vorgestern schon auf dem Schöffengericht beim Prozeß gegen den Abgesandten der basisfinnischen Partei im Stadtrat von Helsinki, den wissenschaftlichen Forscher Jussi Halla-aho, wegen dessen Schriften im Internet zu einem reichlichen Getümmel gekommen.

Der Richter gestattete nämlich die Anwesenheit von lediglich dreißig Personen im kleinen Sitzungssaal.

Halla-aho stritt die Anklagen von wegen Störung des Glaubensfriedens und Aufwiegelung gegen eine Volksgruppe rundum ab. Seiner Anschauung nach hatte der die Anklage erhobene stellvertretende Generalstaatsanwalt Finnlands Jorma Kalske [finn. kalske = Säbelrasseln] die Aussagen aus dem Sachzusammenhang herausgelöst.

Halla-aho, der vor einiger Zeit von einigen im Land
aufgrund seiner einwandererkritischen Haltung auch als "Rassen-Doktor" angefeindet worden war, woraufhin ich als ehemaliger Günzburger (der rassistische, zeitlebens unbestraft gebliebene Ausschwitz-Arzt Josef Mengele kam aus Günzburg!) den (allerdings unerwiderten) Kontakt zu jenem aufgenommen hatte, um ihm zur Einsicht zu verhelfen, hatte im Sommer vor einem Jahr in einem veröffentlichten Blog-Aufsatz den Islam mit Pädophilie gleichgesetzt. Außerdem hatte er behauptet, daß die Beraubung von Passanten und das Schmarotzertum auf Kosten von Steuergeldern den nationalen oder vielleicht sogar genetischen Sondercharakterzug einer bestimmten Volksgruppe vorstelle.

Laut Halla-aho sei es aber Sinn und Zweck seiner Schriften gewesen, über einen "Doppelstandard", bzw. darüber zu diskutieren, daß gewisse Gruppen von Menschen in den Informationsmedien und bei den Behörden einen gewissen Schutz genößen.

Nach dem Dafürhalten des die Anklage vorantreibenden Staatsanwalts beim Schöffengericht Helsinki Simo Kolehmoinen sollte Halla-aho zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung oder zu einer beträchtlichen Geldbuße verurteilt werden.

Das Gericht wird nach Ablauf von zwei Wochen seinen Beschluß bekanntgeben.

Jussi-Halla-aho-Collage

Hier nun einige Stimmen aus dem Volk zur zuletzt wiedergegebenen Nachricht, in Form von einigen Leserkommentaren aus der Presse Finnlands:

EIN STALINISTISCHER SCHAUPROZEß?

"Ein Lappländer" schrieb am 25.8.2009 um 12.01 Uhr:

Ah, ist das nicht eine Hatz gegen eine einzelne, angeblich gefährliche Anschauungen verbreitende Privatperson, mit dem Ziel, alle Kritiker mundtot zu machen?! Ein solches sollte man aber meines Erachtens nicht akzeptieren, egal was man nun von den Ansichten von Halla-aho hält, ist man bestrebt, sich Finnland als einen Rechtsstaat einer bestimmten Ordnung aufrechtzuerhalten.

Es kommen einem ja glatt zwangsläufig die Zeiten Stalins in den Sinn: der Schuldige steht bereits fest, doch nach dem Verbrechen wird noch gesucht. Oder: Schuldige gibt es zwar keine, dafür aber unzureichend Verhörte.

BALD WIRD DIE BOMBE PLATZEN!

"Erkki K. Laakso" schrieb am 26.8.2009 um 03.11 Uhr:

Es wimmelt im Land nur so von Leuten, die einer Hetzjagd unterzogen und fertiggemacht werden. Da gibt es nicht nur Halla-aho, sondern tausende andere Opfer des juristischen Mords. Ich glaube, zu wissen, wovon ich rede, und Zweifler können sich
in meinem Blog, vergewissern, daß meine Aussagen "gedeckt" sind. Was macht ein in die Ecke getriebener und fertiggemachter Mensch, der Jahre und Jahrzehnte lang merken mußte, daß er *tauben Ohren zuruft*? Jetzt, wenn überhaupt, sollten die Parteien, die Entscheidungsträger, die Beamten diese Ohren haben und zuhören, und zu den von der Lage der Dinge eingeforderten Maßnahmen greifen.

Zum guten Schluß werde ich dann mit den Worten singen: "dieses Land, dieser Himmel auf Erden..."

OHO

"Ein Rechtswesen für die Friedensstiftung" antwortete auf den Kommentar von "Erkki K. Laakso" um 08.11 Uhr:

Was für Anschauungen kommen hier denn hereingepurzelt oder hat hier jemand eine Nummer zu klein die Zipfelmütze aufsitzen?

Was Halla-aho betrifft, so kommt einem zunächst ein von der Wohlstandsgesellschaft verzogener kleiner Junge in den Sinn, der mit einem Kleinluftgewehr Stockenten abschießen wollte, die Mutter ihn aber nicht läßt.

Die Welt steckt voller Probleme, für manche scheint aber das einzige Problem das zu sein, daß die immerwährenden Moralkode des Lebens das Ärgern oder Beschimpfen eines anderen Menschen verbieten. In einem christlichen Staat sollte als eine Richtschnur die Bergpredigt Jesu dienen, aber auch diese Botschaft in diesem Land der selbstgefälligen Egoisten ist ganz für die Katz'.

Von Halla-aho habe ich bisher nicht einen einzigen vernünftigen Kommentar gelesen.

EIN RECHTSWESEN FÜR DIE FRIEDENSSTIFTUNG????

"Sich nur noch wundernd" antwortete auf den Kommentar von "Ein Rechtswesen für die Friedensstiftung" um 13.47 Uhr:

Natürlich könnten Sie solche lesen, wenn sie [nur lesen] könnten, denn die losen Sätze stehen in genau dem Umfeld, wo diese hingehören, und in diesem Umfeld ist der Inhalt dann ein gänzlich anderer, als wenn einzelne Wörter aus dem Inhalt herausgerissen werden. Es macht den Eindruck, als ob selbst der Ankläger nicht aufs Gymnasium gegangen wäre, denn dort steht doch in den Lehranweisungen, daß man lernt, das Gelesene auch zu verstehen.

DER MUND SPERRT SICH EINEM UNGLÄUBIG AUF

"Völlig verwundert" antwortete auf den Kommentar von "Sich nur noch wundernd" um 15.00 Uhr:

Na, es ist doch beim Lesen der Tageszeitungen überhaupt nicht klargeworden, welche Größenordnungen diese neueste Donau von Gedanken hervorgebracht haben soll, so daß man ihn [und dessen Schriften] extra lesen würde.

Matti Nykänen und Toni Halme hörten sich ein bißchen nach eben denselben Ausbrüchen von Intelligenz an. Sollte irgendjemand die Ideen von Halla-aho kristallisiert in seinem Kopf haben, so könnte er oder sie diese doch für uns gewöhnliche auf den Straßen Stapfenden ausleuchten. Die Leute, die diesen Halla-aho unterstützen, wirken auf einem Zeitungsbild wie die aufgestellten Statuen von Internet-Freaks, wie Dauermitglieder der Piratenpartei, deren Welt am PC-Monitor endet und deren Weltbild von den Mario Bros. und vom Grand Theft Auto kopiert scheint. Darüber zu schreiben, wie man sich bei so was fühlt, macht einem keinen Spaß.

DEN MUND NUR UNGLÄUBIG AUFGERISSEN

"Sich nur noch wundernd" antwortete auf den Kommentar von "Völlig verwundert" um 17.10 Uhr:

Falls Sie nur etwas Kunstfertigkeit besitzen sollten, diesen PC für eine Suche bei Google anzuwenden, so werden Sie alles zu Nykänen finden, und auch zu Halme gibt es Reportagen. Halla-aho hat jedoch eigene Blog-Seiten.
Dort wird man fündig. Erst lesen und dann die Zähne fletschen.

25
Aug
2009

Die ethnologische Herkunft des Dämonischen im Geblüt des deutschen Volkes

Ist man als ein Deutscher in den mittleren bis nördlichen Teilen der arisch besiedelten, also der nicht-drawidischen Gebiete Indiens unterwegs, ist man immer wieder über die verblüffende physiognomische Ähnlichkeit von Indern mit der der Deutschen erstaunt, sodaß man nicht umhin kann, als auf Anhieb den Erkenntnissen des linguistischen, sprachvergleichenden Zweigs der Indologie beizupflichten, die da besagen, daß die deutschen Völker in grauer Vorzeit sich aus Abkömmlingen altpersisch/nordindischer Stämme rekrutierten. Man muß nur ein Sanskritwörterbuch aufschlagen und darin ein bißchen blättern, schon schlagen einem ganze alphabetische Reihen von Sanskrit-Wörtern entgegen, die es in nahezu identischer Form so oder so ähnlich auch im Deutschen gibt. Bei einigen jener Wörter ist es im Laufe der Zeit höchstens zu einer kleinen Laut-, in selteneren Fällen zu einer kleinen Bedeutungsverschiebung gekommen. So haben zum Beispiel die meisten deutschen Wörter, die auf der Vorsilbe ver- beginnen, eine direkte Entsprechung im Sanskrit, in den Wörtern auf vi-. Das Wort [der] Ver-rückt[e] lautet im indischen Gegenstück vi-rakta, wobei das indische rakta Blut bedeutet, was im Deutschen in dem Wort Rache, aber auch in Recht seinen Niederschlag gefunden hat. Die Vorsilbe vi-, im Deutschen ver-, wird vorneweggesetzt, um damit einen extremen Zustand des näher zu bezeichnenden Wortkomposits anzudeuten; eine umgreifende Ausschließlichkeit, ein Verquerliegen oder gar die Gegensätzlichkeit des zu Definierenden. Ein Virakta ist demnach ein "aus dem Geblüt Gefallener", ein Abnormaler, ein Verrückter eben.

Viele andere Wortreihen des Sanskrit sind allerdings im Deutschen nicht erhalten geblieben. Mit der neuen Wahlheimat nach dem Ende einer langen Völkerwanderung sind auch auf verschiedenen Wegen neue Wörter in die Sprache der Aussiedler eingedrungen. Dennoch sind auch so deutsche Wörter wie Sprache, sprechen, schwingen, schlenkern usw. direkt altindischen Ursprungs.

Der normalsterbliche Deutsche bekommt davon jedoch keinerlei Kenntnis, weil ihm das von seinen Schullehrern nicht so beigebracht wird, da selbst diese darüber nicht unterrichtet sind. Und warum ist das so? Weil man als Deutscher davon nichts wissen will! Und warum will man davon nichts wissen? Da den Deutschen von heute im allgemeinen das Indische unverständlich, ja vielen geradezu verhasst ist.

Um den Grund für diese anscheinend angeborene Ablehnung allen Indischen in der deutschen Volksseele näher zu ergründen, müßte man geschichtlich erschließen können, was genau in den damaligen Zeiten vorgefallen war, als es dazu kam, daß sich die Volksstämme, aus denen die Deutschen werden sollten, von den Stämmen, die in Indien verblieben sind und heute einen Großteil der Inder ausmachen, abspalteten. Doch genau hierzu schweigen die Geschichtsbücher. Es handelt sich nämlich hierbei um Zwistigkeiten und Vorfälle innerhalb verbrüderter Volksgruppen, die schlußendlich zu den Völkerwanderungen der Vorfahren der Deutschen führten, die in eine Zeit fallen, lange vordem die antiken Völker der Griechen und Römer ihre einstige Größe erlangt und damit angefangen hatten, die Geschichte der damals bekannten Welt schriftlich festzuhalten.

Und doch gibt es mehr als genügend Hinweise darauf, aus der alten mythologischen Literatur der jungzeitlichen Inder, die, so legendenhaft verbrämt diese auch daherkommen mögen, gesamtheitlich betrachtet und interpretiert, eine klare Sprache sprechen.

In all den mehr als 40 sogenannten Puranas, den populärhinduistischen Geschichtenbüchern, die ich gelesen habe - vom Shiva-Purana, übers Linga-, Kurma- bis zum Skandapurana, und wie sie alle heißen mögen -, in denen die kosmischen und irdischen Fakten des vom göttlichen Licht beschienenen menschlichen Lebens in einer phantastisch Überhöhten, von den großen Sehern des Seins ersonnenen und in einer mittels auf die geist-energetische Komponente des Daseins abstellenden Fabeln aufgebauten Darstellungsweise dem einfachen Volk nähergebracht werden sollen, taucht in den verschiedensten Kapiteln immer wieder
die Mär des bösen Schicksals des Volksstamms der Danavas auf, eines Bruderstamms der jungvedischen kosmischen/astrologischen Ritualspezialisten, die, selbst nicht initiiert in die hohe Schamanenweisheit ihrer kultivierteren Vetter, da sie wohl noch in den Wäldern hausten, aus schierer Neid, Mißgunst und Eifersucht auf gewaltsame Weise versuchten, durch das Zwingen und gar durch das Kidnapping von Priestern und Visionären aus dem Brudervolk sich der hohen Zauberkunst des Geistigen übers Materielle zu ermächtigen, die ihnen aufgrund ihrer rauhen, unbehauenen Lebensart von den anderen verwehrt wurde. Und tatsächlich trieben laut den Mythen diese Danavas auch nichts als Unfug mit diesem unfertigen Halbwissen, das sie widerrechtlich über Zeit usurpiert hatten. Sie drohten das ganze Gefüge der gesellschaftlichen Ordnung, die dazumal ja noch auf viel wankeren Füßen stand als in den heutigen, zivilisatorisch viel gefestigteren Tagen, durcheinanderzubringen. Kein Wunder also, daß die ehrbaren Arier von damals mit der Zeit zurückschlugen und alles nur Erdenkliche taten, um die halbgebildeten, mehr Schaden anrichtenden als Nutzen stiftenden, blutsverwandten Störenfriede auszuschalten und loszuwerden.

Man trifft dabei auf Geschichten, in denen die Danavas bis auf den letzten Blutstropfen gänzlich ausgetilgt werden. Und doch ergibt es sich in all jenen immer wieder so, daß sie zum Schluß wie ein Phönix aus der Asche auferstehen und auf ein neues ihr Unwesen verbreiten. Alle Episoden, die diese den wahren Gebildeten im Volk querlaufenden, schadhaften Danavas betreffen, laufen aber am Ende darauf hinaus, daß ebenjene verstoßen und aus den angestammten Ländern der orthodoxen Arier vertrieben werden.

Da diese eine Geschichte in zig Dutzend Variationen immer wieder auftritt, wobei sich die wichtigsten Details, wie die entsprechenden Eigennamen und Appellative wiederholen, liegt es nur nahe, daß sich tatsächlich etwas derartiges in einer Zeit von vor einigen Tausend Jahren ereignet haben muß.

Hier noch eine heiße linguistische DNA-Spur, die weiter in die in meinem esoterischen Fachartikel eingeschlagene Richtung vorstoßt:

Die Inder hatten von je her ihre eigenen Länder Bharat (die Ausgetragene?) genannt, bis auf den heutigen Tag die offizielle indische Bezeichnung fürs eigene Land. Im Dialekt der aus Bharat sich nach und nach gen Germanien Abgesetzten nahm das Wort Bharat,
wenn die selbsternannten Etymologen auch etwas anderes behaupten, nun die Form Pferd an, mit dessen equestrischen Bedeutung in der deutschen Sprache - quasi nach dem Motto "unser Indien sind unsere Pferde; wo immer die uns hintragen, dort wird unser neues Heimatland sein."

Aufgrund letztgenanntem Umstand wage ich, vorsichtig zu schätzen, daß der Auszug vor 10'000 - 15'000 Jahren stattgefunden haben muß. Zu einer Zeit also, als die allerletzten flugtüchtigen Garudas, die
"bereitbaren" Flugsaurier der Urwelt, auf deren Rücken den Legenden nach der göttliche Tausendsassa Krischna sich durch die Lüfte hat tragen lassen, bereits ausgestorben waren. Welcher Zeitraum andererseits auch früh genug angesetzt wäre, um von den antiken Historikern des hellenistisch/römischen Raums nicht mehr wahrgenommen worden zu sein.

Im Verein mit den oben herausgestellten linguistischen Erkenntnissen bezüglich der Verwandtschaft der deutschen und der jungindischen Sprache, läßt sich logisch schlußfolgern, daß es jene Danavas im Zuge ihrer Vertreibung aus dem Paradies - und sehr wahrscheinlich rührt auch die biblische Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies von genau jenen Begebenheiten her - an die Ufer des längsten Flusses "in den Ländern der untergehenden Sonne" verschlagen hat, den sie sodann, als ihrer neuen Lebensader, den Namen gaben, unter dem sie bei ihren verhassten Brüdern im indischen Stammland bekannt waren - Danava, oder eben Donau, wie der Fluß heute noch auf Deutsch und, ähnlich, in allen anderen europäischen Sprachen genannt wird.

Von den ersten humanistischen Sanskritologen des deutschen Kulturraums wurde der Eigenname der Danavas gern mit Dämonen übersetzt, vielleicht gerade um von der Geschichtsbezogenheit der alten Narrative der Inder abzulenken und um jene somit ins rein Phantastische zu verweisen. Indes ist dieser "dämonische" Ursprung der Donau-Alemannen, der wie aufgezeigt auf jene Danavas zurückgeht, nicht von der Hand zu weisen.

Demnach ist also dem Deutschen von dieser alten Zeit her, als es mit deren Ahnen in Indien drunter und drüber gegangen war, etwas Dämonenhaftes quasi in die Gene geschrieben.

Natürlich ist es den Nachfahren der Danavas, den Deutschen von heute, mit der Zeit gelungen, selbst sich den Grad der Kultivierung anzueignen, der ihnen vor ihrem Exodus aus der alten Heimat gefehlt hatte, und weswegen sie damals das Weite suchen mußten.

Ja, man muß sogar sehen, daß genau dieses ursprüngliche Fehlen an reifer Seelengröße, das ihnen einst zum Verhängnis wurde und weswegen sie aus der Heimat der Väter verstoßen wurden, sie im Laufe der Generationen auf der neuen Scholle um so vehementer dazu angetrieben hat, die alten Fehler auf Biegen und Brechen zu korrigieren, so als gälte es, doch noch eines Tages nach Indien zurückzukehren, und es denen, die sie vor langem in die weite Welt hinausgestoßen hatten, eines schönen Tages zu zeigen, daß auch sie genauso taugliche Lebenskünstler sind wie jene selber. Doch dazu ist es denn nicht mehr gekommen, da bis dahin die alten Geschichten und die ursprüngliche Herkunft längst dem kollektiven Gedächtnis der deutschen Völker entfallen war.

In dem Lichte des hier Vorgetragenen mag jedoch verständlicher werden, warum gerade im deutschen Volke eine so vom Teufel berittene Figur wie die des Obernazi Adolf Hitler hervorgehen konnte: Hier hatte noch einmal, Hunderte und Aberhunderte von Jahren später, die alte Fratze des gegen das echte Ariertum gerichteten Widersachergeists der Danava eine ihrer häßlichsten Blüten getrieben. Daß dabei genau die indische Bezeichnung Arier und das Symbol der Arier, das Swastika, angewandt wurde, macht den hier aufgezeigten mythisch-geschichtlichen Zusammenhang nur allzu erkenntlich.

Genausowenig, wie man niemanden deshalb einen Vorwurf machen kann, daß er oder sie aus einer verwegenen Familie herstammt, solange die Person nur bemüht ist, aus dem eigenen Leben etwas besseres zu machen, kann man auf das deutsche Geschlecht aufgrund dieses vorgeschichtlichen Hintergrunds mit einem tadelnden Finger zeigen. Niemand kann etwas für seine Herkunft. Dennoch schadet es, wie ich meine, ganz und gar nicht, darüber einmal Bescheid zu wissen.


Sehen-sie-nicht-alle-irgendwie-wie-Deutsche-aus

24
Aug
2009

Ein spirituell angefeuerter Extremsportler auf indischen Abwegen - und dessen typisch deutsche Mentalität

Nachstehende wahre Begebenheit aus meinem eigenen Leben habe ich vor kurzem bereits einmal als einen Kommentar zu einem phantastischen Stück von bambulie eingestellt. Da der Kommentar der neuzeitlichen Legende zu einem reichlich späten Zeitpunkt eingereicht wurde, als die meisten den erwähnten Beitrag offensichtlich bereits gelesen hatten, dürfte die in dem Zusammenhang erzählte Geschichte gänzlich untergegangen sein.

Ähnlich der Tat der Wahnsinnigen
in bambuliens phantastischer Erzählung hatte ich nämlich selbst einmal vor vielen Jahren etwas irgendwie Vergleichbares gemacht:

Als ich, 20-jährig, dereinst in der (nordostindischen) heiligen Stadt Benares weilte, von der es heißt, daß demjenigen, der als gläubiger Hindu dort sein Leben aushaucht, und dessen körperliche Überreste dem nach der Mythologie aus dem Haarzopf Gott Shivas entspringenden Ganges dort übergeben werden, automatisch für ein weiteres ganzes Leben lang seine alte Schuldenlast getilgt ist, hatte ich mich eines Morgens an den von eigenartiger Läuterungskraft (in Form von sehr effektiven Schmutztilger-Bazillen) beseelten Fluß begeben, um von dem Wasser des Flusses zu trinken, so als könnte ich mit dem Wasser quasi zugleich die indische Mentalität, die ich mich aufgemacht hatte, zu begreifen, in mich einsaugen. Da ich als ein im relativ sterilen Europa aufgewachsener Mensch aber befürchtete, daß, wenn ich direkt am Ufer, wo laufend doch sehr viel Unrat und immer wieder Leichenüberreste dem Strom anheimgegeben werden, mir das Wasser zum Trinken schöpfte, könnte mich bei aller Gewöhnung ans indische Leben vielleicht doch eine Infektion erwischen, nahm ich mir vor, in die Mitte des dort etwa 1½ km breiten Flusses hinauszuschwimmen, dorthin also, wo die Strömung am stärksten ist und insofern etwaige Schmutzpartikel am schnellsten fortgespült werden, um dann dort während des Schwimmens in großen Zügen nebenher bewußt Wasser zu schlucken. Was ich dann auch wie geplant ausführte.

Allerdings hatte ich mächtig mit der starken Strömung zu kämpfen, und da es mir nur mit größter Mühsal gelang, von der Flußmitte aus, während ich weit stromabwärts mitgerissen worden war, schräg seitwärts wieder ans Ufer zu schwimmen, muß es für die vielen am felsigen Gestade in geistiger Versenkung verharrten alten Jogis und Joginis, die sich dort auf ihr bevorstehendes Ableben vorbereiten, die es allesamt, wie ich zu meiner Verwunderung hernach bemerken mußte, über dem Anblick glatt aus ihrer Meditation herausgerissen hat, ausgesehen haben, als hätte hier ein verrücktes Milchgesicht gerade versucht, in den Fluten des Ganges seinem Leben ein Ende zu setzen, es zum Schluß aber dann nicht übers Herz gebracht, die Tat zu vollenden.

Während der Gewalttour im reißenden Gewässer war mir zeitgleich das gleichfalls sehr mitreißende und energiegeladene Gejaule der ineinander strömenden Gitarren eines heißen live-Stücks von Frank Zappa, dem seligen -
The MuffinMan - in meinem Kopf umgegangen — reichlich passend als Hintergrundmusik für jenes filmische Erlebnis, was mich seinerseits allein schon mit beschwingender Leichtigkeit über Wasser gehalten hat, im gefährlichen Strom des furchteinflößenden Gottes über Leben und Tod.

In den wenigen Minuten meines Schwimmens war ich über 2 km flußabwärts gedriftet, so daß ich dann ewig weit am Ufer entlang zurücklaufen mußte, um das blöde Tuch von mir, das ich
am Strand zurückgelassen hatte, wiederzufinden. Ich begann sogleich, sehr hurtig zu laufen, um recht schnell an die Stelle zurückzugelangen, bevor das Tuch geklaut sein könnte (typisch deutsche Mentalität damals noch in mir!) und rutschte deshalb prompt auf dem nassen Felsgestein aus. Ein in der Nähe sitzender älterer Mann, der sich wohl durch das kleine Aufsehen, das meine Aktion auslöste, in seiner Seelenruhe gestört fühlte, raunte mir daraufhin etwas zu, das sich nicht gerade höflich oder nett anhörte, eher nach einem schweren Vorwurf. Und aller Augen schienen auf mich gerichtet gewesen zu sein. So eine Szene dürfte man sicherlich da nicht alle Tage zu sehen kriegen.

Was aber nun eigentlich in meinem Kopf vorgegangen war, das hätte ja nicht einmal ich selber genau damals erklären können (ich war einfach in meinem jugendlichen Überschwang von Indien hingerissen), geschweige denn, daß die ganzen Gaffer es hätten wissen können. Getäuscht hatten sie sich nämlich alle, die da annahmen, ich hätte mir das Leben im Fluß nehmen wollen. Denn umbringen hätte ich mich nun beileibe nicht wollen, auch wenn das Schlucken von Flußwasser eines Schwimmers in der Mitte des Stroms einen solchen Anschein erwecken mag.

So kann mich sich bei der Beurteilung von selbst ersonnenen rituellen Handlungen eines geistigen Extremsportlers täuschen!

Mehr Toleranz gegenüber, und Verständnis für, die Ausdrucksformen und Botschaften der "Wahnsinnigen" und aus der "Norm" Fallenden könnte vielleicht auch besser vor deren eventuellen gemeingefährlich Werden schützen. Sollte man nicht eher die individuellen Auswüchse solcher geistigen Extremsportler als eine Bereicherung der Gesellschaft ansehen?

23
Aug
2009

Das Haus der sich ausästelnden Liebe

Ein neuer Film von Mika Kaurismäki verbindet die schwarze Komödie einer Beziehungsgeschichte mit einem spannenden Krimi.

"Wenn man entsprechend lange Zeit vor sich selbst geflohen ist, verhält man sich wie die kleinen Kinder. Übermächtige Gefühle haben sich über lange Zeit angestaut, und wenn diese dann dazu übergehen, sich abzubauen, liegt darin ein Stoff für eine große Tragödie", sinniert Elina Knihtilä, die im neuen Film von Mika Kaurismäki in der zweiten Hauptrolle die Tuula spielt.

Das am vergangenen Freitag in Finnland erstmals in den Kinos vorgeführte 'Das Haus der sich ausästelnden Liebe' (
haarautuvan rakkauden talo) erzählt von einem Ehepaar, das die gepflegt kultivierte Ehescheidung ausprobiert. Bald artet das gemeinschaftliche Wohnen im zum Verkauf anstehenden Familieneigenheim zu einem bösen Spiel aus, in dem es darum geht, Rache zu üben und den anderen zu verletzen, bei dem die Skelette in den Kleiderschränken klappern und die Glanzschicht an der Oberfläche des gesitteten Benehmens blitzgeschwind abgeblättert ist.

Das Beziehungsdrama ist mit humorvollen Einlagen und mit einem zu den Abwegen des organisierten Verbrechens
einen Abstecher machenden Nebenverlauf der Geschichte gewürzt. So ist der den Ehemann Juhani darstellende Hannu-Pekka Björkman sich seiner Sache nicht ganz sicher, unter welches Genre das Haus der sich ausästelnden Liebe fällt. Am nächstliegendsten kommt ihm die schwarze Komödie in den Sinn.

"Als ich zum ersten Mal das Drehbuch durchgelesen hatte, war ich gar richtig durcheinandergeraten, dachte mir: ohoh, wie soll man denn damit zu Rande kommen, sind da nicht zuviele Verdrehungen in dem Ablauf der Geschichte drin, so daß man kaum mehr mithalten kann. Man muß jedoch zum Regisseur und zur Schauspielertruppe Vertrauen fassen".

Petri Karra, der den Roman, auf dem der Film gründet, als sein Erstlingswerk geschrieben hat, erzählt, daß er gewisse Themen auf unterhaltsame und lesenswerte Art und Weise durchziehen wollte.

"Auf der Verbrechensseite wollte ich verschiedene menschliche Beziehungen widerspiegeln, zum Beispiel den Krieg der Generationen und der Geschlechter konkretisieren. Das zentrale Thema ist eines, worauf man immer wieder zurückkommt: wie von Generation zu Generation die gleichen Fehler wiederholt werden. Die geordnete, gepflegte Fassade bricht ein, und plötzlich kommen dann auch die tieferen, chaotischeren Kräfte ins Bild."

Für Knihtilä bot die in verschiedene Richtungen sich verästelnde Rahmenhandlung eine Gelegenheit, recht vielseitig als Schauspielerin auftreten zu können.

"Es war ganz amüsant, den Film zu drehen, da es darin so vielerlei darzustellen gibt. Wirklich kein eindimensionales Herumgemache, oder daß der Film einzig zu einem Herumtollen zwischen uns beiden geworden wäre."

Regisseur Mika Kaurismäki, interessierte sich bereits für den Roman, als daran noch geschrieben wurde.

"Der Roman war beträchtlich breiter angelegt als hier. Manche Zwischenfälle, die im Spielfilm mit dabei sind, kommen hingegen nicht im Buch vor, da diese der Verleger bei Gummerus herausgeschnitten hatte", erzählt der Schriftsteller.

Vor dessen Buchdebüt sind Filmdrehbücher aus der Feder von Karra gekommen, die Leinwandversion des Hauses der sich ausästelnden Liebe ist aber in der Hauptsache die Arbeit anderer.

"Meines Erachtens wirft er ein gutes Bild ab. Ich kann nur schwer etwas dazu sagen: der eigene Roman steht einem so nah, daß man wie mit Blindheit geschlagen ist."

Björkman, der das Endresultat erst ein Mal gesehen hat, ist voll des Lobes für den Regisseur und seine Schauspielerkontrahentin.

"Wenngleich anfangs das Drehbuch sogar etwas unbehauen wirkte, war es unter der erfahrenen Hand von Mika Kaurismäki ein leichtes, das ganze hinzukriegen. Mit Elina hatte ich früher in einem gewissen Umfang bereits geschauspielert und ich wußte, daß Elina es wirklich krachen lassen kann. In den Streitszenen konnte man nicht anders, als alles, was man nur aufbieten kann, ins Spiel einzubringen, so daß daraus auch etwas Ordentliches würde. Elina ist eine derart starke, glänzende Gegenspielerin."

Auch Knihtilä erzählt, daß ihr die sichere Atmosphäre bei den Dreharbeiten sehr zugesagt hat.

"Mit Hannu-Pekka fällt es einem leicht, zusammen in einem Film aufzutreten, und
als Gegenschauspieler hat er mir sehr viel gebracht. Zugleich schuf der Regisseur eine Atmosphäre, in der man mit gewissen Dingen auch experimentieren kann - meinetwegen in Szenen eines Wutanfalls überlegen kann, ob sich dieses nun in einem Film so machen läßt, oder ob es nicht doch zu weit in Richtung Theaterspiel ginge."

Für
das Auffahren von theatralen Stilmitteln blieb jedoch ebenso Raum. Wie auch in vielen anderen Filmen, Büchern und Fernsehserien ereignet sich die Beziehungshölle des Hauses der sich ausästelnden Liebe in einem wohlhabenden Eigenheim am Meeresstrand. Das Geld und ein Klassenausflug stehen laut Karra jedoch nicht im Zentrum der Geschichte, sondern er wollte mit dem Milieu eine Bühnenhaftigkeit betonen.

"In gewissem Sinn lassen Juhani und Tuula ihr eigenes Leben Revue passieren, und dies passiert doch in der Welt draußen auch im richtigen Leben. Mir war es wichtig, daß das Haus ein nahezu aquariummäßig durchsichtiger Raum sein würde, und das Meer wiederum bringt als etwas naturgegeben Symbolträchtiges vielleicht ein Element der Sexualität und mutterlicher Instinkte ein."


Das gegenseitige sich Hassen von Tuula und Juhani im Haus der sich ausästelnden Liebe gerät aus der Hand, als Juhani für ein weiteres eine in einer Bar angebaggerte Frau mit in die gemeinsame Wohnung der ex-Eheleute mitbringt. Daraus ergibt sich eine auf originelle Art triumphierende Schraube der Rache, im Zuge von welcher der gedemütigte Gatte mit Hilfe seines Stiefbruders Wolff eine Strichamsel anheuert, die dessen Freundin spielen soll. Ausgerechnet ist genau diese jedoch in das Verschwindenlassen von Lohngeldern verwickelt, aus welchem Grunde auch deren Chefin Yrsa am Aufenthaltsort des Mädchens interessiert ist. Von Letztgenannter stellt sich heraus, daß sie zugleich auch die Mutter von Tuula ist.

Das Belustigende des Films gründet sich stellenweise auch auf schon abgedroschenen Witzvorlagen, wie darauf, daß der erfolglose Ehemann natürlich selbst seines Zeichens Beziehungsberater ist. Den erquicklichsten Beitrag der Geschichte liefern unbedingt die von Tuula und Juhani untereinander geführten Wortwechsel und die Eifersuchtsszenen. Insbesondere das Herumgealbere von Juhani bringt den Zuschauer unversehens dazu, laut aufzulachen. Unweigerlich hat man über solche alltägliche Begebenheiten zu lachen. Die Chemie der zwei Charakterdarsteller spielt aber auch ausgezeichnet zusammen in den ernsteren Szenen: eine kurze Diskussion bezüglich der letztendlichen Ursache für die Krise der Rollenfiguren ruft in ihrer Intensivität gar den Klassiker 'Wer fürchtet sich vor Virginia Woolf?' von 1966 in Erinnerung, der die Hölle einer Beziehung äußerst rühmlich porträtierte.


Die wunden Punkte der flügellahmen Ehe kommen in gewisser Weise in der Kinderlosigkeit des Paares am schärfsten zum Ausdruck.

"Ich dachte mir, die Beziehung der beiden in irgendeiner vom Verlauf der Geschichte her klarumrissenen Angelegenheit zu verdichten, sicherlich ist aber noch ein größerer Wust von anderen Sachen auch mit drin", stellt Karra heraus.

Als ein noch zentraleres Thema sieht der Schriftsteller die sich verändernden Geschlechterrollen an.

"Dies wird daran ersichtlich, daß Juhani derjenige ist, der sexuell viel lustloser ist und sich ein Kind wünscht."

"Die Tuula wirkt nach außen hin vielleicht als sehr kalt und dickhäutig. Sie hat viel für ihren Beruf getan und vielleicht teilweise auch Dinge aufgeopfert, zugleich aber auch sich selbst nicht mehr richtig im Griff gehabt und es versäumt, mit dem eigenen Ehemann zu leben. Tuula stößt, ob sie es nun will oder nicht, auf wunde Punkte, an denen sie bewußt nicht rühren hatte wollen," wie Elina Knihtilä ihre Figur analysiert.

Sie erzählt, daß sie gerne Rollen wie die der Tuula spielt, die sie als "nicht so sympathisch" charakterisiert.

"Oft sind diese interessanter und vielschichtiger als die sympathischen Personen. Bei jenen wird man dazu herausgefordert, deren eigentlichen Wesenskern herauszufinden, so daß das Publikum in der Lage ist, sich mit ihnen zu identifizieren."

Hannu-Pekka Björkman wiederum bezeichnet seinen Juhani als einen recht gewöhnlichen Finnen.

"Er ist sehr einfühlsam, macht seine Arbeit gut, ist aber kein Prophet im eigenen Land. Er ist sensibel und schüchtern."

Ein lustiger Zufall ist es, daß Karra, wie er erzählt, bereits an Björkman dachte, als er den Juhani kreierte. Der Schauspieler bekennt auch selbst gemeinsame Züge.

"Der Juhani steht meinem eigenen Charakter ziemlich nahe, für den mußte ich mich nicht irgendwie schrecklich verkünsteln."

Mika Kaurismäki, der als Regisseur in der Vergangenheit oft im Schatten seines jüngeren Bruders Aki gestanden war, nichtsdestotrotz aber etliche Filme, die als Klassiker eingestuft werden können, gedreht hat (Leute ohne Werte [1982], Rosso [1985], Ein Zombie und der Gespensterzug [1991], sowie L.A. without a Map [1998]), hat, seitdem er seit 1992 in Brasilien gelebt hat, in erster Linie Regie geführt für Dokumentarfilme, die sich mit seinem neuen Heimatland und mit dessen Musik auseinandersetzten, bis daß er im letzten Jahr mit dem Werk 'Die drei weisen Männer' (2008), das durch seinen improvisierenden Stil Aufsehen erregte, in die Landschaft Skandinaviens zurückkehrte.

22
Aug
2009

Vollidiot

Er war ein Vollidiot!
Ein absoluter Banause!
Reiner Malochertyp!
Hatte keinen Sinn für Stil gehabt!

Keiner würde es glauben können,
daß es so eine Gefühlsduselei überhaupt geben kann,
wolltest du alles darüber erzählen,
was du mit dem Kaspar durchgemacht hast.

Die Gattin hatte der Klatschpresse lebhaft aus ihrem Leben mit dem Vogel berichtet.
Was war er für einer? Ein großer Held?

Ein unkenntliches Spiegelbild starrte aus einem zerbrochenen Spiegel zurück.

Bist du an deinem Leben links vorbeigezogen?
Sind alle besten Jahre vor länger Zeit bereits den Bach hinuntergegangen?

21
Aug
2009

Der Sandwüste Augen

Geheimnisvoll sind die in bunte Farben getauchten Augen der Sandwüste.
Das Licht bringt der Wüste etwas Unheimliches ein,
eigenartige mystische Stimmungen lassen die Bewegungen des Sonnenlichts aufkommen.

Des Morgens ist die Wüste blaßweiß, gekräuselt und aufgeschäumt vom Wind.
Es steigt die Sonne auf, die Schatten verleihen der Wüste einen Blaustich,
die tiefsten Abgründe sind noch in Dunkel gehüllt.

Tagsüber scheint der Sand gelblich auf,
Hitze durchwalkt die Bodenoberfläche,
in den Sandkörnern glänzt Silber und Gold,
gleichsam sinnlich erfassen läßt sich das Feuer vergangener Tage.

Nachmittags vertieft sich das Farbspiel,
zu einem ausgebrannten Orange,
terrakottafarben - die Witterung entscheidet über den Farbton.
Kommt es dann zum gewaltigen Sturm,
sticht aus den Farbschattierungen nur noch das Grau hervor.

Des Abends verzieht sich das Rot der Sonne,
die Schatten legen sich tief, es leuchtet bläulich.
Die Wüste entschwindet ins dumpf Düstere,
in die Dunkelheit, in jenen mystischen Aspekt.

20
Aug
2009

Namenlose chinesische Straße

Straße aus Stein
ohne Namen
Enge Gassendurchfahrt
Mißgelaunter Mensch, in die Jahre gekommen.

Fahrrad gegen eine Tür gelehnt
Vielzahl von Einkerbungen
Verrissener Spüllappen am Trocknen
Vertracktes Vorhängeschloß.

Draußen ein verdreckter Anrichtetisch
Ein durch die Straße abgerichteter Köter
Ein Markt den Gassenrand entlang
In der Hand einer Frau ein Korb.

Kontinuierliches Gewimmel
Geklingel einer Fahrradglocke
Schmales Terrain
Ein Stück Eigenes.

Verkaufsstand
Warenhaufen
Ungewaschener Knirps
Gerümpel.

Gewühl des sich durchs Leben Schlagens
Dahinrauschen eines Redeflusses
Lärm
Kaputtes Spielzeug.

Bewegen sich vorwärts
Autos verschließen die Bahn
stoßen noch vorne
Räume verstopfen.

Ein Kind
auf dem Schoß zweie
Die Brust einer Nährmutter
Der Preis eines anderen Kindes?

Stapel von Kohle
Betagte Ziegelsteine
Dachbleche
rücken nicht von der Latte.

Hühnerkäfig
Alte Steppdecke
als Abdeckung
Müll als Streusal.

Spielplatz
Ein Ball oder
ein chinesisches Schach
Schildmütze und Mao-Jacke.

Interieur einer Straße
Menschen im Chor
Herde einer Geruchsnote
Eine Schneise durch Peking.

Im Schatten eines Parks
hinter einem Büro
eine Straße
ohne Namen.

19
Aug
2009

"Wenn du nicht artig bist, kommt der Runar und nimmt dich mit" — ein ungesühnter Doppelmord wurde 50 Jahre alt

Prolog: Anfang August 1959 begann man in Finnland das rätselhafte Verschwinden zu verfolgen zweier junger Damen aus Jyväskylä, das der Krankenschwesterschülerin Eine Maria Nyyssönen und das der Bürogehilfin Riitta Aulikki Pakkanen, die zusammen zu einer Radfahrtour aufgebrochen waren.

Die Mädchen, die sich im Sommerurlaub befanden, waren am 18. Juli von Jyväskylä aus in den Osten des Landes nach Savo und Nord-Karelien losgefahren. Zuhause wollten sie wieder am 28. Juli sein. Es wurde noch ein paar Tage länger zugewartet. Bis daß man jedoch dann damit anfing, Schlimmstes zu ahnen, als Riitta am Montag, dem 3. August, nicht an ihrer Arbeitsstelle erschien.

Der Verlauf der Aufklärung des Falls stellte vom 9.8. an etliche Male den Hauptartikel auf den Vorderseiten in der finnischen Presse, als berichtet wurde, daß nach Beobachtungen von etlichen Augenzeugen die jungen Damen am 25. Juli auf ihrer Radeltour von Viinijärvi aus an der Kreuzung der Landstraßen nach Kuopio und nach Varkaus in Richtung Varkaus weiterfuhren.

Am 11. August wurde dann in den Zeitungen berichtet, die jungen Frauen hätten in der Nacht zum 28. Juli auf dem Camping-Platz von Tulilahti in Heinävesi übernachtet.

Die Mädchen hätten sich dort mehrere Stunden lang mit zwei Jugendlichen unterhalten, und erzählt, daß sie nach Varkaus ihre Reise fortsetzen würden, um dort Verwandte zu besuchen. Der Landpolizeikommissar des Bezirks von Heinävesi bestätigte, daß es sich ganz sicher um die gesuchten jungen Frauen handelte. Es waren diese dann auch am folgenden Morgen nochmals gesehen worden, wie sie in Richtung Varkaus loszogen. Hernach hat es jedoch keine Informationen zu ihnen mehr gegeben.

An den darauffolgenden Tagen trafen "glaubwürdige" Sichtungen aus der Umgebung von Varkaus ein. Am Freitag, dem 14. August 1959, wurde laut den Zeitungen die größte Suchaktion in der Geschichte der Regierungsbezirke von Kuopio und Mikkeli auf die Beine gebracht, allerdings gänzlich vergebens. In der Öffentlichkeit hingegen wurde bereits tagelang über die von der Polizei am 15. August vorgebrachte These gemunkelt, daß "die Mädchen Opfer eines Triebmörders geworden sind".

Ein paar Tage konnten die Medien kurz zur Ruhe kommen, bis am 21. August in einem Sumpf auf dem Campingplatz-Areal von Tulilahti das Grab der brutal niedergemetzelten jungen Frauen gefunden war.


Am Samstag, dem 22. August 1959 war folgendes in den Zeitungen Finnlands zu lesen: "Das Rätsel des Verschwindens der jungen Frauen aus Jyväskylä, das die Gemüter im ganzen Land erregt hatte, ist wie befürchtet auf erschütternde Weise gelöst worden. Die am Freitagmorgen eingeleitete intensive Suchaktion führte um 8.10 Uhr zum Resultat, als am Camping-Strand von Tulilahti bei Heinävesi das sorgfältig abgedeckte und unkenntlich gemachte Grab im Sumpf, in dem die jungen Frauen noch der Bluttat versteckt worden waren, ans Tageslicht kam. Die Grube war gerade 30 cm tief und ca. 50 cm breit. Gemäß den Erkenntnissen der Polizei wurden die Mädchen auf dem eigentlichen Campingareal getötet und hernach ungefähr 200 Meter in das Versteck für die Leichen weggeschafft. Zu den Tätern der schrecklichen Tat hat die Polizei noch keine Informationen, jedoch wurde am Abend die Festnahme von zwei Mopedfahrern vorgenommen. Die Männer haben bekannt, Ende Juli in Heinävesi unterwegs gewesen zu sein. Zu deren Schuld oder Unschuld an der Ermordung der Mädchen wollte die Polizei indes keine weiteren Angaben machen, da die Verhörungen noch nicht abgeschlossen sind."

An die Gestade des Seeufers des Campingplatzes von Heinävesi wurden laut den Nachrichten in jener Nacht aus der Kaserne von Mikkeli 24 Männer abkommandiert, um den Polizisten behilflich zu sein. Gemäß den Zeitungsberichten begann die Suchaktion am Freitagmorgen um ½2 Uhr, und sie führte zur angegebenen Zeit zum Erfolg.

Der Soldat Mauno Kiviaho zog an einem einen Meter langen Setzling einer Tanne, woraufhin dieser ganz leicht aus der Erde herauskam. Der Soldat zog an einem weiteren Sprößling, und auch der war mit der Hand herauszuziehen. Das Sumpfgrab der 21-jährigen Eine Nyyssönen und der 23-jährigen Riitta Pakkanen war gefunden. Die Grube war mit Moos abgedeckt und die teilweise einer danebenstehenden Anhäufung von Stangenholz entnommenen jungen Föhren - von denen acht Stück gezählt wurden - waren über der Grube bereits ausgetrocknet.

Die Suchaktion der Gruppe rief den Fall der sechs Jahr davor in Isojoki getöteten Kyllikki Saari in Erinnerung. Auch der Leichnam von Kyllikki war bei einer Suchaktion in einem Sumpfgrab entdeckt worden und auf die gleiche Art, indem eine Föhre in der Hand eines der Suchenden sehr leicht aus dem Boden zu ziehen war.

Die Polizei hatte den starken Verdacht, daß Tulilahti der Tatort sei und es wurde beschlossen, den Ort genauer durchzukämmen.

Kriminalkommissar Tauno Räisänen berichtete, daß ein am Camping-Ufer gefundener verbeulter Kochtopf die Schlußfolgerung hinsichtlich des Tatorts nahelegte. Der Topf war einige Tage früher gefunden worden und es wurde angenommen, daß es der Kochtopf der verschwundenen Mädchen war.

In der näheren Umgebung der Grube fanden sich nach dem Auffinden der Leichen überall Gegenstände, die den Mädchen gehörten, zunächst Kleidungsstücke, dann die Satteltaschen, eine Filzdecke, das Zelt. Nur die Fahrräder wurden nicht gefunden.

Die als die Schuldigen verdächtigten Mopedfahrer wurden im Dorf Syväniemi nahe Hirvensalmi festgenommen. Sie waren drei Wochen lang tagsüber auf einem gewissen Bauernhof arbeiten gewesen und zum Zeitpunkt der Festnahme auf einem Haferfeld. Die Dorfbewohner hielten die Männer für verdächtig und gaben bald, nachdem die Leichen gefunden waren, beim Landpolizeikommissar eine Anzeige auf. Die Männer wurden gesucht und in polizeiliches Gewahrsam gebracht, es konnten jene aber für die vermutete Mordnacht zum 28. Juli Alibis aufweisen.

Bald überstürzten sich die Ermittlungen wie im Fall von Kyllikki Saari. In einem Leitartikel der Zeitungen hieß es, daß Dutzende der Bewohner von Heinävesi auf der Liste der Verdächtigen stünden. In der Titelgeschichte wurde vermutet, daß der Mörder sich immer noch auf dem Campingplatz bewege. Der Mörder hatte vielleicht selbst in der Nacht nach der großangelegten Suche vom Samstag noch eine Armbanduhr auf dem Campingplatz abgelegt. Eine Uhr war am Sonntag an einem gut einsehbaren Platz gefunden worden.

Tulilahti wurde zu einem gewaltigen Tummelplatz für die Medien und für allerhand Gerüchte, etliche Festnahmen wurden vorgenommen und in den Zeitungsblättern wurden die seltsamsten Geschichten kolportiert. Verdächtige fanden sich sowohl von weiter her als auch von ganz in der unmittelbaren Nähe, auch in dem Haus, aus dem der Killer eine Schaufel holen ging, wie auch in der Nachbarschaft von dort - und auch der Hund des Hauses bellte ja die betreffende Person nicht an, da sie ihm bekannt gewesen sein muß. Zu einem Hauptverdächtigen wurde sodann auch der Totengräber von Heinävesi, auf dessen gepachteten Land die Grube war. Offensichtlich hatte der Mörder das Boot des Totengräbers benutzt, um die Fahrräder an der tiefsten Stelle im Kermajärvi-See zu versenken. Die Räder wurden am 4. September gefunden.

Die Aussegnung der Mädchen erfolgte in Jyväskylä in der Kirche von Taulumäki am Samstag, dem 29. August, einen Monat nach dem Mord. Begleitet von einer zehntausendköpfigen Gemeindeschar.

Im Herbst des gleichen Jahres ging der Trubel wieder von neuem los, als die Verdächtigungen auf den Gelegenheitsarbeiter Runar Holmström fielen. Dieser wurde im November 1959 in seinem Heimatort Munsala im mittelnordfinnischen Bezirk Österbotten festgenommen. Von Holmström wurde behauptet, daß er den Mädchen mit seinem Moped nachgefahren sei, und das gestand er auch ein. Von den Schnitzspuren von Holmströms Schwedendolch der Marke Mora wurde behauptet, daß sie kongruierten mit den Schnitzspuren an einem über der Grube errichteten Baum. Es wurde auch angeführt, daß der Mann gewalttätig und gefährlich sei.

Viele zweifelten aber auch an der Schuld Holmströms - es hatte jener doch keinerlei Ortskenntnisse. Wie konnte ein kleingewachsener und schmächtiger Mann von 164 cm es fertiggebracht haben, ganz alleine so ein Trauerspiel abzuziehen: die Opfer töten, sie recht weit vom blutigen Tatort wegschleppen, eine Schaufel suchen gehen und eine Grube ausheben, ein Boot entwenden und die Räder versenken. Hernach versteckte der Mörder noch die Gegenstände der Opfer sorgsam verstreut übers ganze Terrain.

Holmström wurde zum offenen Fall. Er erhängte sich am Morgen des 8. Mai 1961 in seiner Zelle im Bezirksgefängnis von Vaasa. Er hinterließ einen Zettel, auf dem er seine Unschuld beteuerte.

Holmström hätte auf alle Fälle ein Urteil mit einer Zwangseinweisung in eine geschlossene Anstalt erwartet, selbst wenn die Anklage wegen Mordes nicht aufrecht erhalten hätte werden können: nach damals gültigem Gesetz war sein Verbrechensregister derart lange, daß allein schon bei den ihm nachgewiesenen Verbrechen, insbesondere dem Besitz einer gestohlenen, durchgeladenen und ungesicherten Pistole bei seiner Verhaftung (die er allerdings nicht anwendete) die Summe seiner Gesamtstrafe die Grenze zu einer Abschottung in einer Zwangseinweisungsanstalt hin überschritten hätte - und jeder, der damals in einem Gefängnis einsaß, fürchtete über alles eine Sicherungsverwahrung. Von einer solchen hieß es damals, daß sie einem lebendig Begrabenwerden gleichkäme - so daß der vorgezogene Selbstmord gar nicht so außergewöhnlich wirkt.

In der finnischen Provinz von Pohjanmaa (Österbotten) sind Kinder im Namen von Holmström eingeschüchtert worden: "Wenn du nicht artig bist, kommt der Runar und nimmt dich mit."


Epilog: Diesen Sommer über hat die Zentrale Kriminalpolizei Finnlands (KRP) ein halbes Dutzend neuer Hinweise erhalten zu den Morden an den zwei damals zum Zelteln gefahrenen Frauen von vor 50 Jahren.

Der Fall hat sich in die Schar der berühmten, unaufgeklärt gebliebenen Kriminalgeschichten des Landes eingereiht.

Mehrere Nachrichtenmedien haben während des Sommers in Artikeln Bezug genommen zu den Ereignissen von Tulilahti von damals, die sich nun vor drei Wochen zum fünfzigsten Mal gejährt haben. Zuvor kamen bereits im Jahre 2000 neue Hinweise hereingeplatzt, als ein Medienhaus ausgiebig das Thema wieder aufgegriffen hatte, wie Kriminalhauptkommissar Martti Kemppainen aus der Abteilung der Kriminalpolizei von Mikkeli berichtet.

Die KRP wird im Laufe des Herbstes den neuerlichen Hinweisen nachgehen. Es würde erst abgewartet, ob sich noch mehrere Tipps einstellten. Diese würden dann allesamt späterhin im Herbst bearbeitet.

Die Zeitung Helsingin Sanomat berichtete von Plänen der KRP hinsichtlich einer neuerlichen Untersuchung des Falls.
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Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

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