12
Apr
2008

Eine Satire des Lebens darauf, wohin in den schlimmsten Fällen das Wirtschaften mit Geld führen kann

Nach Einbruch ins Gefängnis auf dem Friedhof in die Falle

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 9.4.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Blantyre, STT
Kriminelle haben für gewöhnlich einen größeren Drang, aus einem Gefängnis herauszukommen, als mit aller Gewalt hineinzugelangen. Die Ausnahme - in diesem Fall ein Einbruchsdieb in Malawi - bestätigt auch hier die Regel. Der Mann aus Malawi, Alter 37 Jahre, hatte erst ein paar Tage zuvor sein Gefängnisurteil von sechs Jahren wegen Einbruchs bis zum Ende abgesessen gehabt. Offensichtlich war ihm aber das Abzählen der Ziegelsteine eine derart ergiebige Beschäftigung geworden, daß er mehr davon bekommen mußte. Der Mann machte sich auf und brach in die Büroräumlichkeiten des Gefängnisses ein. Es fielen ihm als Beute ein paar Gewehre, Handschellen und das Polizeifunkgerät zu.
- Es kommt in Malawi äusserst selten vor, daß ein ehemaliger Gefangener ins Büro des Gefängnisses einbricht und Waffen stiehlt, skizzierte Polizeikundgeber Franklin Gausi das Geschehnis. Ungewöhnlich oder nicht, das genau ist es, was der 37-jährige Mann tat. Der Dieb flog auf einem Friedhof auf, wo er einen Verkaufsstand errichtet hatte, um dort seine Beute loszuschlagen.

Es kann wohl keine größere soziale Absicherung für die Menschen geben als dann, wenn in einer Zeit ohne Geld einem jeden gegeben werden kann, wonach es die Magenschlünde sehnt, und, mit ein bißchen Glück in den Gesellschaftsspielen, auch das alles, wonach es die Herzen gelüstet, einem jeden gratis und kostenfrei ins Haus


Geld und vertraute Menschen halten den gealterten Menschen gesund

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 9.4.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Helsinki, STT
Auch der ältere Mensch fühlt sich dann gesund, wenn ihm das Geld, das ihm zur Verfügung steht, ausreicht und es in der Nähe um ihn herum vertrauenswerte Menschen gibt, und er sich irgendwie beschäftigen kann. Das Gesichertsein der wirtschaftlichen Belange ist besonders wichtig für solche, die in den Städten wohnen, jedoch erklären die Einkommensunterschiede nicht vollständig die Unterschiede bei der Gesundheit. Laut den Forschungsergebnissen des finnischen Instituts für Volksgesundheit gehen Gesundheit, die als solche wahrgenommen wird, und ein sogenanntes soziales Kapital Hand in Hand miteinander. Ein soziales Kapital ersteht aus dem Vertrauen zu anderen Menschen, aus einer eifrigen Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen und aus auszuübenden Aufgaben.

9
Apr
2008

So richtig Spaß machen müsste es den Menschen, so sie nur mit von der Partie sein können, ihr Scherflein beizutragen, um die Welt, sollten deren Geschäfte so ganz ohne Inanspruchnahme vom Ungleichmacher und Säher von Neid & Mißgunst Geld abgewickelt werden, mit am Laufen erhalten zu können

In den kleinen Familienunternehmen ist man gut ausgerüstet für ein glückliches Leben

(ein Bericht aus den Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 9.4.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Jyväskylä, STT
Die Arbeit in einem kleinen Familienunternehmen gibt dem Menschen eine gute Chance, sein Leben angenehm zu gestalten. Eine jüngste Doktorarbeit läßt wissen, daß es Betreibern von Familienunternehmen durchschnittlich besser geht als anderen Unternehmern oder den Lohnempfängern. Nach weitverbreiteter Ansicht lassen sich Familie und Geschäftstätigkeit nur sehr schwer unter einen Hut bringen. Laut Argument der Doktorandin der Wirtschaftswissenschaften Sofia Kauko-Vallin läßt jedoch das Mitdabeisein der Familie in einem Unternehmen ein andersgeartetes Verhalten aufkommen, mit dessen Hilfe man besser über Rollenzwistigkeiten hinwegkommt.

7
Apr
2008

Wann endlich wird mit der zum Himmel schreienden Ungerechtigkeit dieses höchst unredlichen, bossigen Geldwirtschafts-Schmuseschmus ganz und für alle Zeiten aufgeräumt werden?? Ohne Dazutun der leidigen "Opfer" selber wird sich aber wohl nie etwas daran ändern - deshalb: auf in die Startlöcher, Ideen entwickeln und sammeln, wie man am allerbesten und am schnellsten das verschissene Geld los werden kann!!!!!!!

Mädchen ohne Geld, die aber voll auf Zack ist, und weiss, wie man sich auch sehr gut ganz ohne Geld in der heutigen Zeit durschlagen kann


Der durchschnittliche Lohnempfänger Finnlands verdient im Jahr 32'000 Euro

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 4.4.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Helsinki, STT
Der gewöhnliche Lohnempfänger verdiente letztes Jahr im Durchschnitt 32'000 Euro. Laut dem Zentrum für Statistik betrug das monatliche Einkommen des Lohnempfängers, zusammen mit dessen Erfolgsvergütungen, jedoch zum Beispiel ohne Zuschläge für Überstunden, ungefähr 2'600 Euro. Das monatliche Einkommen der Männer war über 500 Euro höher als das der Frauen, für welche unter 2'400 Euro ausbezahlt wurde. Die neuen Verträge zu den Bedingungen am Arbeitsplatz beschleunigten gegen Ende des Jahres den Takt für die Erhöhung der Löhne, jedoch der durchschnittliche Anstieg des Einkommenstandards belief sich auf ganze 3,3 Prozent. Die Spitze der Gehälter bei Managern, die einem Geschäftssektor vorstehen in den Unternehmen, die an der Börse sind, kam in den Genuß von bis zu hundert mal höheren Einkommen im Vergleich zu Normallohnbeziehenden. Nokias Geschäftsleiter Olli-Pekka Kallasvuo ließ im letzten Jahr Gehalt und Vergütungen um mehr als das Doppelte anwachsen. Kallasvuo, der alles in allem 3,4 Millionen Euro verdiente, ist eindeutig der das höchste Gehalt einstreichende Manager eines Börsenunternehmens. Ein Gehalt, das eindeutig über dem anderer Unternehmensmanager liegt, genoß auch Konzernleiter Björn Wahlroos von der Bank Sampo. Dritter im Vergleich der Gehälter, ausgeführt vom Finnischen Büro für Informationen STT, wurde der Geschäftsleiter der Maschinenfabrik Kone Matti Alahuhta, dessen Verdienstbezüge auf 1,4 Millionen Euro anstiegen.

4
Apr
2008

In einer Welt ohne Geld wird es weltweit auch keine Bettler mehr geben


die während einer Prozession durch Rom 858 niederkommende Nebenbuhler-Päpstin Johanna


Helsinki nimmt Kinder von Bettlerfamilien in Gewahrsam

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der Zeitung Turun Sanomat vom 3.4.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Helsinki, STT
Helsinki wird mit vermehrter Strenge auf das Betteln auf Straßen reagieren. Kinder, die zusammen mit ihren Bettlereltern auf den Straßen in Erscheinung treten, werden in Zukunft in Gewahrsam genommen. Mit der neu aufgelegten Ausrichtung soll darauf abgezielt werden, daß erwachsenen Bettlern von der Stadt keine Fürsorge zuwachse, oder daß für sie Wohnungen organisiert würden. Die Botschaft der Stadt an die Bürger von Helsinki sagt eindeutig: Gebt Bettlern kein Geld. Damit rüstet sich die Stadt dagegen vor, daß eine wachsende Schar von Zigeunerbettlern aus den neuen EU-Ländern im Sommer über die Straßen zieht. Der Ausgangspunkt der Sozialbehörde ist der, daß Bettler in Finnland keine Hilfsleistungen zu erwarten hätten. In Helsinki findet gegenwärtig eine zweitägige Podiumsdiskussion statt, in der das Bettlerproblem behandelt wird. An dem Ereignis nehmen Vertreter aus den größten Städten Finnlands teil. Im Brennpunkt des Forums stehen heute Finnlands Problem mit den Bettlern und die Zusammenarbeit der Behörden. Morgen steht ein Besuch in Stockholm an, um sich damit vertraut zu machen, wie man dort das Bettlerproblem in den Griff bekommen hat. Eine Befragung, die die Zeitung Helsingin Sanomat anfang des Jahres durchführte, zeigte, daß sechs von zehn Bewohnern des Hauptstadtbereichs dafür sind, daß die Bettler von den Straßen verschwinden.

30
Mrz
2008

So einen Affenzirkus wird es die längste Zeit gegeben haben, wenn wir's Geld erst alle los sind

EU setzt Nachforschungen zu Nokias Landkartenfirmenankauf fort

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 28.3.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Brüssel, Suomen TietoToimisto (STT - Finnlands Büro für Informationen)

Eine EU-Kommission stellt weiterhin Nachforschungen über Nokia und den Erwerb der Kartographierfirma Navteq an. Laut Angaben der EU hat Nokia nicht die Zugeständnisse gemacht, die eine Befürwortung des Handelsabschlusses in Aussicht stellten. Der Kommission verbleiben noch höchstens 125 Arbeitstage Zeit, um den Aufkauf zu untersuchen.

Nokia berichtete im letzten Oktober, daß das Werk für 5,7 Milliarden Euro die US-amerikanische Navteq aufkauft. Es handelt sich dabei um den größten Geschäftsabschluß in der Geschichte der Unternehmen Finnlands.

Der EU-Sonderausschuß macht bekannt, daß die rumänische Regierung um eine Erklärung über öffentliche Subventionen gebeten wurde, die die Mobiltelefone-Fabrik Nokia möglicherweise erhalten hat. Laut einem Sprecher des Ausschusses gehe es darum, sicherzustellen, daß Subventionen im Einklang mit Gesetzen der EU stünden.

Nokia verlagert die Herstellung von den Telefonen zum Gebrauch für unterwegs aus Bochum in Deutschland in den in Rumänien gelegenen Ort Cluji. In Deutschland ist Nokia als eine "Heuschrecke", die für die Standorte ihrer Fabriken Subventionsgeldern hinterherziehe, an den Anklagepranger gestellt worden.

Der Sprecher der Kommission Jonathan Todd berichtet, daß die Kommission die Antwort der Regierung Rumäniens genau studieren werde. Die EU schickte bereits im Februar einen die Angelegenheit betreffenden Brief nach Rumänien, und vor gut zwei Wochen hat die Kommission eine Antwort erhalten.

Klare Köpfe braucht das Land - vor allem, wenn es eines Tages dazu kommen soll, das alte Grundübel der Menschheit zu überkommen

Der Slogan der neuen Bewegung Finnlands "kännissä olet ääliö" bedeutet zu Deutsch: "besoffen bist du ein aneckender Tölpel". Dieses Bildchen eignet sich sehr gut as Operatorlogo fürs Handy.
erfrischendes-Brunnenwasser-fuer-die-lerneifrige-Jugend

Finnlands Brauereienvereinigung hält eine Kampagne zur Trinkkultur

(aus den Neuesten Nachrichten der Turun Sanomat vom 27.8.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Finnlands Brauereien- und Erfrischungsgetränkeindustrie-Vereinigung hat es sich zum Ziel gemacht, auf die rauschorientierte Trinkkultur der Finnen Einfluß zu nehmen, indem sie versucht, diese davon zu überzeugen, daß "du im Rausch ein aneckender Tölpel bist" [auf orig. Finnisch: "kännissä olet ääliö"]. Mit der Kampagne, die im besonderen auf Jugendliche im Alter zwischen 18 und 30 abzielt, wird eine Diskussion über die gesellschaftlichen Auswirkungen des Sich-Betrinkens eingeleitet. Auf den Internet-Seiten der Kampagne werden Informationen zu den gesellschaftlichen und gesundheitlichen Nachteilen des rauschlüsternen Becherns an die Jugendlichen weitergegeben.

29
Mrz
2008

Wer mit Wölfen fertigwird, sollte der nicht auch mit seinesgleichen fertigwerden, ohne auf die Gängelung durchs Geld abstellen zu müssen?

Für Süd-Finnlands Gemarkung Eigentlich-Finnland zur Tötung eines im Hofbereich sich bewegenden Wolfs Genehmigung erlassen

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der Zeitung Turun Sanomat vom 26.3.2009, übersetzt aus dem Finnischen)

Finnlands Land- und Forstwirtschaftsministerium hat für das Gebiet der Gemeinden Mynämäki, Yläne, Pöytyä sowie Nousiainen in der Gemarkung Eigentlich-Finnland die Genehmigung zur Tötung eines Wolfes erlassen. Gemäß den Konditionen des Erlasses darf im Hofbereich oder in der unmittelbaren Umgebung ein Wolf getötet werden, wodurch eine Auswahl beim Fang gewährleistet werden soll. Auch die Tötung des Anführerindividuums einer Herde ist zu vermeiden. Auf dem Gebiet sind fortwährend zahlreiche Beobachtungen von Wölfen gemacht worden, die sich in Hinterhöfen oder in deren Nähe herumtreiben. Während der letzten zwei Wochen sind insbesondere auf dem Gebiet des Dorfes Kalela Beobachtungen angestellt worden von ausnahmsweise furchtlos auftretenden Wölfen.


Water-Dancer

15
Mrz
2008

Die menschliche Fähigkeit, das schier unmögliche wahr werden lassen zu können, wird seinen schwersten Härtetest dann erst bestanden haben, nachdem erfolgreich das Geld aus aller Welt geschafft worden ist

Simo Knuuttila bekam den Gad-Rausing-Preis

(ein kultureller Bericht aus den Neuesten Nachrichten der Zeitung Turun Sanomat vom 7.3.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Stockholm, STT
Dem finnischen Philosophen und Historiker Simo Knuuttila ist der Gad-Rausing-Preis der königlichen belletristischen Akademie Schwedens zugebilligt worden. Professor Knuuttila wird für seine Forschung ausgezeichnet, in der er die Rolle des Möglichen, des Unmöglichen und des Unabdingbaren im westlichen Denken abgeklärt hat.
Der jährlich vergebene Gad-Rausing-Preis ist von seinem Wert her auf ungefähr 85'000 Euro dotiert.

14
Mrz
2008

Die Verlängerung des frühgeschichtlichen Gezetere von Babylon in den Häusern und Hallen von heute - wie lange soll es sie noch geben?

Die Erfindung des Geldes als Vehikels fürs zwischenmenschliche Handeln wurde im verruchten frühgeschichtlichen Turm zu Babylon ausgesonnen, mittels der die Menschen von damals zum erstenmal in der Geschichte erfolgreich ein innerhalb einer größeren, nicht untereinander verwandten Menschengruppe aufkommendes, großes Gezeter und Gemorde abwehren konnten, das mit dem fürchterlichen Stimmenwirrwarr der dorthin auf einem Platz Zusammengetrommelten einherging; das Getöse in den großen Börsenhäusern, gleich wie die alltäglichen Zwistigkeiten allerorts wegen Geldproblemen in der heutigen Zeit sind nichts anderes als buchstäblich Verlängerungen des obengenannten babylonischen Urstein-Gezetere: es läge jetzt an uns Neuzeitigen, dem ganzen glücklosen, unfriedlichen Treiben der Menschheitsgeschichte dadurch ein Ende zu bereiten, indem wir jetzt versuchen, besser untereinander auszukommen und über die babylonische Gelderfindung von annovorzumal hinauszukommen.

Das Klagelied eines lebensmüden Jung-Niloten der frühgeschichtlichen Ära

Zum wem nur spreche ich heute?
Die Brüder sind schlecht,
die Freunde von heute, kann man sie lieben?

Zum wem nur spreche ich heute?
Voll List sind die Herzen und frech,
ein jeder begehrt die Habe des Nächsten.

Zum wem nur spreche ich heute?
Der Sanfte geht zugrunde,
der Freche erschmeichelt sich überall Gunst.

Zum wem nur spreche ich heute?
Es gibt keinen Gerechten.
Voll von Übeltätern ist diese Erde.

Zum wem nur spreche ich heute?
Das Böse schlägt das Land,
und ich sehe kein Ende der Schandtat.


Fazit: Offensichtlich hatte Darwin mit seiner Evolutionstheorie doch nicht so ganz recht. Denn wie wäre es dann zu erklären, daß selbst ein intelligentes Geschöpf wie der Homo sapiens, zumal unter dem ewigen Druck von Geldnöten, sich nicht im Laufe von einigen Tausend Jahren in einen vom Geld befreiten, da gescheiteren Homo prudens durch die Auslese (die ja im Laufe der Zeiten sehr wohl stattgefunden hat!) weiterentwickelt hat?
Nur: Gerade der Mensch als intelligentes Wesen hätte, wenn er nur wollte, auch wirklich die besten Chancen, sich wider die eigene Natur, die scheinbar mit dem menschlichen Charakter von sich aus nichts weiter im Schilde führt, dennoch zu einem noch naturtauglicheren Wesen fortzuentwickeln, da bei ihm die hierfür unabdingbar grundwichtige Fähigkeit vorhanden ist, die sich bei allen anderen Arten nicht so unbedingt und sonderlich ausgeprägt einfindet - der menschliche Willen, sich selbst und die Dinge zu verändern.

Nicht der Kapitalismus ist etwas böses, sondern...

Nicht der Kapitalismus ist etwas böses, sondern das Wirtschaften mit Zahlungsmitteln im allgemeinen ist im Kern das Ding von Übel, und um genau von diesem einen Grundübel, das die Menschen in sehr vielen Regionen der Erde so herbe mitnimmt und peinigt, und immerzu peinigen wird, solange es Geld gibt, hinwegzukommen, sollte es, so wir nur eine "durch und durch vermenschlichte" Welt schaffen wollten, das einzige Probate sein, das es an dringend wichtigen Dingen in dieser Welt noch zu tun gäbe, jetzt und im Hier, zum Schluß all dieser gewaltigen Entwicklungen in dieser modernen Zeit, in der wir zu leben und zu schöpfen kamen, noch mit dem alldieweil lästigen Zahlenzusammenstreichen und diesem ewigen Zahlenmüssen, überall, wo man geht und steht, aufzuräumen - und das auf alle Zeiten hin und auch für jeden und für alle dann - denn die reichen Schicksen werden ihre Kicks in Gold und Geld wohl nie so ganz von alleine für die armen Schluckser auf der Welt aus ihrer Hand geben, wenn nicht auch sie selbst dann dadurch eine beachtliche 'Bereicherung' erfahren - und diese werden sie denn auch erfahren, jawohl auch sie werden zum Schluß glücklicher sein als zuvor, auch sie alle werden es sein

Börsencrash, Nokia, Managergehälter - man gewinnt den Eindruck, dass die freie Marktwirtschaft nur Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und moralische Verkommenheit hervorbringt. Sollte sich die Immobilien- und Kreditkrise in den USA noch verstärken und nachhaltige Spuren in der Weltwirtschaft hinterlassen, wird man auch dies für eine Generalkritik von Seiten jener nutzen, die mehr staatliche Kontrolle über das Wirtschaftsgeschehen anstreben.

Managergehälter

Gewiss. Die Managergehälter sind in den letzten Jahrzehnten weit überproportional gestiegen und ihre Höhe wird oft als obszön empfunden, da gleichzeitig die Löhne der Arbeitnehmer fast stagniert haben. Dennoch handelt es sich um eine emotionalisierte Debatte. Denn die Managergehälter bezahlt der jeweilige Produkt-Konsument. Wenn Porschemanager Wendelin Wiedeking letztes Jahr mehr als 50 Millionen Euro verdient hat, so hat er die Hälfte erstmal nie gesehen, sondern das Finanzamt. Bezahlt haben ihm dieses Gehalt aber letztlich nur die Porschekäufer. Da niemand gezwungen wird einen Porsche zu kaufen, kann allen, die keinen Porsche kaufen wollen, das Gehalt von Herrn Wiedeking eigentlich völlig egal sein. Nicht egal ist es hingegen sicherlich der Belegschaft, wenn der Manager Millionen verdient und die Firma in den Sand setzt. Doch auch hier muss man jeden Fall einzeln bewerten. So bezahlte Porsche seinen Mitarbeitern letztes Jahr 13,7 Monatsgehälter plus einer Prämie von 5200 Euro. Von “ausgebeuteten Arbeitnehmern” aufgrund hoher Managergehälter kann also nicht generell die Rede sein. Gleichwohl wird dieser Eindruck erweckt.

Auch viele andere Großunternehmen sowie Mittelständler legen Wert auf motivierte Mitarbeiter und bieten teils hervorragende Sozialleistungen. Trotz hoher Managergehälter. Warum also diese Aufregung?

Hier wurde von politischer Seite ein Ablenkungsmanöver gestartet, das fragwürdige Emotionen wie Neid und ein rein subjektiv empfundenes „Gerechtigkeitsproblem“ ins Bewusstsein rückte, bei dem man sich selbst zugleich als Problemlöser anbieten kann.

Der Vorteil für die Politiker: Es kostet sie nichts, Gehaltsgrenzen für Manager zu fordern, sondern macht sie beim Wähler nur beliebt. Gilt ein hypothetisches Höchstgehalt dann auch beispielsweise für Showstars, Parlamentarier, Ex-Minister und gehobene Bürokraten? Seltsam – davon war nicht die Rede. Wer tut nun mehr für das Wohl seiner Mitmenschen. Harald Schmidt und Sabine Christiansen mit einem Jahressalär von neun Millionen Euro für ihre Unterhaltungsdarbietungen - oder jemand, der erfolgreich Einkommen von Arbeitnehmern und deren Familien durch gutes Management sichert? Wie absurd die Manager-Gehaltsdebatte ist, zeigt, dass man GEZ-Zwangsabgaben (erhoben unter Strafandrohung) auch dann bezahlen muss, wenn man weder Schmidt noch Christiansen sehen will. Oder wenn man durch Politiker und Bürokraten nur Nachteile wie Steuererhöhungen und Bürokratiekosten als „Gegenleistung“ erhält. Also dort, wo für den Bürger konkrete Kosten entstehen, nämlich durch den Staat, findet keine Debatte über moralisch fragwürdige Gehälter statt. Sondern dort, wo es einem egal sein könnte, weil schließlich niemand zum Porschekauf gezwungen wird.

Die Managerdebatte war also nichts als billiger Populismus, der einen rein emotional empfundenen Missstand zum Thema hatte, mit dem Lösungsvorschlag, dass „der Staat“ hier künftig bürokratisch „Ungerechtigkeit“ beseitigen muss. Was ungerecht ist, bestimmt dann irgendeine mit Steuermitteln gut bezahlte „Gerechtigkeitskommission“ – so ein ähnlicher Quell nie versiegender Weisheit wie das Orwell’sche Wahrheitsministerium oder einst das Zentralkomitee der KPDSU.

Nokia

Für die nun vor der Entlassung stehenden Beschäftigten ist die Werksschließung natürlich katastrophal. Wo sollen so viele spezialisierte Arbeitskräfte in der Umgebung neue Beschäftigung finden? Da werden ganze Lebensplanungen mit einem Schlag über den Haufen geworfen. Allerdings fragt sich, ob Nokia allein dafür den Schwarzen Peter verdient - oder nicht vielmehr der Staat der Hauptschuldige ist.

Natürlich stellen sich die Politiker so hin, als täten sie etwas für die Arbeitnehmer. Das ist schließlich ihr Job. Doch tun sie nichts, was den Arbeitnehmern wirklich nützt, sondern klagen nur an. Es wird der Eindruck erweckt, das Unternehmen entzöge sich seiner „sozialen Verantwortung“, wenn es den Produktionsstandort verlegt. Welch absurde Erwartung gegenüber einem Unternehmen, das sich den Marktgegebenheiten genauso anpasst wie eine Kuh die fressen will, und stets zur saftigsten Wiese wandert. Die Politik hat dafür zu sorgen, dass Deutschland eine saftigere Wiese als z.B. Rumänien ist. Etwa durch niedrige Steuern, günstige Infrastruktur, gute Grundbildung der Arbeitnehmer. Die Entscheidung von Nokia für Bochum wäre wohl kaum ohne ca. 60 Millionen an Subventionen gefallen. D.h. der Standort Bochum war von Anfang an nicht konkurrenzfähig. Verlieren die Subventionen ihren Einmaleffekt, ist das Unternehmen mit laufenden Kosten konfrontiert und tendiert zur Kostenreduktion.

Motorola und die Boykottkasper

Das Beispiel der Werksschliessung von Motorola in Flensburg zeigt, dass Deutschland kein allzu interessanter Standort für Handyproduktion und sogar -vertrieb zu sein scheint. Man war also gewarnt, hat aber natürlich nichts daraus gelernt. Lächerlich, dass auch bei Motorola zum Handyboykott aufgerufen wurde. Damit wollen sich Populisten wie Seehofer und Struck bei der Bevölkerung als „einer von ihnen“ produzieren. Leider sagen unsere Boykottkapser nicht, was für Handys anstatt der Nokias sie nun nutzen wollen? Etwa die von Motorola? Oder etwa gleich ein „sozialer“ Handyhersteller, der gar nicht erst den unzureichenden Standort Deutschland für die Produktion erwogen hat? Was wäre daran nun sozial, grade auch noch die Unternehmen als Kunde zu beglücken, die nicht mal mehr in Deutschland investieren?

Denn das Problem ist nicht nur Nokia, das mit Standortverlagerung bei nur fünf Proezent Personalkosten und 15 Prozent Renditemarge reagiert. Sondern die Subventionspolitik generell. Vielleicht hat Bochum einem anderen Standort die Jobs mittels Subvention „geklaut“. Nun könnte Bochum das selbe geschehen.

Das Büro von EU-Kommissionspräsident José Barroso räumte ein, dass Teile der Infrastruktur für das Nokia-Village - immerhin ein zweistelliger Millionenbetrag - aus der EU-Kasse für den, offiziell Tetarom III getauften Industriepark, zugeflossen sein könnten. „Wir prüfen das noch“, so ein EU-Beamter.

Es darf gelacht werden, alternativ bleibt sonst nur heulen. Wir zahlen mit unseren Abermilliarden an Steuern die Subventionspolitik der EU, die uns dann hier die Jobs „klaut“. Indem das an sich nicht allzu große Einsparpotential bei den Personalkosten durch die Einnahmemöglichkeiten von EU-Subventionen erst die Entscheidung für einen anderen Standort fällt.

Doch warum steht nur Nokia als Bösewicht da? Warum nicht unsere scheinheiligen Politiker, die verantwortlich sind für diesen absurden Subventionsschacher? Warum wird nicht die EU von den Medien kritisch als Geld- und Jobgrab durchleuchtet?

Politiker inszenieren sich als Problemlöser, doch sie selbst sind das Problem.

Nebenaspekt: Standortfaktor Bürokratie stranguliert vor allem Mittelständler und Kleinbetriebe. Diese sterben still und ohne mediales Interesse. Auch hier sind die Politiker die Verantwortlichen. Weniger Staat könnte die drastische Nokia-Entlassungen viel leichter auffangen durch einen von Bürokratie und Abgaben entlasteten Mittelstand und Kleinbetriebe.

Börsencrash

Die Anhänger staatlicher Regulationen laufen wahrscheinlich demnächst zum selbst inszenierten Höhenflug auf. Nichts dokumentiert vordergründig besser, wie unzureichend die freie Marktwirtschaft funktioniert, als ein Börsencrash. Die freien Kräfte des Marktes werden systematisch negativ dargestellt, besonders in Europa. Und das, obwohl wir im Modell des Sozialismus den direkten Vergleich haben, welches System nicht nur mehr Wohlstand erwirtschaftet, sondern auch mit einem höheren Grad an Freiheit und Rechten korreliert.

Aber die Linken aus der DDR und die 68er geben keine Ruhe, und sind mit Argumenten auch nicht erreichbar. Sie müssen schlecht reden, was besser ist als jedes andere Wirtschaftssystem, sofern es ein gewerkschaftliches und sozialstaatliches Regulativ beinhaltet. Nur was schlecht ist, ist verbesserungswürdig, und nur wer als Verbesserer auftreten kann, kann Macht für sich beanspruchen. Fakten zählen dabei nicht – sondern nur geschürte Emotionen. Darum werden die Linken die Folgen der Mortage-crisis in den USA vorhersagbar für ihre propagandistischen Belange in den kommenden Monaten ausschlachten.

Zuerst ist ein Börsencrash stets eine Reaktion auf eine Schieflage, die zu lange von den Märkten ignoriert wurde oder eine schlagartige Veränderung entscheidender Parameter. Dass der „housing-boom“ in den USA nur so lange anhalten konnte, wie ständig frisches Geld zur Verfügung stand, um ständig teurere Häuser zu finanzieren, versteht jeder BWLer im ersten Semester. Mit den steigenden Zinsen mussten die Preissteigerungen und die Bautätigkeit irgendwann nachlassen. Und – das wird bisher in der Analyse sträflich vernachlässigt – weil irgendwann, wenn ganze Städte ihre Fläche um 25% und mehr erweitern, in nicht einmal einem Jahrzehnt das Angebot die Nachfrage übersteigen muss.

Nach dem Börsencrash von 1929 hatte man den Schluss gezogen, dass durch die Notenbanken bereit gestellte Liquidität Depressionen erheblich mildert und eventuell sogar verhindert. Nach dieser Grundsatzüberzeugung verfuhr vor allem FED-Chef Alan Greenspan, der stets die Zinsen senkte, wenn sich ernsthafte Belastungen für die Kapitalmärkte zeigten. So insbesondere bei der Krise um den Hedge-Fonds LTCM, aber auch nach den Anschlägen von 9/11.

Somit wurde immer wieder das Abgleiten in längere, tiefe Rezessionen verhindert, aber gleichzeitig mit dem vielen überschüssigen Geld eine Inflation von Kapitalanlagen in Gang gesetzt. 1999/2000 die Internet-Bubble, und jüngst der housing-boom. Solche durch kostengünstige Kapitalbeschaffung getriebenen Preisfindungen haben es an sich, dass ihnen eines Tages die Luft ausgeht. Und da die meisten Marktteilnehmer der menschlichen Natur frönen, sich gerne reich werden zu sehen, halten sie ihre Anlagen so lange, bis der Nachfrageüberhang (bedingt durch billiges Geld) in Angebotsüberhang umschlägt. Dann wollen viele noch ganz schnell ihren grade eben noch auf dem Papier vorhandenen Reichtum in handfeste Dollars und Euros, Yuan und Yen umtauschen. Und es kommt zum Crash.

Den sah die FED kommen, und senkte schon mal vorab die Zinsen. Doch im Fall der housing-crisis mit all den gebauten Hütten nützt das auch nicht viel. Woher sollen denn die Käufer kommen, wenn sie schon eine schöne Wohnung haben?

D.h. es gibt immer wieder Fälle von Fehlallokation von Kapital im großen Stil, mit der Folge erheblicher Kapitalvernichtung. Beliebt ist es dann in den Medien, die Summen hochzurechnen, die z.B. gestern den DAX ins Nirvana entschwinden ließ. Was so nicht stimmt. Schließlich haben nicht alle zum Höchstkurs oder Vortageskurs gekauft. Prekär wird es allerdings wenn in großem Umfang mit geliehenem Geld spekuliert wurde. So werden nun viele US-Bürger die ihre Häuser beliehen hatten für Konsumausgaben auf ihren Schulden sitzen bleiben, während ihre Immobilie aufgrund rückläufiger Nachfrage an Wert verliert. Eine Kettenreaktion kommt in Gang, weil angefangen bei der Bauwirtschaft Jobs wegfallen, die zusammen mit der hohen Schuldenbelastung der Immobilienbesitzer zu einem Rückgang des Konsums führen. Daran ändern vorerst auch niedrigere Kapitalkosten via Zinssenkungen wenig.

Solche „Exzesse“ lassen sich letztlich nicht vermeiden. Sie gehören leider zu einer freien Marktwirtschaft, da stets nur ein Teil der Marktteilnehmer vorausschauend genug agiert. Dennoch schuf die relativ freie Marktwirtschaft mehr Möglichkeiten der Wertschöpfung als ein überreguliertes System wie der französische Etatismus oder gar der Sozialismus.

Marktwirtschaft setzt enormes schöpferisches Potential bei den Menschen frei. Ist Kapital ausreichend und günstig genug vorhanden, bestehen keine zu großen bürokratischen Hemmnisse, so erholt sich die Wirtschaft von ihren Fehlentwicklungen wieder - schon allein aufgrund der anhaltenden, wenn auch vorüber gehend reduzierten, wertschöpfenden Tätigkeit ihrer Komponenten.

Der von den Linken inszenierten „Kaptialismuskritik“ steht eine von noch viel größeren Missständen geprägte staatliche Misswirtschaft gegenüber. Man betrachte nur die Schieflagen der Sozialsysteme. Kein Renten- und Sozialhilfemodell in Europa ist auf Dauer finanziell tragfähig, und der Kollaps selbiger wird nur aufgeschoben durch immer neue Steuererhöhungen. Mit der Folge, dass langfristig die Wertschöpfung in der freien Wirtschaft durch nicht mehr erbringbare Abgabenlasten stranguliert wird. Damit zerstört sich ein überzogener, finanziell nicht solide organisierter Sozialstaat selbst, und wird sich als noch unsozialer erweisen, als die viel geschmähten freien Märkte.

Bildungsdefizite in Betriebs- und Volkswirtschaft

Leider hat sich aufgrund eher marktfeindlicher Kräfte im Zuge der sozialistisch orientierten 68er-Ideologie eine skeptisch-ablehnende Haltung in Europa gegenüber der Marktwirtschaft etabliert. Zugleich haben es die einst marktwirtschaftlich-konservativen und liberalen Eliten versäumt, über die positiven Aspekte der Marktwirtschaft und ihrer Wirkungsweise zu informieren. Zu allererst hätte dies in den Schulen stattfinden müssen. Doch das Gegenteil findet statt, was einmal mehr die erfolgreiche Unterwanderung der Gesellschaft durch die linksextremistischen 68er belegt.

Die FAS schreibt:

In den untersuchten Lehrplänen der Sekundarstufe 1 tauchen wirtschaftliche Zusammenhänge nur in Sozialkunde oder Politik auf und werden mit diesem fremden Blick gelehrt. In den Lehrplänen erscheinen als zentrale wirtschaftsrelevante Themen: die Unterschiede zwischen sozialer Marktwirtschaft und freier Marktwirtschaft; das in deutschen Texten und Lehrplänen sehr stark gewichtete Thema Arbeitskampf und Tarifkonflikt; sowie staatliche Regulierung der Wirtschaft.

Bei solchen Vorgaben bedarf es schon eines ausgesprochen ambitiösen Lehrers oder Lehrbuchautors, um Interesse am faszinierenden Zusammenspiel von Nachfrage und Angebot - schließlich die Basis unserer Wirtschaftsordnung - zu wecken.

Die ganze Bandbreite des antikapitalistischen Ressentiments taucht in den untersuchten Schulbüchern auf. Freie Marktwirtschaft, so das Lehrbuch „Team“ aus dem Schöningh-Verlag, geht nur einher mit einem „Nachtwächterstaat“. Immer noch populär ist die Karikatur des kapitalistischen Plutokraten im Nadelstreifenanzug. In einer Grafik zur Einkommensverteilung in einem weiteren Schöningh-Arbeitsbuch erscheint der fette Reiche mit Blume im Mund gegenüber einem schwitzenden Arbeiter. Getreu nach Marx arbeiten Unternehmer und Reiche also nicht, sondern besitzen nur. In FAKT, einem in Brandenburg (und in abgeänderter Fassung auch in anderen Bundesländern) eingesetzten Text aus dem Cornelsen-Verlag, freut sich der Cartoon-Kapitalist, dass die EU-Beitrittsländer ihm helfen, deutsche Sozialstandards abzuschaffen. Das ist nicht Polenhetze im Boulevardblatt, sondern deutsches Schulbuch.

Aus der Sicht des zukünftigen Festangestellten

Da verwundert es kaum, dass eine Untersuchung der Arbeitgeber-Initiative Junior Projekt in Köln im Jahre 2003 herausfand, dass Unternehmer in nordrhein-westfälischen Schulbüchern im Kontext von Kinderarbeit, Müllbergen, Internetsucht, Alkoholismus, ungerechten Löhnen und Arbeitslosigkeit erscheinen.

Wie die meisten Bücher ist FAKT aus der Sicht des zukünftigen Festangestellten mit Betriebsratsvertretung geschrieben oder des zukünftigen Klienten des Sozialstaats. Im Kapitel „Was tun gegen Arbeitslosigkeit“ beschreibt FAKT nicht etwa, wie Unternehmen Arbeitsplätze schaffen, sondern nennt Selbsthilfegruppen, Montagsdemonstrationen sowie staatliche Programme. Dann wird gelehrt, dass Arbeitgeber mit der Drohung von Werksschließung die Löhne drücken. Es folgt ein Auszug aus dem Programm des DGB, Wort für Wort, mit der gesamten gescheiterten Voodoo-Ökonomie von 30-Stunden-Woche, Rente mit 60 und Aufteilung von Vollzeit- in Teilzeitjobs, damit jeder ein Stück vom fixen Kuchen abbekommt. Eine Alternative aus der realen Welt beschreibt FAKT nicht. Als Gründe für die Arbeitslosigkeit nennt FAKT Computer und Roboter, ein beliebter Topos in den deutschen Büchern. In einem anderen Text zerstören PC und Internet die Kommunikation und machen Angestellte zum „anonymen Code“.

Unternehmen bleiben eine „Black Box“

Wenn die deutschen Lehrpläne und Schulbücher eines auszeichnet, dann die extreme Gewichtung von Gruppeninteressen, sozialen Klassen und Arbeitskonflikt. Wirtschaftliches Handeln wird eingeordnet in das traditionelle sozialdemokratische Universum von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die in einem institutionalisierten Geflecht von Tarifverhandlung und Arbeitsrecht zueinanderstehen. Auch wenn einige Bücher Arbeitgeber und Arbeitnehmer ganz paritätisch und neutral mit ihren jeweiligen Interessenvertretungen darstellen - die Konzentration oder gar Reduktion auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberinteressen und deren Institutionalisierung ist kaum geeignet, wirtschaftliche Zusammenhänge und Anreize zu erklären. Anstatt mehr Verständnis dafür zu lernen, was den Bäcker dazu bewegt, mir morgens meine Brötchen zu backen, und wie zum Beispiel Steuern und Abgaben seine und meine Anreize ändern, werden Schüler durch die Konzentration auf Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Kategorien und den Sozialstaat früh im verteilungspolitischen Betrachten wirtschaftlichen Handelns sozialisiert.

In den meisten der untersuchten deutschen Schulbüchern bleiben die Unternehmen eine „Black Box“, in der irgendwie Geschäfte gemacht werden. Die Einzelheiten bleiben meist unklar; wichtige Rollen scheinen Werbung und „die Konsumgesellschaft“ zu spielen. Die Unternehmen sind im „Wirtschaftskreislauf“ eingebettet, einem keynesianischen Gebilde aus Röhren und Pumpen und fließendem Geld.

Schülern wird empfohlen, sich bei Attac zu informieren

In dieser abstrakt makroökonomischen Welt sucht man meist vergeblich nach Portraits von erfolgreichen Unternehmern. Dabei liefert Deutschland mit seinen gewaltigen wirtschaftlichen Gründerphasen die reichhaltigste Unternehmererzählung außerhalb der Vereinigten Staaten. Sie kommt fast überhaupt nicht vor. Anhand der enorm erfolgreichen deutschen Mittelständler könnten Schüler auch lernen, wie Globalisierung funktioniert. Stattdessen lernen sie das Fürchten. Im Abschnitt „Soziale Marktwirtschaft und Globalisierung“ eines Politiktextes von Klett stehen die Überschriften „Der tägliche Kampf“, „Kapital ersetzt Arbeit“ und „Moderne Sklaverei“.

In einem Handbuch zum Thema Globalisierung des Cornelsen-Verlags stehen Kapitelüberschriften wie „Rückkehr des Mittelalters“, „Rückkehr des Manchester-Kapitalismus“ und „Brasilianisierung Europas“. Indien und China sind erfolgreich, so der Cornelsen-Text, weil sie Staatseigentum und Protektionismus praktizieren, während die ärmsten Länder Afrikas freie Marktwirtschaften haben. Schülern wird empfohlen, sich bei der Anti-G-8-Protestgruppe Attac zu informieren. Eine Quelle pro Globalisierung nennt Cornelsen nicht.

Nachdem die Bevölkerung relativ schlecht bzw. falsch über die Mechanismen der Marktwirtschaft informiert ist, dafür aber umso mehr mit Ängsten und Vorurteilen beladen wurde, verfangen linkspopulistische Heilsversprechen umso mehr. Fordern vom Staat und bloß nicht fragen, wie denn all die schönen Geschenke bezahlt werden sollen, ist zum Ritual von Interessengruppen einerseits, und zum Bieterwettbewerb der Parteien andererseits geworden.

Der Staat sieht sich nicht mehr als rahmengebende Institution für eine möglichst effektive Wertschöpfung als Wohlstandsgrundlage, sondern verlegt sich auf die Rolle, Einkünfte - unabhängig von erbrachter Leistung - zu garantieren. Ausdruck dieses irrationalen Wahnsinns sind die Grünen und die SED-Nachfolger (Linkspartei) mit ihren Forderungen nach einem für jeden Bürger ausbezahlten Bürgergeld in Höhe von über 400 Euro (Grüne) und 60% vom Durschnittsnetto (SED-Nachfolger).

Hier zeichnet sich ein Teufelskreis ab, der immer höhere Erwartungen an die Staatskasse weckt, zugleich aber die Möglichkeit, diese zu füllen, immer stärker durch die zwangsweise Gegenfinanzierung untergraben wird. Hinzu kommt die ständige und zunehmende Negativinformation gegenüber der Marktwirtschaft, mit der die Bevölkerung leicht verführbar gemacht wird für linke Destruktivkonzepte.

Der Lösungsansatz der Misere bedeutet somit das Informationsdefizit über volks- und betriebswirtschaftliche Belange aufzuarbeiten und die Vorteile einer freien Marktwirtschaft mit sozial abfedernder Komponente wieder bewusst zu machen. Gewiss, es ist ein System mit Fehlern und Schwächen, aber – und darauf kommt es an – es ist das Wirtschaftssystem, das am ehesten Wohlstand für eine breite Bevölkerung ermöglicht.
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