6
Mrz
2008

Der Wille zur freiwilligen Zusammenarbeit aller mit allen, um die Überwindung des Geldes möglich zu machen, ist im Volke auch jetzt schon ganz klar vorhanden - wie man an vielen Beispielen der kulturellen Fürsorglichkeit innerhalb der Gesellschaft ersehen kann

Feuer des Himmels gewann einen Faustdick-Preis

(ein kultureller Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 4.3.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Helsinki, STT
Im Großen Workshop der Öffentlichen Radio- und Fernsehanstalt von Finnland sind die Faustdick-Preise verteilt worden. Den Preis für die Serie der Fiction-Filme holte sich die im öffentlichen Zweiten Fernsehprogramm gesehene Fernsehreihe 'Feuer des Himmels'. Produktionen der öffentlichen Anstalt schnappten sich auch die anderen Hauptpreise. Der Faustdick-Preis für Dokumentationsserien ging an das Radioprogramm 'Der Blick', in der Reihe der wöchentlichen Sachprogramme gewann das Prisma-Studio und unter kulturellen Serien die Fernsehserie 'Schlauch der Erinnerungsbilder'. Den Preis für die bildnerische Arbeit des Jahres erhielt die visuelle Verwirklichung des Europäischen Grande Eurovision Gesangswettbewerbs. Insgesamt wurden als Preise 78'000 Euro verteilt. Die im Jahre 1985 ins Leben gerufenen Faustdick-Preise stellen einen Schulungsfonds dar, der von der lokalen Öffentlichen Radio- und Fernsehanstalt und deren MTV3, sowie vom Journalistenbund Finnlands, vom Bühnenbildnerbund Finnlands, vom Bund der Musiker Finnlands und vom Schauspielerbund Finnlands gebildet worden ist.

4
Mrz
2008

Ganz klar doch, daß das für alle Menschen zum eigentlichen Jahrtausendrenner wird, wenn das Geld in diesem Jahrtausend abgeschafft wird

Eintrittsgeld vertrieb Kunstpublikum in Schweden

(ein Bericht aus der Kultursparte der südfinnischen Zeitung Turun Sanomat vom 4.3.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Andy Warhol im Moderna Museet, die Entwicklungsgeschichte des Menschen im naturgeschichtlichen Museum und die Kunst auf Plakaten von Toulouse-Lautrec im Nationalmuseum von Stockholm haben sich für die Museen als Riesenerfolge erwiesen.

Warhol steht offen bis zum 4. Mai, die Entwicklungsgeschichte der Menschen im naturgeschichtlichen Museum steht bis auf weiteres offen und Toulouse-Lautrec bis zum 25. Mai.

Mit dem Jahreswechsel endete die Praxis eines unentgeltlichen Eintritts in die 19 staatlichen Museen. Die Museen verloren sofort an die 40 Prozent ihrer Besucherzahlen. Fürs Nationalmuseum und für das der Modernen Kunst war der Abstieg jedoch nicht so arg ausgefallen, "nur" 22 bzw. 17 Prozent.

Wenn auch das Moderna, das Nationalmuseum und das Naturhistoriska weiterhin Besucher haben, so erreicht deren Anzahl nicht mehr den Stand, auf den sie kam, als die Museen noch keine Eintrittsgebühren erhoben hatten.

Anstelle eines Eintritts gratis muß jetzt der Besuchende beinahe zehn Euro berappen, um sich mit der Schöpferkraft und dem Schaffen des menschlichen Lebens vertraut zu machen.

3
Mrz
2008

Erste Zeichen eines echt neu postmodernen, neo-steinzeitlichen Zeitalters, in welchem man nicht nur kein Geld mehr nötig hat, sondern auch wieder vereinzelt in Höhlen leben wird

Ein Unternehmen aus der finnischen Stadt Paimio fängt damit an, ein neues Modell des Bauens im Felsen zu vermarkten

Das Heim innerhalb eines Felsens spricht den Höhlenmenschen an

(ein Artikel aus der Wirtschaftssparte der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 12.1.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Ein in einen Felsen hineingeschlagenes Heim wird in der Zukunft eine Form des Wohnens sein. Dieser Meinung sind Tarja und Markku Sahramo von der Seviso GmbH aus Paimio, deren Idee eines Eigenheims im Felsen im November das internationale Patent erteilt wurde.

Der Gedanke hört sich einfach an. Es wird ein mindestens 15 - 20 Meter hoher Felsen ausgesucht, in dessen Seitenfront eine Öffnung gebrochen wird, die so groß ist wie eine Wohnung. Die entstandene Höhle wird in Bezug auf Wärme und Feuchtigkeit abisoliert. In den Boden des Hauses hinein werden Räume gebrochen für dessen technische Aufrüstung, für dessen Fassade nach vornehin wird der Form des Felsens folgend eine Panzerglaswand errichtet. Die entstandene Wohnung wird, um Dunkelheit zu vermeiden, innenausgestattet unter möglichst vieler Anwendung von gläsernen Komponenten.

- Vom Anbeginn der Zeiten an haben die Menschen in Höhlen gelebt, jetzt kehrt man einfach wieder zurück zur Wurzel. Auf diese Weise läßt sich auch brachliegender Grund und Boden in nutzbares Land wandeln, insbesondere in den Städten gibt es viele unbebaute Felsengrundstücke, begründet Tarja Sahramo.

Im Februar wird mit den Arbeiten begonnen

Bisher befindet sich noch kein einziges Felsenhaus im Bau, aber Seviso GmbH hat bereits Verhandlungen mit den großen Firmen aufgenommen. Besonders die Märkte Russlands interessieren das Unternehmen in Paimio.

Den ersten Bau, den Prototyp, hat sich das Unternehmen jedoch entschlossen, auf eigene Kosten zu bauen.

- Im Laufe des Januars bestimmen wir ein passendes Grundstück, und bereits im Februar wird mit den Arbeiten begonnen. Das Haus wird noch während dieses Jahres fertiggestellt werden, plant Markku Sahramo.

Pekka Särkkä, Professor für Felsenbauten an der Technischen Hochschule von Espoo, hatte von dem Vorhaben des Paares Sahramo noch nicht gehört, bezieht im Hinblick auf dessen Gedanken aber eine grundsätzlich affirmative Stellung. Laut seinen Aussagen stelle das Grundkonzept eines Heimes im Felsen ein gutes und vernünftiges vor.

- Als ein Problem kann die in die Innenräume ausatmende Feuchtigkeit auftreten, falls der Bau nicht auch von dieser Seite her sorgfältig angegangen wird. Ein Risiko des Schimmelbefalls gibt es eigentlich nicht, da der Felsen ein anorganisches Material ist, sagt Särkkä.

Im großen und ganzen gesehen sei ein Heim im Felsen schon an manchen Stellen ein anspruchsvolleres Objekt als ein herkömmliches Haus. Es würden zum Beispiel außer in den Grund auch in die Wände und die Decke Innenschächte verlegt.

Billiger im Beheizen

Gemäß den Sahramo kommt ein in einen Felsen gebautes Eigenheim sowohl von den Bau- als auch von den Wohnkosten her günstiger als ein gewöhnliches Haus, das über der Erde steht.

- Nach unseren Berechnungen kostet ein völlig fertiges und möbliertes Felseneigenheim von hundert Quadratmeter im billigsten Fall um die 360'000 Euro herum. Daß man dabei günstig fahrt, garantiert allein schon dies, daß man Wände und Decken extra in einem Felsen keine machen muß, wertet Tarja Sahramo aus.

Auch Pekka Särkkä stimmt dem günstigen Wohnen zu.

- Innerhalb eines Felsens halten sich Heizungskosten um 30 - 40 Prozent geringer als verglichen mit denen eines üblichen Hauses, das über einem freien Grund steht. Das Ausbrechen des Felsens, Solidisierungs- und andere arbeitstechnische Arbeiten kosten ungefähr 300 - 500 Euro pro Kubikmeter, wonach man sich bereits in einer Bauphase befindet, die ansonsten erst mit dem Aufziehen des Hausdaches erreicht ist.

Eine andere Sache ist die, ob die größeren Planungskosten in der Anfangsphase nur auf den Schultern von einigen wenigen Häusern verteilt werden sollen.

Laut Särkkä gibt es in Finnland noch keine Felsenwohnungen, aber im Ausland seien über Jahrtausende hinweg Wohnheime in Felsen eingerichtet worden.

- Auf dem Kupferberg von Naantali wurde irgendwann während der Hochkonjunktur der '80er Jahre etwas entsprechendes geplant, blieb aber dann unverwirklicht. Es handelt sich hier dabei um ein solches Wohnmodell, das einem nicht unbedingt in der Nachbarschaft entgegenkommt, meint dazu Pekka Särkkä.

Jonna Lankinen

23
Feb
2008

Was sagt ein studierter Volkswirtschaftsexperte zum Thema 'Abschaffung des Geldes'

EINE WELT OHNE GELD

Das utopische Denken hat immer wieder mit der Idee gespielt, das Geld abzuschaffen. Aber dieses Denken griff regelmäßig zu kurz, weil das Geld nur die Oberfläche einer bestimmten gesellschaftlichen Form bildet. Das Geld ist, so Marx, die Erscheinung eines gesellschaftlichen Wesens, nämlich der "abstrakten Arbeit" und des Werts (der Verwertung). Wer aber bloß die oberflächliche Erscheinung abschaffen will, ohne das zu Grunde liegende Wesen anzutasten, der stiftet eher Unheil als Befreiung. Wenn nämlich in einem System der betriebswirtschaftlichen Warenproduktion dem Geld seine regulative Funktion genommen oder es gar ganz abgeschafft wird, dann kann an die Stelle der Geldfunktion nur eine totalitäre Bürokratie treten. In der jüngeren Geschichte hat das Regime von Pol Pot in dieser Hinsicht die grausigsten Konsequenzen verwirklicht; aber auch die sozialistischen und staatskapitalistischen Entwicklungsregimes hatten Elemente davon. Andere Formen der Abschaffung des Geldes, wie etwa die Tauschringe, müssen nicht nur auf alle Vorteile eines hohen Grades von Vergesellschaftung verzichten; sie können auch nur Surrogate des Geldes hervorbringen (Leistungszettel etc.) und müssen letztlich scheitern, wie es gerade wieder in Argentinien geschehen ist.

Im großen und ganzen scheint es so, als wäre die utopische Energie ohnehin erloschen. Unter der weltumspannenden Herrschaft des neoliberalen ökonomischen Radikalismus ist die Geldsubjektivität so unangefochten wie nie zuvor, bis hinein in die Elendsquartiere. Aber paradoxerweise beginnt der Kapitalismus nun selber in gewisser Weise das Geld als allgemeine Verkehrsform abzuschaffen. Nicht etwa in jenem oberflächlichen technologischen Sinne, daß an die Stelle des Papiergelds der geisterhafte elektronische Buchungsimpuls und die Internet-Geldabwicklung treten ("electronic banking"), wie früher das Papiergeld selber an die Stelle des Edelmetalls getreten war. Sondern in dem Sinne, daß immer mehr Menschen in der Krise der 3. industriellen Revolution aus der alltäglichen Geldwirtschaft großenteils herausfallen. In den abgekoppelten Weltregionen schrumpft der Geldkreislauf dramatisch. So kann es einem im Landesinneren von Brasilien passieren, daß schon das halbe Dorf bemüht werden muß, damit der Krämer einen Schein in der Größenordnung von umgerechnet 20 Euro wechseln kann. Die Hälfte der erwachsenen Südafrikaner hat kein Bankkonto. 2,8 Milliarden Menschen, nahezu die Hälfte der Menschheit, haben pro Tag weniger als 2 Dollar zur Verfügung.

Diese Tendenz ist längst in den Westen vorgedrungen. In den USA fallen immer mehr Vollzeitarbeiter unter die Armutsgrenze, während gleichzeitig fast schon als verdächtiges Subjekt gilt, wer statt mit Kreditkarte mit Dollarscheinen oder gar Münzen bezahlt. Und hierzulande wollen bekanntlich die Banken Sozialhilfeempfängern nur ungern ein Konto geben. In vielen westlichen Ländern hat sich eine neue Massenerscheinung ausgebreitet: Wer kein Konto hat, hat meistens auch keine Krankenversicherung, zunehmend auch kein Telefon mehr, vom Internet-Anschluß ganz zu schweigen. Bei den Billig-Discountern zählen Menschen ihre "Einkäufe" genau in Cent-Beträgen ab. Mitten in der scheinbar totalen elektronisierten Geldwirtschaft werden immer größere Teile der Gesellschaft "entmonetarisiert". Den gigantischen Verschuldungs-Blasen steht eine rasant wachsende Pfennigwirtschaft gegenüber.

Diese Seite der Krise des Geldes, die in Wirklichkeit eine Krise der "abstrakten Arbeit" ist, wird in der öffentlichen Debatte eher verdrängt. Aber die kapitalistische Krisenverwaltung reagiert auf die Ausdünnung des allgemeinen Geldverkehrs nicht viel anders als die staatssozialistischen Regimes und die totalitären Utopien, nämlich mit bürokratischer Schurigelung der unfreiwillig "entmonetarisierten" Menschen. Gleichzeitig werden in einem Klima der Geldangst rassistische und antisemitische Krisenideologien eines "guten, ehrlichen Geldes" für eine "gute, ehrliche Arbeit" ausgebrütet, statt zur emanzipatorischen Systemkritik überzugehen. Wer hätte das gedacht: Der Kapitalismus beginnt selber negativ-utopisch zu werden.

Robert Kurz
Freelance-Reporter für Independent Media, NYC

20
Feb
2008

Langsam, aber sicher kommt die Idee der Unentgeldlichkeit doch noch wohl demnächst in Schwung - bevor dann schlußendlich Schnall auf Fall die ganze Geldblase zum Platzen kommen wird, was aber wohl, angesichts der allgemeinen Lustlosigkeit auf wirklich echte Systemveränderung, die ja von jedem einzelnen eine große Umstellung verlangen könnte, noch etwas dauern kann

Unentgeldlichkeit würde den Gebrauch der Kommunalen Verkehrsmittel von Helsinki um ein Drittel ansteigen lassen

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 19.2.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Helsinki, STT

Eine Unentgeldlichkeit des Massenverkehrs würde in Helsinki Fahrten, die in öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht werden, um 30 Prozent ansteigen lassen, jedoch das Autofahren im Stadtzentrum von Helsinki um neun Prozent verringern. Der Internet-Dienst der Zeitung Helsingin Sanomat berichtet über eine zu der Angelegenheit angefertigte Klarstellung. Die Ziffern kommen von einer Studie über die Auswirkungen, die ein kostenloser Massenverkehr in Helsinki hätte. Die Verkehrswerke der Stadt Helsinki HKL (Helsingin kaupungin liikennelaitos) gaben jene in Auftrag, und ließen sie durch ein externes Konsultationsunternehmen, die Strafica, anfertigen.

Im Hintergrund steht eine von der Stadtratsabgeordneten Päivi Lipponen (Sdp) angestrengte Stadtratsinitiative zum unentgeldlichen Gebrauch der Massenverkehrsmittel. Wenn in Helsinki der Massenverkehr dahingehend verändert würde, daß man überall kostenlos mitfahren könnte, würden mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem Tag 150'000 Fahrten mehr gemacht werden. Der Anstieg bei den Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln ginge hauptsächlich zu Lasten des leichten Verkehrs, denn die Autofahrer würde der kostenlose Massenverkehr nicht wirksam aus ihren Autos locken können. Wenn der Massenverkehr umsonst wäre, benötigte man für die Aufrechterhaltung des Verkehrs weitere 100 Linienbusse, 20 Eisenbahnwagons, 25 Straßenbahnwagen und zehn Metrodoppelwagons.

19
Feb
2008

"Wir denken heute, wie unheimlich frei wir wären, und daß das Leben z.B. im Mittelalter dagegen furchtbar eingegrenzt war, aber vielleicht schaut einmal jemand nach 200 Jahren in unsere Zeit zurück und wird der Anschauung sein, daß wir" - als es das Geld noch gab - "gar nicht so frei waren"

Joakim Nätterqvist und Sofia Helin als die Hauptstars bei einer historischen Mammutproduktion

Der Tempelritter Arn wird Filmzuschauer in einen Krieg des Mittelalters und in eine Liebe hinein transportieren

(ein Artikel aus der Sparte Kulturelles der südfinnischen Zeitung Turun Sanomat vom 19.2.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Die schwedische Filmproduktion Arn - der Templer, die im 12. Jahrhundert platziert ist, ist bei einem 25-Millionen-Euro-Budget die aufwendigste in der Filmgeschichte skandinavischer Länder. Dessen Hauptrolle, den ins Heilige Land zum Kämpfen ausgeschickten Tempelritter Arn Magnusson, spielt Joakim Nätterqvist, der die für den Krieger wichtige Reitkunst schon von früher her beherrschte.

- Man könnte ruhig sagen, daß ich auf einem Pferderücken geboren bin, denn meine Mutter und mein Vater sind Hindernissreiter und mein Großvater ritt sogar Wettkämpfe auf Olympianiveau. Das Reiten war von seinen Anforderungen her, die der Film an mich stellt, die kleinste, erzählt Nätterqvist und sagt, daß das Kämpfen mit den schweren, mittelalterlichen Schwertern dagegen es verlangte, sich darin zu üben.

Zur Trilogie von Jan Guillou über die Kreuzzüge - Der Weg nach Jerusalem, Der Tempelherr, Das nördliche Reich - werden zwei Spielfilme gedreht, die für den skandinavischen Markt produziert werden. Außerdem wird aus dem Filmmaterial eine verdichtete Version zusammengeschnitten werden für den weiteren, internationalen Vertrieb, und eine vierteilige Fernsehserie zusammengestellt.

Der zweite Film 'Arn - Riket vid vägens slut' wird in Schweden zum Herbst hin sein Debüt haben.

- Der erste Film ist erst die Hälfte meiner Arbeit. Ich möchte auch den Rest davon fertig sehen, bevor ich beurteilen kann, wie gut ich mit meiner Rolle abgeschnitten habe, sagt Nätterqvist.

Basis aus einem Kloster

Arn - der Templer ist aber auch eine Liebesgeschichte. Die Geliebte von Arn, Cecilia, wird zwanzig Jahre in ein Kloster gesperrt. Sofia Helin bereitete sich auf ihre Rolle als eine Frau im Mittelalter vor, indem sie in ein Kloster auf Besuch ging.

- Ich ging ins Kloster, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Art von Gedanken dort in einem aufkommen. Es flößte mir Angst ein, ohne Handy und ohne Kontakt zur Außenwelt dort zurückzubleiben. Ich stellte mir vor, die Stille würde mir im Kloster am meisten zusetzen, aber es gab dort dann eigentlich gar keine Leerlaufzeiten, denn wir waren die ganze Zeit über entweder in einer Messe oder beim Essen. Jedoch herrschte dort eine eigenartige Atmosphäre und eine völlig andere Denkweise, erklärt sie.

Die größte Herausforderung für Helin war es, sich vorzustellen, wie es gewesen sein muß, in einer Zeit zu leben, in der man den Glauben an Gott nicht in Frage stellen konnte.

- Auf der andern Seite denken wir heute, daß wir unheimlich frei wären und daß deren Leben so eingegrenzt war, aber vielleicht schaut einmal jemand nach 200 Jahren in unsere Zeit zurück und ist der Anschauung, daß wir gar nicht so frei waren. Die Menschen im Mittelalter sind auch nicht herumgelaufen, und haben gedacht, "Mensch, sind wir aber eingeschränkt".

- Die Fesseln unserer Zeit sind nicht nur die Religion, sondern es gibt bei uns viel mehr noch an anderen Dingen, die auf unser Leben Druck machen. Wir müssen einen gewissen Typus vorstellen, wir müssen konsumieren und viele Dinge erwerben, sowie uns ständig fortentwickeln. Zum Schluß ist unser Leben voller Stress und wir versuchen, nur noch Dinge zu tun, die man von uns erwartet, sinnt Helin nach.

Seltsame Frauen

An Sofia Helin erinnert man sich aufgrund ihrer bemerkenswerten Rollen unter anderem in den Filmen Zurück aufs Land (2004) und Nina Frisk (2007).

- Ich möchte auf der gleichen Linie weitermachen, denn mir gefällt alles, was mit Extremen zu tun hat, und ich möchte noch mehr so seltsame Frauen darstellen.

Dieses Frühjahr wird Helin unter anderem im [schwedischen Theater] Dramaten mit dabei sein bei einem Stück von Jean Genet, namens Die Mägde.

- Ich brauche sowohl das Theater, als auch das Filmen. Gerade bei den Proben im Dramaten habe ich bemerkt, daß ich zwischendurch das gediegene Prozedere am Theater nötig habe, um mich als Schauspielerin weiter entfalten zu können. Filme werden auf die schnelle Tour gemacht, und es gibt dort dafür keine Zeit, um auf die gleiche Weise wie im Theater an sich zu forschen. Und leider ist es auch so, daß die vielen Theaterregisseure immer noch die besseren sind, was die Führung des Schauspielerns betrifft, sodaß sich zusammen mit ebenjenen auch neue Dinge ausfindig machen lassen können.

Sie war auf der Bühne auch in Finnland zu sehen. Sowohl Nätterqvist als auch Helin waren im letzten Frühjahr mit von der Partie auf einer Tournee des Riksteatern [aus Schweden], das auch nach Turku einen Abstecher machte, auf der zwei damals taufrische Minitheaterstücke, Terminal 3 und Terminal 7, aufgeführt wurden.

Das Hollywood von Marokko

Während Cecilia im Kloster eingesperrt ist, wird Arn als Tempelherr vom westlichen Götanland aus ins Heilige Land, nach Jerusalem, geschickt, wo ein Krieg zwischen Christen und Muslimen entbrannt ist.

- Die Szenen im Heiligen Land wurden im Atlas Studio von Marokko, in Ouarzazate, gedreht, welches auch als das Hollywood von Marokko bezeichnet wird. In dem Studio, das vom Atlas-Gebirge umgeben ist, wurde auch Der Edelstein vom Nil (1985), Gladiator (2000) und Kingdom of Heaven - Der Himmel auf Erden (2005) gedreht.

- Es war klasse, in Marokko zu drehen, zumal ich am Theater gearbeitet hatte und man da immer drinnen ist. In Marokko gab es Wüste und Kamele um einen herum, in der Ferne schimmerte das Atlas-Gebirge und der Himmel leuchtete hellblau. Das war toll, schildert Nätterqvist.

An der Verwirklichung der Produktion waren über ein Dutzend Leute von verschiedenster Nationalität beteiligt.

- In den Studios von Marokko ist man daran gewöhnt, große Massen- und Kampfszenen aufzunehmen. Die Szenen kamen voran mit flottem Rhytmus, und alles war gut organisiert. Dort sind so viele internationale Großproduktionen gemacht worden, daß es schwierig wäre, in unseren kleinen Ländern Statisten zu finden, die bei gleich vielen Filmen mit dabei gewesen wären, erzählt Nätterqvist.

Sofia Helin ist deshalb zufrieden, da der Film Christen und Muslime als gleichwertig behandelt.

- Christen und Muslime sind hier untereinander völlig gleich gut wie auch gleich böse. Dieser Art ist auch die Situation von heute, aber Präsident Bush hat nun einmal beschlossen, daß die Muslime nur die Bösewichte sind. Auch muslimische Schauspieler, die mit dabei waren, waren davon angetan, daß sie wenigstens ein Mal nicht einseitig als die Bösen porträtiert wurden. Es ist sicherlich schwierig, wenn die eigene Kultur immerzu so negativ dargestellt wird.

Geld wirkt sich auf das Schauspielern nicht aus

Wiewohl Arn eine skandinavische Großproduktion ist, hat man nach Meinung der Schauspieler am Drehort nichts von dem großen Kostenrahmen mitbekommen.

- Eigentlich war das Budget für einen derartigen historischen Film nicht so überragend groß. Wir hatten viele Szenen, bei denen es ein paar hundert Statisten gab und diese wurden von einem Ort zum andern verschoben. Vielleicht daran, daß die Bühnenaufbauer und die Maskenbildner alle echte Profis waren, konnte man bemerken, daß es sich um eine Mammutproduktion handelt, sinniert Nätterqvist.

- Auch merkt man beim Schauspielen selber ein größeres Budgetaufgebot nicht gerade, da ein Schauspieler deshalb nicht bessere Leistungen erbringt, wenn mehr Geld zur Verfügung steht. Die Arbeit, die man zu erledigen hat, bleibt sich völlig die gleiche, wenn sich auch dieses mal um einen herum ein größeres Räderwerk drehte.

Der Film Arn - der Templer wird am Freitagabend, den 22.2. zum ersten Mal [in finnischen Kinos] gezeigt.

Kaisa Kujanpää

14
Feb
2008

Sämtliche Standortfragen der Industrie werden sich von selbst erledigen, wenn in einer Welt ohne Geld der Faktor Gewinn eines Tages ausgeschaltet ist - es könnte dann in irgendeinem weitläufigen unwirtlichen Gebiet der Erde, das eigens dafür geopfert wird, eine geballte supernationale globale Industriezone riesigen Ausmaßes geschaffen werden, wo sich alle Großindustrie aus aller Herren Länder konföderiert, nur noch mit gleichen Standards arbeitend, niederlässt, von wo aus die ganze Welt mit Konsumgütern kostenlos beliefert werden kann - und die Menschen verbringen ihre schöne Zeit dann nur noch irgendwo, innerhalb oder jenseits der Grenzen ihrer Herkunftsländer, wo es ihnen auch wirklich am besten behagt, noch viel flexibler als bisher

Finnlands Gewerbeminister verteidigt Nokias Vorgehen in Bochum

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der Zeitung Turun Sanomat vom 14.2.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Jyväskylä, STT
Der Minister Finnlands für den gewerblichen Sektor, Mauri Pekkarinen (Zentrumspartei) sagt, daß er das Vorgehen des Mobiltelefongiganten Nokia im deutschen Bochum verstehen kann. Laut Pekkarinen seien die Entscheidungen Nokias im Licht der gewerbepolitischen Linie der EU näher zu betrachten. In einem Strategieplan von Lissabon im Jahre 2000 hätten die EU-Staaten es als ihr Zielvorhaben definiert, aus Europa einen wettbewerbsfähigeren Kontinent zu machen. In einem Interview für die Mittelfinnische Zeitung (die in Jyväskylä ansässige Keskisuomalainen) sagt er, der zwischenstaatliche Wettbewerb um die Unternehmen solle auf einen Wettbewerb um die Konditionen von deren Handlungsfähigkeit gegründet sein. Ganz unmöglich hingegen sei es, mit administrativen Beschlüssen des Staates zu bestimmen, wer das Land zu verlassen hat und wer nicht, bemerkt Pekkarinen.

Laut dem Minister sei es jedoch berechtigt, von den Unternehmen dann eine gesellschaftliche Verantwortung zu erwarten, wenn sie aus einem Land abziehen. Falls aber Regierungen sich dazu anschickten, in die Beschlüsse von Unternehmen einzugreifen, könnte man genausogut mit dem Strategieplan von Lissabon den Kamin anschüren.

Nokia ist dabei, das Handy-Werk von Bochum zu schließen, was über 2000 Menschen den Arbeitsplatz verlieren läßt.

13
Feb
2008

Stimmung massivsten Kalibers kommt auf, wenn das eigentlich Große Fest des Lebens, nachdem die Kleine Schule des Lebens abgeschlossen ist, zu steigen beginnt - und wie erst wohl zu jenem Riesenfest, wenn die ganze Menschheit sich von der langweiligen Schule der Geldwirtschaft auf alle Zeiten verabschieden wird!!

Das Stadtzentrum von Turku wird sich morgen von 13 - 14 Uhr mit feiernden Oberschulabgängern anfüllen

An den Gymnasien Finnlands werden die Festlichkeiten des letzten Schulbankdrücktages und des Tages der Senioren begangen

(ein Artikel aus der Sparte Zeitgemäßes der Zeitung Turun Sanomat vom 13.2.2008, übersetzt aus dem Finnischen)

Gymnasien übers ganze Land hinweg werden in Finnland in dieser Woche mit Festtagsgewoge erfüllt sein. Am Donnerstag werden des Frühjahrs Abiturienten zu Ehren ihres letzten Schultages festlich ihre über so lange Zeit gedrückten Schulbänke verabschieden, und sowohl am Donnerstag als auch am Freitag Kleider aus Seide und Satin auf den Tanzveranstaltungen der neuen Senioren rascheln. Auf den Seiten des Netzteils der Turun Sanomat werden von Donnerstag nachmittag ab bis hinein in den Abend eingesandte Schulbankverabschiedungsbilder von Lesern veröffentlicht.

An den Schulbankverabschiedungsumzügen werden im ganzen Land zehn und aberzehn tausende Abis teilnehmen. Laut dem Gremium für die Prüfungen von Oberschülern und Gymnasiasten gibt es insgesamt 32'000 Prüflinge an Oberschulen und Gymnasien, die in diesem Frühjahr ihr Examen fertiggestellt bekommen können. Die Anzahl ist geringfügig kleiner als die vom Jahr zuvor.

Damit, daß die Abiturienten vom Lernbetrieb nun wegfallen und sich auf Urlaub begeben, erlangen die als nächstes nachfolgenden Klassen die Oberherrschaft an ihren Schulen. Dieses wird festtagsmäßig gefeiert, indem man sich in Schale wirft und unter anderem Polonaise, Cicapo und den Gespinst-Walzer tanzt.

Selbstgemachte Schulbankverabschiedungsbilder kann man morgen am 14.2. entweder mit dem Handy als MMS-Nachricht ans Web-Blatt schicken oder der Adresse des Web-Blattes zustellen unter http://galleria.turunsanomat.fi/Abi08/. Bilder vom Handy sind als MMS-Nachricht an die Nummer +35816183 zu schicken. Neben dem Bild/die Bilder ist als Nachricht zu schreiben "TS KUVA Name des Bildeinreichenden. Motiv des Bildes."

against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

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