28
Sep
2007

Die innere Befriedigung, wenn sich die Inangriffnahme irgendeiner riskanten Sache richtig ausbezahlt gemacht hat, macht uns doch alle über die sonst so allgegenwärtige, kleinliche Geldwertigkeit der Dinge erhaben - und somit alle im Innersten von haus aus auch zu kleinen Geldabschaffern

Macht es sich einem bezahlt?

Wenn irgendein armer Schuft auf den Wegen durchs Leben,
Der unterwegs auf uns gestoßen war,
Seines Weges weitergeht
Und etwas weniger an sein Leid denken muß, das ihm das Leben vergällt,
Fürwahr, dann hat sich das Leben bezahlt gemacht.

Können wir nur einem bestürzten Herzen den Zugewinn sichtbar machen,
Der durchaus im Verlust allemal steckt,
So werden letztendlich wir selber auch
Für all die Mühsal entlohnt,
Daß wir des Lebens schwere Kreuz mit uns herumtragen.

Wird mit irgendeiner Handlung von uns, oder nur durch ein Wort
Eine verzagte Seele zur Hoffnung angeregt,
Ein trauriger Mundwinkel zum Lächeln bewegt,
Darin macht sich das Leben bezahlt.


(ein Gedicht von Ella Wheeler Wilcox [1850-1919], in einer stiladaptierten Übersetzung ins Deutsche)

27
Sep
2007

In einer Welt ohne Geld wird an keinen Dienststellen mehr "Zeit abgesessen" werden müssen, sondern allgemeinhin wird genau das getan, was es zu tun gibt; alle restliche Zeit ist für alle goldene Privatzeit

Beamte gaben sich am Arbeitsplatz den Porno-Seiten hin

(ein Beitrag aus der Sparte Zeitgemäßes der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 27.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

In Schweden berichtete die parteilose, überregionale Zeitung Dagens Nyheter am Mittwoch, den 26.9.2007, in ihrem Schwerpunktartikel, wie Beamte der Einwanderungsbehörde während ihrer Dienstzeit durch Porno-Seiten surften - auf Computern ihrer Dienststelle.

Mit zwei Fällen von Beamten, die kontinuierlich auf Porno-Seiten verweilten, hat sich während des laufenden Jahres der Ausschuß der Behörde, dem die Verantwortung für das Personal zufällt, befaßt: im einen Fall erhielt die Person eine Verwarnung; im zweiten Fall brauchte keine Verwarnung mehr erlassen zu werden, da die betreffende Person selbst das Dienstverhältnis aufkündigte.

Beamte der Einwanderungsbehörde haben sich neben den Porno-Seiten im Internet auch noch anderen Lastern hingegeben, indem sie z.B. auf den Seiten von Tradera Handel trieben, Poker spielten, Radio hörten, Fernseh schauten, sowie Aktien an- und verkauften.

Das Surfen am Netz durch die Beamte ging so weit, daß es den normalen Verkehr mit Breitbandverbindungen der Behörde verlangsamte. Außer den beiden im Personalausschuß behandelten Fällen wurde während des laufenden Jahres etlichen weiteren Beamten eine schriftliche Ermahnung hinsichtlich deren Vertiefung aufs Porno-Surfen zugestellt.

Die Beamtenschaft der Einwanderungsbehörde sollte sich in ihren alltäglichen Dienstverrichtungen um die soziale Unterstützung von solchen Asylbewerbern kümmern, die einen Ausweisungsbescheid erhalten haben. Die Beamten sollten auch solche Flüchtlinge überwachen, die die Behörde in ihre Obhut genommen hat.

Juhani Roiha

26
Sep
2007

Fünf Nachrichtenartikel zweier aufeinander folgender Tage, die nur allzu gut belegen, in welchen Händen das so ungleich sich unter den Menschen verteilende Geld liegt

Das Schicksal von Finnlands Zuckerfabrik entscheidet sich

Das Schicksal von Finnlands einziger Zuckerfabrik steht am heutigen 26.9.2007 mit der Konferenz der Landwirtschaftsminister der EU auf der Wagschale. Die Mitgliedsländer stimmen über eine Neuerung ab, deren Ziel es ist, überschüssige Zuckerproduktionen zu kürzen. Eine Beschneidung um den Überschuß würde die Fortsetzung der heimischen Produktion in Gefahr bringen. Das Betreiben der Fabrik in Säkylä könnte aufgrund der Kürzungen unrentabel werden. Ohne die Fabrik würde aber auch der Anbau von Zuckerrüben zu einem Ende kommen.

* * * *

Kai Mäkelä erstand Lapplands Skizentrum Suomutunturi

Der als Investor und als größter einzelner Eigner des Konzerns Alma Medien bekannte Kai Mäkelä hat zusammen mit dem Geschäftsmann Ahti Filppula den Betrieb des Skizentrums von Suomutunturi in Finnisch-Lappland käuflich erworben. Den Verkauf des Skizentrums tätigten der Kasinomillionär Pekka Salmi und Pirre Pasanen, welcher nach dem Tode seines Vaters Pertti "Spede" Pasanen ein Drittel der Aktien der Suomu GmbH geerbt hatte. Suomu hat gute Chancen, wieder zu einem der beliebtesten Skizentren Lapplands aufzusteigen. Es ist zuzugeben, daß Suomu im Wachstumstempo hinter den Zentren Levi, Rukka und Ylläs zurückgeblieben ist, sagt Mäkelä.

* * * *

Die Finanzierungsmärkte normalisieren sich

Die übermäßige Angespanntheit der internationalen Finanzierungsmärkte ist im Begriff, nachzulassen, und die Situation des Marktes dabei, zur Normalität zurückzukehren, sagte der Präsident des Internationalen WährungsFonds IMF Rodrigo Rato. Im Verlaufe der letzten paar Tage hätte sich der Markt normalisiert und die Liquidität der Kreditmärkte sei erleichtert worden, sagte Rato. Er stufte die Turbulenzen des Marktes, die durch minderwertige Anleihen für Wohnungen verursacht wurden, als ernst ein und sagte, daß es zur Klärung der Lage noch einer gewissen Zeit bedürfe.

* * * *

Die Portemonnaies der Veteranen des Rocks sind fetter geworden

Erfahrung ist Trumpf in der Pop- und Rockmusik, wenn der Erfolg in den Gagen gemessen wird. Die alteingesessene Gruppe Rolling Stones nahm bei den Verdiensten von Musikern in den vergangenen 12 Monaten den Spitzenplatz ein. Auf der Web-Seite des Magazins Forbes wurde berichtet, daß die Stones von Juni 2006 bis Juni 2007 88 Millionen Dollar eingenommen haben. Der Geldsack der Rolling Stones war hauptsächlich dank ihrer BiggerBang-Tournee fett geworden. Am zweitbesten, bzw. 83 Millionen Dollar verdiente der 37-jährige Rapper Jay-Z, doch ansonsten bemannten die Spitzenplätze der Liste Artisten, die lange Zeit schon Karriere machen. Am drittmeisten schob Madonna ein (72 Millionen Dollar) und als vierte hatten sich Bon Jovi (67 Millionen Dollar) platziert.

* * * *

Panzerwagen versteigert

Die Streitkräfte Finnlands haben morgens am 25.9.2007 um die zwanzig alte Panzerwagen, die in den 1960er Jahren im Gebrauch waren, versteigert. Die für finnische Verhältnisse einzigartige Auktion in Siikakangas bei Ruovesi interessierte sowohl private Sammler, auch solche aus dem Ausland, wie auch Vertreter von Museen. Den höchsten Preis erzielte ein deutschstämmiger Sturmgeschütz-Panzer, dessen Käufer sich verpflichtete, 185'000 Euro dafür hinzulegen. Am billigsten konnte ein Panzergefährt für etwas weniger als 10'000 Euro eingesteigert werden. Die Waffen der Panzerwagen wurden vor deren Überlassung an die Käufer deaktiviert.


(sämtliche Artikel aus der Sparte Neuesten Nachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 26. und 25. 9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Es gibt ausser dem das Leben so erschwerenden Geld genügend sonstige Probleme der Menschen untereinander, sodaß eigentlich kein Grund bestünde, so steif und fest dem Geld verhaftet bleiben zu wollen, wie es heutzutage noch bei den meisten der Fall zu sein scheint

Eine Rückführung aus dem Ausland zieht sich oft jahrelang hin

In Finnland werden jährlich bis zu 20 Kinder verschleppt

(ein Bericht aus den Heimatnachrichten der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 26.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Es gibt gegenwärtig schätzungsweise hundert aus Finnland gekidnappte Kinder eines Alters jünger als 16 Jahre. Gemäß offiziellen Statistiken aber gab es zu Ende des letzten Jahres nur 35 solche Fälle.

Eine Verfälschung der Angaben rührt laut Tarja Räisänen, der Geschäftsführerin eines eingetragenen Vereins namens Entführte Kinder, daher, daß die Kinder einfach aus den Registern verschwinden, sowie der Gerichtsgang abgeschlossen ist, ein Kind das Alter von 16 Jahren erreicht hat oder wenn die Wahrscheinlichkeit des Auffindens eines Kindes sehr gering ist.

Es werden jährlich aus Finnland 10 - 20 Kinder, die jünger als 16 Jahre alt sind, in das Herkunftsland eines der beiden Elternteile entführt. Väter verbringen ihren Nachwuchs in den meisten Fällen in Länder Nord-Afrikas, Mütter ihrerseits nach Russland.

Bei der Abklärung von den Entführungen vergehen vielfach etliche Jahre.

Die Behörden Finnlands verfügen bislang nur über wenig Erfahrungen bei derartigen Fällen. Frau Räisänen bemerkt dazu, daß die Polizisten in der Praxis ihrer Arbeit oft nicht wüssten, wie sie vorgehen sollten und, daß sich die Abwicklung der Fälle dadurch sehr lange hinziehe.

Auch aus bürokratischen Gründen ziehen sich die Kindesentführungen hin. Von der Polizei gehe die Angelegenheit zu einer Besorgung durchs Ministerium über, währenddessen Zeit bei der Abklärung der Details mit dem anderen Land verstreicht.

Zwei noch im Vorschulalter stehende Kinder einer Mutter aus der finnischen Kleinstadt Parainen, einer gewissen Frau Maria Lahti, gelten schon seit April dieses Jahres als vermisst. Deren ehemaliger Ehemann hatte die Kinder in sein Heimatland Spanien, zum Abschluß eines vereinbarten Wochenendtreffens, entführt. Der Mann sitzt zur Zeit sein Urteil von anderthalb Jahren im Gefängnis von Turku ab.

Mit Hilfe eines angeheuerten Privatdetektiven bekam Lahti heraus, daß sich ihre 4- und 6-jährigen Kinder, ein Junge und eine Tochter, in der Obhut der Freundin des Ex-Manns befinden.

- Auch die anderen Instanzen in Spanien haben die Information bestätigt. Das Ministerium fürs Rechtswesen Spaniens jedoch hat sich geweigert, den Behörden Finnlands die Personalien der Frau und den Aufenthaltsort der Kinder mitzuteilen, sehr zur Verwunderung der Mutter der Kinder.

[Finnland hat derzeit eine Bevölkerungsgrösse von 5276955, von denen 121700 Ausländer sind, die sich im Land niedergelassen haben, darunter 800 Philipinas, 200 Philipinos]

24
Sep
2007

Brüderlich vereint, aller Zwist und alle Opfer der Vergangenheit unter den Völkern vergeben und vergessen, forschen Schrittes einer Neuen Zeit entgegengehend

Heiligsee ist ein Platz zum Durchatmen für die Sankt Petersburger

(ein Beitrag aus der Sonntags-Sparte der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 23.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Heiligsee (Pyhäjärvi) im Bezirk Wiburg (Viipuri), eine der größten Ortschaften auf der Landzunge von Karelien, lockt immer mehr Sankt Petersburger in die Stille der Natur. In der Umgebung des großen Heiligsees mit seinen klaren Gewässern und den vielen anderen Seen des Gebiets erstehen immer mehr Sommerhäuschen.. Die Sankt Petersburger entfliehen dem Lärm und den Verschmutzungen der Großstadt, hinein in die Mitte von ehemalig Heiligsee und in den Schoß der Dörfer.

Doch vor ihnen schon hatte die Schönheit der Natur von Heiligsee den Urlaubsreise-Unternehmer Antti Musakka von sich überzeugt, der an den Gestaden des Heiligsees das von seinem verstorbenen Vater begonnene Urlaubsreise-Unternehmen fortsetzt. Die Konditionen des Unternehmens, insbesondere die sich verändernden Steuerangelegenheiten, sind etwas, das Antti Musakka beschäftigt. Er denkt auch über Entschlüsse nach, die die Zukunft mit sich mitbringen mag, auf die seine zweijährige Tochter Janina einen großen Einfluß haben wird.

- Wenn Janina nach fünf Jahren in die Schule geht, dürfte sich das Leben in einer gewissen Weise verändern. Es fällt einem aber schwer, von hier fortzugehen, wenn man schon so viele Jahre hier gelebt hat. Die Ortschaft ist der Geburtsort meines Vaters.

Die sich verändernden Gesetzesrichtlinien, vor allem was die Besteuerung betrifft, beschäftigen den finnischen Unternehmer. Angelegenheiten der Sicherheit verursachen keine Probleme mehr, wie noch in den 1990ern, als Antti sich einmal einer derartigen Behandlung ausgesetzt sah, daß er gleich "krankenhausreif" war. Das Unternehmen sollte von der Grundidee her immer irgend einen Bewachungsladen auch haben. Vor zwei Jahren brannte das Wohnhaus von Musakka an einem Tag im Januar ab, ein neues Haus ist aber bereits an dessen Stelle an dem Platz erstanden.

Die anfangs für das Urlaubsreise-Unternehmen angemieteten Ländereien sind käuflich sich übereignet worden, aber da ein Ausländer in Rußland kein Land besitzen darf, sind die Ländereien im Namen der Frau von Musakka, Lena, erworben worden. Gegenwärtig wird ein neues Gebäude für Urlauber am Ufer des Heiligsees errichtet.

- Ein großes Problem hier ist die Beschaffung guter Arbeitskräfte. Die Menschen wollen keine richtige Arbeit verrichten. Sie gehen in die Pilze und sammeln Beeren. Nachdem sie damit zu etwas Geld gekommen sind, kaufen sie sich Wodka und sitzen herum und betrinken sich. Geht einem der Wodka aus, macht man sich wieder in den Wald auf, beklagt sich die russische Lena, die aus Wiburg gebürtig ist.

Heiligsee (Pyhäjärvi), das Gebiet um das gegenwärtige Otradnoje mit seinem Bahnhof, das Dorf mit seiner Kirche, die Umgebung des Landsitzes von Taubila und die etlichen kleineren Dörfer sind seit den Tagen der Finnenzeit ruhig geworden. Das Landhaus von Taubila, das im Besitz des Familienclans Fazer war, gibt es nicht mehr, aber in der Nähe des Weges, der zu dem Landhaus führte, gibt es ein Amtsgebäude, Läden, eine Apotheke und einen Markt für die Leute aus der Ortschaft. Auf dem Gebiet des ehemaligen Landhauses ist eine neue orthodoxe Kirche erstanden.

An einigen Stellen entlang des Heiligsees gibt es jedoch noch einige intakte Finnenhäuser. Einige von denen haben neues Leben als Datschen neureicher Russen bekommen. Das im Jahre 1937 aus Ziegelstein errichtete Volksschulgebäude von Heiligsee steht im Besitz eines neureichen Sankt Petersburgers. Das Gebäude diente während der Zeit des Winterkriegs zwischen Rußland und Finnland als Feldlazarett. Einige der Urlaubs-Mitanwohner kommen gar aus Moskau.

Jetzt darf man in Rußland wieder direkt am Ufer eines Gewässers bauen, was sich im Bild der Uferlandschaften der Seen nahe der Ortschaft abzeichnet. Während der Fahrt zum Einkauf von Lebensmitteln weist Lena Musakka hin auf das nahegelegene, zur unteren Pfarrei gehörige Ufergebiet von Heiligsee. Ein Hotel steht für dorthin in der Planung.

Die finnischen, massiven Granitstein-Pfeiler des Tors zum Friedhof stehen immer noch an ihrem Platz. Aus der Schar orthodoxer Kreuzer sticht ein schönes Denkmal aus Stein heraus, das zum Gedenken an in den Schlachten des Befreiungskriegs von 1918 gefallene Finnen errichtet worden ist. An dem Denkmal ist ein Text auf Finnisch angebracht, der besagt: "Sie standen für das Gesetz und für die Freiheit ein. Unter Aufopferung ihres Lebens. In Frieden geniessen sie nun den stillen Schlummer im Schosse des Lands ihrer Väter".

Auch von der Finnenzeit erzählt ein von den Finnen aufgestellter, innerhalb eines umzäunten Areals befindlicher Gedenkstein, auf dem geschrieben steht, daß von 1756 bis 1940 die Kirche von Heiligsee und der Friedhof in der Nähe des Gedenksteins standen. Von dem alten Friedhof der Finnen ist nicht mehr viel übriggeblieben, denn die Russen haben ihre Toten auf den Gräbern der Finnen einfach obendrauf begraben. An der Seite auf einem Weg liegt ein umgestossener Grabstein einer Maria Huppunen.

Auf der anderen Seite des Wegs steht weiterhin wacker ein Denkmal für die Bestochenen Bauern, das im Jahre 2000 restauriert wurde. Das von den Rechtsstreitigkeiten der Bauern erzählende Denkmal wurde von Aimo Karimo entworfen. Die Finnen haben, dort auf dem Weg zu Musakka hin, an einem eingezäunten Ort für Finnen, die im Winter- und im daran anschließenden Krieg den Heldentot starben, ein Denkmal errichtet.

Der UrlauberStrand von Musakka befindet sich in Entfernung ungefähr eines Kilometers von der ehemaligen Mitte des Ortes, dicht ans Ufer des Heiligsees gesetzt. Antti Musakka kennt sich in der Gemeinde aus, wie er seine zehn Finger kennt, und hat jahrelang ehemalige Bewohner von Heiligsee auf deren heimatliche Scholle gefahren, auch nach Salitsanranta, wo sein Vater zur Schule ging.

Antti Musakka überlegt sich, was wohl dereinst passiert, wenn die Generation der Finnen, die am Heiligsee gelebt haben, gegangen sein wird. Werden sich junge Finnen für die Wurzeln ihrer Väter interessieren?

- Vielleicht muß ich mehr auf die russischen Touristen setzen. Im Winter kommen diese in motorisierten Schlitten hier dahergefahren, und gehen auf zugefrorenen Wassern zum Fischen an auf dem Eis offengeschlagenen Stellen.

Eine jetzige Bewohnerin der Ortschaft, eine aus der Umgebung von Nowgorod in den 1950er Jahren dazugezogene Frau mit dem Namen Nina, kommt, auf einen Stock gestützt, ihres Weges daher, auf dem Weg zum Einkaufszentrum.

- Dies ist ein guter Ort, um hier zu wohnen. Ich habe an ihm nichts auszusetzen und ich sehne mich auch nirgendwoanders hin. Es geziemt sich wohl, daß Finnen hier zu Besuch kommen. Ich weiß, daß dies hier früher finnisches Gebiet war.

Eija Loueniva, Otradnoje

21
Sep
2007

Eine Zeit zum Umdenken dürfte sich bald angemeldet haben - oder sollte die Menschheit gar auf ewig und drei Tag zu dieser schmählichen Geld-Fronwirtschaft verdammt sein?

Die Qual ist bei der Wahl; viel Wege breit und schmal,
gehn darfst du jeden, doch nur einen auf einmal.

Der Fluß bleibt trüb, der nicht durch einen See gegangen,
das Herz unlauter, das nicht durch ein Weh gegangen.

Den Fluß nach Regenguß trüb sehn, ist natürlich;
doch geht er immer trüb, so find' ich's ungebührlich.

Tu nur als wissest du, um dir die Scham zu sparen,
was du nicht weißt; und so wirst du es nie erfahren.

Erfahren muß man stets, Erfahrung wird nie enden,
und endlich fehlt die Zeit, Erfahrnes anzuwenden.

Was man zum Guten wie zum Bösen deuten kann,
nimm, sei's zum Bösen auch gemeint, zum Guten an.

Blick' in die Welt hinaus, und sieh, viel andre Räder
erhalten sie im Gang, als deine Schreibefeder.

Ganz in Vollkommenheit siehst du kein Ding erglänzen;
warum? Damit dein Geist hab' etwas zu ergänzen.

Herr Hunger legt das Fett auf einen magern Bissen,
und auf ein hartes Bett Frau Müdigkeit das Kissen.

Im Reisfeld steht der Reis bis an den Hals im Wasser
als wie der Bau'r im Schweiß, im Überfluß der Prasser.

Die Welt ist ungetreu, die Menschen, die Natur,
treu bin ich selbst mir nicht, getreu bist du mir nur.

Daheim, o Wandrer, magst du allen Liebe tragen,
doch in der Fremde gilt's dich rüstig durchzuschlagen.

Leichter schenkst du hin, was schwer dir nicht ward zu gewinnen;
die Wolke schöpft vom Meer, und läßt's zur Erde rinnen.

Wer hin die Hälfte gab, verliert das Ganze nicht;
der Baum wirft Äpfel ab, damit der Ast nicht bricht.

__________________________________

20
Sep
2007

Auf einen nur leichten Fingerdruck hin geben viele üblen Dinge ihren Geist nicht so schnell auf - auch um das verhasste Geld zu schassen, wird man wohl etwas härter zupacken müssen

"Die kriegt man nicht mal unter der Dusche weg"

(ein Artikel aus der Sparte Heimatliche Nachrichten der südwestfinnischen Zeitung Turun Sanomat vom 19.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Das Paar Riitta Patronen und Jan Carlsson sammelten in der ihnen vertrauten Umgebung ihres Sommerhäuschens in der Nähe des Orts Eichenhort (Tammela) Pfifferlinge, sammelten sich aber auch eine gehörige Menge Hirschfliegen dabei ein.

- Es kam eine regelrechte Wolke von denen auf uns zu, die über uns herfiel, wie es Patronen beschreibt.

- Die bleiben in den Haaren hängen, und setzen sich unnachgiebig in den Ohren fest. Das widert einen ganz schön an. Die bringen einen ganz um die Freude des In-die-Pilze-Gehens und des Sich-im-Wald-Bewegens.

Jan Carlsson machte sich mit mehr Ruhe auf die Jagd nach dem schwarzen Krabbelgetier in seinen Nackenhaaren.


Finnische-Hirschfliege


- Mir kommt es vor, als hätte es letztes Jahr noch mehr von denen gegeben. Mich stören sie nicht so gewaltig; das gehört eben heutzutage mit zur Sache dazu und man muß es halt ausstehen.

Die Pilzesammler haben feststellen können, daß man bei der Nachbehandlung der Hirschfliegen hart zulangen muß. Bei einem leichten Druck geben sie ihren Geist nicht auf. Sie verkriechen sich in den Kleidern, überstehen lebend eine Dusche, manchmal sogar die Waschmaschine.

- Die ganze Fahrt über nach Helsinki waren wir am Zupfen gewesen, seufzt Patronen. Aber die Ausbeute, ein Eimervoll schöner Schwammerln, entschädigt einen für den Ärger.

- Wir werden auf keinen Fall der Hirschfliege wegen das In-die-Pilze-Gehen und das Sich-in-der-Natur-Bewegen bleiben lassen.

18
Sep
2007

Daß Hitlers Mein Kampf in nicht-deutschsprachigen Ländern weiterhin reißenden Absatz findet, zeugt klar davon, daß überall auf der Welt gewöhnliche Menschen insgeheim eine Neue Zeit herbeisehnen - und womit könnte eine neue Zeit ihnen besser aufwarten, wenn nicht damit, daß endlich mit dem zumeist verhassten Geld aufgeräumt wird

In der "Bücher-Katze" braucht man das Schwein nicht im Sack zu kaufen

(ein Beitrag aus der Sparte Zeitgemäßes der südwestfinnischen Zeitung Turun Sanomat vom 18.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Das Konzept des im Zentrum der südfinnischen Stadt Raisio gelegenen Antiquarischen Büchercafés, der Bücher-Katze GmbH, weicht um einiges von dem eines gewöhnlichen Antiquitätengeschäfts ab. Sowie man hereintritt, beschleicht einen schon ein angenehm vertraulich-machendes Gefühl und im Geruch alter Bücher mischt sich das Aroma frischen Kaffees.

- Mir zumindest ist nicht bekannt, daß es irgendwo in ganz Finnland noch ein zweites derartiges antiquarisches Büchercafé gäbe, sagt die eine Hälfte des Besitzerpaars, Soile Niemi.

Sie und ihr Mann Esa Niemi haben beide von Jugend an Bücher gesammelt. Soile Niemi erinnert sich daran, daß sie in der Grundschule mit dem Sammeln von Ausgaben der Serie Peter Stummelschwanz (Pekka Töpöhäntä) begonnen hatte.

- Von einem Dienst am Kunden mit einer solchen Art von praktischer Ausführung haben wir jahrelang geschwärmt. Zugleich auch von der Anschaffung einer Katze, die es aber bislang noch nicht gibt. Wenn es die Lebensmittelüberwachungsgesetzesparagraphen nicht hätte, würde hier bereits eine lebende Katze zwischen Kunden und Büchern herumtollen, so wie Esa Niemi die Dinge einschätzt.

An deren Stelle liegen derweil Weichstoffkatzen auf den Büchern, auf dem Sofa und an den Ecken der Regale herum, die über die Werke wachen.

- Dies hier ist ein Platz zum Entspannen, in dem man in aller Ruhe sich mit einem Buch vertraut machen kann, bevor man sich entschließt, es zu erstehen. Man braucht das Schwein nicht im Sack zu kaufen, wie es der Ladenbesitzer auf den Punkt bringt.

Das Ehepaar Niemi betreibt schon längere Zeit einen Antiquitätenhandel übers Internet, welcher weiterhin neben dem Café am Laufen gehalten wird. Zusätzlich befinden sich einige neu herausgebrachte Bücher aus gewissen kleineren Verlagshäusern im Verkauf.

Bücher- und Katzenmenschen

- Als Freunde von Katzen und Büchern haben wir festgestellt, daß es zwischen den zweien eine gewisse Verknüpfung gibt. Büchermenschen sind oft auch Katzenmenschen, sinniert Soile Niemi.

Dies dürfte sehr wohl auch zutreffend sein. Zum Beispiel, die Lesewürmer der Büchereien sind Genießer einer Art, die eine katzenhaft-lockere Einstellung zum Leben haben. Jemand könnte aber auch einwerfen, sie wären phlegmatisch. Hundemenschen sind denn wohl die sportlicheren?

Die Auswahl von gebrauchten Büchern ist weitläufig, aber besonders an Kriminalromanen und Kriegsliteratur findet man viel.

- Ich bin am Zweiten Weltkrieg interessiert und Soile mag Krimis. Vielleicht gibt es deshalb von denen am meisten. Von den Schriftstellern von Krimigeschichten steht bei mir Mauri Sariola über allen andern, bekennt der Herr des Hauses, der auch einem Sariola-Literaturklub angehört.

Die Favoriten der Hausherrin sind Schriftstellerinnen wie Patricia Cornwall, Sue Krafton, Kaari Utrio und Pirkka Arhippa.

In den Regalen findet man aber auch auf Finnisch Hitlers Mein Kampf (Taisteluni) sowie die Version auf Schwedisch, Min Kamp, nebeneinander ausgestellt. Angeblich lassen sich diese im allgemeinen sehr schnell absetzen.

Ger-Manne-mit-der-Gerte-zum-FuehrerstabSPD-Poster von 1932


Alles geht, außer Gedichten

Ins Café tritt ein Mann in Jeans mit einem Tuch überm Kopf. Er sucht das Werk 'Die Buchstaben meines bisherigen Lebens' von Erno Paasilinna, was sich jedoch nicht finden läßt.

- Ich verschlinge fast alles, was Literatur betrifft, nur Gedichte kann ich nicht ausstehen, läßt der Mann, der sich als Jyrki Laine zu erkennen gibt, von sich hören und geht die Regale durch auf der Suche nach einer anderen Abendlektüre.

Zwei weitere Kunden, Taavi und Laila Sankari aus Raisio, gehören zur Stammkundschaft der Bücher-Katze. Das Ehepaar ist besonders an heimatkundlichen Werken interessiert. Belletristische Bücher ziehen sie sich weniger hinein.

- Bei uns zuhause, als ich ein Kind war, gab es viele Bücher, aber eigentlich keine Bücher für Jugendliche. Ich erinnere mich daran, daß ich bei einem Skiwettlauf im Alter von acht einen Robinson Crusoe als Geschenk erhielt, und daß mich das fuchste. Den Pokal hätte ich doch gewollt. Des Wertes von dem Buch wurde ich mir erst viel später bewußt, wie sich Laila Sankari erinnert.

Taavi Sankari hatte die Literatur angefangen zu interessieren, als er schon etwas älter war.

- In der Grundschule sind Bücher nicht gerade bei dem jungen Mann etwas besonders begehrtes gewesen, lacht er auf.

- Dies hier ist ein heimeliger und gemütlicher Ort zum Verweilen. Wir kommen täglich auf einen Sprung auf einen Kaffee herein und um Neuigkeiten auszutauschen, auch wenn wir uns kein Buch anschaffen wollen, erzählt Laila Sankari noch weiter.

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Wissenswertes für Bastler und Hobby Handwerker. BE A BETTER HEIMWERKER! www.yahoo.de/clever

Warum nicht einfach "das Heft von den Preisen" verreissen?

Eine Strophe aus einem Lied, das erstmals 1853 in einem Theaterstück von Johann Nestroy (1801 - 1862), in 'Theaterg'schichten durch Liebe, Intrige, Geld und Dummheit', vorgetragen wurde, und dessen Inhalt heute, im Jahre 2007, wiederum - oder muß man sagen: noch immer? - höchst aktuell ist

's ist ein Landwirt, dem d'r Ackerbau sein Element,
Von ein paar g'lehrte G'sellschaft'n ein Korrespondent;
Der lamentiert, sagt:
"Für andere plagt man sich nur,
Der Feldbau der tragt nichts, trotz aller Kultur."

Ein Müller, dem trotz allem Rädergeklapp
Sich herausstellt sein
Mehlbedarf immer zu knapp,
Der sagt: "Wenn ich ein Landwirt nur wär', bei meiner Seel',
Da stünd' es so traurig nicht mit Korn und mit Mehl." -

Ein Bäck'rmeister, der wegen Satzung und G'wicht,
Ein zweites Haus z' kaufen,
Sich nicht hinaussicht,
Der sagt: "Nur ein Müller sein, is jetzt ein G'schäft,
Der hat von die Preise in Händen das Heft." -

Jetzt wenn schon d' Landwirt, die Müller
und die Bäcker so über Mehlmangel klag'n,
Da kann man sich denk'n, was erst d' Brot-Esser sag'n.


16
Sep
2007

Wären die Wissenschaftler nicht auch imstande, ein geldloses, alle Menschen, die nützlichen, wie die Tagediebe oder gänzlich untalentierten, zufriedenstellendes Wirtschaftssystem sich auszudenken?

Ein nicht-klebender Kaugummi ist im Kommen!

(ein Beitrag aus der Spalte Zeitgemäßes der Zeitung Turun Sanomat vom 15.9.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Wer hätte nicht schon mal versucht, von seiner Schuhsohle einen kleistermäßig angehafteten Kaugummi zu entfernen? Bald dürfte solches schiere Erinnerung sein. Wissenschaftler haben den nicht-klebenden Kaugummi entwickelt.

Dieser Kaugummi soll sich angeblich sowohl von Schuhsohlen und Kleidern als auch vom Bürgersteig leicht entfernen lassen.

Der nicht-anhaftende Kaugummi wurde von der Universität Bristol entwickelt. Der Kaugummi Clean Gum soll im Laufe des nächsten Jahres in den Handel kommen.
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

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"Nachrichten allein bedeuten gar nichts. Man braucht Autoren, die sie deuten können." — Helmut Schmidt

Wie lange sind wir schon mit dabei?

Online seit 6961 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Okt, 16:19

Immer mehr sind fürs Geldabschaffen!

Ein Paradies auf Erden kann es geben

aber nur wenn es das Geld nicht mehr gibt. Packen wir's an, es wegzupacken!