24
Jul
2007

Der Mut zum Aufmucken gegen das Schlechte

Albert Speer - Hitlers einziger echter Freund

Albert Speer (1905 - 1981) war Hitlers Lieblingsarchitekt und ein
unglaublich effizienter Rüstungsminister. Er wird als Hitlers einziger
Freund beschrieben. Im Nürnberger Gerichtsprozeß verteidigte sich der
elegante und sympathische Speer mit Erfolg. Anstelle davon, erhängt zu
werden, wurde er wegen des Einsatzes von Arbeitskräften in der
Rüstungsindustrie, die unter Sklavenbedingungen gestellt waren, zu zwanzig Jahre Gefängnis verurteilt. Nachdem er freigekommen war, nach Abbüßung der vollen
Strafe, lebte Speer noch weitere fünfzehn Jahre. Speer schrieb um die
2000 Seiten aus seinem Leben und wurde für die Nachwelt als der Nazi
bekannt, welcher um Verzeihung gebeten hatte, und welcher sagte, daß er
Reue verspüre.


(ein Beitrag von Jani Sievola für das nordfinnische Kulturmagazin
Kaltio aus Heft Nr. 4 von 1998,
übersetzt aus dem Finnischen)

Albert Speer wurde im Jahre 1905 in der berühmten Universitätsstadt
Heidelberg geboren. Seine Eltern stellten eine wohlhabende Familie aus dem
gepflegten Bürgerstand vor: der Vater ein erfolgreicher Architekt, die
Mutter eine elegante Bürgersfrau. Albert verbrachte eine in jeder
Beziehung gut abgesicherte Kindheit, da die Familie so wohlhabend war, daß
selbst die Jahre der Rezension nichts in deren Leben veränderte. Albert
war gut in der Schule, in Mathematik der Klassenbeste. Zur großen
Freude seines Vaters hatte er sich entschieden, Architektur zu studieren.
Im Jahre 1927 beschloß er das Studium und er bekam eine Stelle als
Assistent an der Hochschule. Nach seinem Studienabschluß ehelichte er eine
Kommilitonin, und hatte während dieser Ehe, die bis zu Speers Tode
hielt, sechs Kinder.

Deutschland steckte in den 1930ern in einer tiefen Rezension, begleitet
von Massenarbeitslosigkeit. Die Zukunft schaute völlig hoffnungslos
aus. Inmitten des Elends verkündete ein Mann namens Hitler, daß
Deutschland wieder zum Blühen gebracht werden kann. Speer schloß sich der
Nazi-Partei an (zwei Jahre vor Hitlers Machtübernahme), da er, wie viele
andere Deutsche, daran glaubte, daß Hitler das Land für eine bessere
Zukunft vorbereite. Fast zufällig waren einige von Speers Bauplänen bis zu
Hitler vorgeraten, der sehr stark von Speers Plänen angetan war. Auf
diese Weise ergab es sich, daß Speer in einem Alter von nicht einmal
dreißig Jahren (also im ungestümen jugendlichen Alter) zum Leiter auf dem
Sektor des staatlichen Bauwesens avancierte. Darüber hinaus entstand
zwischen Hitler und Speer eine enge, freundschaftliche Beziehung. Beide
teilten die Leidenschaft für die Architektur. Ihre gegenseitige
Freundschaft hatte einen sehr alltäglichen Charakter. Hitler hätte gerne das sein
wollen, was Speer gewesen war: ein begabter Architekt ohne irgendeinen
Komplex und ohne Trauma. Speer wiederum hatte als ein arbeitsloser
Architekt eine derartige Chance geboten bekommen, seine Architektur zur
Verwirklichung zu bringen, wie sie nicht einmal ein Michelangelo
seinerzeit gehabt hatte. Speer entwarf u. a. die Tribüne für die Parteikonferenz
von Nürnberg und die monumentale Reichskanzlei. Speer war ein guter
Organisator und verstand sich gut aufs Improvisieren. Dieses hatte auch
Hitler mit einer Genugtuung zur Kenntnis genommen. Durch den Krieg wurde
ein Großteil von Speers architektonischem Schaffen zerstört, es sind
aber noch davon die Straßenlampen von Berlin und das
Parteikonferenzgebäude in Nürnberg übriggeblieben.

Effizienter Rüstungsminister

Im Jahre 1942, als der zweite Weltkrieg im dritten Jahr am Toben war,
ernannte Hitler Speer zum Rüstungsminister. Hinmit war er eine der
mächtigsten Persönlichkeiten im Reich. Die Ernennung kam für Speer und alle
anderen als eine vollständige Überraschung: es bestand bei ihm nicht
der geringste Hintergrund für einen Rüstungsminister. Dieses gereichte
Speer nur zum Vorteil. Er wußte nicht, was in der Rüstung möglich zu
machen wäre. So kam es, daß Zielvorhaben aufgestellt wurden, die Experten
als irreal ansahen, die aber mit Hilfe von Speers unglaublichem
Pragmatikertum und seiner Improvisationsgabe realisiert wurden. Unter der
Führung dieses glänzenden Technokraten vervierfachte sich die Produktion der
Waffenindustrie Deutschlands innerhalb von zweieinhalb Jahren, obwohl
die Alliierten die Produktionsanlagen ständig bombardierten. Daß Speer
die Verantwortung über die Produktion den leitenden Chefs des
industriellen Sektors übertragen hatte, und keinem Bürokraten, gilt als einer
der Schlüssel zu seinem Erfolg. Aufgrund von Mangel an Arbeitskräften
standen die Maschinen der Fabriken nachts über still (anders wie die
Fabriken der Alliierten), und Speer schlug deshalb vor, daß die Frauen in
die Waffenproduktion mit hinzugenommen würden, wie es in anderen Ländern
gehandhabt wurde. Darauf wollte Hitler sich nicht einlassen, als Folge
wovon sich Speer gezwungen sah, versklavte Arbeitskräfte einzusetzen,
um die Fabriken in Gang zu halten. Nach dem Krieg ist spekuliert worden,
daß die Vorgehensweise von Speer in seiner Funktion als
Rüstungsminister den Krieg sich um mindestens zwei Jahre länger hat hinziehen lassen. Eine schier unglaubliche Leistung an und für sich. Wie viele andere
Deutsche bemerkte es Speer zu spät, daß Hitler das ganze Volk dem
Niedergang zuführte. Als zu Ende des Krieges die Alliierten in deutschen
Gebieten vorstießen, erließ Hitler den Befehl, alles, was augenfällig ist,
auf dem ganzen Gebiet des Reichs zu vernichten, sodaß dem Feind nur eine
gebrannte Erde zufiele. Speer fuhr in den letzten Monaten des Kriegs
landauf landab, den Vernichtungsauftrag rückgängig zu machen, und schuf
somit den Boden für den neuerlichen Aufstieg Deutschlands nach dem
Kriege.

Berechtigung für ein Weltgericht

Nach dem Krieg wurde er im Nürnberger Gerichtsprozeß u.a. beschuldigt,
Arbeitskräfte zu Sklavenbedingungen in der Waffenindustrie eingesetzt
zu haben, und daß er rein nach Art eines Technokraten gehandelt habe,
ohne einen geringsten menschlich-moralischen Gesichtspunkt in seinem
Handeln berücksichtigt zu haben. Speer stellte sich im Gerichtsprozeß ganz
anders wie die anderen Nazi-Größen. Er gab an, daß er zu einem Teil in
der Verantwortung für das Geschehene stehe, und sagte, daß die
Handlungen des Nazi-Regimes, im nachhinein betrachtet, schlichtweg
verbrecherisch waren. Die anderen Angeklagten waren entsetzt. Der elegante und
zungenfertige Speer machte auf Richter und Öffentlichkeit einen ehrlichen
und offenen Eindruck. Anstelle davon, erhängt zu werden, wurde er zu
zwanzig Jahre Haft für den Einsatz von sklavenhaften Arbeitern in der
Rüstungsindustrie verurteilt. Speer sah sein Urteil als gerechtfertigt an
und legte auch kein Gnadengesuch ein. Speer hatte mit gewaltigen
Gewissensbissen wegen der Massenabschlachtung der Juden zu kämpfen, an der er
zwar nicht direkt teilgehabt hatte, vor der er aber im Rausch seiner
glänzenden Karriere die Augen verschlossen hatte. Als ein französischer
Gefängnispriester Speer zu sehen bekam, gab jener an, eine Person
gesehen zu haben, die in ihrem Inneren sehr drangsaliert sei. Zum Ende seiner
Haftzeit hin wurde Speer etwas erbittert darüber, was sein Urteil
betraf. Nach seiner Anschauung wäre seine Bestrafung etwas zielgerichtetes
gewesen, falls sich ihr Maß bei vergleichbaren Verletzungen von
internationalem Recht zur gängigen Gerichtspraxis verfestigte. Jedoch war es
soweit gar nicht gekommen. In der Zeit nach dem Weltkrieg zogen die
Großmächte der Alliierten sich vom gesetzmäßigen und moralischen Standpunkt
her wegen genau den gleichen Verbrechen eine Schuld zu, wie die,
deretwegen sie die Anführer von Nazi-Deutschland verurteilt hatten. Als
Beispiele seien nur der Krieg in Korea und der Vietnam-Krieg genannt, in
welchen die Zivilbevölkerung ohne Skrupel abgeschlachtet wurde. Nach
Schuldigen wurde erst gar nicht gesucht, diese wurden auch nie bestraft.
Wie allgemeinhin im zeitlichen Leben, war das Recht wieder einmal dem
Schwert des Siegers gefolgt.

Der berühmte Reumütige

Im Gefängnis schrieb Speer seine Memoiren, welche nach seiner
Entlassung aus der Haft im Jahre 1966 veröffentlicht wurden. In seinen
Erinnerungen zeichnet er den leuchtenden Technokraten Hitlers nach, der sich
nicht im geringsten um Antisemitismus oder um eine Ideologie kümmerte.
Speer gab zu, daß er zu ehrgeizig war, und, daß er Hitler bewundert habe.
Laut Speer war es jedoch nach dem Krieg sehr bedenklich, eine
kollektive Verantwortung im Hinblick auf die Verbrechen der Diktatur realisieren
zu wollen, da man in der Lage gewesen war, viele der Operationen im in
Frage stehenden System geheim zu halten. Nichtsdestotrotz streitet
Speer seine Schuldhaftigkeit nicht ab. Er betrachtete sich als
teilschuldig auch an solchen Verbrechen, derer er sich nicht bewußt war, da er
selbst ethische Gesichtspunkte in seinem Handeln außer acht gelassen
hatte. Was für die Gesellschaft am besten wäre, hatte er daran gemessen, was
für die Architektur bestens war. Neben Reue hörte man jedoch aus den
Memoiren auch einen Stolz über die glänzenden Errungenschaften heraus,
zu denen er es als hervorragender Organisator gebracht hatte. Das
Memoirenwerk war ein wuchtiger Verkaufserfolg, da der von Speer eingeführte
Begriff einer mittelbaren Schuld den Deutschen sehr gelegen kam: ich bin
nicht direkt schuldig daran, trage aber zu einem Teil die
Verantwortung am ganzen mit, da auch ich stillschweigend, ohne aufzumucken, mit dem Wahnsinn der Nazi einverstanden war. Für Speer waren seine Erweckung
der Talente in der Jugend und sein guter Ruf Hitler zu verdanken, aber
auch das Schaudern hinterher und die Schuldgefühle. Speer brauchte nicht
mehr in seinen Architektenberuf zurückzukehren, da er für seine
Memoiren und die Interviews, die er gab, gut bezahlt war. Aus ihm wurde der
erste Reumütige des Dritten Reichs, der, ohne mit der Wimper zu zucken,
den Schreckenstaten der hingegangenen Jahre ins Auge blicken konnte.
Speer war sogar noch an seinem Todestag interviewt worden. Er verstarb im
Alter von 76 Jahren 1981. Für die Historiker besteht weiterhin an
Speers Person das Rätsel, daß man mit Bestimmtheit nicht wissen kann, ob er
wirklich diese moralischen Skrupel empfand oder gar ein hervorragender
Schwindler war, der in Wirklichkeit nichts bereute. Doch trat er aktiv
bis zu seinem Tode, also über einen Zeitraum von fünfunddreißig
Jahren, für sein Bereuen der Aktionen der Nazi öffentlich ein...

Laut Yrsa Stenius, die die Rätsel um Albert Speer erforschte, hätte man
allen Anlaß, folgende Frage zu stellen: Wo sind die Albert Speer
unserer Zeit zu finden? Stenius geht davon aus, daß unsere Kultur, die
technologische, den technokratischen Menschentyp bevorzugt, der im Rausch
einer steilen Karriere nicht mehr in Begriffen von Moral denkt, und in
seinem Handeln sich über die Vorstellung der Konsequenzen hinwegsetzt.
Auf dem Gipfel schirmt man sich so sehr gegen die Realität ab, daß nur
noch das eigene liebe Ich zu sehen ist.

Der Verfasser des Artikels Jani Sievola war 1998 Habilitant der
Philosophie und Student der Geschichte an der Universität von Oulu

23
Jul
2007

Zeichen der Zeit, daß die Zeit reif ist für ein neues System - ein geldloses?

Ger-Manne-mit-der-Gerte-zum-Fuehrerstab

Ein Historiker möchte "Mein Kampf" in Buchläden nunmehr verkaufen lassen

(ein Bericht aus den Neuesten Nachrichten der Zeitung Turun Sanomat vom 17.7.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Der Leiter des in München arbeitenden Instituts der Neueren Geschichte
Horst Möller wünscht sich, daß über den freien Handel eine kritische
Ausgabe von "Mein Kampf", in der Hitlers Fehler in der Sache und dessen
Verfälschungen unterstrichen und damit klar hervorgehoben sind,
zukünftig in deutschen Buchläden erhältlich sein wird.

Die Rechte für das Buch "Mein Kampf" hat seit dem Jahre 1945 das
Wirtschaftsministerium des Bundesstaates Bayern innegehalten. Letzteres hatte
seit dem Niedergang der Nazi bislang keine einzige Neuauflage des
Buchs mehr gestattet.

17
Jul
2007

Wenn alle Menschen angefangen haben werden, sich so um sich gegenseitig zu kümmern, wie manche sich heute um die Tiere kümmern, dann wird man untereinander mit wesentlich weniger Vorschriften auskommen - und dann auch ohne Geld

Aus der Sparte Ziegenpflege und Fütterung eines finnischen Blogger-Forums für Ziegenfreunde

Geiß hat für Zicklein keine Milch
(Annika aus Orimattila | 6.6.2007 17:24)

Hallo, meine Geiß hat vor etwas über einem Tag zwei Zicklein zur Welt
gebracht. Die Zicklein erhielten die Erstlingsmilch, nun aber gibt die
Geiß keine Milch mehr her. Die Zicklein kriegen nur hin und wieder
kleine Spritzer ab. Der Tierarzt schaute am Morgen vorbei und die Geiß
bekommt nun viermal am Tag eine Oxytosin-Spritze. Bis jetzt zumindest hat es
nichts gebracht. Die Geiß ist wohlauf, erschöpft zwar, äst aber
überall umher. Das eine der Zicklein saugt eifrig an der Schnuckelflasche,
das zweite (eindeutig kleinere) sträubt sich dagegen. Es will nur an
einer echten Saugwarze ziehen.
Habt Ihr, liebe Forums-Mitglieder, irgendwelche guten, hausgemachten
Tricks als zusätzliche Hilfe hierfür auf Lager?

Ui, schade!
(Dee aus Mäntsälä | 6.6.2007 17:32)

Hoffentlich hilft das Oxytosin doch noch. Es wäre natürlich gut, wenn
die Kleinen dazu kämen, saugen zu können. Ich kann weiter dazu nichts
sagen... aber wenn Du für die Zicklein Milch brauchst, so kannst Du sie
hier bekommen.
ALLES GUTE FÜR DIE KLEINEN!!!

Wie ärgerlich
(Schneeblume aus Mittel-Finnland | 6.6.2007 17:41)

Hat diese Geiß früher schon mal normal Junge geworfen und Milch
gegeben? Wir hatten im Frühjahr Zicklein, die im Alter von vier Wochen ihr
Muttertier einbüßten, die unter keinen Umständen dazu zu bewegen waren,
Milch aus der Schnuckelflasche anzunehmen, bis wir für jene solche
langen, weichen Schnullerzapfen uns beschaffen gingen. Offensichtlich waren
diese dem echtem Säuge-Euter weit ähnlicher.

Viel Glück mit den Zicklein!
(helvi Moderator aus Lappeenranta | 6.6.2007 17:47)

Hat es denn nun mittlerweile damit angefangen, daß sie wieder Milch
gibt, die Geiß? Hoffentlich ja!

Danke für die guten Zusprüche
(Annika aus Orimattila | 7.6.2007 22:10)

Die Geiß hat trotz der Oxytosin-Stiche und des guten Futters noch nicht
damit begonnen, Milch herzugeben. Es kommt nur ganz wenig Milch.
Zwangsweise stellt man sich die Frage, wo man etwas falsch gemacht haben
könnte. Zuerst war die Geiß gar nicht vom Säugen wegzubringen gewesen,
nachdem sie derart tüchtig Milch hatte. Dann war sie einen Monat ohne
Milch, und jetzt nach dem letzten Wurf gibt sie eben keine Milch her.
Dem einen der Zicklein geht es gut. Es saugt fleißig aus der
Schnuckelflasche Ersatzmilch von ihrer Geißentante. Das zweite der Zicklein war
schon, als es auf die Welt kam, deutlich kleiner und ist auch weiterhin
recht schmächtig beieinander. Milch kriege ich nur nach und nach in sie
hinein, jedes Mal aufs neue ein paar Zutzler. Zum Glück habe ich als
Lehrerin den ganzen Sommer über frei und komme auf die Art dazu, alle
paar Stunden bei den Ziegen vorbeizuschauen. Wenn nur diese so süßen
Zicklein-Mädels durchkommen würden, bis sie groß sind...

Nun aber denn!
(caddy Moderator | 7.6.2007 22:44)

Aber klar doch werden sie durchkommen, wenn Du noch etwas länger dabei
durchhältst, sie durchzufüttern. Es ist keine leichte Aufgabe, auch ich
habe einschlägige Erfahrungen gemacht (war zudem noch bei der
Arbeit)... Aber es ist eine Beschäftigung, die sich allemal lohnt!
Wünsche Dir einen Kämpfergeist beim Füttern und beim Heranziehen der
Bälge!

Wie wär's mit einem Zickleinverschlag!
(KarZa aus Süd-Finnland | 12.6.2007 15:19)

Könnte man hier als Fortsetzung anbringen..
In der Gegend von Lampola (Lämmerhausen) erzählte man sich von einer
"Kammer für die Lämmer" oder einem Verschlag. In diesem Frühjahr habe ich
mir nun eine Kammer für die Zicklein angelegt; also für die Zicklein
einen eigenen Verschlag mit einem eigenen kleinen Durchgangsloch. Ist
für gut und funktionsfähig befunden worden. Der Witz bei der Sache ist,
daß die Zicklein ihre eigenes Heu und ihre eigenen Futtermittel zur
freien Verfügung haben, und daß die Großen nicht durch das Loch
hindurchkommen. Am Anfang hatten doch tatsächlich die beiden Geißen sich an das
Futter dadrinnen rangemacht, durch jenes Loch, bei dem ich eigentlich
Bedenken hatte, ob die Zicklein überhaupt da denn durchkämen. Die
Schuldigen wurden zwar sofort dann ertappt, da es mit den aufgedunsenen Wänsten
nicht mehr durchs gleiche Loch hindurch zurück ging. Nach einer
Verschmälerung haut es nun mit der Abmessung der Öffnung hin...
Die Zicklein sägen bei ihrem Tagesnickerchen ganz in aller Ruhe vor
sich hin und ziehen sich ihren eigenen Futterstoff rein, ohne von den
Großen dabei gestört zu werden. Noch dazu, wenn das Muttertier schlecht in
der Milch steht, hat das Zicklein die Möglichkeit, jederzeit sich an
ihr eigenes Futter zu machen. Ansonsten, wenn die Großen da rankommen,
sind die Tröge immer sehr schnell leer. Ich meine damit also zu sagen,
daß eine Zickleinkammer als eine Erleichterung der Arbeit bei der
Flaschenfütterung dienen kann, wenn zu jeder Zeit für sie extra etwas
bereitsteht, daß sie in aller Ruhe futtern können.

Feine Idee, die Sache mit dem Verschlag
(Annika aus Orimattila | 12.6.2007 21:27)

Bei uns steht die Geiß nun endlich in der Milch und die Zicklein haben
in aller Fülle jetzt etwas zum Nuckeln. Eine gewaltige Erleichterung.
Vorzüglich, auch das kleinere Zicklein hat einen Bauch bekommen. Diese
Zickleinmädels sind übrigens Nachkommen von einem gewissen Bock namens
Severin. Meine Kollegen vermuteten zwar, daß das Vatertier ein Esel
gewesen wäre, wegen der Färbung und den grauen, großen Ohren.

Sehr erfreulich
(Schneeblume aus Mittel-Finnland | 13.6.2007 18:08)

Wirklich schön, daß jetzt Milch kommt!

Hallo und alles Gute mit den Kleinen
(flott | 13.6.2007 20:55)

Es hat aber hier dieser Severin durchaus die Angewohnheit, graue, große
Ohren zu vererben, wenn eines mit den unseren zusammen und ein
Nachkomme von diesem Severin ist. Es handelt sich dabei wohl um ebendiesen
Severin!

(sämtliches aus dem Finnischen übersetzt)

Mit einer mehr von Kinder- und Tierliebe geprägten Einstellung wird es den Menschen leichter fallen, zu guter Letzt das leidige Geld freiwillig von sich abzuschütteln

Jungferchen und Liebchen ließen sich gut ins Stadtleben einfügen

Ach, was für ein seltener Anblick - Geißlein in der Stadt!

Manch einer, der des Weges kommt, wird sich wohl mehrmals die Augen
reiben. Springen doch im Hof des einen rotgetünchten Hauses dort nicht
etwa Hunde und Katzen umher, sondern gar zwei junge Ziegen. Die
zärtlich einnehmenden gehörnten Köpflein begeistern die Menschen auf Anhieb.

(ein Bericht aus der Spalte Zeitgemäßes der finnischen Zeitung Turun
Sanomat vom 16.7.2007, übersetzt aus dem Finnischen)


Die Geißengeschwisterchen Impi [Jungferchen] (6 Monate jung) und Lempi
[Liebchen] (2 Monate jung) sind reinliche und adrette junge Stadtdamen.
Vor ein paar Wochen siedelte das Zweiergespann von einem Anwesen zu
Saloniemi [Ödwaldbucht] bei Laitila [Ränderhausen] über in die Vorstadt
Halinen bei Turku. Das Sich-Einleben in der neuen Umgebung hat prima
geklappt.

Wiewohl man sich in einer Stadt befindet, so ist der Hof beim Haus
dennoch ein größerer, und es findet sich in der Nähe eine Wiese und auch
ein kleines Wäldchen - und das paßt den City-Ziegen gar recht gut.

- Außerdem, daß sie fortwährend äsen, dürfte es wohl ihre
Lieblingsbeschäftigung sein, herumzustreunen, weiß die Geißenherrin Niina Shemeikka.

Die Tochter von Shemeikka, die siebenjährige Emmi Saarnilehto, ist eine
begeisterte Hüterin von Ziegen. Eine anfängliche geringe Verspannung
hatte sich wie Asche im Wind verflogen.

- Wenn wir zusammen unterwegs sind, bleibt alles stehen, kommt her, und
streichelt die Zicklein, und wir werden gefragt, wo diese eigentlich
denn herkämen, erzählt Emmi.

Morgens holt Emmi die Ziegen in den Hof heraus. Sie müssen eigentlich
nicht gefüttert werden, denn Ziegen futtern sich selber durch. Als
Futter dient alles Grünzeug, Blumen im Vorgarten und Weinbeeren sind die
beliebten Leckerbissen. Liebchen schmecken auch Butterbrotkekse.

- Oft tastest sich speziell dieses Jungferchen hier in die Richtung der
Beerenstauden vor, soweit geht seine Verschmitztheit sehr wohl, sagt
Shemeikka und lacht dabei.

Abends richtet Emmi die Ziegen zum Schlafen her.

- Ich bringe ihnen noch etwas zum Knabbern und verschließe dann das
Türlein. Selbstverständlich bleiben sie brav und anständig im Stall.

Und was es wohl erst für ein Gefühl sein muß, auf einer Fleece-Decke
noch dazu sich zu rekeln.

Die Stadtgeißen genießen es, mit hinaus zum Sommerhäuschen zu kommen

Anfänglich hatten die Ziegen sich ziemlich vor vorbeifahrenden Autos
und Fahrrädern gefürchtet.

- Hatten bestimmt etwas derartiges noch nie gesehen, sie gewöhnten sich
jedoch sehr schnell daran, erzählt Shemeikka.

Neuerdings geht das Geißenduo so ganz auf die feine Art im Auto und
sogar im Boot auf Reisen.

- Das Sich-auf-das-Boot-Begeben fällt noch ein bißchen schwer, aber
wenn man dann drüben am Sommerhäuschen ankommt, sind sie ganz weggetreten
vor lauter Begeisterung.

Auf der mit Felsen übersäten Insel sind die Ziegen völlig im eigenen
Element daheim. Sie jagen frohgemut hintereinander her, und kraxeln die
Anhöhen hoch.

- Liebchen ist sogar einmal aufs Dach des Sommerhäuschens gestiegen und
äugelte auf uns aus vier Meter Höhe.

- Bei den Ziegen dürfte es so sein, daß, je höher sie stehen, sie um so
sicherer sich fühlen.

Eine Ziege ist auch für einen Allergiker geeignet

Der Grund dafür, warum Shemeikka sich so besondere Haustiere hält,
liegt in ihrer Allergie. Sie ist nämlich auf etliche Tiere allergisch: auf
Katzen wie auf Hunde, und auch auf Pferde.

- Als ich klein war, war mein Vater traurig darüber, daß ich kein
Haustier haben konnte. Irgendwo haben wir dann gehört, daß Ziegen meistens
keine Symptome bei Allergikern auslösen.

- Wir lebten auf dem Land bei Tohmajärvi am See, so daß wir gut eine
Ziege halten konnten.

Beflügelt durch ihre Erfahrungen aus der Kindheit, wollte Shemeikka
auch ihrer eigenen Tochter die Möglichkeit geben, sich Tiere zu halten.
Jungferchen und Liebchen sind jedoch nicht nur Ziegen für den Sommer
über, hat doch die Familie die Ziegen für immer aufgenommen. Für den Winter
wird deren Stall noch so isoliert, daß sie es warm haben werden.

- Wir wollten speziell Geißen haben, denn die Böcke können schnell mal
einen auch mit ihren Hörnern stoßen.

Auch der Eigengeruch hatte einen Einfluß auf die Entscheidung der Wahl.

- Geißen haben kaum einen Geruch an sich, ihre Männchen hingegen
riechen oft recht derb.

Ein Eigenheimbewohner wird zum Ziegennutzwirt

- Wir waren etwas besorgt darüber, wie unsere Nachbarn sich in Bezug
auf das Gelärme stellen würden. Zumal Liebchen anstelle von Jungferchen
uns Menschen als ihre Herde ansieht und immerzu blökt, wenn wir von ihr
weggehen.

- Zumindest bis jetzt ist noch niemand auf uns zugegangen, um irgend
etwas negatives zu sagen.

Manchmal kann es vorkommen, daß die Ziegen lautstark bis, daß man
weggeht, nach der Herde rufen. Jungferchen hört jedoch bei Zeiten schon
damit auf, und ihr Hals stößt gerade noch ein heiseres Gekrächze hervor.

Ziegen lassen sich in einer Stadtumgebung genauso gut einbinden wie
auch irgendwelche anderen Tiere. Die Aufnahme einer Ziege als Haustier
verlangt hingegen mehr Abklärungen im Vorfeld und Papiere, die zu
erledigen sind.

Wie andere Haustiere, so sind auch Jungferchen und Liebchen im
Tierregister festgehalten.

- Die Ohrenmarken sind ein bißchen unangenehm, aber in solchen
Angelegenheiten ist es wichtig, daß alles seine Ordnung hat.

- Auch ich mußte mich anmelden und, da ich Ziegen habe, bin ich jetzt
offiziell eine Ziegennutzwirtin. Ich habe sogar meine eigene
Bewirtschaftungskennummer, erzählt Shemeikka mit einem gewissen Stolz und einem
Lächeln.

Anna Lindholm

Der reale Wohlfahrtsstaat und ein Leben im Geld-Morast - wie paßt das zusammen?

Ein Aufruf in letzter Minute

Volkswirtschaftliches ABC

(ein Bericht aus dem Februar-Heft des finnischen Untergrund-Blattes Voima
[Power])


Die wirtschaftspolitische Elite hat seit dem Ende der 1980er behauptet, daß der Wohlfahrtsstaat veraltet sei. Gleichzeitig hat sich die Unterstützung mehrheitlich aller Finnen des Wohlfahrtsstaats mit seinen hohen Steuern gleichgehalten oder ist sogar angestiegen. Als Begründungen für die Talfahrt des Wohlfahrtsstaates hat die wirtschaftspolitische Elite mal die Renten-, mal die Pflege-Bombe, oder das steuerlastige Asylantentum oder die Verkürzung der Staatsverschuldung hingestellt. Die Finanzierung des öffentlichen Sektors ist insbesondere dadurch in die Klemme gekommen, daß die von den Gemeinden aufgestellten Dienste die Zuwendungen an den Staat haben verringern lassen.
Im Zuge dessen hat sich die Staatsmacht aus der Verantwortung herausgezogen, und die Gemeinden haben den schwarzen Peter für schwache Dienstleistungen zugeschoben bekommen.

Die Gelder der Gemeinden werden durch homogene Steuern erhoben, und die Steuern des Staates durch die progressive Einkommenssteuer. Dies seinerseits weicht den Wohlfahrtsstaat auf, denn die homogenen Steuern begünstigen die Reichen, und die Geldtruhen der Gemeinden bleiben leer.

Die Wahlen zum Parlament eröffnen für die Bürger eine kurze Möglichkeit, auf die Beschlußnahmen Einfluß zu nehmen, denn wesentliche Entscheidungen, die die Dienstfertigkeiten des Wohlfahrtsstaates vorbestimmen werden, werden in den ersten Momenten der Regierungsberatungen getroffen.


Als erster großer Beschluß wird der Rahmen für die Haushaltsausgaben festgeschrieben, welcher für fast allen Geldgebrauch des Staates über die nächsten vier Jahre bindend sein wird. Mit diesem Beschluß wird festgelegt, wieviel Geld der Staat aufwenden wird für das Schulwesen, für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und Pflege der Kranken, für die Zur-Verfügung-Stellung von Arbeit und für den sozialen Schutz.

Zentrales Ziel über die Zeit mehrerer Regierungen scheint es gewesen zu sein, Finnlands BruttoVolksProdukt und dessen Wachstum um den Finanzierungsanteil just jener Dienstleistungen zu verkürzen. Ein Teil der Parteien hat angekündigt, anstelle von Steuererleichterungen die Steuereinnahmen auf den Erhalt des Wohlfahrtsstaates auszurichten. Eine Mehrheit fordert danach, die Besteuerung
zu beschneiden.

Die Bürger und ihre Vereinigungen haben das Recht und die Pflicht, begründete Forderungen zu präsentieren darauf, wie der Wohlfahrtsstaat zu verbessern ist.

Der Rahmen ist ein klarer. Der jährliche Spielraum beträgt weit über eine Milliarde Euro, sodaß man also eine Wahl hat.
Der Wohlfahrtsstaat wurde als ein solcher errichtet, daß es sich für niemanden bezahlt machen würde, sich eigene Zusatzversicherungen zur sozialen Absicherung zuzulegen, entsprechend vehement hat sich die Mehrheit auch gegen eine Verschlechterung desselben gestellt.

Es wird versucht, auf die öffentliche Meinung einflußnehmende Personen, wie freie Redakteure, Forscher und Künstler mit Gewalt und staatlichen Aktionen dazu zu bewegen, sich unter die Unternehmer auf dem Lager der privaten Versicherungen zu reihen.
Ist das Ziel dies, daß jene langsam zu marktwirtschaftlichen Agenten mutieren, wenn deren persönliche Vorteile nicht mehr die gleichen sein werden wie die der anderen?
Wenn die Reichen sich ihre eigenen Kranken- und Pensionsionierungs-
Versicherungen anschaffen, wollen sie wahrscheinlich auch nicht mehr hohe Steuern bezahlen.

Werden wir in der Lage sein, unser qualitativ hochstehendes Schulsystem aufrechtzuerhalten, wenn an dessen Seite Schulen für Eliten errichtet werden?

Eine Veränderung des wirtschaftlichen Kräfte-Verhältnisses hat Einfluß auf die Funktionalität und Atmosphäre der ganzen Gesellschaft.
Fortgesetzte Transfers des Einkommens in den Kapital-Fundus bringen ein entsprechendes politisches Klima hervor.


Wer bestimmt, welche Kunst in Finnland unterstützt wird, ob der Jugendsport und die Sportsvereine mit Steuermitteln unterstützt werden, oder ob jene von den Eltern zu bezahlen sind, und die Mittelklasse teure Gymnastik-Hallen
finanziert, während die Unternehmen den zu ihren Marken passenden Spitzensport sponsern?

Wird Finnlands Anstalt für öffentliches Radio & Fernsehen, YLE, genügend Einnahmen haben, um ein interessantes Programm zu produzieren, oder werden die Überschuß-Gelder aus dem Volkseinkommen als Werbegelder den gebührenpflichtigen Channels zufließen?

Werden die Forschungen der staatlichen Forschungsinstitute zahlungspflichtig werden?

Wird Finnlands Staatliche Eisenbahn VR privatisiert?

Warum sind die Schulklassen zu groß, und warum werden Dorfschulen geschlossen?

Warum sind die Kindergruppen in Tagesstätten zu groß, und warum gibt es zuwenige Erzieher(-innen)?

Weshalb ist die öffentliche Krankenversorgung so verzettelt und wandern die Einkommensstarken zu privater Gesundheitsbetreuung ab?

Wieso sind Stipendiengelder für Studenten, Forscher und Künstler so gering?

Weshalb wird die Beschäftigung Arbeitsloser in den Gemeinden und beim Staat begrenzt, und die nahezu kostenlose Arbeitskraft dem privaten Sektor aufgedrängt?

(Artikel von Ritva Pitkänen, Juha Nurmela, Päivi Uljas & Kimmo Jylhämö -
übersetzt aus dem Finnischen)


Die finnischen Parlamentswahlen sind in diesem Jahr 2007 abgehalten worden, und zwar bereits im Frühjahr, am 18. 3.

Eine Jahresversammlung des eingetragenen Vereins Betreuer
des Wohlfahrtsstaates fand am Sonntag, dem 25.3.2007 von 14 bis 16 Uhr in der Bibliothek der Arbeiterbewegung statt:

Ein gewisser Jouko Kajanoja hielt das Jahresversammlungsreferat mit dem Titel "Was ist ein guter Rahmen für den Wohlfahrtsstaat?"

(Finnland hat derzeit eine Bevölkerungsgrösse von 5276955, von denen 121700 Ausländer sind, die sich im Land niedergelassen haben)
____________________________________________________________

Бесплатная почтовая служба Gala Mail - http://mail.gala.net/
WEB, WAP и POP3 доступ, мощные фильтры и защита от спама.

13
Jul
2007

Langsam aber sicher macht sich die Welt mit kleinen Schritten auf einen Weg zu besseren Zeiten auf

Schweinsklauen auf einer Straße bei Chicago
(2.7.2007)

Schweineschmalz, das aus einem umgekippten Laster auf eine
Überlandstraße ausgelaufen war, ließ am Sonntag in der Umgebung von Chicago den
Verkehr ganze sieben Stunden aus den Bahnen gleiten.

Aus dem Frachtraum des Lasters quollen auch Schweinsohren und -klauen
heraus, und die stark befahrene Strasse verwandelte sich in eine
heimtückisch schlüpfrige.

Arbeiter vom Verkehrinstitut des Bundesstaats Illinois versuchten, das
auf die Straße ausgelaufene Schweinefett mit Sand zu binden. Außerdem
spritzten sie auf das Schmalz Bergsalz und einen Schaum, welches im
allgemeinen bei der Behandlung von gefährlichen Stoffen angewandt wird.

"Das ist unheimlich schwer, wegzukriegen," beschwerte sich der für das
Verkehrsinstitut von Illinois zuständige Mike Claffey beim
Nachrichtenbüro AP. Keiner war trotz der glitschigen Bahn verletzt worden.

Eine Amerikareise machten aus einer Göttin eine Sterbliche
(3.7.2007)

Eine von Nepals sogenannten lebenden Göttinnen wird vor ihrer Zeit dazu
zurückkehren, eine gewöhnliche Sterbliche zu sein. Die zehnjährige
Sajani Shakya reiste in die Vereinigten Staaten von Amerika, obwohl es den
Göttinnen untersagt ist, sich aus Nepal zu entfernen.

Nach Amerika war Shakya gekommen, da sie darum gebeten wurde, um einen
über die Göttinnen von Nepal gedrehten Dokumentarfilm zu kickstarten.
Der Leiter des in Bhaktapur gelegenen Tempels von Taleju sagte am
Dienstag, daß Shakya ihren göttlichen Status einbüßen wird, wenn sie nach
Nepal zurückkommt.

Göttinnen, die Kumari genannt werden, gibt es etliche. Die Mädchen
werden im Alter von zwei bis vier Jahren durch eine Wahl dazu bestimmt,
eine Kumari zu sein. Die Ausersehenen müssen u.a. makellose Haare, Haut
und Zähne haben, und dürfen sich nicht im dunkeln fürchten. Die drei
wichtigsten Kumari dürfen sich nicht aus Nepal entfernen.

Im allgemeinen dürfen die Kumari ihren Würdentitel bis zu ihrer ersten Menstruation beibehalten.

Betrunkener reiste als blinder Passagier auf dem Dach eines Autos mit
(4.7.2007)

Eine Polizeistreife von Amsterdam trifft während ihrer Schicht auf
merkwürdigste Anblicke und Angelegenheiten. Nichtsdestotrotz ist ein im
Sattel eines Fahrrads auf dem Dach eines fahrenden Personenkraftwagens
sitzender Mann eine recht ungewöhnliche Seltenheit.

Die Polizei fuhr das Auto in eine Zwickmühle, und brachte es zum
Stehen. Der Chauffeur und seine Frau gaben an, daß sie während ihrem Stehen
an der Verkehrsampel seltsame Geräusche gehört hätten. Das hatten sie
aber nicht bemerkt, daß die Geräusche durch einen Mann verursacht wurden,
der gerade dabei war, samt seinem Fahrrad auf ihr Autodach zu
klettern.

Der Mann, 26, war sozusagen ziemlich angestochen. Sogar so stark, daß
die Polizei ihn zu einem Bußgeld verdonnerte wegen Anstellens von Unfug
im trunkenen Zustand auf öffentlichen Plätzen. Zusätzliches Bußgeld
wird er noch dafür blechen müssen, daß er den Vertretern des Staates
zuallererst einen falschen Namen angegeben hatte.

Detektiv, der auf Jack the Ripper Jagd gemacht hatte, bekam Grabstein
(4.7.2007)

Der Detektiv, der im London des 19. Jahrhunderts dem Serienmörder, der
als Jack the Ripper bekannt wurde, auf die Schliche ging, hat auf sein
Grab in Bournemouth in England einen Grabstein bekommen.

Die Grabstätte des Inspektors Frederick Abberline war über 78 Jahre
anonym geblieben.

Den Gedächtnisstein auf das Grab des Detektiven hat eine Vereinigung
organisiert, die sich aus ehemaligen Londoner Polizisten und
Jack-the-Ripper-Forschern zusammensetzt. Der Grabstein blieb im Jahre 1929
unaufgerichtet, nachdem Abberlines Frau schnell nach ihrem Mann verstorben war.

Abberline führte die Aufklärung der brutalen Morde an Prostituierten,
die sich zwischen 1888 und 1891 in Whitechapel zu London ereigneten, an.
Abberline ist in Filmen und TV-Serien, die von den Ereignissen
erzählen, u.a. von Johnny Depp und Michael Caine dargestellt worden.

Der echte Jack the Ripper wurde nie gefangen, und die Mordfälle von
Whitechapel blieben unaufgeklärt. Man schätzte die Opfer des Rippers sogar
auf bis zu elf, aber in Wahrheit hat der Totschläger offensichtlich
nur fünfmal zwischen August und November 1888 zugeschlagen.

Abberline wandte sich 1889 von dem Fall des Rippers hinzu zu anderen
Aufgaben ab.

Frauen sind nicht schwatzhafter als Männer
(6.7.2007)

Die Frauen sind gar nicht redseliger als die Männer, belegt eine im
jüngsten Science-Magazin veröffentlichte Studie.

Der Professor Matthias Mehl aus Arizona nahm uber mehrere Tage die
Gespräche von 400 Studenten auf und zählte die Anzahl der an einem Tag
gesprochenen Wörter ab.

Die Frauen hatten 16'215 Wörter, die Männer 15'669 geäußert. Ein
Unterschied von 546 Wörtern sei dabei laut Mehl, statistisch gesehen, nicht
von Bedeutung.

wo-finde-ich-die-nackte-Schoene

Eiskremverkäufer auf Rädern verkaufte unterm Tisch Kiffware
(6.7.2007)

Die Polizei von Michigan berichtet, daß sie den Fahrer eines
Eiskremverkaufswagens, der neben Eiskrem vom Auto aus auch Marihuana verkaufte,
festnahmen.

Nach Hinweisen aus der Bevölkerung beschloß die Polizei, das
Eiskrem-Auto anzuhalten, als es in das Wohnwagenareal der Stadt Benton einbog.

Als der Hilfssheriff den Mann zur Rede stellte, "bemerkte er, daß
Marihuana-Geruch (neben dem Duft von Tutti Frutti und anderen
Geschmacksrichtungen von Eis) aus dem Eiskremgefährt kam," schrieb Sheriff Keith
Hafer in seinen Bericht.

Unter dem Thekenbrett fanden sich einige Abpackungen mit Marihuana. Der
36-jährige Eiskremverkäufer dürfte eine Anklage wegen Besitzes von
Marihuana und versuchten Verkaufs davon erhalten.

Die Eiskremfirma erhielt ihr kriminelles Vehikel zurück, "obwohl die
Rauschgiftpolizisten nach einem Weg gesucht hatten, das Fahrzeug mit
seinen eisgekühlten Leckerbissen als an den Staat übergegangen zu
erklären," heißt es weiter in Hafners Bericht.

Die Polizei beabsichtigt, die Rücknahme der Geschäftslizenz für die
Eiskremfirma in der Stadt Benton zu beantragen.

Pfarrer siegten über Imame 6-2 im Fußball
(7.7.2007)

Das jährliche Fußballfreundschaftsspiel von christlichen Pfarrern und
muslimischen Glaubensgelehrten in Berlin endete am Samstag mit einem
Sieg der Pfarrer von 6-2. Vom Standpunkt der Imame her scheint es dennoch
in die richtige Richtung gegangen zu sein: Im letzten Jahr hatten die
Priester ihre Muslimgegner gar mit einem 12-1 bombastisch geschlagen.

Jüdische Linienrichter kamen für die Parteilosigkeit des Spiels auf.

Die eigentlichste Bedeutung der Spielkämpfe, die auf Initiative des
anglikanischen Pastors Christopher Jage-Bowler hin organisiert werden, ist
es, eine Botschaft der Toleranz auszuschicken, und zu zeigen, daß
Christen und Muslime durchaus friedlich nebeneinander leben können.

Indiens Idols-Trumpfkarte ist die Spiritualität
(9.7.2007)

Ein indischer Fernsehsender beginnt damit, ein Reality-TV-Programm im
Stile von Idols zu machen, bei dem die Teilnehmer spirituelle Lieder
singen werden.

Sinn und Zweck des Programms ist es, Indiens Jugend dahin zu bekommen,
sich für Spiritualität mehr zu interessieren. Das Programm wird nicht
auf eine bestimmte Religion angesetzt sein, sondern Vertreter aller
Religionsgemeinschaften werden willkommengeheißen.

Der Gewinner wird keinen großen Batzen an Bargeld in die Hand, sondern
eine Pilgerfahrt an einen selbst ausgesuchten heiligen Ort bekommen.

Zu den Bühneneinrichtungen, die entspannen sollen, dürften wohl Bäume
und ein dahinplätschender Fluß gehören.

Indiens Hauptreligion ist der Hinduismus, aber es leben in dem Land
auch 140 Millionen Muslime, Christen, Sikhs, Buddhisten und Jains.

Ein bärtiger Säugling in Indonesien zieht Bewunderer an
(9.7.2007)

Hunderte von Menschen waren in einer indonesischen Kleinstadt zu
Besuch, um einen bärtigen Säugling zu bewundern.

"Das Baby scheint die Menschen zu interessieren. Der Junge im Alter von
einem Monat hat drei Zentimeter lange, graue Barthärchen," berichtet
ein Beamter vor Ort.

Die Volkswanderung zu dem Baby kam in Schwung, als eine indonesische
Zeitung ein Bild von dem Sprößling mit Bart veröffentlicht hatte.

"Ich hoffe, daß mein Sohn auch irgendeine spezielle Begabung hat," sagt
die 16-jährige Mutter des Baby Barbarossa.

Amerikanischer Betreiber kündigt über 1000 schwierigen Kunden
(9.7.2007)

Der Kunde hat nicht immer recht, zumindest nicht in den Vereinigten
Staaten. Des Landes drittgrößter Mobiltelefonbetreiber Sprint hat nämlich
beschlossen, den Anschluß von immerhin 1'200 ihrer Klienten
aufzukündigen, weil "diese maßlose Forderungen gestellt hatten."

Die Gesellschaft möchte mit der Entscheidung ihren Kundenservice
verbessern, den schwierige Menschen durch ihr andauerndes Anrufen verstopft
hatten.

"In einigen Fällen ist hunderte Male in einem Monat das ganze Jahr über
wegen denselben Problemen angerufen worden, die nach unserer
Auffassung bereits gelöst waren," berichtete Sprecher Roni Singleton.

Ein Teil der zu kündigenden Klienten hatte auch wiederholt den
Kundenservice angerufen, um nach Auskunft wegen anderer Leute Anschlüsse zu
fragen.

In den Augen der Gesellschaft betrug die Anzahl der Anrufe, die aus der
Rolle fielen, zusammengerechnet ungefähr 40'000 in einem Monat. Die
Kunden haben nun 30 Tage Zeit, um mit ihrer Handy-Nummer zu einem anderen
Betreiber überzuwechseln.

Stinkende Füße und ungewaschene Wäsche alarmierten die Polizei
(10.7.2007)

Die Polizei von Berlin brach am Sonntag in eine leerstehend aussehende
Reihenhauswohnung ein, in der Befürchtung, sie würden in der Wohnung
einen toten Menschen vorfinden. Die Anwohner der Nachbarschaft hatten der
Polizei gegenüber über unangenehmen Geruch geklagt, der aus der
Wohnung ins Treppenhaus stieg.

Die Fenster der Wohnung waren über eine Woche verschlossen gewesen, und
der Briefkasten war nicht entleert worden.

Anstelle einer Leiche fand die Polizei jedoch im Bett der Wohnung einen
Untermieter, der mit seinen stinkigen Füßen neben einem Haufen
schmutziger Wäsche schlief, der unangenehm roch.

Blair befreite den im Klosett gefangenen Brown
(10.7.2007)

Groß-Britanniens ehemaliger Premierminister Tony Blair errettete den
hinter dem Schließwerk eines Klosetts verbliebenen Gordon Brown, als die
beiden im Haus von Freunden in Edinburgh sich trafen. BBC berichtet
über die Angelegenheit und die Informationen gründen sich auf Notizen von
Blairs ehemaligem Assistenten Alastrair Cambell. Blair und Brown hatten
sich in Schottland darüber auseinandergesetzt, wer den verstorbenen
Anführer der Labour-Partei John Smith ersetzen würde. Brown ging während
der Unterredung aufs Klo und kam lange nicht zurück. Blair, der sich
über das Verschwinden seines Gesprächspartners wunderte, erhielt zum
Schluß eine Text-Nachricht von seinem Gegenüber.

"Tony. Hier Gordon. Ich bin im Klo eingeschlossen."

Laut den Notizen von Campbell lachten die Männer über den Vorfall, und
Blair versprach, den Arbeiterparteikollegen erst dann aus dem Klo zu
befreien, wenn dieser gleicher Meinung wäre, daß Blair der Nachfolger von
Smith würde.

Es heißt, daß Brown nur unter der Bedingung auf den Vorschlag einging,
daß ihm selbst genügend Macht als ein Schatzminister zugestanden würde,
und daß er nach Blair in die Führung der Arbeiterpartei rücken würde.

Eine Studentin übernahm die alte Telefonnummer von Paris Hilton
(10.7.2007)

Ein paar Tage nachdem die Studentin Shira Barlow von Los Angeles eine
neue Telefonnummer erhalten hatte, fing es damit an, daß Anfragen wegen
Partys, Geburtstagsglückwünsche und nächtliche Anrufe auf sie
einströmten.

Die an der Universität von Kalifornien studierende Barlow hatte, ohne
ihr Wissen, die Handy-Telefonnummer von Paris Hilton übernommen. Obwohl
fünf Monate seit der Nummerübernahme vergangen sind, füllt sich der
Texte-Speicher des Telefons weiterhin mit Text-Nachrichten von Leuten an,
die die Paris bewundern, wie aber auch von solchen, die nichts von ihr
halten.

In ihrem für Los Angeles Times gegebenen Interview berichtet Barlow,
daß die Anrufe und Text-Nachrichten gewöhnlich an den Wochenenden in den
frühen Morgenstunden zwischen zwei und vier Uhr kommen. Der größte Teil
erkundigt sich nach den besten Nachtklubs der Stadt.

Eine Ausnahme bildete der Mai, als viele in ihren Text-Nachrichten ihre
Anteilnahme zum Ausdruck brachten, da der High-Society-Star aufgrund
von unerlaubtem Führen eines Fahrzeugs ins Gefängnis musste.

Eine chinesische Stadt bezahlt für tote Fliegen
(10.7.2007)

Die Stadt Luoyang ersann sich einen eigenartigen Trick, um ihren
Reinheitsgrad anzuheben. Die Stadt bezahlt ihren Bürgern/Bürgerinnen O,5 Yuan
(ca. 5 Cent) für jede erschlagene Fliege. Die Nachrichtenagentur
Xinhua berichtete am letzten Dienstag darüber.

Die Behörden von Luoyang, die Ambitionen darauf haben, eine
Auszeichnung als eine Stadt mit Hygiene zu bekommen, glauben, daß die
Niederstreckungsvergütung die beste Methode sei, um die Einwohner dazu zu bringen,
sich für die Umwelt, in der sie leben, zu arrangieren. Zumindest der
erste Tag der Kampagne war ein Erfolg, an dem die Stadtbürger über 2'000
erschlagene Fliegen den Behörden zum Bestaunen vorlegten.

Alle Menschen der 1,5-Millionen-Stadt sind nicht begeistert von der
Schlachtprämie. Auf den Diskussionsspalten des Internets befürchten viele,
daß das gutgemeinte Projekt letztendlich die Stadt lächerlich machen
könnte.

Nach Anschauung von vielen sollte die Stadt das Bezahlen für verendete
Insekten einstellen, und anstelle davon die Menschen aufrufen, die
Umwelt sauber zu halten, damit die Fliegen sich in ihr nicht mehr wohl
fühlen.

jetzt-mal-ein-bisschen-Tempo-vorgelegt

Kaliforniens Haustieren blieb die Zwangssterilisation erspart
(12.7.2007)

Eine von Tierzüchtern gefürchtete Gesetzeseingabe zur
Zwangssterilisation von Hunden und Katzen ist in Kalifornien gefällt worden. Das Gesetz
ist am Mittwoch auf der abschließenden Strecke des Prozedere der
Behandlung durch den Senat des Bundesstaats entzogen worden. Das
Repräsentantenhaus hatte es bereits gutgeheißen.

Der das Gesetz verfasst habende Repräsentant Lloyd Levine beschloß, von seinem
Vorschlag abzulassen, als klar wurde, daß er nicht genügend
Unterstützung einheimsen dürfte. Besonders Tierschutzorganisationen hatten sich
energisch zu einer Lobby gegen den Gesetzesvorschlag zusammengetan. Laut
Levine hatten die Tierschützer ihre Unterstützung zugesagt.

Sinn und Zweck des Gesetzes war es gewesen, die Anzahl von ausgesetzten
und zu beendenden Tieren zu verringern. Jedes Jahr wird in Kalifornien
mit gar einer halben Million ausgesetzter Tiere Schluß gemacht.

Gemäß dem Vorschlag würden Hunde- und Katzenbesitzer, die mit der
Sterilisationsverordnung brächen, zu Bußgeldern verurteilt werden.
Tierzüchter könnten jedoch eine Befreiung von der Verordnung beantragen.

Levine machte bekannt, daß er für nächstes Jahr einen neuen
entsprechenden Vorschlag vorbereiten wird.

(sämtliche Artikel aus dem Finnischen übersetzt)

Helfen-die-Welt-mit-umtreiben

12
Jul
2007

"Einfach toll, gratis an etwas zu kommen"

Jäger, die Jagd machen auf die Schätze der Abfallhaufen

(ein Bericht aus der Sparte Extreme der finnischen Zeitung Turun
Sanomat vom 30.6.2007,
übersetzt aus dem Finnischen)

Nach Anschauung von Ilkka (ein Junge) und Suvi (ein Mädchen) werden in
den Einkaufsläden unsinnige Mengen von Waren auf den Müll geworfen, die
nur auf jemanden warten, der sie wiederverwertet. Sie behaupten, daß
Essen, das man im Abfall findet, nicht unreiner wäre als ein paar
Stunden zuvor, als es noch auf einem Regal im Laden stand.

Ilkka, 18, betreibt das Schnüffeln in Abfällen ungefähr ein halbes
Jahr. Er geht demselben aus einem allgemeinen Interesse heraus nach.

- Ich könnte es mir leisten, Nahrungsmittel auch im Laden zu kaufen.
Makellose Sachen, die kostenlos sind, sind jedoch immer tauglich.

Ilkka berichtet, daß man unter der Modeerscheinung des Absuchens von
Abfällen die Betätigung versteht, bei der man aus Müllbehältnissen für
seine eigenen Zwecke verschiedenartige Waren, die für andere nutzlos
sind, zusammensammelt.

- Einmal, als ich dabei war, nach Essen im Abfall zu suchen, kam eine
ältere Frau her, die mir Geld anbot, und ein Stück von dem Gebäck, das
sie gekauft hatte. Ihr war es unbegreiflich, daß eine normalverdienende
Person Abfälle abklappert, sagt Ilkka mit einem Lächeln.

Nach Anschauung von Ilkka ist das Suchen in Abfällen heutzutage weit
verbreitet und nicht nur eine Beschäftigung von Leuten mit geringem
Einkommen.

- Meiner Meinung nach ist das Stöbern im Müll nichts, wovor man sich zu
schämen bräuchte. Es ist einfach angenehm, an etwas gratis
heranzukommen, sagt er nachsinnend.

Einen Müllstöberer kann man nicht erkennen

Suvi, 23, fing ihr Wühlen in Müllhäufen zur gleichen Zeit an, als ihr
Studium an der Kunstakademie begann.

- Von der Studienunterstützung blieben monatlich nur vierzig Euro auf
der Hand liegen, erzählt sie.

Anfänglich ging Suvi aus schierer Not heraus zum Suchen nach Essen im
Müll, doch schnell gesellte sich eine Ideologie hinzu. Sie sagt, es wäre
unethisch, etwas wegzuwerfen, was noch gebraucht werden könnte.

Ilkka und Suvi sind der gleichen Meinung, daß man einen Müllstöberer
nicht am Aussehen erkennen kann.

- Ich sah einmal, wie welche im offenen Sportswagen an einen Müllplatz
herangefahren kamen, um darin zu stöbern, erzählt Suvi lächelnd.

Nach ihrer Auffassung kann man nach allem möglichen suchen gehen: nach
Essen, nach alten Zeitungen, Kleidern, Sachen und Flaschen.

- Ich selbst bin auf Lebensmittel aus. Ich bin auch sonst bestrebt, so
wenig wie nur irgend möglich einzukaufen.

Suvi pickt sich aus biologischen Abfällen auch unabgepackte
Nahrungsmittel heraus.

- Brot ist im allgemeinen nur aus der Tüte herausgenommen worden. Obst
und Gemüse sind auch im Laden unverpackt. Das Essen wird innerhalb von
einigen Stunden nicht gleich zu Abfall, erklärt sie.

"Ich würde kein Hähnchen essen, wenn es grün ist"

Suvi sagt, daß die bevorzugtesten Jahreszeiten zum Auswerten von Müll
das Frühjahr und der Herbst sind. In der Zeit verderben die Produkte
nicht so schnell, und gefrieren auch nicht. Nach Auffassung von Suvi
sollte man, wenn man im Sommer den Müll durchkämmt, besonders vorsichtig mit
Fleisch- und Milchprodukten sein. Nach dem, was sie sagt, wäre
verdorbenes Essen leicht zu erkennen. Die Farbe des Fleisches verändert sich,
und Obst wird weich. Bei Milchprodukten ist es angezeigt, dem
angegebenen Datum zu folgen. Laut Suvi helfen Eingefrieren und Kochen in fast
allen Fällen.

- Ich konsumiere die meisten der Artikel erst, nachdem ich sie vorerst
durchs Gefriergerät hindurchgejagt habe. Die Hygienebestimmungen sind
jedoch in Finnland so streng, daß man nicht gerade verdorbene Essensware
in den Abfällen eines Einkaufsladens antrifft.

Suvi ist es noch nie wegen irgendeinem Essen aus dem Müll schlecht
geworden [Anm. des Übersetzers: während mir's fast vom Schreiben darüber
schon schlecht wird; ich hoffe, daß letzteres nicht auf den Leser
zutrifft]. Wenn sie aus dem Müll geklaubte Milchprodukte oder Fleisch daraus
genossen hat, so nimmt sie zur Beförderung der Verdauung
Milchsäurebakterien zu sich, die auf den Magen eine beruhigende Wirkung haben.

Es gibt viele Suchplätze

Das Strieren im Müll ist im Prinzip ungesetzlich, da ein weggeworfenes
Produkt ein Besitz des Eigentümers des Abfalls ist. Wurde es auf den
Müll geworfen, dann geht es in den Besitz dessen über, der den Müll
einsammelt.

Suvi schätzt das Auflesen von Weggeworfenem als kein großes Verbrechen
ein. Sie geht ja nirgendwo auf Abfallsuche, wo man einbrechen müsste.

- Es besteht keine Veranlassung, Plätze auseinanderzunehmen oder in sie
einzubrechen, denn es gibt wirklich genügend Orte, wo es sich gut nach
etwas suchen läßt.

Sie läßt wissen, daß ein Teil der Läden Abfallkompressen benutzt,
welche die Produkte so zerpressen, daß sie unverwendbar werden.

Es macht keinen Sinn, zu hamstern

Suvi erzählt, daß das Wachpersonal sich eigentlich nicht um
Mühlstöberer kümmert, es kann höchstens vorkommen, daß einer mal weitergeschickt
wird. Geschäftsbesitzer andererseits gehen individuell verschieden auf
solche ein, die ihre Abfälle durchforsten.

- Einige bitten einen sogar, mit ins Hinterzimmer zu kommen, um das
Angebot von abgelaufenen Produkten anzuschauen.

Suvi erinnert daran, daß stets auf sie anständig zugegangen worden ist,
und daß es für die Händler als keine Überraschung komme, einen
Müllinspizierer bei sich auszumachen. Wenn ein Wachmann oder der Ladenbesitzer
zufällig dazukommt, so lächelt Suvi und grüßt.

Sie rät, nur soviel mitzunehmen, wie man braucht.

- Hamstern von Essenswaren ist unvernünftig. Die Traumausbeute eines
Mülljägers ist eine kleine Menge von etlichen und verschiedenen
Produkten, gibt sie an.

Suvi sagt, daß man die Tricks, wie man am besten im Müll wühlt, schnell
herausbekomme, zum Beispiel bei einem größeren Müllberg lohne es sich,
mittenhinein zu steigen. Sie warnt jedoch, daß man schwer zugängliche
Orte vermeiden sollte.

- Beim Arbeiten im Müll ist es immer gut, einen gesunden
Menschenverstand walten zu lassen.

Ein Fregan ist jemand, der kein Fleisch kauft

Suvi macht sich schon vier Jahre lang über Müll her und sieht keinen
Grund dafür, damit aufzuhören.

- Die Situation wäre eine andere, wenn ich viel überzähliges Geld hätte
und ich in der Lage wäre, mir nur Naturprodukte zu kaufen. Fleisch
würde ich aber trotzdem keines kaufen, erklärt Suvi.

Sie ist ein Fregan, bzw. jemand, die nur Fleisch aus Abfallbeständen
verzehrt.

- Zuerst mästet die Fleischindustrie die Tiere, bringt sie dann um, und
hernach landet das Fleisch im Müll. Meines Erachtens wird das Leben
eines Tiers nicht wertgeschätzt, wenn man es unten drin in einem
Abfallhaufen liegen läßt.

Kirsi Luoma

11
Jul
2007

"Liebe Deinen Nächsten, auf daß Du mit ihm Dein Essen teilst!"

Eines schönen Tages
als ich einmal grossen Hunger hatte
wedelte ein Hund
mit abgemagertem Schwanz
mir in seinem Hunger zu

(ein Stück aus Gedichte zum Essen des frühmodernen japanischen Dichters Ishikawa Takuboku [1886 - 1912])
_____________________________
Sent from my phone using flurry - Get free mobile email and news at: http://www.flurry.com

Übelste Ausgeburt der Geldwirtschaft: weggeworfene Lebensmittel

Umfrage unter finnischen Jugendlichen darüber, ob sie es fertigbrächten, im Müll nach Brauchbarem schnüffeln zu gehen, nachdem bekannt wurde, daß mehr und mehr Jugendliche, auch solche, die es nicht notwendig hätten, sich daraus ein nützliches Hobby machen, im Müll nach noch genießbarer Nahrung zu suchen

(ein Artikel der finnischen Zeitung Turun Sanomat vom 30.6.2007, übersetzt aus dem Finnischen)

Toni Kössi, 15 Jahre alt:
In keinem Falle würde ich im Müll schnüffeln gehen, das ist eine schmutzige Betätigung und man kann sich dabei Ungeziefer und sonstiges holen.

Jonna Koivisto, 15 Jahre alt:
Manche sind sicher dazu gezwungen, aber ich würde bestimmt nicht im Müll nach etwas suchen.

Juulia Kaskinen, 18 Jahre alt:
Im Müll stöbern ist eine feine Sache, ich habe Kumpels, die im Laden gleich gar nichts kaufen. Die Lebensmittel gehen nicht gleich hops, auch wenn das Am-besten-vor-dem-so-und-so-vielten-zu-verzehren-Datum entgegenkommt.

Robin Lindberg, 16 Jahre alt:
Das ist nichts gutes, ich würde mich nicht dazu aufraffen können, lieber gehe ich in eine Arbeit.

Antti Sintonen, 16 Jahre alt:
Im Müll nach Verwertbarem zu suchen ist eine echt tolle Sache, man findet dabei ganz umsonst viele Lebensmittel von Qualität. In den Läden wird viel gute Ware weggeworfen.

Amanda Tamlander, 14 Jahre alt:
Ich würde nicht gern im Müll schnüffeln gehen wollen, da müsste ich mit dem Geld schon wirklich sehr knapp dran sein.
_____________________________
Sent from my phone using flurry - Get free mobile email and news at: http://www.flurry.com

10
Jul
2007

Ist das der Schlag von Menschen, der es fertig bringen könnte, das Geld abzuschaffen?

Sich in Liebesspielen zu ergehen, bis man sich gegenseitig zum Höhepunkt hochgekitzelt hat, und damit Gefühle also bestellen, die man nicht anders umhin kann als liebend zu schätzen, nun aber ohne dieses zwischengeschlechtlich rasende Liebesgefühl aus einer tierisch hingegebenen Leidenschaftlichkeit heraus gleichzuschalten mit solchen Gefühlen, die man, sollte es sich um mehr als um nur bezahlte Liebesdienste handeln, mehr oder weniger bereit ist, im Verlauf des Lebens walten zu lassen, ist eine Errungenschaft des heutigen Menschen an emotionaler Abstraktion sondergleichen, und stellt somit ein höchst kaltblutiges Akrobaten-Kunststück dar von perverser Selbstkontrolle im Zusammenhang mit hitzigst erlebten Gefühlswallungen, mit denen kalkülhaft umzugehen, wenn auch nur im nachhinein, es wohl für einige Menschen, die sich in besagter Kunst nicht geübt haben, nicht ganz einfach sein dürfte.




Handelt es sich nun bei dieser heutzutage dem Vernehmen nach recht weitverbreiteten Art von Menschen um solche, die sich auch mit Leichtigkeit dazu bringen könnten, aus wohlfeiler Berechnung heraus freiwillig einem neuartigen Wirtschaftssystem zu dienen, das den Faktor Geld im herkömmlichen Abtausch zwischen Arbeit, Geld und Ware ersetzt durch einen unentgeltlichen Dienst an der Allgemeinheit im Austausch gegen das freie Zurverfügungstellen aller benötigter und erwünschter Nutzobjekte? Ein perfektes soziales Netzwerk zu entwickeln, das gänzlich ohne jeglichen Einsatz von intermediärem Geld auskommen wird, dürfte wohl für die High-Tech-Entwickler der heutigen und der kommenden Generationen ein leichtes sein, es muß aber natürlich eben auf Freiwilligkeit basieren. Und Freiwilligkeit ist eine Sache, das sagt ja schon der Name, wozu man niemanden zwingen kann. So etwas kann also letztlich nur dann kommen, wenn es aus sich selber heraus gewachsen ist, und bis dahin kann man nur abwarten und hoffen, daß durch das positive Feedback von ersten gesellschaftlichen Einheiten an Pionieren auf dem Sektor einer alle Bereiche des Lebens umfassenden panvoluntaristischen Zusammenarbeit aller mit allen nach und nach mehr und mehr Gruppen von weiteren Menschen in den neuen Strom des Zusammenlebens mit hineingerissen werden. Es dürfte sich in der Zukunft aber denn auch schwer bezahlt machen! Die Menschen in einem künftigen Zeitalter, das sich endlich freigemacht sieht von der einstigen Sklaverei durch den Dienst am Geld, werden es allen Vordenkern und Vorreitern des neuen Systems auf ewig danken. Wollten es nur bald die ersten der mutigsten Philanthropen endlich anpacken!
___________________________________________________________
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Hier gelangen Sie zum neuen Yahoo! Mail: http://mail.yahoo.de

9
Jul
2007

Parallaxpanoramagramm des guten Lebens der Jungen Niloten

Ein Reicher, der geizig ist, ist ärmer als ein freigebiger Armer!

Eine freundliche Miene ist eine bessere Empfehlung als eine freigebige Hand.

Leihen nährt Feindschaft. Schenken ist gesünder.

Verschmähe keine Lehre! Wenn du Kenntnis daraus schöpfen kannst, nimm sie auch aus einem Schweinsrüssel oder dem Maul einer Kuh entgegen.

Jeder Hammel wird an seinen eigenen Beinen aufgehängt.

Eile ist eine Erfindung des Teufels.

Ein Mann, der sein mit Kornsäcken schwer beladenes Reittier am Zügel führt, verfehlt in der Abenddämmerung den Weg. Er wendet sich an einen Entgegenkommenden: "Kann ich die Mühle heute abend noch erreichen?" "Nicht, wenn du weiterhin so eilst," erwidert jener, "aber ganz gewiß, wenn du langsam gehst."

Wer vor seinem Unglück flieht, fällt leicht dem Unglück in die Hände.

Eine zögernde Hand, ein ängstliches Gemüt.

Je mehr einer seine Mängel zu verhüllen sucht, um so mehr lenkt er die Aufmerksamkeit auf sie.

Wenn du einen nicht besiegen kannst, so mache ihn dir zum Bundesgenossen.

Die Größe eines Herrschers hängt von der Größe seiner Ratgeber ab. Die Macht eines Königs beruht auf der Zuverlässigkeit seines Hofes. - Wenn du in deinem Hause die Wahrheit zu sagen dich nicht scheust, so fürchten sich die Großen vor dir, die mit der Verwaltung des Landes betraut sind. Einem Herrscher, der rechten Sinnes ist, geht es auch gut; das Innere des Palastes ist es, das der Außenwelt Furcht einflößt.

Wenn die Hunde satt sind, dann bieten sie sich gegenseitig die übriggebliebenen Bissen an.

_____________________________
Sent from my phone using flurry - Get free mobile email and news at: http://www.flurry.com
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

Bayern3 Radio hören

Melden auch Sie sich zum Thema zu Wort, lieber Leser!

Du bist nicht angemeldet.

Abbild von natürlicher Unbeschwertheit?

mit-neuen-Gesichtern-die-Welt-verarzten

Gern gelesene Beiträge dieses elektronischen Magazins

Kisah Sex Nyata | Cerita...
Cerita Dewasa, Cerita Sex, Cerita Mesum, Cerita Bokep,...
Cerita Dewasa (Gast) - 21. Okt, 16:19
Very nice blog, it contains...
Very nice blog, it contains lot of informations. Articles...
Cerita Sex (Gast) - 14. Okt, 15:17
Prediksi Togel | Bocoran...
Prediksi Togel Hari Ini | Keluaran Angka Jitu | Ramalan...
Togel Hari Ini (Gast) - 14. Okt, 15:13
Seine Pappenheimer kennenlernen,...
Hier der Link zur Geschichte von Pentti Haanpää http://libidopter.twoday.n et/stories/5533136/ Geste rn...
libidopter - 3. Okt, 13:26
Sternschnuppen verwirrter...
Vorgeschichte zum Artikel: Im Frühsommer 1975 war...
libidopter - 3. Okt, 13:07
Anneli Auer IS FREE FINALLY...
In the Finnish murder case of Anneli Auer who is suspected...
libidopter - 1. Sep, 22:30
Founder and abbot of...
Dr Choje Akong Rinpoche, the founder and abbot of the...
libidopter - 9. Okt, 17:26
Most tragically misinterpteted...
"This is a story that recently unfolded: While meeting...
libidopter - 17. Sep, 17:28

Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

Suche

 

* * *

"Nachrichten allein bedeuten gar nichts. Man braucht Autoren, die sie deuten können." — Helmut Schmidt

Wie lange sind wir schon mit dabei?

Online seit 6962 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Okt, 16:19

Immer mehr sind fürs Geldabschaffen!

Ein Paradies auf Erden kann es geben

aber nur wenn es das Geld nicht mehr gibt. Packen wir's an, es wegzupacken!