6
Okt
2009

Klagelied der offenen Grenzen: "Ab ins viel bessergestellte Nachbarland, und an dieser 'ungerechten' Güterverteilung sich gütlich getan!"

In Estland, das in wirtschaftlichen Engpässen auf Sparflamme vor sich hin köchelt, werben kriminelle Gruppen Jugendliche für Finnland an, um dort auf Diebesfeldzug zu gehen. Die jungen Männer würden durch den Anreiz einer Prämie von Hunderten von Euro dazu verleitet, sich an den Raubzügen zu beteiligen, berichtet die Helsingin Sanomat. Der Polizei von Helsinki wäre aufgefallen, daß die Anzahl der von Esten ausgeübten Eigentumsdelikte seit letzter Zeit im Anwachsen begriffen ist.

Laut Polizei sei die geschwächte wirtschaftliche Lage Estlands dafür verantwortlich zu machen, daß Diebstähle zunehmen. Es sei zu befürchten, daß während des Herbstes und des Winters die Situation noch schlimmer werde, denn viele derer, die als Arbeitslose enden, würden, anstatt eine an den Verdienst angebundene Entschädigung zu erhalten, auf eine kleine Arbeitslosenunterstützung angewiesen sein.

Estnische Jugendliche lassen wissen, daß für die Diebes- und Einbruchsbeutezüge per mobilem Funk und übers Internet Reklame gemacht werde. Vielfach würde eine Arbeit auf dem Bau angepriesen, was in Finnland dann sich zum Beispiel als eine Verdingung als Chauffeur für eine Einbruchsbande entpuppte. Für die Beutezüge würden solche Jugendliche ausgesucht, die von ihrem Strafregister her noch eine reine Weste haben, ist weiter in der Helsingin Sanomat zu lesen.


Ab-ins-viel-bessergestellte-Nachbarland-und-an-dieser-ungerechten-Gueterverteilung-sich-guetlich-getan

4
Okt
2009

Nach längerer Odyssee im rauhen Abendland geht's für eine Gruppe geprellter Thailänder heute wieder gen Heimat

Thailänder, die in Finnland in den Wäldern der umliegenden Gemeinden von Turku gut einen Monat lang Beeren gepflückt haben, machen sich am heutigen Sonntag auf die Rückreise in ihr Heimatland. Die Gruppe, die ursprünglich in Sodankylä im Hohen Norden eingetroffen war, mußte die Erfahrung machen, daß sie in Finnland schwer hereingelegt und ausgenutzt worden ist. In Thailand war den Leuten versprochen worden, daß sie für Beerenpflücken einen Tageslohn von bis zu 100 Euro einstreichen würden. Es war jedoch alles etwas anders gekommen.

- Als wir in Lappland eintrudelten, stellte es sich heraus, daß ein jeder von uns für Verpflegung, Übernachtung und den Gebrauch eines [für uns zur Verfügung stehenden] Autos pro Tag 15 Euro zu zahlen hätte. Welch eine Überraschung! Hatten wir doch in Thailand dem Vermittler bereits mehr als 1'700 Euro für Flugticket, Visum und alle anderen Auslagen blechen müssen. Da wir nun selber auch noch für Benzin aufkommen mußten, hatten wir gleich an jeweils mehreren Tagen überhaupt kein Einkommen, sondern lediglich ein Minus fürs Kontobuch unseres thailandischen Vormanns zu verzeichnen, erzählt die im südlichen Rusko angetroffene sechsköpfige Gruppe.

Für Heidelbeeren wurde den Thailändern in Lappland pro Kilo 1 - 1,40 Euro gezahlt. Im Südwesten des Landes bekamen sie dafür im günstigsten Fall gar vier Euro.

Die Zustände in Sodankylä waren nach Ansicht der Gruppe auch ansonsten miserabel gewesen.

Sie mußten bereits um 3 Uhr morgens hinaus in den Wald, und in ihre Unterkunft, das Schulgebäude im Dorf Riippi, durften sie erst nach 8 Uhr abends zurückkehren. Als ihren Tagesproviant wurde ihnen Reis mit Hühnerfleisch zubereitet, was ihnen als Morgenmahl, Mittagessen und Abendbrot zugleich zu dienen hatte.

In den Wäldern gab es dann eigentlich gar nicht so viele Heidelbeeren, Schnaken und Bremsen dafür aber umso mehr. An manchen Tagen mußten sie eine Fahrtstrecke von insgesamt bis zu 400 Kilometern zurücklegen.

Die Gruppe war am 26. Juli über Istanbul nach Finnland geflogen. Das Rückflugticket war für den 4. Oktober gebucht.

- Wir fragten an, ob wir bereits eher heimreisen dürften. Es hätte geklappt, wenn wir nochmals 120 Euro für die Zugkarte und für die Änderung des Reisetages berappt hätten. Wir hatten das nötige Geld jedoch nicht, erzählen sie.


Der Helfer in der Not fand sich in Rusko

Die einer sprachlichen Verständigung unfähigen Leute, darunter Kittisak Som-on, 43, Sakon Tichairum, 26, Surat Yodhan. 28, Thanyawat Kamtan, 34, Anong Buratsakan, 25, sowie Weerachai Laemkaw, 30, wußten nicht mehr, was sie tun sollten. Überraschend lernten sie Frau Supaporn Andersson kennen, die sich zusammen mit ihrer Familie in Lappland auf einer Urlaubsreise befand , der sie von ihren Nöten erzählten.

- Mir fiel auf, daß an einer Tankstelle Asiaten waren, so daß ich auf diese zuging und sie begrüßte, und sie erwiderten meinen Gruß in meiner eigenen Sprache, berichtet Familienmutter Andersson, die seit neun Jahren in Rusko zuhause ist.

Frau Andersson erstattete ihrem Mann Tapio Andersson Bericht über das Schicksal der Beerenbrocker, der sich darüber so entsetzte, daß ihn die Angelegenheit nicht mehr in Ruhe ließ. Zuhause in Rusko nahm das Ehepaar Kontakt auf mit einer bekannten, im Städtchen Nousiainen lebenden thailändisch-finnischen Familie, und die Ehepaare beschlossen, gemeinsam den in Bedrängnis Geratenen aus der Patsche zu helfen.

- Meine Bekannte rief unter anderem in der Ausländerbehörde an, und machte sich auf den Weg nach Sodankylä, um die Thailänder hierher zu schaffen. Sie beherbergte in ihrem Haus 16 Leute, von denen zwei das Land bereits verlassen haben, und ich brachte diese sechs hier unter, erzählt Andersson.

Ganz so einfach war den Thailändern die Abreise aus Sodankylä nicht von der Hand gegangen.

- Die thailändische Verbindungsperson wollte zunächst nicht mit den Pässen herausrücken und machte sich samt denen und dem Kontobuch aus dem Staub. Die Pässe sind allerdings übergeben worden, da meine Freundin die Polizei auf den Plan rief, wie Andersson weiter berichtet.


"Irgendeiner, der dazwischensteht, hat da abgesahnt, und zwar tüchtig"

Im Hause der Anderssons in Rusko hat die Gruppe seit dem 13. August mitgewohnt. Den Leuten ist mit Hilfe der Landsleute und der Küche des Badehauses der Stadt Naantali beim Essen über die Runden geholfen worden.

- Bei uns ist in einer Woche, allein an Reis, ein 20-Kilo-Sack draufgegangen, lacht Andersson auf.

Supaporn Andersson treibt das Schicksal der Beerenbrocker zur Weißglut. Viele von denen waren mittels geborgtem Geld von zuhause aufgebrochen, wofür sie sogar zehn Prozent Zinsen zu zahlen haben.

- Es schaut danach aus, daß ein Thailänder hier Thailänder verkauft hat. Irgendeiner, der dazwischensteht, hat da abgesahnt, und zwar tüchtig.

Ein Rundreiseflugticket von Bangkok nach Helsinki bekommt man für 800 Euro.

- Den Beerenpflückern wurde der zweifache Preis dafür abgenommen, und sie sind noch nicht einmal direkt hierher geflogen, sondern mit einem Billigflug über die Türkei.

Die Arbeit hatte ein thailändisches Arbeitsvermittlungsinstitut im Angebot. Andersson hegt den Verdacht, daß für Finnland speziell solche Hilfsarbeiter angeworben werden, die am allerwenigsten Sprachenkenntnisse haben.

- Die können kein Englisch, so daß sie keine Möglichkeit hatten, aus eigenen Stücken heraus um Hilfe zu suchen.

3
Okt
2009

Ein Land plant, die Scheiße, die es produziert, sich nützlicher zu machen

Finnland droht, in den nächsten Jahren in der eigenen Kacke zu ersaufen. Die Finnen produzieren jährlich eine Million Kubikmeter - also einhunderttausend Lastwagenladungen voll - an in Kläranlagen behandeltem Abwasserschlick aus den Versorgungsgemeinden. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge wird ungefähr 96 Prozent dieser nährstoffreichen und reichlich organisches Element beinhaltenden Masse verwendet, in verschiedenster Form aufbereitet, so zum Beispiel als ein Bestandteil des Gartenhumus für den Anbau von Grünflächen.

- Die größten Anwendungszielobjekte sind im Zuge der im Jahr 1997 straffer gewordenen Müllplatz-Verordnung die Landschaftspflegearbeiten an den geschlossenen Schuttplätzen gewesen, erklärt der leitende Sachverständige fürs Abfallwesen Risto Saarinen aus der Zentralstelle Finnlands für die Umwelt.

Das Abdecken der jetzt aus dem Gebrauch genommenen Müllplätze geht jedoch seinem Ende entgegen. Wenn die Müllplätze den Schlick nicht mehr im gleichen Maße wie bisher aufschlucken, wird man in den kommenden Jahren gehalten sein, dafür neue Nutzungsweisen zu finden.


Gefährlichkeit aufgrund von Schwermetallen nicht mehr gegeben

Von der Schlickmasse wird deshalb mehr denn je für andere Objekte zur Verfügung stehen. Die potentiellen Anwendungsbereiche werden zum großen Teil die gleichen sein wie auch heute schon: die Ränder der Autostraßen, die Wegböschungen und die Parks. Die ganze Million Kubikmeter dürfte für jene allein allerdings nicht aufgehen.

- Eine Methode besonderer Art, wie man die Nährstoffe recyclen könnte, wäre die landwirtschaftliche Nutzung. Aus dem Klärschlamm angefertigte Produkte würden einem vom landwirtschaftlichen Anbau ausgelaugten Feld auch Kohle zuführen, was man bei Kunstdünger nicht hat, führt Saarinen aus.

- Ebenso wären die sich überlagernden Auswirkungen beachtlich. Je gelockerter die Erde ist, desto besser bindet sie Nährstoffe ein und verhindert deren Abfluß. Für den Schutz des Schärenmeers zum Beispiel wäre das Einbringen des Schlicks von wahrem Nutzen.

Die Landwirtschaft verbraucht von dem jährlich anfallenden Klärschlamm der Versorgungsgemeinden nur drei Prozent. Das Ironische daran ist, sollte auch die gesamte jährlich aufkommende Million an Schlammwasserkubikmetern auf die Felder gebracht werden, daß dieses lediglich einige wenige Prozent des jährlichen Düngerbedarfs der Landwirtschaft deckte.

Die Bauern scheuen nicht umsonst vor dem Einsatz des Schlicks zurück, denn in früheren Zeiten war jener stark schwermetallhaltig.

- Während der letzten Jahre ist die Abwasseraufbereitung gewaltig weiterentwickelt worden, und auch die Gefahr durch Schwermetalle ist nicht mehr gegeben, klärt Saarinen auf.

Die Schwermetallhaltigkeit hat in den Schlammassen unter anderem deshalb beträchtlich abgenommen, da das in Zahnfüllungen verwendete Amalgam und die für die Entwicklung von Fotografien gebrauchten Flüssigkeiten nicht mehr ins Abwasser gelangen.

- Das vor ein paar Jahren neu aufgelegte Düngemittelgesetz stellte strengere Anforderungen an den in Grund und Boden einzubringenden Klärschlamm und dessen Überwachung ist im Zuge davon zufriedenstellend geworden.

Saarinen sagt, daß die Schlammassen derart überwältigend werden, daß es höchste Zeit wäre, sich zu einem Konsens bezüglich deren Nutzungszielobjekten durchzuringen.


Die Frage des guten Geschmacks bestimmt über die Nutzung

Der Zentralverband der Forst- und Landwirtschaftlichen Produzenten Finnlands MTK [Maa- ja metsätaloustuottajain Keskusliitto] hat über Jahre hinweg die Nutzung auf den Feldern der aus dem Klärschlamm der Versorgungsgemeinden angefertigten Düngemittel wegen Problemen mit deren Qualität abgelehnt. Nachdem seit einigen Jahren die Preise für Kunstdünger in astronomischen Zahlen sich bewegen, hat das MTK sich bereiterklärt, in der Sache einzulenken.

- Im Lichte der Forschungsergebnisse widersetzen wir uns nicht mehr einer Nutzung des Schlicks. Der offizielle Standpunkt des MTK steht jedoch weiterhin zur Debatte und es dürfte gegen Ende des Jahres zu einem Einvernehmen kommen, kommentiert die Umweltbeauftragte des MTK Johanna Ikävalko.

Sämtliche Kreise scheinen einhellig der Meinung zu sein, daß es vernünftig wäre, die Nährstoffe einem Kreislauf zuzuführen. Auf der zuständigen Kontrollbehörde, Evira genannt, die die Qualität der aus Klärschlamm gewonnenen Düngeerzeugnisse überprüft, wird angemerkt, daß über die Verwirklichung der Praxis auch noch die Frage des guten Geschmacks bestimme.

- Die damit verbundenen Risiken hätten wir gut im Griff, betont der leitende Kontrolleur bei Evira, Olli Venelampi.

- Das Problem mit dem Image, das in der Natur der Sache liegt, ist nach wie vor das größte dabei. Ich bin mir nicht sicher, ob wir bereit sein sollten, dieses Risiko auf uns zu nehmen, daß die Verbraucher keine in menschlichen Exkrementen herangezüchteten Lebensmittel kaufen würden, gesteht Johanna Ikävalko aus dem MTK ein.

2
Okt
2009

Bei häuslichem Zwist mit tödlichem Ausgang mit amerikanischer Technologie nach Jahren der Wahrheit auf die Schliche gekommen

Eine Frau, die im südwestfinnischen Ort Ulvila bezichtigt wird, ihren Ehemann getötet zu haben, hat die Tat mittlerweile eingestanden.

Der Personaltrainer Jukka S. Lahti war in der Nacht vom 1.12.2006 im eigenen Haus umgebracht worden. Bislang ging man davon aus, daß eine fremde Person die Tat begangen hätte. Am Montag, dem 28.9.2009, verhaftete die Polizei nun als der Tat dringend verdächtig die Ehegattin des Opfers. Die Frau bestritt zunächst ihre Schuld, brach jedoch dann bereits vorgestern, am darauffolgenden Mittwoch, bei ihren Verhörungen in sich ein.

Die Bundespolizei der Vereinigten Staaten, das FBI, war der Polizei im finnischen Pori bei der Aufklärung des drei Jahre zurückliegenden Falls zu Hilfe gekommen.

Gemäß einem Bericht des in Pori erscheinenden Tagesblatts Satakunnan Kansa war das FBI in der Lage gewesen, mit der ihm zur Verfügung stehenden Technik eine Tonaufzeichnung, die entstand, als die Ehefrau während der Bluttat bei der Notrufzentrale anrief, außergewöhnlich präzise zu analysieren.

Laut dem Leiter der Untersuchungen der Polizei gelang es mittels der US-Analyse sicherzustellen, daß sich zum Tötungszeitpunkt in der Wohnung ausschließlich Familienmitglieder aufhielten. Die Stimmenanalyse hatte die Aufklärer des Mordes veranlaßt, sich darauf zu konzentrieren, welcher Anteil an dem Geschehen der Gattin des Getöteten zukomme.

Während der Bluttat befanden sich außer dem Ehepaar deren vier Kinder im Haus.

Die Ereignisse vor drei Jahren begannen damit, daß zwischen den Ehepartnern ein heftiger Streit entbrannte, der dermaßen ausartete, daß die beiden sich gegenseitig lautstark anbrüllten und mit Gegenständen aufeinander warfen. Die Ehefrau nahm das Küchenmesser in die Hand, welches zwischenzeitlich auch in der Hand von Jukka Lahti war. Die Situation glitt den Eheleuten aus der Hand und beide waren zum Schluß völlig außer Rand und Band. Die Folge davon war, daß die Frau an der Hüfte durch eine Stichwunde verletzt war und Jukka Lahti sein Leben einbüßte. Während der Streitszene zerbrach das Glas der auf die Terasse hinaus gehenden Tür.

1
Okt
2009

Früheste Erinnerungen — diesseits des schroffen Falls Roman Polanskis

Ich saß damals hinten in jenem Pferdewagen drin
Einige von den noch Kleineren hatten mir einen Kübel über den Kopf gestülpt
Auf diesem Kübel hauten die nur so herum
Die Leute, die in der Karre mitfuhren (Onkel Jess)
Schauten nach hinten, auf mich herab
Und sagten mir: "Hör mit dem Krawallmachen auf"

Ein anderes Mal war ich in einer Blockhütte
Einer spielte einen Geist ohne einen Kopf und kam auf mich zu
Mit einem langen Metzgermesser
Versetzte meine Mutter in Angst und Schrecken
Diese Furcht gab sie an mich weiter
Dieses Ängstigsein übernahm ich und hielt mich dann an meine Großmutter

Ich erinnere mich, wie wir eines Tages Zug fuhren, und sangen
"Ich hab' bei der Eisenbahn mitgearbeit'"
Mein Opa schuftete für die Bahn
Entlang der romantischen C&O [Chesapeake & Ohio (Vorläufer von Amtrak)] Linie drunten in Kentucky
Um Big Sandy und Morehead herum
Hinauf, die blaugezackten Berge vom Blue Ridge hinüber
Ein wahres Paradies auf Erden,
Mit Wäldern und Wiesen.
Wir hatten noch immer Anteil an der Wirklichkeit.

Dann klärte mich Oma über Jesus auf
Sagte mir, ich solle mein Herz dem Herrn schenken
So tat ich dies dann auch, genauso wie sie mir aufgetragen hatte.

Es passierte ganz in der Nähe vom Bundesgefängnis
In einer kleinen Kirche, in Nazareth
Von da ab lief ich auf der Straße herum
Mit jenem Kübel über dem Kopf:
"Hör mit dem Krawallmachen auf, Charlie!"



Zum Nachdenken über Gut und Böse, Recht und Unrecht, in einer sinngemäß freien Übersetzung von mir aus dem Englischen, ein Gedicht von Charles Manson, dem einem ideologischen Wahnsinn verfallenen Killer-Gang-Guru hinter den Morden von 1969 um Sharon Tate herum, der damals schwangeren Frau des leidgeprüften, jetzt aufgrund eines einmaligen Partyausrutschers von vor über 30 Jahren in einer politikstrategischen Polizeifalle in der Schweiz in Haft genommenen großen Kinomachers Roman Polanski

30
Sep
2009

Wenn's dem Amerikaner Angst um sein Wohlergehen wird, begibt er sich aufs Glatteis

Vorgestern abend ist auf der sozialen Netzgemeinschaft Facebook eine Umfrage aus dem Internet herausgenommen worden, in der es darum ging, ob Barack Obama, der Präsident der Vereinigten Staaten, einem Attentat zum Opfer fallen solle. Gegenwärtig untersucht der Geheimdienst der Vereinigten Staaten, welche Personen die Abstimmungsbefragung bei dem Seitenbetreiber eingestellt hatten.

Die Schlagzeile der Umfrage lautete: "Sollte Obama getötet werden?" Als alternative Antworten standen "ja", "nein", "vielleicht", sowie "falls er aufhört, sich um meine Gesundheit zu kümmern" zur Verfügung.

- Als wir von der Angelegenheit Wind bekamen, setzten wir uns zusammen mit Facebook hin, um den Eintrag zu stornieren, berichtet Geheimdienst-Sprecher Malcolm Wiley dem Nachrichtenbüro AFP.

Über 750 Menschen konnten für die Umfrage bereits abstimmen, vordem sie aus dem Netz entfernt war. Die Umfrage war auf Facebook am vergangenen Wochenende hochgeladen worden.

- Selbstverständlich hat uns der Inhalt der Umfrage schwer getroffen. Es treten jedoch auf der Welt auch anstößige Sachen in Erscheinung, und diese zeigen leider ihr Gesicht auch auf Facebook, sagt Facebook-Sprecher Barry Schnitt.

28
Sep
2009

Der erste Hirsch ist erlegt worden, bevor die Waidmänner in der Ansitzhütte anlangten

Den ehemaligen Polizisten Juhani Kajava wird man von jetzt ab bis Weihnachten nicht mehr viel an den Wochenenden zuhause sehen. Am letzten Samstag fing nämlich die Jagdsaison für die Hirsche an, und in einer Woche geht es ab in den Wald, dem Elch hinterher.

"Dem Jagen kommt regelmäßig der Vorrang über das häusliche Dasein zu," grinst Kajava, der örtliche Hirschhauptmann des traditionellen Jagdvereins Tapio.

Für den Abend war ein stundenlanges Herumsitzen alleine in einem am Feldrain errichteten, engen Holzverschlag angesagt.

Für den Beginn der Jagdsaison trafen in der Gemeinde Piikkiö nahe dem südwestfinnischen Städtchen Kaarina vier Männer zusammen: Hirschhauptmann Kajava, der Jagdanführer der Truppe, Elchhauptmann Pekka Särkilahti, sowie die Gebrüder Jaakko und Jouko Rumpunen.

Hunde sind keine dabei, ein solcher kann zur Aufspürhilfe hergeordert werden, wenn es gilt, im Gebüsch einen Weißwedelhirsch, der einen Treffer abbekommen hat, aufzufinden.

Die Männer feilen keine Strategie aus wie bei der Jagd auf den Elch, da es jetzt auf eine Jagd aus dem Hinterhalt geht. Ein jeder von ihnen begibt sich in einen eigenen Waldverschlag auf die Lauer, auf daß erspäht wird, wann ein Weißwedelhirsch an den Futterplatz kommt. Bis auf Jouko Rumpunen, der auf einen Baum steigt, auf dessen Ast eine fertige Sitzunterlage angebracht ist.


Shampoo verjagt die Tiere

Dem Hirschen muß man leise aufstellen, denn er nimmt sich vor jedem noch so kleinen Geräusch sehr in Acht. Er nimmt sogar den Geruch eines Shampoo wahr. In der Thermosflasche hat es zwar Kaffee.

"Wenn das Tier an die Äsungsstelle herankommt, ist es besonders sensibel. Sowie in der Umgebung ein Geräusch zu hören ist, oder ein fremder Geruch in der Luft liegt, kommt es nicht näher," berichtet Särkilahti.

In der Zeit, wenn Schnee liegt, lassen sich bei Mondscheinlicht die Hirsche zum Beispiel gar nicht blicken.

"Die fürchten sich vielleicht vor ihrem eigenen Schatten."

Am Futterplatz sind haufenweise Äpfel ausgebreitet.

"Äpfel sind für die Rehe ein Leckerbissen, die können bis in den Vorgarten eines Eigenheims kommen, um sie sich von den Bäumen zu holen. Gelbe Rübchen mögen sie auch gerne, und mitten im Winter taugt auch Getreide. Der Elch interessiert sich für Äpfel nicht, aber einige Elche können sich für Karotten derart begeistern, daß sie eine quadratmetergroße Schachtel voll davon mit Leichtigkeit wegputzen."


Es kann auch leer ausgegangen werden

Nicht in allen Fällen läßt sich eine Beute erjagen, wenn man auch noch so lange herumsitzt und darauf wartet.

"Man kann 5 - 10 Mal auf der Lauer sitzen, aber es kann sein, daß man dabei nur ein Wildtier erwischt," sagt Särkilahti.

Auf jeden Fall gehen die Jäger davon aus, daß einer von ihnen an diesem Abend einen Hirschen als den ersten der Saison erlegen wird.

Sollte man aber auch leer ausgehen, so dürfte dies nicht die Stimmung verderben.

"Das ist ein richtiger Hirschenauflauerer, der, wenn er sich jetzt zur Frühsaison aufmacht, sollte er auch kein Blätterrasseln zu hören kriegen, bei alledem zufrieden bleibt," sagt Särkilahti.

Man muß sich auch wieder davonmachen können.

"Man ist verführt, bis es dunkel wird, auszuharren, besonders dann, lauert man auf einen alten Hirschbock. Oft können als erstes die Weibchen, die Kälber und die jungen Bocke ins Bild treten, während der König des Reviers, der alte Bock, sich irgendwo weiter entfernt aufhält, und erst dann kommt, wenn es dunkel geworden ist. Als Gebieter über eine Herde vermag er es sicherlich schon instinktiv, umsichtig zu sein," wie Särkilahti sinniert.

Als eine besondere Ehrensache sehen es die Jäger an, daß der Schuß treffsicher ist und das Tier nicht nur verletzt wird. Man muß ausreichend Nervenfestigkeit mitbringen, denn leicht kann einem ein Einschätzungsfehler unterkommen," sagt Särkilahti und begibt sich in seine Lauerhütte.

Hinten an seiner Waffe dran sind Sticker von Schießgelegenheiten des Jägerbunds bei finnischen Meisterschaften angebracht.

Irgendwo kreischt ein Eichelhäher.

Särkilahti ist die Zeit im Waldverschlag nie langweilig geworden.

"Die Gedanken streifen immer irgendwohin. Und von hier aus läßt sich so manches beobachten und verfolgen, und wenn es auch nur irgendein Specht ist, der klopft."


Schon bald eine Textnachricht

Dann pfeift das Telefon. Von Juhani Kajava kommt eine Textnachricht: "Hirsch liegt flach. Kann ich 'nen Beffzger haben?"

Hirschhauptmann Kajava hat einen Volltreffer erzielt.

"Ich zählte (vor dem Schuß) bis zehn, um die Truppe nicht zu enttäuschen," sagt ein zufriedener Kajava.

Er hat vordem betont, daß es der letzte Fehler sei, schludrig zu werden, wenn ein Hirsch im Blickfeld auftaucht.

Jetzt war die Situation schnell eingetreten. Kajava war nicht einmal in seiner Ansitzhütte angelangt, als er auf einem Feld vier Rehe vor sich sah. Er gab einen Schuß ab und stützte sich dabei gegen einen Baum ab.

"Manchmal wird's einem so leicht gemacht."

Vom ersten Fleisch wird eine Promo-Wurst gemacht, die zum Beispiel an die Besitzer der Ländereien vergeben wird.

Späterhin während der laufenden Saison erst kommt der Braten den Jägern selbst zugute.


Weißwedelhirsche gibt es in Finnland erst seit 1934

Für das Gebiet des Wildpflegevereins des Umlands von Turku sind 52 Genehmigungen für das Erlegen eines Elches und 200 für das eines Hirschen ausgestellt worden. Der Jagdverein Tapio ist berechtigt, in und um Piikkiö herum zehn Hirsche, einen ausgewachsenen Elchen und zwei Hirschkälber zu erlegen. Dem Klub steht in Piikkiö ein Jagdgebiet von 2'000 Hektar zu, und außerdem nochmals eins mit 4'500 Hektar in Laitila.

Der Hirschbestand hat in den letzten Jahren zugenommen.

Der Weißwedelhirsch ist eine amerikanische Steinbockart, und lebt in Finnland als eine vom Menschen eingeführte Fremdart. Im Jahre 1934 wurden sieben Weißwedelhirsche aus Minnesota nach Finnland transportiert, für ein Tiergehege, das auf den Ländereien eines Gehöfts Laukko gegründet war. Nur eins der männlichen und vier weibliche Tiere hatten die lange Reise von Übersee überstanden. Von jenen vieren, sowie den Nachkommen späterhin zur Kräftigung des Bestands noch eingeführter und ausgesetzter Tiere stammt der gesamte gegenwärtige Bestand Finnlands von Weißwedelhirschen ab, schätzungsweise um die 30'000 Einzeltiere herum.


Bei Zusammenprallunfällen mit Waldtieren handelt es sich im allgemeinen um den Wedelhirsch

Die Jagdvereine leisten der Polizei Amtshilfe, indem sie sich aufmachen, Elche und Hirsche aufzuspuren und deren Leben zu beenden, die bei einem Zusammenprall im Straßenverkehr verunfallt sind.

Die Jäger nehmen sich auch der Pflege des Tierbestands an, organisieren unter anderem die Futterung der Tiere den Winter über - mit Hunderten von Kilo von Äpfeln, Karotten und Getreide.

27
Sep
2009

Wenn die rechten Hitzköpfe aufeinanderstoßen

Der Abgeordnete der Stadt Helsinki Jussi Halla-aho hat wegen Redensarten im Programm Korporaatio des Senders Radio Rock eine Strafanzeige ergehen lassen.

In einer Direktübertragung war Simo Rantalainen (Mujahed bin Risto Faisal) interviewt worden. Dieser sagte unter anderem aus, daß er Halla-aho ein wenig durchschütteln könne, falls jener tatsächlich den Islam mit Pädophilie gleichstellen wollte.

Halla-aho schreibt auf den Seiten des
Homma Forum, daß er die Reden des u.a. wegen Misshandlung verurteilten Rantalainen ernst nehme.

Seiner Auffassung nach hatten die Programmgestalter Jussi Heikelä und Aki Linnanahde zu einem Verbrechen oder zu Gewaltanwendung aufgerufen, als sie sagten, der Abgeordnete würde "ganz in der Nähe hier wohnen".

Es wurde eine Strafangezeige wegen einer gesetzeswidrigen Bedrohung aufgegeben. Der Fernsehstar früherer Jahre Rantalainen war am vergangenen Montag in dem Programm Gast gewesen.


Halla-aho ist ein städtischer Abgeordneter der rechtsorientierten basisfinnischen Partei (perussuomalaiset), der bekannt wurde aufgrund seiner einwandererkritischen Haltung. Er ist vom Schöffengericht wegen eines Bruchs des Glaubensfriedens verurteilt worden. Hinsichtlich des Urteils ist beim obersten Gericht Einspruch eingelegt worden.

Jussi-Halla-aho-Collage
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

Wird das arme Sparschweinchen schon irgendwo auf der Welt in seine wohlverdiente Freiheit entlassen?

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Zuletzt aktualisiert: 21. Okt, 16:19

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aber nur wenn es das Geld nicht mehr gibt. Packen wir's an, es wegzupacken!