30
Mrz
2010

Der Geschlechtstrieb lodert in der Natur über die Artengrenzen hinweg

Der Frühling ist die brünftigste Zeit in der Natur. Und das rauschende Mahlen der Hormonenmühlwerke ist im Ansteigen begriffen, sowie man auf wärmere Verhältnisse auf den Wanderwegen zugeht. Bei all den geschlechtlichen Umtrieben können zuweilen sogar, neben den Köpfen der Tiere, selbst die Arten durcheinandergeraten. Ein Auerhahn behaut eine Birkenhahnjungfer, eine blaugefiederte Stockente eine kleine Trasselente, wie auch eine rotäugige Plötze und eine silbernbeschuppte Bleie ihre Geschlechtszellen zusammengleiten lassen können. Gelegentlich - wenn auch äußerst selten - kommt es sogar vor, daß ein Wolf, der unter normalen Verhältnissen den Hund auf seiner Speiseliste stehen hat, das Kunststück mit einem seiner Leckerbissen treibt.

Die meisten einander fremden Tierarten unternehmen indes nicht einmal den Versuch, sich miteinander zu begatten. Noch seltener kommt es vor, daß ein über die Artengrenzen sich hinwegsetzender Geschlechtstrieb Nachkommen hervorbringt.

Kreuzungen von Säugetierarten kommen in der Natur so gut wie überhaupt nicht vor. Selten, einigermaßen erfolgreicher jedoch, paaren sich verschiedene Vogelarten übers Kreuz.

Im Federgewand eines aus einer Vereinigung von Krick- und Stockente hervorgegangenen Vogels zeichnen sich ineinander vermischt die Merkmale beider Muttertiere ab. Eine solche Artenkreuzung ist etwas äußerst Seltenes.


Kreuzung-Von-Stock-und-Krickente

29
Mrz
2010

Die Metropole oder der Lappenstiefel?

Wenn sich das lichte Ödland auftut vor dem Skiläufer, erweitert sich der Bewußtseinshorizont und man wird ruhiger. Des Nachts krümmt sich der Himmel in ein funkelndes Himmelszelt des Nordens, in welchem ein Meer aus Sternen die Sinne betört und lockt.

Die reiche Mythologie und vielschichtige übertragene Kultur der Lappen sprüht nur so vor urwüchsigem Zauber des Nordens. Das urständige Volk Lapplands sah sich selbst in einem richtigen Verhältnis zur Natur. Die Natur ist etwas Großartiges und Mächtiges, der Mensch ihr unterworfen und klein. Von diesen Sehern gibt es in Finnland noch 9'000, auf der ganzen Welt 75'000.

Der Mann aus dem Süden kam seinerzeit daher und drückte die Lappen aus ihren Gebieten, und hinaus auch aus ihrer Kultur. Die in der heutigen Zeit bezeigte Gewogenheit ist teilweise kosmetisch. Die Forstwirtschaft mit ihren Wäldern wälzt weiterhin die Rentierzucht vor sich weg. Die Würdigung hat etwas von einem späten Erwachen an sich: die Flagge Lapplands, dessen Sprachen und das Kulturzentrum stellen eine Kuriosität dar. Wenn auch eine wertgeschätzte und eine, die es zu pflegen und zu hegen gilt.

Sitzt man in der Tundra auf einer Anhöhe und sieht die schroffe Endlosigkeit des Ödlands, so stehen die Proportionen eindeutig klar fest: Der Mensch kommt an zweiter Stelle und die Bäume, die Hügelzüge, Flußtäler oder Schluchten und deren Bewohner an erster. Ich überlege mir, wieviele derer, die im Skilift sitzen, ähnliche Überlegungen anstellen. Das Drahtwerk zieht eine Gruppe auf den Abhang, von der ein Teil im Trend liegend herausgeputzt glänzt wie Konfekt auf einem Fließband. Es herrscht Krawall und es dröhnt ein Diskogepumpe.

Das Skifahren hat ja insgesamt ein Gutes an sich, sieht man aber dabei die erwähnte Verteilung der Proportionen noch, wenn, zu hellrot gefetteten Lippen, Namen von Markenklamotten reißerisch sich ins Sichtfeld drängen? Oft genug begreift der Mensch seine eigene Kleinheit nicht. Insbesondere dann nicht, wenn in einer Gruppe von Menschen. Er begreift es nicht, wenngleich der ganze Haufen im Schoß dieser gewaltigen Weite der Natur in ein Häuflein Nichts verschwindet, das kleiner ist als eine Nadelspitze.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, und das ist gut so. Wir suchen den Kontakt zueinander und bilden Gemeinschaften, Dörfer und Städte, Länder und deren Bündnisse. Jegliche Megalomanie ist meines Erachtens jedoch schauderhaft. Auch in Gemeinschaften. Aus irgendeinem Grund ist eine Stadt nicht mehr gut genug, sondern es muß eine Millionenstadt sein. Finnland hat deswegen fast einen Minderwertigkeitskomplex und Helsinki reißt sich auf Biegen und Brechen umliegende Gemeinden unter den Nagel.

Metropolen haben nichts automatisch glücklich Machendes in sich. Im Gegenteil. In diesen herrschen zuviel Hysterie, Lärm, Konkurrenzdenken, Hektik, Armut, Kriminalität und zuviele Neurosen. Natürlich konzentriert sich dort auch die künstlerische, die intelligente, die wissenschaftliche und innovative Welt. Zu wessen Verfügbarkeit allerdings? Ganz genau, zu deren, die die Konglomerationen hervorbringen. Die Größe einer Stadt ist eine in die Irre führende Korrelation, es hat vielmehr mit der Größe des Denkens und der Fähigkeiten zu tun.

Das Slow Life ist zum modischen Ausdruck geworden, womit man einen langsameren Lebensstil meint. Für finnische Verhältnisse bedeutet dies ein wenig, so zu leben wie früher. Es stand einfach mehr Zeit zur Verfügung. Viele sind überrascht darüber, wie man auch heutzutage selber entscheiden kann, wie man von seiner Zeit Gebrauch macht. Man kann vom Herrensalon-Lift auch aussteigen und etwa in einen kleineren Ort übersiedeln.

Finnlands ebenmäßigere Besiedlung und Neubelebung ist meiner Meinung nach eine Notwendigkeit, die uns zum Glück gereicht. Es läßt sich also auch mit weniger Geld und Gerempel auskommen und etwas unverbrüchlich viel Wertvolleres erlangen: Gemütsruhe und richtiges Glücklichsein.

Ich meinte damit nicht zu sagen, daß man nun scharenweise ins Lappenzelt umziehen und mit einer Trockenfleischdiät beginnen soll. Obgleich ein Umzug nach Lappland durchaus eine ins Auge zu fassende Alternative darstellt. Wenn man Zeit zum Nachdenken und für seine Gefühle hat, schärfen sich die Sinne auch in Bezug auf seine Umwelt. Die Wertschätzung des Lebens und der Lebewesen nimmt zu. Und auch am Polarlicht und selbst an den Kräften, die hinter den alten Opfersteinen der Lappen stehen, gibt es nichts auszusetzen. Ganz zu schweigen von den fliegenden Hexen.


EIN KOMMENTAR VON TIINA LINDFORS (finnische Tänzerin und Choreographin), übersetzt aus dem Finnischen

12
Mrz
2010

Beim Turku Jazz treffen Welten von Musik aufeinander — Sid Hille eröffnet neue Ausblicke auf die Beatles

Zentrales Thema vom vorgestern in Gang gekommenen Turku Jazz Festival 2010 ist das gegenseitige Zueinanderfinden von musikalischen Welten. Das Happening eröffnete die von ihrer Ideologie her sich mit der DJ-Kultur verbunden fühlende Vinyl Jam. Gestern war neben einem Konzert des Künstlers des Jahres beim Turku Jazz, Esa Pethman, ein Auftritt des Trios des Querdenkers vom SuomiRock Kauko Röyhkä und des Vibraphonisten Severi Puusalo angesagt.

Weiterhin war oder ist unter anderem das türkisch-estnische Gemeinschaftswerk mit dem Önder Focan Trio und der Solistin Tuuli Tauli, sowie die mit einer Neigung zum Punk abgezogene Jazzfusion der amerikanischen Jacob Fred Jazz Odyssey zu hören. Das Fest wird am Sonntag die britisch-finnische Band Burn Out Mama beschließen.


Sid Hille wird mit seinen Beatles-Interpretationen den Reigen der Darbietungen vervollständigen. In Hilles Projekt vereinigt sich das Klangbildmaterial der 1960er mit einem ehrgeizigen Jazz. Beim Konzert The Tribute to the Beatles am morgigen Samstag werden frische Ausblicke auf die gemeinschaftlichen Werkstücke von John Lennon und Paul McCartney zu hören sein.

- Der Hauptteil des Programms ist der Zeit vom Jahr 1966 an zuzurechnen — das Revolver-Album stellt einen klaren künstlerischen Wendepunkt in deren Produktion vor, erklärt Sid Hille.

Die Musik ist das Tor des im deutschen Freiburg im Jahr 1961 geborenen Hille zu neuen Welten gewesen. Hille studierte 1987-1993 in Holland an der Utrecht School of Arts und arbeitete neben seinem Studium aktiv in multikulturellen Besetzungen mit.

In nordischen Gefilden machte sich der Musiker, Komponist und Band-Frontmann im Jahre 1994 heimisch. In Finnland hat Hille unter anderem die Gruppe Platypus Ensemble und das daraus erwachsene Sid Hille Orchestra gegründet. Das weitläufige kompositorische Schaffen erstreckt sich vom Jazz bis zur Kammermusik und von Musik für Kinder bis zu Orchesterwerken.

Für seine Verdienste ist Hille zum Beispiel beim internationalen Kompositionswettbewerb Scrivere in Jazz 2008 auf Sardinien ausgezeichnet worden.

Hille hat 1994-2002 auch als Jazzlektor des Konservatoriums von Zentral-Ostbottnien in Kokkola fungiert. Gegenwärtig unterrichtet er nebenher in der Lehranstalt für Jazz, Ebel, von Espoo.

Der Standort mit dem Panorama-Blickwinkel auf die Musik hat den Sinnen auch das Holistische der Ausdrucksform eröffnet. In den Werken Hilles stellt der Raum das wesentlichste von den Elementen dar — die Klänge funktionieren unzertrennlich im Verein mit der um sie herum sich verteilenden Klanglosigkeit, bzw. der Stille.

Außer auf das Klangbild setzt Hille ebenso auf die Präsenz der Musiker und auf intuitive Kommunikation.

- Es ist mir ein Anliegen, meine Musik dynamisch durchatmen zu lassen. Auf die Präsenz der Musiker kann ich mittelbar dergestalt Einfluß nehmen, daß ich mir die richtigen Musiker aussuche und daß ich ihnen etwas Interessantes zu spielen gebe.

Hilles Beziehung zu den Beatles leitet sich aus der Kindheit ab, als The Fabulous Four auch in Deutschland eine eindeutige Spur hinterließen.

- Ich war als Jugendlicher bestimmt der Welt größter Beatles-Fan. Ich wußte alles über die Band und ich kannte natürlich alle Stücke auswendig.

Die Jazz-Produktion fing jedoch erst gute drei Jahrzente später an, sich zu konkretisieren.

- Diese Adaptionen schrieb ich im Jahr 2000, nach der ersten Scheibe von Platypus Ensemble. Die Idee war, die ursprünglichen Kompositionen mit Würde und Liebe, aber möglichst kreativ zu behandeln — gleichsam wie wenn Lennon und McCartney Jazz-Musiker gewesen wären, wie sich die Stücke dann angehört hätten.


Sid Hille & Co: Tribute to the Beatles am 13.3.2010 um 19 Uhr im Burgtheater (Linnateatteri) von Turku. Weitere Informationen auf www.turkujazz.fi

8
Mrz
2010

Bären von Korkeasaari schlaftrunken erwacht - ein guter Winterschlaf will allerdings auch gelernt sein

Die Bären des Zoos von Korkeasaari in Helsinki sind mit dem Sonnenschein, der das Frühjahr ankündigt, erwacht. Noch etwas schläfrig ziehen die Bären im äußeren Gehege inmitten der Schneeverwehungen umher, heißt es aus Korkeasaari. Die Bären ziehen sich auch noch in ihren Bau auf ein Nickerchen zurück.

An sonnigen Tagen liegen die Bären draußen herum und fressen nach dem dreimonatigen Winterschlaf weiches Fleisch, Eingeweide und Obst. Die ins äußere Gehege geworfenen Elchenfüße haben bisher nur den Krähen getaugt.

Die zwei Bärinnen von Korkeasaari gingen Ende November in Winterschlaf. Bären hat es in Finnland auch in den zoologischen Gärten von Kitee, Ähtäri und Ranua.

Nicht immer ist den Bären nach Winterschlaf zumute. Die Bärin Milla vom Zoo in Ranua zum Beispiel hat den Winter über schlecht geschlafen. Die verwaiste Bärin hat nie von ihrem Muttertier gelernt, wie man sich in den Winterschlaf begibt. Milla ist den Winter über empfindlich leicht aufgewacht und zwischendurch in ihrem Bau herumgegangen.

1
Mrz
2010

Die im Endlichen zum Absturz verurteilte Turbo-Wirtschaft der überhitzten neoliberalistischen Neuzeit

Vielleicht sollte hier einmal auch kurz ein Gedanke eingebracht werden zu diesem überhitzten Wirtschaften unserer im Überlebenskampf so mutig koexistierenden Menschheit in diesen ätherischen, postmodern globalen Zeiten seichten Sinnes, in denen uns das Blut rauscht, in Form dieses einen sehr trefflichen Vergleichs, der da, ausgespochen von einem erfahrenen, staatlich bestallten Fachmann in Sachen Volkswirtschaft, die Dinge, wie sie, reell gesehen, wirklich liegen, in einer prägnanten Kürze umschreibt, die coram populo publico genau die richtige, da eine verständliche Sprache spricht, der meines Erachtens, da er zudem den Nagel auf den Kopf trifft, mehr als angebracht scheint:

Der Geschäftsführer des Forschungsinstituts des gewerblichen Lebens von Finnland Etla,
Sixten Korkman, schätzt, daß die Wirtschaftskrise gelehrt hat, nach einer stabileren Wirtschaftspolitik zu suchen. Jetzt würde verstanden, daß das Streben der Finanzmärkte nach maximaler Effektivität teilweise auf Kosten der Sicherheit geschehen ist. Er zieht als Vergleichsbild ein bekanntes Flugzeug heran.

"Niemals hat es auf der Welt ein so raffiniertes Verkehrsflugzeug gegeben, wie es die Concorde war. Es wird jedoch auf ihr nicht mehr geflogen, da sie so unsicher war, daß das Risiko eines Unfalls ein beträchtliches war. Bei den Finanzmärkten handelt es sich ein wenig um das Gleiche."

Am besten wäre es allerdings,
wie ich meine, wenn es der Menschheit gelänge, über alles Tauschdenken hinauszugelangen, und das ganze Geldwesen aus der Welt zu schaffen.

Damit scheinen die meisten Menschen von heute aber noch ein großes mathematisches Problem zu haben. Warum eigentlich, frage ich mich. Ist das denn so schwer zu kapieren?


Herzlich-willkommen-zur-allgemeinen-Abschaffung-des-verteufelten-Geldes

19
Feb
2010

Kaum abgeschlossen die Aufklärung der einen, stellt sich heutzutage bereits eine neue ähnliche Schreckenstat ein — warum und wieso denn nur um Himmels willen?!

Dieser Tage erst, zum Aschermittwoch, wurde in Finnland nun endlich der Ergebnisbericht des Ausschusses zur Aufklärung der genauen Umstände des Schulmassakers von Kauhojoki im Herbst 2008 der Öffentlichkeit vorgelegt, und damit nun erst genau einen Tag davor, als es nun bereits schon wieder irgendwo, diesmal in Deutschland in Ludwigshafen, ein erneutes Morden an einer Schule gab. Wobei diesmal ein Lehrer von einem 23-jährigen Amokläufer mit einem Messer angegriffen und getötet wurde, diesmal aber nun endlich einmal, zum ersten Mal in der traurigen Serie solcher Vorfälle in jüngster Zeit, der Täter lebend gestellt und in Haft genommen werden konnte, und somit öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden wird. Damit ist, neben der Genugtuung für die Hinterbliebenen des Opfers dadurch, daß das Verbrechen auf dem Rechtswege gesühnt werden kann, die kleine Chance gegeben, herauszufinden, was solche Wahnsinnstäter im Inneren zu ihrer schrecklichen Tat antreibt, und wie von außen her an den Schulen gegen das Aufkommen einer solch hochgradigen Perversion im Kopf eines einzelnen fehlgeleiteten Schülers entgegengearbeitet werden kann. Ein solch herber Entschluß, wie der, den Drang, wahllos Stellvertreter einer verhassten Gruppe zu töten, in die Tat umzusetzen, braut sich nicht über Nacht zusammen. Vielmehr geht dem ein langwieriger, schwieriger, komplexer, morbider Prozeß voraus, was eben auch aus dem jetzt in Finnland veröffentlichten Kauhajoki-Bericht spricht.

Darin heißt es unter anderem, daß der Todesschütze von Kauhajoki, der zum Tatzeitpunkt 22-jährige Matti Saari, wie aus persönlichen Notizen ersichtlich wird, sich ganze sechs Jahre mit dem Gedanken an die Durchführung der grauenvollen Tat getragen haben soll. Neben seinen auf YouTube eingestellten, gleich zu Anfang bekannt gewordenen Haß-Videos auf der Schießbahn, wurde jetzt noch bekannt, daß Matti Saari wenige Tage vor der Tat einzelnen Schülern gegenüber auch versteckte Andeutungen bezüglich des geplanten Massakers gemacht haben soll, deren wahre Bedeutung aber erst richtig verstanden wurde,
als alles leider schon zu spät war.

Außerdem war obendrein sogleich noch ein unveröffentlichtes Video aufgetaucht, was auch jetzt erst bekanntgegeben wurde, welches am Vorabend der Tat auf dem Schulhof aufgenommen wurde, in dem der junge Mann in die Kamera spricht, daß er "morgen hierher zurückkommen und einige Menschen töten" werde. Auch hatte er, nachdem er das Schießen endlich eingestellt hatte, noch kurz am Handy einen guten Freund von seiner soeben geschehenen Tat benachrichtigt und demselben mitgeteilt, daß er als nächstes nun sich selbst erschießen werde. Es ging ihm bei der Tat also auch um eine "Selbstverherrlichung als Held", derer er sich noch im allerletzten Augenblick seines zu Ende kommenden Lebens versichern wollte, derer er sich über den Tod hinaus in gewissen einschlägigen Internet-Kreisen ähnlich düster denkender Jugendlicher sicher sein konnte.

Überdies hätten drei Schüler einer Klasse, in deren Raum der Attentäter mit gezücktem Revolver eingedrungen war und zu schießen begonnen hatte, von denen es zweien gelungen war, sich so zu verstecken, daß sie aus dem Raum unbemerkt entwischen konnten, der dritte allerdings bei seinem Entschwinden angeschossen wurde, angegeben, daß der Schütze sich während der tragischen Handlung im Klassenzimmer hin- und herbewegte, und gezielt auf alles und jeden schoß, wo es eine Regung gab oder wo getuschelt wurde (wohl in der Annahme, damit "die Frechsten, die Vorlautesten, die schlimmsten Hänsler" in der Klasse zu richten).

In früheren Zeiten mußte man sich mit Aussagen wie: "früher hat es so etwas nicht gegeben", sehr in Acht nehmen, denn die Älteren konnten zum Schluß meistens immer nur bestätigen, daß es selbst damals, als sie selber jung waren, ebensolche schlimmen Sachen gab, wenn diese vielleicht auch in etwas anderem Gewande einherschritten als heute, und daß sie selber damals auch nicht gerade Engel waren. Aber zumindest von so sinnlosen Taten, wie von Massakern an Schulen, wie es sie heute gibt, ausgeführt von Schülern an Mitschülern und Lehrern und auf diese kaltblütige Art und Weise wie in den 2000ern nun in Serie geschehen, hatte man früher doch nie etwas zu hören bekommen. Das ist ein neues Giftbäumchen in unserem heimischen Garten, das eine hinterlistig tödliche Scheinfrucht trägt, und das deshalb konsequent ausgemacht und ausgejätet gehört. Nur: es ist dies eben ein getarnt heranwachsendes Gewächs, das sich von den anderen, den guten fruchttragenden Baumen äußerlich nicht abhebt.

Es dürfte daher wieder einmal Zeit sein für eine generelle Hinterfragung des gesamten Status quo in dieser unserer Menschengesellschaft. Stimmt etwa etwas nicht mehr mit der Art der Umsetzung unserer Erziehungsideale? Oder was ist da eigentlich los, wo liegt der Hund sonst noch begraben?

18
Feb
2010

Ehegatte und Schwiegervater stöberten in Indien ihre verlorengegangene Nepalesin auf — was aber genau passiert war, darf niemand wissen

Die Ende Januar in Indien verlustig gegangene Pranita Shrestha, 38, ist nach Finnland zurückgekehrt.

Ihr in der südwestfinnischen Stadt Espoo lebender Ehemann Ville Talonen sowie ihr Schwiegervater flogen vor gut einer Woche nach Indien, um nach der im Hauptbahnhof von Delhi spurlos verschwundenen Frau auf die Suche zu gehen.

"Sie wurde von ihrem finnischen Ehegatten und dessen Vater aufgefunden. Es kamen ihnen die Botschaftsvertretung Finnlands sowie etliche weitere Kreise zu Hilfe", hieß es in einer E-Mail Nahestehender Shresthas, die am Dienstag die Helsingin Sanomat empfangen hat. Die Familie wollte sich über die näheren Umstände nicht einlassen.

Die Vermißtmeldung sei letzte Woche aufgehoben worden, bestätigt auch Kriminalkommissar Juha Tompuri von der Polizei in Espoo.

Als die Frau zum letzten Mal mit ihrem Mann gesprochen hatte, hatte sie gesagt, der Zug nach West-Bengalen zu ihren Eltern hätte wegen starker Sichtbehinderung durch Nebel neun Stunden Verspätung.

Danach war Shresthas Mobiltelefon bekanntlicherweise am Freitag, den 22. Januar, noch kurzzeitig mal an gewesen.

"Zu den Einzelheiten des Vorfalls können wir sowohl auf die Bitte von Pranita hin, als auch aus dem Grunde, daß wir selbst die Details nicht kennen, nichts berichten," ist in der E-Mail weiter zu lesen.

In Finnland suchte man nach der Frau
über ein Blog und auch auf dem Gemeinschaftsdienste-Anbieter Facebook. In der Facebook-Gruppe hatten sich bis zum vergangenen Dienstag 2'420 Mitglieder zusammengefunden.

Von der Frau wurden auf indischen Internet-Seiten steckbriefliche Porträts veröffentlicht. Talonen bat selbst den finnischen Premier Matti Vanhanen um Hilfe, da derselbe zum Vorfallszeitpunkt eben in Indien zu Besuch weilte.

Die Erklärung dieses rätselhaften Falles, der die indische Gesellschaft wieder einmal mysteriöser erscheinen lassen will, als es sie in Wirklichkeit ist, dürfte wohl, ginge man der Sache auf den Grund, in Ursachen höchst privater Natur, die ausschließlich die betreffenden Parteien betreffen, zu suchen sein. Wie sollte man dies aber nun am besten all diesen vielen hilfswilligen, moralischen Facebook-Unterstützern verklickern?! Da ist es dann doch besser, einfach zu schweigen. Irgendwie werde ich bei der Geschichte das Gefühl nicht los, daß sich diese Frau nicht so ganz wohl fühlt in ihrer Haut, in Finnland.

16
Feb
2010

Immer häufiger auftretende Bedrohungen lassen in Malmö die Juden das Weite suchen — a.D. 2010

Der in Malmö in gesteigertem Maße anzutreffende Antisemitismus hat sich derart zugespitzt, daß einzelne Juden mittlerweile dazu übergehen, der Stadt im südlichen Schweden den Rücken zuzukehren und sie zu verlassen.

Laut Angaben der Polizei vom Landkreis Skåne hat die Anzahl der Verbrechen, die gegen Juden gerichtet sind, im letzten Jahr sich in dem Bezirk verdoppelt. Judenfeindlichkeit sei unter anderem in Form von Gewaltandrohungen und, an Schulen, in Form von Drangsalierereien in Erscheinung getreten. Der alte Judenfriedhof war Anfang letzten Jahres zur Zielscheibe von Brandbombenwerfern geraten.

Die allgemeine Lage hat dazu geführt, daß viele Juden es nicht wagen, auf offener Straße sich zu ihrem Glauben zu bekennen. Ebenso sind auch Sicherheitsmaßnahmen bei Glaubensdiensten verschärft worden.

Für Marcus Eilenberg, 32, zum Beispiel, ist der ausschlaggebende Faktor beim
Entschluß der Familie, aus Malmö wegzuziehen, der gewachsene Antisemitismus gewesen. Vor allen Dingen ist er besorgt um die Zukunft seiner kleinen Kinder.

Eine neue Heimstatt geht man sich allerdings nicht in schwedischen Gefilden suchen, sondern im Mai wird die Familie
in Richtung Israel aufbrechen. Der Mann hat den Glauben daran verloren, daß die Entwicklung vor Ort sich je wieder zum Besseren wenden würde.

- In Stockholm und in Göteberg ist die Situation jetzt etwas besser, künftig können sich jedoch in Schweden solche Probleme sehr wohl auch anderswo verbreiten, sagte Eilenberg dem finnischen Nachrichtenbüro STT gegenüber.


Ultra-orthodoxe-Juden-in-Israel
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

interessante Links an Stellen, wo keiner sie vermutet

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Musikalisches


Amy Martin
Day of Reckoning

Pekka Pohjola von der finnischen Jazz-Rock-Band Wigwam, verst. im Nov. 2008
Pressure

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