28
Okt
2009

Wenn Nachbarn sich durch Angler in der Nähe belästigt fühlen

Die ländliche Idylle in der finnischen Gemarkung Karuna nahe dem Städtchen Sauvo im Südwesten des Landes stört aufgrund einer fortgesetzten Anglerei dort ein ausgewachsener Anwohnerstreit auf. Auf dem aus einer Dammaufschüttung bestehenden, bereits seit Jahrzehnten von Dorfbewohnern zum Fischen genutzten Brückensteg neben dem Krämerladen beim Dorf Rantola droht es ganz still zu werden, da Besitzer von drei Immobilien in Nähe des Ufers eine Petition eingereicht haben, um dort ein ausschließliches Fischereiverbot zu erwirken.

Die Immobilieninhaber begründen ein Fischereiverbot auf der Auslegerbrücke in erster Linie damit, daß sie sich in ihrem häuslichen Frieden belästigt fühlten. Die Bittsteller berichten, daß die Fischer, außer daß sie die Umgebung mit Unrat verschandelten, unter anderem auch Lärm machten und gefährliche Situationen aufkommen ließen, indem sie die Angelleinen durch die Lüfte schnallen lassen.

Ilkka Raita, der als erster die Bitte um ein Fischereiverbot einreichte, kaufte vor ungefähr drei Jahren zusammen mit seiner Frau die in unmittelbarer Nähe zu der Naturpratschenbrücke gelegene Wohnimmobilie. Laut Raita ging es mit den Problemen los, als die Familie beschlossen hatte, sich häuslich einzurichten und selber das in Privatbesitz überstellte Ufer zu nutzen.

- Durch die Anglerei auf dem Brückendamm fühlten wir uns zu sehr in unserer Privatsphäre gestört, da diese unseren häuslichen Frieden einer zu argen Belastung aussetzte. Es stellte sich heraus, daß auch andere darunter litten.

Raita rechnet vor, daß allein dieses Jahr auf dem aufgeschütteten Stegarm an die 1'400 Angler eingetroffen wären, was seiner Darstellung zufolge noch wesentlich weniger sei als in den vorausgegangenen paar Jahren. Schlimmstenfalls seien auf der Böschung an einem Tag gar 50 Angler anzutreffen, mit einem Fuhrpark bestehend aus 15 Autos.

- Einige von denen verbleiben dort von morgens früh um sechs bis Mitternacht. Ich bin im Besitz von Fotos, mittels denen ich die Zahl derer, die den Ort aufsuchen, nachweisen kann.

Raita listet die von den Anglern verursachten Probleme auf. Man könne sich an den eigenen Gestaden nicht normal aufhalten oder schwimmen gehen, und insbesondere an den Wochenenden würde auf der Uferböschung in einem Maße Alkohol getrunken, so daß das Gegröle zwischendurch bis spät in die Nacht hinein nicht abreiße.

Ein Teil der Besucher ließe auch Abfall in der Landschaft zurück und benutzte auch die Uferimmobilien als öffentliche Toilette.

- Sie wollen den Aufruf zum Verschwinden einfach nicht verstehen. Mir ist gar damit gedroht worden, mich im Wasser baden gehen zu lassen und mich zu ertränken. Wir mußten heuer schon fünf-, sechsmal Polizisten vorfahren lassen.

Raita sagt, er verstehe ja, daß man einen seit langem gewohnheitsmäßig aufgesuchten, guten Platz zum Angeln nicht aufgeben möchte.

- Jetzt ist das Ufer jedoch in private Nutzung übergegangen, sodaß sich die Leute etwas anderes einfallen lassen sollten, als wie an anderer Leute Ufern angeln zu gehen.

Die Hobbyfischer Jukka Sireeni und Jari Palokankare kommen einige Male im Jahr zur besagten Stelle. Sie geben zu, daß die Aggressivität des einen Uferanliegers sie bedrücke, und daß sie deshalb lieber zuhause blieben.

Nach Anschauung der beiden Männer stellten die Angler eine friedfertige Clique. Bei zuviel Krawall würden doch die Fische ausbleiben, weshalb man lieber still dasäße. Im Sommer würde man, legt man eine Pause ein, beim Dorfkrämer in der Sommercafeteria vorbeischauen, um einen Imbiß zu sich zu nehmen.

- Wir werden hier fotografiert, man schreibt sich unsere Autonummern auf und ermittelt anhand derer unsere Personalien. Wir haben nichts Verkehrtes gemacht, sagt Sireeni.

- Selbstverständlich sollten die Leute unbehindert ihrem Angelhobby nachgehen dürfen, wozu nach dem Gewohnheitsrecht ein jeder berechtigt ist. Falls man dies auf diesem Steg nicht darf, dann darf man es binnen Kürze auch auf einem anderen nicht. Bald würde man dann nirgends mehr ohne eigenem Boot fischen gehen können, sagt Sireeni.

Nach einer Erfahrung, die Jari Palokankare einmal machen mußte, würde zuweilen sogar versucht, die Angler als Intriganten hinzustellen.

- Einmal waren wir mit der Zugleine am Fischen, als der Landbesitzer zum Schwimmen ins Wasser sprang und dabei schrie, warum wir denn jetzt nicht unsere Angelschnuren auswerfen würden, jetzt wo er beim Schwimmen sei. Die Gattin stand mit der Kamera bereit, und luchste darauf, zu fotografieren, was passieren würde. Allein der gesunde Menschenverstand sagt einem doch schon, daß man dann nicht die Angelschnur auswirft, wenn jemand im Wasser schwimmt.

Der frühere Dorfkrämer von Karuna Jorma Landén besitzt neben dem Dammsteg einen größeren Anlegesteg für Boote. Er sagt, daß er Leute, die sich dort zum Angeln aufbauen, in Ruhe läßt, und daß er beabsichtigt, dies auch weiterhin so zu halten.

- Es sollten noch mehr von denen hierher kommen, um das Dorf zu beleben. Eine solche Beschwerde, wie die hier nun vorliegende, paßt nicht in mein Bild vom Leben.

Der seit zwanzig Jahren in der Gemeinde lebende Jouko Saarela erzählt, daß er hin und wieder mit seinen Enkelkindern zum Angeln auf den Böschungssteg komme.

- Auch auf uns ist man zugegangen und hat herumgeschrien und gesagt, daß zuvor schon einmal die Polizei herbeigerufen worden wäre. Erkläre das mal kleinen Kindern.

Die Betreiber des Verbots wollen allerdings in ihrem Kampf nicht nachgeben, denn das Anrecht auf häuslichen Frieden und auf eine Privatsphäre seien ein durch Finnlands Grundgesetz verbrieftes Grundrecht und nach ihrem Dafürhalten von daher auch höher einzuschätzen als das allgemeine Anrecht aufs Fischen.

- Wir tragen uns mit der Absicht, dieses bis zum Schluß durchzuziehen. Wir wollen für den Abschnitt des ganzen Dammstegs ein absolutes Fischereiverbot.

Auch das Angeln mit Würmern will Ilkka Raita auf dem Steg nicht zulassen, da seiner Erfahrung gemäß ein Großteil der Angler im Kofferraum ihrer Autos Laufangeln und Kunstköder mitführten.

25
Okt
2009

Worauf eine Nation stolz sein darf — zwei Brüder aus Naantali retteten auf ihrer Urlaubsreise einen Ertrinkenden

In der Familie Valo aus dem finnischen Naantali hatte man wohl nicht geglaubt, daß, wenn sie aus ihrer Spanienurlaubsreise wieder heimkehren, zwei Helden von Kindern sich unter ihnen befinden sollten. Ein einwöchiger Urlaubsaufenthalt auf einem unter Touristen beliebten Platz in Sitges machte aus beiden Brüdern, dem 10-jährigen Hannu und dem 12-jährigen Heikki Valo, waschechte Lebensretter.

- Es ist schon recht verwunderlich. Selbst Schulkameraden wollten diese Geschichte nicht richtig glauben, schmunzelt Hannu Valo.

Die Geschichte nahm am Dienstag der letzten Woche ihren Anfang, als die Familie am Meeresstrand einen Urlaubstag verbrachte. Die Eltern räkelten sich in der Sonne und die beiden Brüder plantschten mit ihrer Luftmatratze im Meer herum. Trotzdem der Wind nur mäßig blies, herrschte hoher Wellengang.

- Stand man nur bis an seine Knie im Wasser, so zogen die Wellen sogar einem Erwachsenen schon den Boden unter den Füßen weg, beschreibt der Vater der Jungens, Timo Valo, die Kraft des Meeres.

Wegen der Wellen wollte das Spielen mit der Luftmatratze direkt in Ufernähe nicht so richtig hinhauen. So erlaubten es denn die Eltern ihren Zöglingen, mit ihren Matratzen vom Ufersaum weg etwas weiter hinauszupaddeln, wo die Wellen das Spiel im Wasser nicht durchkreuzen, indem sie die kleinen Schwimmer auf den Sandboden knallen.

- Plötzlich geriet meine Frau in Sorge, da die Buben so weit draußen waren, vielleicht ungefähr 50 Meter von der Uferlinie entfernt, sagt Timo Valo.

- Ich hörte, wie zwei Männer weiter draußen "help, help" riefen. Daraufhin plantschten wir flugs mit unserer Matratze neben die Männer und ich fragte sie, ob sie Hilfe bräuchten, erklärt Hannu Valo.

- Yes, yes, antworteten die Männer.

Die Matte kam auch dem zweiten Schwimmer zur Hilfe

Die zwei kleinen Brüder handelten entschlossen. Sie schnappten sich den älteren der um Hilfe gerufenen Männer auf ihre Luftmatratze, machten kehrt und strampelten in Richtung Ufer los. Gleichzeitig kam ein in der Nähe geschwommener, einheimischer junger Mann zu Hilfe und schleppte den zweiten Hilfsbedürftigen mit sich mit.

- Das waren richtig gewaltige Wellen, sagt Heikki Valo.

Das unberechenbare Verhalten der Meeresströmungen drohte, das Trio, das mit ihren Oberkörpern auf der Luftmatratze sich über Wasser hielt, immer weiter vom Ufer weg ins Meer hinauszutreiben.

- Fürchterlich, mit ansehen zu müssen, wie auf einmal eine große Welle sie alle ins Wasser schleuderte. Zum Glück ist ihnen die Matte nicht ganz abgehauen, wo die Jungen doch so ziemlich mit ihrer äußersten Kraft am Kämpfen waren und die Wellen langsam den kleinen Kerlen über den Kopf wuchsen, analysiert der Vater die Lage.

- Ich fühlte mich am Strand recht hilflos, denn meine Schwimmkünste hätten es mit solchen Wellen nicht mehr aufnehmen können.

Die Luftmatratze der Jungen rettete wahrscheinlich auch das Leben des zweiten in Not geratenen Mannes.

- Nachdem wir den einen Mann ans Ufer befördert hatten, blieb der am Ufer zurück und rang erleichert um Luft, berichtet Hannu Valo.

- Ein zu Hilfe gekommener Einheimischer holte dann mit unserer Luftmatratze auch den noch im Wasser verbliebenen Mann an Land.

Die Eltern sind aus gutem Grunde stolz auf ihre Söhne. Über eines wundern sie sich allerdings, und zwar, warum an dem Strand keine Schwimmwacht zu sehen war und auch nichts da war, womit man in Not geratene Schwimmer hätte bergen können.

- Eigenartig war auch, daß die geretteten Männer keinerlei Anstalten machten, sich den Jungen gegenüber erkenntlich zu zeigen. Vielleicht befanden sie sich in einem derartigen Schockzustand, sagt Timo Valo.

- Ein paar Tage später trafen die Buben sie freilich noch einmal am Strand, und die Männer sagten auch etwas zu ihnen. Kann natürlich sein, daß deren Fähigkeiten, sich zu artikulieren, gerade dazu ausreichen, um jemanden um Hilfe anzuhalten.

24
Okt
2009

BBC hielt in Bildern fest, wie in Lappland ein Steinadler sich ein Rentier reißt

Einem Filmteam der BBC ist es geglückt, aufzuzeichnen, wie sich in Lappland ein Steinadler ein Rentier greift. In einem Video, das im Netz auf den Seiten der BBC eingestellt ist [»], fällt ein Adler einem Rentierkalb, das in der Tundra einen Abhang hinabrennt, in den Rumpf. Das Team hat sich in Lappland zur Aufnahme einer Dokumentationsserie mit dem Titel 'Life' aufgehalten.

Der Zugriff des Adlers wird jedoch wegen der schlechten Bildqualität im eigentlichen Programm nicht zu sehen sein. Der Ausschnitt wurde aus einer Entfernung von ungefähr 1½ Kilometern mitgeschnitten.

Mit von der Partie, um das Ereignis zu bezeugen, war auch der finnische Forscher Harri Norberg. Der berichtete dem finnischen Nachrichtenbüro STT, daß die Aufzeichnung im Juli bei Käsivarsi in der Tundra von Ridnicohkka in einer Höhe von eintausend Metern gemacht wurde.

- Wiederholt stürzte der Adler auf eine Rentierherde herab. Zum Schluß gelang es ihm, ein kleineres Kalb zu erlegen, dessen junges Muttertier nicht in der Lage gewesen war, seinen Sprößling in Schutz zu nehmen. Der Beutezug des Adlers dauerte insgesamt zwanzig Minuten an, berichtete er.

Allgemein ist bekannt, daß Adler reichlich junge Rentiere reißen, doch in Bildern war dies bisher noch nie festgehalten worden. In Finnland werden, um den Adlerbestand zu schützen, Rentierhalter für Rentiere entschädigt, die sich Adler geholt haben.

23
Okt
2009

Die Möglichkeiten einer auf komplexe Ursachenforschung abzielenden wissenschaftlichen Erkenntnistheorie werden leider immer noch völlig verkannt

Die Welt der Wissenschaft, das suggeriert schon ihr Name, weiß sehr viel zu berichten über unsere Welt, in der wir leben, und weiß sie weitgehend auch zu erklären. Höchstkonsequent ist präzise deren erworbenem Sachverstand, deren Umtriebigkeit und deren im Praktischen umgesetzten Wissensinhalten die grenzenlose kulturelle Entwicklung des Menschengeschlechts zu verdanken, die uns über die vor uns hinwegmarschierten Zeitläufte hinaus dahin gebracht hat, wo wir Heutigen mit all unseren das Leben erträglicher machenden Dingen zu stehen gekommen sind. Und doch tappt diese Wissenschaft nach wie vor bei mithin wichtigsten Fragen, also solchen, die alle Menschen von Haus aus bewegen und deren Auflösung uns am brennendsten interessierte — "Stimmt die vorgekaute Evolutionstheorie denn tatsächlich, oder wie sind die geschauten einzelnen Arten des Lebens eigentlich genau in der Natur erstmals ausgeboren worden?" oder "Wie genau funktioniert die kosmische Geist-Zentrale, mittels der die einzelnen Hirne im Menschen ticken und sich untereinander austauschen?" — und in etlichen derer mehr völlig im Dunkeln.

Nicht allen Geheimnissen der mit pulsierendem Leben erfüllten Welt kann man eben mit auch noch so feinen Spektrometern, mit noch so sensibilisierten Archäologenspaten, mit noch so zellkernscharfen Teilchensichtgeräten oder mathematisch noch so schlau vorausrechnenden Sternguckerröhren beikommen.

Doch selbst die letzten großen Rätsel des Seins könnten sehr wohl näher offengelegt werden, könnte sich die hehre Wissenschaft nur zu der Erkenntnis durchringen, daß dank der Einheit des Alls — alles Sein im All geht auf einen Urgrund zurück — auch logisch analoge Schlüsse querfeldein zulässig wären, im Stile von "Da der menschliche Geist im großen wie dessen Ableger im kleinen funktionieren muß - wo hat demnach die SIM-Karte im menschlichen Geist, der ja mit einem Handytelefon, welches er, zwar unbewußt, in seinem Ebenbild hervorgebracht hat, wenn auch übergeordnet, vom Prinzig des Funktionierens her wesensgleich sein muß, wo das Memory-Chip des Phone in den Sphären des Geists seinen Sitz, wenn das Handy-Laufwerk in diesem erstklassigen, zwingenden Vergleich das menschliche Hirn vorstellt?" Und Fragen derer mehr, die auf diese Weise endlich die Möglichkeit einer prinzipiellen Klärung erhielten. Hätte sich diese Erweiterung der Erkenntnisfähigkeit auf dem wissenschaftlichen Sektor durch die Annahme der Lehre von der universellen Analogie aller vergleichbaren Dinge im Kosmos als beweiskraftszulässig allgemein durchgesetzt, könnten selbst die staatlich einkassierten und brotlos gewordenen tibetanischen Mönche sich als allseits geschätzte wissenschaftliche Assistenten zu einem Exportschlager entwickeln, und sich der Welt und auch sich selbst wieder voll nützlich werden. Und durch die hohe Meditationskunst, in der sie geschult und geübt sind, ihrerseits der Wissenschaft Schwung verleihen.

Freilich dürfte diese sehr befruchtende methodische Fundamentalausweitung der wissenschaftlichen Erkenntnislehre weiterhin die unter den Theoretikern beobachtete Streitbarkeit, die an und für sich ja als ein Positivum, als eine Komponente, die justament mit dem Moment ihrer Entschiedenheit das Forschertum als solches vorantreibt, zu betrachten sein sollte, weiterhin nicht nur fördern, sondern diese erst immens anwachsen lassen, da rein auf die Analogie im Kosmos abstellende, erlaubte wissenschaftliche Schlußfolgerungen, noch dazu wenn angefeuert durch die Beflügelung durch spiritistisch forschende Methodiker, in vielen Detailfragen endlosen Spekulationen Tür und Tor öffnen dürften.

Doch genau hier an dieser Stelle müßte nun eine ebenso neue Erkenntnis in der Welt der Wissenschaft durchschlagen:

Oftmals schlagen die sich bekämpfenden Vertreter formal miteinander im Clinch liegender Theorien ganz umsonst in ihrem Gelehrtenstreit darüber, wer von allen Kandidaten denn zum Schluß rechtbehalten wird, sich gegenseitig die Köpfe ein. Wobei sie genau durch diese vielfach vom Wesentlichen der Forschungsarbeit ablenkende Fixiertheit auf einen egomanischen Dogmatismus sich obendrein noch eher gegenseitig in ihrem weiteren Schaffen behinderlich sind, anstatt daß sie sich gegenseitig darin bestärkten und befruchteten. Aber wie denn auch könnten die Dinge anders liegen, wenn man sich in unversöhnlichem Zwist inmitten miteinander streitender Theorien wähnt, und nicht die höhere, alle Gegensätze überbrückende Verständigungsebene sieht, auf der man zueinander finden könnte? Und nicht nur zueinander finden, sondern wo man sich ergänzen, und, sogar mehr als nur das, dadurch zur Auflösung komplexer Probleme von Weltgewicht beitragen würde, solcher, die sich erst bei ganzheitlicher Betrachtung aufhellen, wenn diese wie ein Puzzle-Spiel angegangen werden, und Vertreter unterschiedlicher Denkschulen erkennen, daß sie sich ganz und gar nicht gegenseitig ausschließen, sondern daß sie alle gleichzeitig bis zu einem gewissen Grade - und darüber hinaus - mit ihrer jeweiligen These bezüglich einer wissenschaftlichen Ursächlichkeitsfrage Recht haben.

Oft läßt sich nämlich eine geballt auftretende Auswirkung auf Vorgänge der Natur nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen, sondern gerade auf eine ganze Kette von Ursachen, die erst im Verein miteinander in der Multiplikation ihrer einzelnen Glieder zur zu erklärenden Auswirkung geführt haben — und wenn auch einzelne verblendete Wissenschaftler dümmlicherweise auf die anderen mit dem Finger zeigen und nichts von der Komplexität der Dinge verstehen wollen.

Wenn eine Windhose, die sich über dem umliegenden Land formiert hat, sich in Ihrer Wohnstraße verfängt und dieselbige hinabfegt, müßen logischerweise etliche meteorologische sowie topologische Faktoren zusammengekommen sein. Wenn aber eine Windhose sich nun genau über Ihrem Kopf verfängt und ein paar Dutzend Schritte weit - physikalisch alles denkbar - Ihr Köpfchen wie mit einem Kränzchen umfangend, mit Ihnen mitwandert, dann muß schon sehr viel zusammengekommen sein. Um ein solches höchst seltenes Ereignis zu erklären, reichte bestimmt nicht mehr eine einzige Erklärung aus. Ganz ähnlich verhält es sich aber auch zum Beispiel, was den Grund - oder besser: die Gründe - des Aussterbens der Dinosaurier betrifft. Nicht ein einzelner Wissenschaftler, der mit einer besonderen oder einer neuen Theorie darüber hervorgetreten ist, hat die Wahrheit für sich alleine gepachtet, sondern alle miteinander, sofern einer eine wirklich sinnmachende und nachzuvollziehende Theorie vertritt, haben sie Recht. Und zwar in dem Sinne, daß eine jede vermeintliche Ursache, für sich alleine genommen, nie dazu ausgereicht hätte, die entsprechende ganzheitliche mächtige Auswirkung auf die Natur, also das Aussterben der Saurier, gezeitigt haben könnte, sondern erst im Verbund der verschiedenen vorgestellten Ursachen miteinander.

Denn ein jegliches Geschehen im Kosmos, gleich wie großartig oder niedlich es ist, stellt ein komplexes Geschehen dar.

Auch die Wissenschaft täte sehr gut daran, sich diese Erkenntnis besser zunutze zu machen, wie ich meine.


Die-Wissenschaft-sollte-noch-viel-komplexer-denken

22
Okt
2009

Und der Volksmut will sich nicht abkühlen - das fremde Zünglein in der Sprachen-Glocke der Finnen hat dreizehn geschlagen

Die auferzwungene Bilingualität Finnlands, die im Zuge der kommenden Kostenpflichtigkeit des nationalen Senders Yle sich für jeden Finnen noch viel teurer als bisher (zweisprachige Straßenbeschilderung usw.) ausnehmen wird, wird, wie vor kurzem bereits in meinem Beitrag 'Junge Basisfinnen fordern das einsprachige Finnland - was sagt Volkes Stimme dazu?' herausgestellt, von immer mehr Finnen als ein lästiges Überbleibsel aus der Vergangenheit und als ein Luxus betrachtet, den es in diesen Zeiten wirtschaftlicher Nöte endlich abzustellen gilt. Im Anschluß an die Leserkommentare im ersten Artikel zu diesem so pressanten Thema, das die Gemüter allenthalben in Finnland so arg zu erhitzen scheint, im nachfolgenden nun ein weiterer, noch tieferer Griff in das Füllhorn der aufgebrachten Stimme des Volkes. Ich nehme den Faden der nicht abreißen wollenden, am 12.10. gestarteten Diskussion an derzeit aktueller Stelle auf:

Es lohnt sich jedoch, ein paar Sachen zu berücksichtigen

"TT" geht am 20.10.2009 um 17.45 Uhr auf einen Kommentar von "HinterbänklerWildenterich" vom 19.10. ein:

[HinterbänklerWildenterichs Kommentar vom 19.10 um 22.35 Uhr:

Ahtisaari hatte recht gehabt

Ahtisaari ließ im übrigen, was dieses hier angeht, vor kurzem seinen eigenen Standpunkt bezüglich Finnland wissen: "Finnland ist ein einsprachiges Land." Er fährt fort: "Wenngleich Finnland formal noch immer ein zweisprachiges Land ist, haben wir meiner Meinung nach in der Praxis bereits die Zweisprachigkeit aufgegeben." Er hat völlig recht, und ich muß mich wundern, warum wir mit aller Gewalt durch eine künstliche Beatmung diese Zweisprachigkeit, wenn sie schon am Dahinsiechen ist, am Leben erhalten wollen. Wir opfern dafür wertvolle und teure Lehrstunden für die Jungen auf, wir geben im Jahr Dutzende, wenn nicht Hunderte von Millionen dafür aus, nur um festzustellen, daß Finnland kein zweisprachiges Land ist.]

Es lohnt sich zunächst einmal, anzumerken, daß der Beschluß in den eigenen Reihen der Jungen Basisfinnen keineswegs ein einstimmiger gewesen ist. Es war auch dort nur gelungen, den Beschluß durchzuboxen, da dessen alternativer, weitaus realistischerer Entwurf auf der Versammlung, auf der die öffentliche Erklärung angenommen wurde, wegpolitisiert worden war.

In der Praxis sieht's doch so aus, daß die Jungen Basisfinnen ihre auch sonst schon verschwindend geringen Chancen, von den hinteren Bänken der Stadt- oder Gemeindeverordneten in den wirklichen Kern der Beschlußfassung vorzustoßen, sich nur erschweren. Der Partei dürfte es wie der früheren SMP ergehen - wiewohl es auf der gegenwärtigen Führungsebene der Partei keinen einzigen Staatsmann im Rang eines Veikko Vennamo gibt.

Tatsache ist, daß in der Geschichte, in der derzeitigen Administration, sowie im Geschäftsleben beiden Sprachen eine besondere Rolle zukommt. Falls jedoch ein Wunder passieren sollte, und das Land zu einem rein finnischsprachigen erklärt wird, bedeutete dies nicht, daß der Bedarf für Schwedischkenntnisse aus dem Land verschwinden würde. Im Gegenteil - solche Leute, die Schwedisch zuhause oder auf irgendeine Weise außerhalb der Schule erlernt haben, würden weiterhin auf dem Arbeitsmarkt und in der Administration ungefähr die gleiche privilegierte Stellung einnehmen wie im 19. Jahrhundert.

Außerdem, falls die Jungen Basisfinnen ihren Willen durchsetzen könnten, so würde der parlamentarische Verfassungsausschuß die Gesetzesveränderung für grob dem Grundgesetz Finnlands zuwiderlaufend erklären, und obendrein würden die EU-Gerichtshöfe und die Rechtssachverständigen den Beschluß platttreten, als einen, der nicht mit dem Regelwerk der EU und mit dem bald in Kraft tretenden Lissaboner Vertrag in Einklang gebracht werden kann.

Außerdem würde Finnland dazu verpflichtet werden, Menschen, die unter den Konsequenzen des Gesetzes geleidet hätten, beträchtliche Schadensersatzleistungen zu zahlen, falls und wenn jemand die Sache an den EU-Gerichtshof herantrüge - wie zum Beispiel jemand, bei dessen Krankenhaustherapie ein Fehler unterlaufen ist.

Auch der politische Preis, der dafür zu bezahlen wäre, fiele seinerseits auch nicht gerade kleiner aus - im Gegenteil. Finnland würde zusammen mit der für ihre fragwürdige Minderheitenpolitik bekannten Slowakei in die Gruppe "unter ferner liefen" der EU-Länder absteigen und zudem würde das Land wahrscheinlich aus jeglicher Kooperation skandinavischer Länder ausgeschlossen werden.


Wie war das bitte schön?

"Ein sich Wundernder" antwortete um 19.37 auf den Kommentar von "TT"

Die Forderung der Gymnasiasten nach einer freien Wahl der zu belegenden Fremdsprache, hatte dieses Ergebnis bei 173-1 nicht etwa ganz danach ausgesehen, als hätte es seinerseits den Beschluß durchgeboxt?!

Machen Sie den Leuten keine Angst, TT

"HinterbänklerWildenterich" nimmt um 20.57 Uhr Stellung zum Kommentar von "TT"

Also jetzt verstehe ich! TT sehnt sich ins 19. Jahrhundert zurück, wo noch allen Ernstes von einem Groß-Schweden geträumt wurde. Das sind jetzt allerdings nur einige wenigen Aktivisten, die so denken.

Erklären Sie uns nichts zum Grundgesetz, dieses kann leicht, wie sich in letzter Zeit gezeigt hat, nachgebessert werden. Und die Zweisprachigkeit oder das Zwangsschwedische der Schulen ist nirgendwo im Grundgesetz festgeschrieben.

Die Angstmacherei scheint den Svekophilen im Blut zu liegen. Wird nicht die Russen-Karte oder die Nazi-Karte gezückt, so dann eine Slowenien-Karte als etwas Neuem :)

Erzählen Sie doch mal von dieser Kooperation skandinavischer Länder. Finnland ist von da doch schon wegen der finnischen Sprache ausgeschlossen.


Schweden ist Schweden und Finnland ist Finnland

"Streitaxt" befaßt sich um 21.46 Uhr mit einem Kommentar von "Luchs"

[Luchs hatte am 18.10 um 00.54 Uhr folgendermaßen den Artikel kommentiert:

So ist es in Schweden

In Schweden lebt derzeit eine finnischsprachige Sprachenminderheit von ungefähr 440'000 Personen. Der Anteil der Finnischsprachigen an der Gesamtbevölkerung des Landes ist ziemlich die selbe Größenklasse wie der Anteil der Schwedischsprachigen in Finnland (Einwohnerzahl Schwedens: 9,2 Millionen). Kaum jemand an Schwedens Schulen hat das Erlernen des Finnischen als einem obligatorischen Lehrfach in Aussicht gestellt. Auf der Online-Seite der schwedischen Zeitung SVT war am 17.10.2009 zu lesen (Seite 108): Die Volkspartei (Folkpartiet) wünscht sich eine umfangreiche Erweiterung des Fremdsprachenunterrichts an Schwedens Schulen. Alle Schüler werden von der ersten Klasse ab Englisch lernen. Die chinesiche Sprache würde in den Reigen der als Wahlfach unterrichteten Sprachen hinzugenommen werden. So geht man in Schweden vor. Bei uns zerbrechen sich noch Leute darüber den Kopf, ob das Schwedische Pflichtfach sein sollte.]

Lieber Luchs,

wie kann es nur so schwer sein, zu begreifen, daß die in Schweden lebenden Finnischsprachigen Zugewanderte sind, und daß die in Finnland lebenden Finnlandschwedischen zur ursprünglichen Landesbevölkerung dazuzurechnen sind, wenn sie auch eine Minderheit vorstellen.

Das Schwedische der Finnlandschwedischen ist nicht die Sprache Schwedens, sondern Finnlands zweite offizielle Sprache. Schluß, Punkt, Amen.

. . . . .


Von wegen Schluß, Punkt, Amen

"HinterbänklerWildenterich" antwortet um 22.21 auf den Kommentar von "Streitaxt"

Finnen und Finnischsprachige haben seit unerdenklichen Zeiten in Schweden gelebt. Das nördliche Schweden war ursprünglich ganz und gar finnischsprachig. Finnischsprachige lebten auch in den mittleren Landstrichen Schwedens, bis die Schweden sie von dort vertrieben. Per Königserlass war der Finne ein Freiwild, falls er nicht bereit war, seine Nutzungsrechte abzugeben, von denen geglaubt wurde, daß sie automatisch in deren Händen lägen.

Die Schwedischsprachigen haben erst ungefähr 1'000 Jahre lang Finnlands schmalen Meeresuferstreifen besiedelt. Wer von den beiden ist hier nun ein Zugewanderter?

In Schweden gibt es laut einer Studie (es werden dort keine Statistiken zu den Sprachen geduldet) 470'000 Menschen, die des Finnischen mächtig sind und die Anzahl wächst um weitere 20'000, wenn man diejenigen dazurechnet, die ein eigenwilliges Finnisch sprechen. Deren eigenwilliges Finnisch gehört zu den Dialekten des Finnischen, und stellt keine eigene Sprache dar.

Für Finnland würde es sich bezahlt machen, nach Art und Weise der Schweden eine Hauptsprache festzulegen und den Minderheiten Schutz zu gewähren.


Auch ich muß mich wundern

"Ein sich Wundernder" antwortet am 21.10. um 08.40 auf eine Replik auf seinen vorherigen Kommentar

Du dürftest um hundert Jahre der Zeit hinterherhinken. Tatsächlich muß man beim Abi keine schriftliche Prüfung im ZWANGSschwedischen ablegen, doch muß man seine ganze Schulzeit, sogar noch an der Universität, das Fach belegt haben, damit für dieses "bättre folk [bessere Volk]" Dienstpersonal auf die Bahn gebracht wird. Da gibt es ganz klar noch sehr viel zu tun, um diese Methodik, gleich der des ehemaligen Südafrika, wie die Hauptbevölkerung des Landes behandelt wird, abzustellen.

Jawohl, Schluß, Punkt!

"Marja Leena Lempinen" wischt um 9.12 Uhr dem Kommentar von "Streitaxt" eins aus

Ihnen scheint es sich nicht zu eröffnen, daß diese Ihre "ursprüngliche Bevölkerung" auf 4,8 Prozent zusammengeschrumpft ist. Unter diesen Umständen macht es keinen Sinn, an dieser Sprache als einer zweiten Amtssprache festzuhalten. Man sollte sie schleunigst auf den Platz einer Minderheitensprache verweisen. Denn eine solche ist sie doch, oder könnten Sie etwas anderes behaupten?

Mögen die in Schweden lebenden Finnen Ihrer Meinung nach Zugewanderte oder was immer sonst sein, eines ist sicher. Sie stellen allein schon wegen ihrer Größenordnung eine beachtliche Sprachenminderheit.

Meinten Sie vielleicht zu sagen, daß die Finnlandschwedischen "bessere Leute" sind als die nach Schweden ausgewanderten Finnen?

Das wären Gedanken eines Landesverräters!


Was versteht Ihr Elendigen von Finnland

"Markku Rantala" bezieht sich um 19.30 Uhr auf den allerersten Kommentar des Thread von "Fjalar Finnugor" vom 12.10.

Nur eine nichtsnutzige Truppe kann die Einsprachigkeit vorschlagen. Wie, bitte schön, gedenkt Ihr denn mit der restlichen Welt auszukommen? Man muß sich ja direkt wieder schämen, ein Finne zu sein, wenn man derartige Geschichten liest. Schämt Euch! Die Keulenhiebe, mit denen Ihr um der Aufmerksamkeit willen um Euch schlägt, tun weh.

Guter Markku Rantala

"Lassi Suomalainen" antwortet um 20.34 auf den Kommentar von "Markku Rantala"

Wo Sie sich schon mal schämen, ein Finne zu sein, wandern Sie doch nach Schweden oder nach Rußland aus. Oder sonst wohin. Wir Finnen werden hier bleiben und wir sind stolz darauf, Finne zu sein. Ich bin einer Meinung mit Lempinen: Mittels einer Volksabstimmung könnte die Angelegenheit mit einem Schlag geklärt werden. Es wäre wohl niemand gegen eine Abstimmung.

Die restliche Welt setzt sich aus einsprachigen Ländern zusammen

"Marja Leena Lempinen" hält nochmals um 20.52 Uhr "Markku Rantala" ihre Meinung entgegen

Schauen Sie doch, werter Markku Rantala, eine Nasenlänge weiter in die Welt hinaus. Blicken Sie nur mal um sich selbst herum. Fangen Sie mit Schweden an und touren Sie um die Ostsee. Was für Länder bekommen Sie zu sehen?

Alle sind sie einsprachig, ein jedes einzelne von denen. Schämen Sie sich denn nicht wegen dieser Zweisprachigkeit, zumal die zweite Sprache ein altes, umgangssprachliches Schwedisch ist, das selbst von den Schweden belächelt wird, und das lediglich eine kleine Minderheit von 4,8 Prozent spricht.

21
Okt
2009

Die Katzen von der Hohen Insel bekommen ein Mahl mit City-Kanickeln serviert

Die Katzentiere des Zoos von Helsinki auf der Hohen Insel erhalten heute erstmals eine Wildkaninchenmahlzeit. Die Kanickel werden in den öffentlichen Grünanlagen von Helsinki mit Fallen eingefangen.

Zu Beginn werden die Citykanickel den asiatischen Löwen, den Schneeleoparden und den Luchsen gereicht, es wird jedoch aus der Hohen Insel [Korkeasaari] bekanntgegeben, daß das Kanickel nahezu allen Raubtieren mundet, angefangen vom Lämmergeier bis zum Vielfraß. Zukünftig werden die Kanickel nebenher mit dem anderen Futter serviert, nicht als gesonderte Mahlzeit.

Erlegte Kaninchen sollen tiefgekühlt auf Lager gehalten werden. Korkeasaari kommt an die Kaninchen aus der Heimatstadt wesentlich billiger heran, als wie importierte Kanickel dem Zoo zu stehen kämen. Außerdem können die Kanickel den Tieren samt Schopf und Haaren gereicht werden, da das für die Tiere ein gutes Labsal ist. Vormals hat sich der Erhalt von behaarter Beute als schwierig erwiesen, da finnische Schlachthöfe sich mit keinem Fleisch abgeben, an dem Haare dran sind.

Der Wildkaninchenbestand von Helsinki ist in den 2000er Jahren explosionsartig angewachsen und hat sich auch in die Nachbargemeinden ausgebreitet. Die Kaninchen richten in Vorgärten, Parks und Gemüsegärten beträchtlichen Schaden an.

20
Okt
2009

Unschuldig im Kittchen Eingesessenen blüht in Finnland von jetzt ab ein bescheideneres Schmerzensgeld - wie sieht es in Deutschland aus?

Nach gegenwärtiger Praxis erhält man vom Schöffengericht eine höhere Entschädigung als von der Geschäftsstelle des Staates.

Wer in Finnland unschuldig auf der Polizei in die Gefängniszelle gesteckt wurde, dem hatte es sich bisher bezahlt gemacht, den Staat gerichtlich zu belangen, denn die staatliche Geschäftsstelle ist bei der Vergabe von Entschädigungen geiziger als ein Richter.

Der finnische Staat will die wegen den sogenannten Kittchenwiedergutmachungen geführten Gerichtsprozesse verringern. Ein Volksangehöriger Finnlands, der unschuldig im Bau gebrummt hat, hat bei der bisherigen Lage der Dinge unter Umständen entscheiden müssen, ob er sich mit dem angebotenen Schmerzensgeld zufriedengibt oder ob er gegen den Staat eine Schadensersatzklage erhebt.

Von jetzt ab wird immer zuerst die Geschäftsstelle des Staates die Höhe der Wiedergutmachung festsetzen. Erst hernach kann derjenige, der seinen guten Ruf eingebüßt hat, eine Entscheidung treffen, ob ihm die Summe genügt oder ab er in der Sache das Schöffengericht anrufen will.

Von der Erneuerung erhofft man sich, daß diese in beträchtlichem Maße die Arbeit der Gerichtssitze entlasten wird. Die Regierung wird den neuen Gesetzesvorschlag noch während des Herbstes vorgelegt bekommen.

Gegenwärtig entscheiden die Gerichte Finnlands im Jahr über mehr als einhundert Haftentschädigungen.

Im Ministerium fürs Rechtswesen rechnet man damit, daß mehr Leute denn je ihre Streitlust verlieren, wenn sie ein fertiges Angebot erhalten.

Außerdem ist die Beurteilung der derzeitigen Praxis durch Sachverständige eine vernichtende.

- Das gegenwärtige System ist doof, ereifert sich Amtsvorsteher Pekka Syrjänen auf der Geschäftsstelle des Staates.

- Bislang hat es in dieser Angelegenheit keine klare Linie gegeben.

Nach seiner Ansicht sind unnötigerweise ganz einfache Fälle zum Schöffengericht gegangen.

Das Streiten vor Gericht zahlt sich aus. Die im Ministerium fürs Rechtswesen die Gesetzesinitiative vorbereitende Gesetzesverordnungsrätin Kirsi Pulkkinen berichtet, daß die beim Schöffengericht nachgesuchten Entschädigungen im Durchschnitt höher ausfallen als die von der Geschäftsstelle des Staates gewährten. Falls die Änderung wie erwartet vorankommt, wird der Staat bei seinen Wiedergutmachungsausgaben gehörige Sümmchen einsparen.

In etlichen bekannt gewordenen Fällen sind der Staat und das Opfer zu einer Schlichtungslösung übergegangen, nachdem der Verdächtigte damit drohte, die Sache vor Gericht zu tragen. Zum Beispiel in den Mordfällen von Bodominjärvi und
von Ulvila mußte der Staat den Verdächtigten mehr zahlen als die staatliche Geschäftsstelle vorgeschlagen hatte. Syrjänen bestreitet jedoch, daß die bekannten Fälle auf das Zustandekommen der Gesetzesänderung einen Einfluß gehabt hätten.

19
Okt
2009

Die Kartonage hat ihren Weg in die Frischwarenverpackungen gefunden

Die Universitätswelt und die industrielle Forstwirtschaft haben miteinander im Verein für Frischwaren eine neuartige Verpackung entworfen. Ein aus Papphüllenmaterial geformtes nahtloses Gußgefäß wird den schlimmsten Feind der Frischwaren außen vor halten können: die Luft.

Die derzeitigen, gefalteten Packschachteln sind nicht unbedingt besonders luftdicht. Besonders empfindlich auf Sauerstoff reagieren frisches Fleisch und Fisch.

Stora Enso hält die neuen Kartonverpackungen für einen Schlager in der Verkaufsbranche der Zukunft.

Die Kartonage ist ein umweltfreundliches Produkt, aber umständlich in Form zu bringen, da sie leicht einreißt. Forscher haben jedoch eine Methode entwickelt, wie sich der Pappschachtelrohstoff so formen läßt, daß er das für die Gestaltung einer Gefaßform benötigte Zurechtbiegen aushält.

An der Technischen Universität im finnischen Lappeenranta ist bereits an die sechs Jahre an der Entwicklung der Kartonage gearbeitet worden. Entwickelt wird auch ein variierbares Herstellungsverfahren für Kartonverpackungen, mittels dem ein jeder, der solcher bedarf, im Handumdrehen per Knopfdruck Verpackungen mit eigenem Design erhält.

Aus den Wirtschaftsnachrichten Finnlands vom 18.10.2009
against enslaving

Eine Welt so ganz ohne Geld

"Benefits Supervisor Awakening" für Menschen, die durch und durch Mensch sind und nicht mehr länger ums Goldene Kalb herumtanzen wollen

mit vielen Überraschungs-Effekten:

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