Die Roma müssen in Ungarn als Waffe für die Wahlen herhalten
Es wäre zu spät, das Steuerrad herumzureissen, da der Wagen bereits in einen tiefen Abgrund hineingefahren sei. Man müßte sich einen gänzlich neuen Wagen zulegen. Zsolt Varkonyi, der für internationale Pressekontakte der ungarischen rechtsextremen Partei Jobbik zuständig ist, vergleicht in seinem Parteibüro sein Land mit einem Auto. Er vertritt die Ansicht, daß Ungarn dank dem Fahrunvermögen der Politiker derart schlimm in einen dichten Wald hineingeglitten sei, daß man mit ausgleichenden Manövern allein von da nicht mehr herausfände.
Was gebraucht würde, wäre die Veränderung. Eine radikale Veränderung.
- Wir brauchen eine radikale Partei. Wir brauchen eine solche deshalb, da die Lage radikal ist, klärt Varkonyi auf.
Noch besitzt Jobbik keine Macht, d.h. sie hat noch keinen Platz im Parlament des Landes. So konzentriert sich denn die Partei, anstatt darauf, Besserungsvorschläge vorzulegen, darauf, Fragen aufzuwerfen, über die "die politische Elite des Landes sich ausschweigen will".
Junge und Arme hauptsächlich als Sympathisanten
Jobbik marschierte bei den EU-Wahlen ins Blickfeld; nahezu aus dem Nichts kommend, konnte sie einen Stimmenrutsch von 15 Prozent für sich verbuchen. Ihre Mitgliederzahlen wachsen beständig an, und sie gründet laufend neue Parteibranchen.
Für die Parlamentswahlen des nächsten Jahres wird der Partei gar ein stattlicher Sieg vorausgesagt.
Es sind vor allem die Jugendlichen, die Jobbik unterstützen, wie der assistierende Politologe einer ungarischen Universität und leitende Analytiker einer Beratungsfirma für die Politik Zoltan Lakner wissen läßt.
Der Partei sei es gelungen, insbesondere übers Internet junge Sympathisanten anzuwerben.
Nach Auffassung von Varkonyi spricht die Partei auch die Menschen der ärmeren Gesellschaftsklassen gerade auf dem Lande an.
Allen Zuläufern gemein sei es, daß sie wegen den schlappen Resultaten der gegenwärtigen Führung des Landes frustriert sind. Die Politiker seien arg durch die vorherrschende Korruption verdorben. Aus Ungarns Haushaltskassen würde jährlich bis zu 30 Prozent auf heimlichen Wegen verschwinden, legt Varkonyi los.
- 30 Prozent! Die Politiker sowohl der Regierung als auch der Opposition sollte man ins Gefängnis stecken, fordert Varkonyi.
Die Roma bleiben in den Schlagzeilen
Jobbik lenkt demonstrativ das Augenmerk auf die von Roma verübten Verbrechen.
Dies betreffe eine sehr große Menschengruppe, so die Begründung Varkonyi, der sich beklagt, wie die Partei in Zusammenhang mit den in Ungarn sich ereigneten unaufgeklärten Morden an Mitgliedern der Roma-Sippe gebracht wurde.
Verhält es sich also demnach so, daß sie nichts mit jenen zu tun hätte, und daß die Partei derartige Gewalttätigkeiten verurteilen wollte?
- Gegen so was ist ein jeder, formuliert er es.
Als einen zweiten Erfolgsfaktor führt der Mann die EU-Repräsentantin Krisztina Morvai auf. Die bekannte Kämpferin für Recht und Gesetz hat ein Komitee gegründet, um das gewaltbereite Verhalten von Polizisten bei Unruhen zu erforschen.
Ausverkauf von Grund und Boden als Wahltrumpf
Ein dritter Grund für die hohe Zusprache, die die Partei erfährt, ist der schlechte Allgemeinzustand des Landes.
- Aus überall hat sich der Staat zurückgezogen. In kleinen Dörfern gibt es keine Schulen, keine Polizisten und auch keine Post mehr. Eine einheimische Industrie gibt es so gut wie gar nicht, eine Fabrik nach der anderen wird hingegen dichtgemacht. Die Lebensmittelraffinerien sind ans Ausland privatisiert worden und vom Einzelhandel wird 80 Prozent von den Multis kontrolliert. Ungarische Banken werden ans Ausland verkauft, eine nach der anderen, führt Varkonyi mit düsterer Miene auf und sagt, Ungarn sei praktisch auf dem Stande einer Kolonie.
Wessen Kolonie es sei?
- Der Multikonzerne, der internationalen Banken und Vereinigungen, des IMF, der WTO, der Weltbank und der Nato, listet Varkonyi auf.
Als ein Motto der Jobbik ist der Spruch 'Ungarn den Ungarn' herausgebracht worden. Zsolt Varkonyi erklärt, daß das auf das Jahr 2011 gemünzt sei, von welchem ab man Ungarns Grund und Boden an jede x-beliebige Person verkaufen kann.

Was gebraucht würde, wäre die Veränderung. Eine radikale Veränderung.
- Wir brauchen eine radikale Partei. Wir brauchen eine solche deshalb, da die Lage radikal ist, klärt Varkonyi auf.
Noch besitzt Jobbik keine Macht, d.h. sie hat noch keinen Platz im Parlament des Landes. So konzentriert sich denn die Partei, anstatt darauf, Besserungsvorschläge vorzulegen, darauf, Fragen aufzuwerfen, über die "die politische Elite des Landes sich ausschweigen will".
Junge und Arme hauptsächlich als Sympathisanten
Jobbik marschierte bei den EU-Wahlen ins Blickfeld; nahezu aus dem Nichts kommend, konnte sie einen Stimmenrutsch von 15 Prozent für sich verbuchen. Ihre Mitgliederzahlen wachsen beständig an, und sie gründet laufend neue Parteibranchen.
Für die Parlamentswahlen des nächsten Jahres wird der Partei gar ein stattlicher Sieg vorausgesagt.
Es sind vor allem die Jugendlichen, die Jobbik unterstützen, wie der assistierende Politologe einer ungarischen Universität und leitende Analytiker einer Beratungsfirma für die Politik Zoltan Lakner wissen läßt.
Der Partei sei es gelungen, insbesondere übers Internet junge Sympathisanten anzuwerben.
Nach Auffassung von Varkonyi spricht die Partei auch die Menschen der ärmeren Gesellschaftsklassen gerade auf dem Lande an.
Allen Zuläufern gemein sei es, daß sie wegen den schlappen Resultaten der gegenwärtigen Führung des Landes frustriert sind. Die Politiker seien arg durch die vorherrschende Korruption verdorben. Aus Ungarns Haushaltskassen würde jährlich bis zu 30 Prozent auf heimlichen Wegen verschwinden, legt Varkonyi los.
- 30 Prozent! Die Politiker sowohl der Regierung als auch der Opposition sollte man ins Gefängnis stecken, fordert Varkonyi.
Die Roma bleiben in den Schlagzeilen
Jobbik lenkt demonstrativ das Augenmerk auf die von Roma verübten Verbrechen.
Dies betreffe eine sehr große Menschengruppe, so die Begründung Varkonyi, der sich beklagt, wie die Partei in Zusammenhang mit den in Ungarn sich ereigneten unaufgeklärten Morden an Mitgliedern der Roma-Sippe gebracht wurde.
Verhält es sich also demnach so, daß sie nichts mit jenen zu tun hätte, und daß die Partei derartige Gewalttätigkeiten verurteilen wollte?
- Gegen so was ist ein jeder, formuliert er es.
Als einen zweiten Erfolgsfaktor führt der Mann die EU-Repräsentantin Krisztina Morvai auf. Die bekannte Kämpferin für Recht und Gesetz hat ein Komitee gegründet, um das gewaltbereite Verhalten von Polizisten bei Unruhen zu erforschen.
Ausverkauf von Grund und Boden als Wahltrumpf
Ein dritter Grund für die hohe Zusprache, die die Partei erfährt, ist der schlechte Allgemeinzustand des Landes.
- Aus überall hat sich der Staat zurückgezogen. In kleinen Dörfern gibt es keine Schulen, keine Polizisten und auch keine Post mehr. Eine einheimische Industrie gibt es so gut wie gar nicht, eine Fabrik nach der anderen wird hingegen dichtgemacht. Die Lebensmittelraffinerien sind ans Ausland privatisiert worden und vom Einzelhandel wird 80 Prozent von den Multis kontrolliert. Ungarische Banken werden ans Ausland verkauft, eine nach der anderen, führt Varkonyi mit düsterer Miene auf und sagt, Ungarn sei praktisch auf dem Stande einer Kolonie.
Wessen Kolonie es sei?
- Der Multikonzerne, der internationalen Banken und Vereinigungen, des IMF, der WTO, der Weltbank und der Nato, listet Varkonyi auf.
Als ein Motto der Jobbik ist der Spruch 'Ungarn den Ungarn' herausgebracht worden. Zsolt Varkonyi erklärt, daß das auf das Jahr 2011 gemünzt sei, von welchem ab man Ungarns Grund und Boden an jede x-beliebige Person verkaufen kann.

libidopter - 31. Okt, 10:47